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    Schweigen im Oktober

    Von soleil | 31.Mai 2002

    Eines Morgens im Bad sagt Astrid ihrem Mann, dem Erzähler, dass sie verreisen wird. Am nächsten Tag verreist sie auf unbestimmte Zeit und er versäumt es sie zu fragen wohin. Anhand der Kontoauszüge ihrer Kreditkarte erkennt er, dass sie dieselbe Reise macht, die sie sieben Jahre zuvor gemeinsam gemacht hatten. Das Haus ist jetzt leer, die Kinder sind schon ausgezogen und so beginnt der Erzähler diese Leere, die Stille mit seinen Erinnerungen an die 18 gemeinsamen Jahre zu füllen. Er war während des Studiums Taxi gefahren und eines Abends holte er eine Frau mit ihrem kleinen Sohn ab, die ihrem Ehemann verließ. Der durchgedrehte Ehemann wartete allerdings schon bei der Freundin und da sie sonst kein Ziel wußte, bot er ihr an bei ihm zu übernachten. Aus dieser zufälligen, aus der Not geborenen Gemeinschaft entsteht eine leise, scheinbar selbstverständliche Liebe, die ihn aus seiner hitzigen und verblendeten Leidenschaft, seiner unglücklichen Liebe zu Inès befreite. „Es ging alles sehr schnell, aber es war eine gemächlichere, beiläufige, fast aristokratische Liebe, kein Fieber, kein auszehrender Hunger, kein Trommeln mit weißen Knöcheln an eine verschlossene Tür. Anfangs war ich trunken vor Leichtigkeit, mit Astrid war offenbar alles möglich, ich brauchte meine Worte nicht abzuwägen, aber es war auch nicht nötig, jede Liebkosung mit pathetischen Erklärungen oder bangen Rückfragen zu beschwören.“ (S. 104) Aus den sich wiederholenden Trivialitäten des Alltages und des gleichförmigen, einnehmenden Familienlebens holen ihn seine Auslandsaufenthalte als Kunsthistoriker. Während eines längeren Arbeitsaufenthaltes in New York hat er ein Verhältnis mit einer Malerin. Er verschweigt es seiner Frau und lebt diese Liebe, diese ungestillte und zerfressende Sehnsucht in seinen Gedanken weiter. Hatte seine Frau von dieser, sieben Jahre zurückliegenden Affäre, etwas erfahren? War sie glücklich gewesen? War er glücklich? … Diesen Fragen läßt Grondahl seinen Erzähler in seinen Erinnerungen nachgehen und dabei entsteht ein sehr differenziertes Bild über die Lebensgeschichte eines Paares, über die Liebe, das Glücklichsein. Mit teilweise schmerzhafter Genauigkeit offenbart der Erzähler seine Gefühle und seine Gedanken, ohne dabei je kitschig oder abgedroschen zu werden. Dieser sensible und auch sezierende Blick in das Innere des Protagonisten gepaart mit dem ruhigen, schnörkellosen und genauen Erzählstil machen dieses Buch zu einem traurigen und wunderschönen Genuß. Der Autor: Jens Christian Grondahl, geboren 1959, studierte Philosophie in Kopenhagen und absolvierte eine Ausbildung zum Filmregisseur. Er verfasste Hörspiele, Essays und zahlreiche Romane, für die er verschiedene Auszeichnungen erhielt. Auf deutsch erschien 1996 der Roman Indian Summer. Der große Durchbruch gelang ihm, auch international, mit „Schweigen im Oktober“

    Jens Christian Grondahl
    Schweigen im Oktober
    Ein trauriger und wunderschöner Genuß
    ISBN:3552049401
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