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Monat: April 2003

Zwölf

Zwölf

Der Autor hat den Roman “ Zwölf“ im Alter von 17 Jahren geschrieben.
Er gilt als shooting-star in den USA.

Es ist wohl seine eigene Geschichte, die der Autor hier in Abwandlungen beschreibt.

New York in den neunziger Jahren: es ist eine “ lost generation“, die zu dieser Zeit in der Stadt heranwächst. Junge Leute, teenies, wollen eine Sivesterparty feiern.
Zuvor erleben wir einige Protagonisten/Innen , wie sie ihre Ferien und Freizeit zu Hause in NY verbringen. Sie stammen fast alle aus reichen Familien und besuchen gewöhnlich ausgesuchte Internate oder Colleges.
Die Eltern gehen ihren eigenen Geschäften und Vergnügungen nach und überlassen ihre Kinder weitgehend sich selber.
So gammeln die jungen Leute in den Tag hinein, sehen fern, gehen aus, trinken, dealen oder konsumieren Drogen verschiedenenster Art. Eine davon, besonders hervorgehoben, heißt“ Zwölf“.
Mike White ist der Hauptprotagonist: er dealt nur , nimmt aber selber keine Rauschmittel.
Er erlebt mit, wie Freunde in Morde verwickelt werden, im Gefängnis sitzen, immer wieder nach neuen Gefährtinnen Ausschau halten und mit ihren pubertären Schwierigkeiten alleine bleiben.
Die ganze Geschichte gipfelt in der Silvesterparty, die einen schlimmen Ausgang nimmt.

Literarisch konnte ich dem Buch wenig abgewinnen.

In Zeiten, in denen in Erfurt ein Schüler ein Massaker anrichtet, Berichte aus den USA über Gewaltverbrechen in Schulen die Menschen aufrütteln, zeigt dieses Buch aber die Hintergründe, die zu solchen Exzessen führen könnten: Einsamkeit, Überdruss und Überfluss an materiellen Gütern, innere Leere und Angeödetsein, ohne familiären Bezug und Austausch.

Es ist ein trauriges Buch, daß den Leser/In ratlos zurückläßt.

Ich empfehle die Lektüre dennoch,weil sie einer Zeit Ausdruck gibt,die für viele junge Leute mit Orientierungslosigkeit beginnt und im Chaos endet.

Claudine Borries

Nick McDonell
Zwölf
Eine amerikanscieh Tragödie
ISBN:3462032283
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Land der Mädchen

Land der Mädchen

Prolibris Verlag April 2003
Genre : Kriminalroman

Paberback, 255 Seiten .

Birgit C. Wolgarten debütiert mit ihrem Roman „Land der Mädchen“ als Krimiautorin. 2002 veröffentlichte sie den Kurzkrimi „Winterbowle“ im Rahmen der Leselupeanthologie „Wie jetzt?“. Sie gehört der internationalen Krimiautorinnenvereinigung „Sisters in Crime“ an und ist Mitglied im Syndikat, der Vereinigung deutscher Krimiautoren. Sie lebt mit ihrer Familie und Hund und Katze im Kölner Raum. Weitere Bücher sind in Vorbereitung und erscheinen demnächst im Prolibris Verlag.
Der Verlag Prolibris legt seinen Schwerpunkt auf belletristische Bücher mit regionalem Bezug. Verleger Rolf Wagner legt besonderen Wert auf das schöne Buch, wie man es auch am vorliegenden Band erkennen kann.

„Musste ihr erster großer Einsatz bei der Mordkommission ausgerechnet mit einer Kinderleiche zu tun haben? Mit einem beklemmenden Gefühl in der Brust klopfte Katja Sommer auf das Lenkrad ihres altersschwachen, erdbeerfarbenen Fiesta, dabei versuchte sie, die schlecht erkennbaren Schlaglöcher zu umfahren. Die Landstraße, die sie direkt zum Tatort führen würde, war von Militärfahrzeugen und Panzern ziemlich ramponiert. Sie seufzte und schaute aus dem Seitenfenster. Und das am Rosenmontag.“
Katja Sommer ist neu bei der Kriminalpolizei. Ihr erster Fall nach der Versetzung von der Abteilung Drogenprävention hat es in sich. Man findet die Leiche eines Kindes in der Wahner Heide. Eine Mädchenleiche im Schneidersitz aufgebahrt mit einem Grablicht in den Händen. Wie sich kurz danach herausstellt, ist das tote Kind ein Junge.
Der Mädchenslip führt schnell zum möglichen Täter. Es finden sich
Spermaspuren, die zu einem Mann namens Donatelli gehören. Ist er der Mörder? Und warum verkleidet er die Leichen?

Die Autorin Birgit C. Wolgarten liefert mit ihrem ersten Krimi ein beeindruckendes Debüt. Beginnt der Roman noch ein wenig steif mit einigen sprachlichen Stolpersteinen, gelingt es ihr mit zunehmender Dauer immer mehr, den Leser in seinen Bann zu ziehen.
Der Roman besticht nicht gerade durch sein logisches Konstrukt, dafür bleiben zu viele Fragen offen. Doch atmosphärisch dicht ist es die emotionale Komponente, die den Roman zu einem wirklich beeindruckendem Feuerwerk macht.
Es fängt bei Kleinigkeiten an: Die beginnende Beziehung von Sommer samt Sohn und Kollege Grothe oder Jugendliche mit Hakenkreuz, die hemmunglos weinen, als ihr Bruder tot aufgefunden wird.
Auch sind die Personen nicht auf ein Milieu beschränkt. Angefangen von der Familie mit den alkoholkranken Eltern, Prostituierte, oder der Gynäkologe Mangoldt, der Querschnitt der Gesellschaft findet sich in der Geschichte wieder.
Der Höhepunkt sind die Tagebucherzählungen von Friedericke:
Mama hatte mir gestern Abend ein Stück Papier in die Hand gedrückt und gesagt:“ Gleich morgen früh, wenn du wach wirst, gehst du in die Küche und reißt ein Kalenderblatt ab, und wenn dann auf dem Kalender dieselben Zahlen stehen wie hier auf dem Papier, dann hast du Geburtstag und bist dann Mamas großes Mädchen.“
Friedericke hat Geburtstag. Immer tiefer gerät der Leser in den Bann Friederickes Erzählung. Immer mehr eröffnet sich eine verdrehte Gefühlswelt, die zur Anteilnahme mit dem Mädchen führt. Und schnell erkennt der Leser, was es mit diesen Ereignissen auf sich hat.

Fazit:
Eine Kriminalgeschichte, die ein aktuelles Thema behandelt. Kindermord! Doch geht es nicht um sexuellen Missbrauch, sondern um einen kranken Täter, dessen Geist so verdreht ist, dass er glaubt, Gutes zu tun. Doch wird dieser nicht als Böse geschildert, sondern weckt Sympathie, bis man ihn als Täter erkennt.
Ein aus weiblicher Sicht geschriebener Psychothriller, der einem zum Ende hin fast den Atem nimmt.

Birgit C. Wolgarten
Land der Mädchen
Katja Sommer ist neu bei der Kriminalpolizei. Ihr erster Fall nach der Versetzung von der Abteilung Drogenprävention hat es in sich.
ISBN:3935263147
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Das Zeitpuzzle

Das Zeitpuzzle

Ich tue mich schwer mit diesem Buch. Denn eigentlich mag ich Geschichten, am liebsten Geschichten über Menschen. Und beides ist das Zeitpuzzle nicht. Andererseits mag ich die Eröffnung von Möglichkeiten, Gedanken über „die Dinge dahinter“. Und dies bietet das Zeitpuzzle. Reichlich. So reichlich, dass es schon wieder schwierig wird, alles als Teil eines gemeinsamen Bildes zu akzeptieren. Wahrscheinlich ist es auch nicht wirklich so gemeint, warum sonst sollte der Autor es noch im selben Buch wieder in Frage stellen.

Aber fangen wir von vorn an: Es geht um einen scheinbar unsterblichen Grafen. Besser gesagt darum, dass der Held des Buches diesem Grafen in regelmäßigen Abständen immer wieder begegnet – und zwar nicht unbedingt in kalendarisch exakter Abfolge. Nein, eigentlich geht es darum, dass der Graf dem Helden ziemlich krude Geschichten über uralte Verschwörungen, atlantische Klon-Technologie, Bergkristall als Speichermedium für Bewusstsein, Zahlenmagie und dergleichen Dinge mehr erzählt. Oder es geht vielmehr darum, ob das nur gesponnen ist oder ob die augenscheinlichen Beweise echt sind. Oder wenigstens ein paar davon. Und wenn ja, welche. Was in diesem Mix aus Traum, Behauptungen und Erfahrungen real ist. Was also darf der Leser als feststehend annehmen? Den Grafen. Den Helden. Die Begegnungen der zwei. Oder vielleicht doch nur die bunte Literaturliste am Ende des Buches, die von Stephen Hawking und Werner Heisenberg über Angela & Karl-Heinz Steinmüller bis zu „Faust 1“ und „Die Macht der Zahl“ von Dudley und Underwood reicht – quer durch alle Gebiete, die irgendwie nichts miteinader zu tun haben. Oder doch miteinander zu tun haben?

Apropos Faust: Im Zeitpuzzle geht es schon ein wenig zu wie bei Faust 2: Dem Helden – und mit ihm dem Leser – werden Bilder vor die Augen gehalten, die er nicht nur nicht sehen will, sondern die ihn eigentlich auch nicht interessieren. Die ihn aber irgendwie dann doch interessieren, denn was so hartnäckig gezeigt wird, an dem muss doch was dran sein. Oder doch nicht. Oder wie oder was…

Der Versuch, auf 134 Seiten einen Blick hinter die Kulissen der Weltgeschichte zu werfen, den Kern von uralten Mythen zu finden und nebenbei – nebenbei? – ein paar methaphysischen Ideen den Status unentdeckten Wissens zu verleihen, ist sicher gewagt. Noch gewagter finde ich, es als Sammelsurium zu lassen, es eben nicht in eine stimmige Geschichte zu fügen. Es als Häufung von Puzzlesteinen vor dem Leser auszukippen und ihm zu überlassen, was er sich daraus für ein Bild macht. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt…

Wer Geschichten mag, für den ist das Buch nichts. Wer Antworten sucht, für den ist das Buch auch nichts. Aber wer gern fragt und den glasklaren Dingen unserer Welt ohnehin nicht so recht traut, für den ist das Zeitpuzzle ein wahres Schatzkästchen. Und deshalb empfehle ich es. Trotzdem.

Kai Beisswenger
Das Zeitpuzzle
Was der Graf erzählt, klingt absurd. Aber immerhin scheint er tatsächlich unterblich zu sein…
ISBN:3935982240
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Blue Girl

Blue Girl

Roanne, Tochter einer Künstlerin, ist gerade mal vierzehn. Doch sie sieht älter aus. „Sie hat die Brüste einer stillenden Mutter und den Hintern eines kleinen Brauereipferdes.“
Als sie und ihre Mutter Opfer einer Wette werden und mit dem gleichen Mann schlafen, haut Roanne von zu Hause ab. Zuerst will sie sich nur eine Auszeit nehmen, verspricht ihrer Mutter, bald wieder nach Hause zu kommen, doch das Abenteuer lockt. Sie will ihren Traum leben und nicht mehr den von ihrer Mutter.
Sie besucht Didi, den schwulen Zwerg, der ihre Cartoons mag, verliebt sich in dessen 42jährigen riesenhaften Bruder Pascal und freundet sich mit der sechzehnjährigen steinreichen und ausgeflippten Alkoholikerin Gilbey an. Sie lebt auf Kosten anderer, ohne sich die geringsten Sorgen zu machen.
Doch wohin ein Leben von einem Tag zum anderen, freie Liebe und Gedankenlosigkeit hinführen, muss sie bald feststellen. Konsequenzen zieht sie jedoch nicht.

Die Geschichte von „Blue Girl“ spielt in den Achtzigern. Roanne steckt noch mitten in der Pubertät, ist außergewöhnlich naiv, leichtgläubig und dabei unerschrocken.
Was zurückbleibt, ist die Frage, ob es sich die Autorin nicht etwas zu einfach gemacht hat. Die Vorstellung vom freien, sorglosen Teenagerleben fernab jeglicher Erziehung und Schulbildung mit Alkohol und Abtreibung als Verhütungsmittel hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack, so spannend und faszinierend das Buch auch geschrieben sein mag.

Rezension von Heike Rau

G. Zoë Garnett
Blue Girl
350 Seiten, broschiert
Aufbau Taschenbuch Verlag
ISBN: 3-7466-1896-7

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Kalt ist die See

Kalt ist die See

Leo wartet in New York vergeblich auf die Ankunft ihrer Freundin Isabel. Sie hält die Ungewissheit nicht lange aus und fliegt besorgt nach London. Doch zu Hause ist Isabel auch nicht. Sie ist wie vom Erdboden verschluckt.
Nachdem Leo mit Isabels Freunden gesprochen hat, hält sie es für möglich, das Isabel ihre Reisepläne geändert hat. Isabel hat sich nach dem Tod ihrer Mutter verändert. Vielleicht ist Isabel nach Australien geflogen, um ihrer Kindheit hinterher zu spüren. Sie hat sogar bei einem Therapeuten Hilfe gesucht.
Vielleicht ist sie aber auch in eine neue Recherchearbeit vertieft und da in Schwierigkeiten geraten. Isabel ist Journalistin. Es deutet alles darauf hin, dass sie sich für genetisch modifizierte Nahrungsmittel interessierte. Ein brisantes Thema. Da verwundert es nicht, dass Leo bei ihren Nachforschungen selbst in Gefahr gerät. Doch Leo gibt nicht auf, verfolgt jede Spur, lässt sich auch nicht entmutigen, als ein Fremder in die Wohnung einbricht.
Als die Leiche einer Frau an der englischen Küste gefunden wird, befürchtet sie, dass ihre schlimmsten Vorstellungen wahr geworden sind. Doch es ist nicht Isabel, sondern eine Kollegin, mit der Isabel eng zusammengearbeitet hat.

Es ist spannend, Leo auf der schwierigen Suche nach ihrer Freundin zu begleiten, in ihre widersprüchlichen Gefühle und Zweifel eingeweiht zu werden.
Leo ist keine draufgängerische Detektivin. Sie ist eine ganz normale Frau, Comic-Zeichnerin, mit eigenen Sorgen und Nöten, die sich Isabel zu Liebe dieser Herausforderung stellt und sich dabei nicht von Ängsten und Rückschlägen entmutigen lassen will.
Ein in jeder Hinsicht psychologisch ausgefeilter, sehr flüssig geschriebener Thriller.

Rezension von Heike Rau

Lisa Appignanesi
Kalt ist die See
443 Seiten, gebunden
Aufbau Verlag, Berlin
ISBN: 3 351 02940 3

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Das Tal der Raben

Das Tal der Raben

Es stößt nicht gerade auf Begeisterung bei Sam, dass sie ihre Ferien in der einsamen trostlosen Moorlandschaft Westirlands verbringen muss. Aber es ist die einzige Möglichkeit mal etwas Zeit mit ihrem Vater, der Archäologe ist, zu verbringen. Er und seine Kollegen interessieren sich für das Hügelgrab eines alten irischen Stammesfürsten, der vor über 400 Jahren die Gegend beherrscht hat.
Sam bleibt in dieser verlassenen Gegend nichts anderes übrig, als auf Erkundungszüge zu gehen. In einer Quelle am Fuß eines Felsens entdeckt sie einen Silberring. Er ist angelaufen, schmutzig und doch wunderschön. Er passt perfekt an den Mittelfinger ihrer linken Hand.
Doch seit Sam den Ring hat, passieren merkwürdige Dinge. Sam sieht unerklärliche Dinge. Sie sieht das Tal, wie es früher einmal ausgesehen haben muss. Diese merkwürdigen Visionen machen Sam Angst. Sie muss unbedingt die Ausgrabungen voranbringen, um hinter das Geheimnis des Tals zu kommen.

„Das Tal der Raben“ ist ein fantastischer Abenteuerroman für Jugendliche. Die Handlung an sich würde das auch hergeben. Erzählt ist die Geschichte aber zu langatmig und unbewegt. Es fehlt teilweise an Spannung und die Geschichte zieht sich umständlich hin. Man findet nur wenig persönlichen Zugang zur Hauptperson Sam. Es ist kaum möglich, sie richtig kennen zu lernen. So fällt es schwer, die 251 Seiten durchzuhalten.

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Rezension von Heike Rau

Sabine Blazy
Das Tal der Raben
251 Seiten, gebunden
Thienemann Verlag 2003
ISBN: 3-522-17522-0
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