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    Nachtzug nach Lissabon

    Von hera | 2.September 2004

    Raimund Gregorius beschließt mit 57 Jahren ganz plötzlich sein Leben zu ändern. Mitten im Unterricht steht er auf und geht. Die Tasche bleibt auf dem Pult zurück. Noch denken die Schüler, dass er zurückkommen wird. Doch es wird keine Stunden in Latein oder Geschichte mehr geben. Der Altphilologe bleibt nicht länger in Bern. Ein Buch des Autors Amadeu de Prado wird ihm von nun an den Weg weisen. Die Zeilen des Autors ziehen Gregorius magisch an. Die Worte klingen, als seinen sie für ihn selbst bestimmt. Der Autor, ein portugiesischer Arzt, lebt nicht mehr. Doch das bremst Gregorius’ Eifer nicht. In Lissabon angekommen, trifft er sich mit den Schwestern de Autors, mit Jorge, dem Apotheker, mit dem Pater, der Amadeu de Prado beerdigt hat und mit anderen Menschen, die wichtig waren. Und immer wieder liest Gregorius im Buch. So lernt er den Menschen de Prado kennen und seine Gedanken, die im Buch verewigt sind, zu verstehen. Es entsteht ein sehr persönliches Bild von Amadeu de Prado, der nicht nur Arzt und Schriftsteller war, sondern auch ein Mensch, der gegen die Diktatur Salazars gekämpft hat, weil er glaubte, etwas wieder gutmachen zu müssen.

    Was passiert, wenn man aufsteht und einfach geht? Kann man wirklich so aus dem gewohnten Leben ausbrechen? Raimund Gregorius, der nun wirklich das Gegenteil eines Draufgängers ist, tut es, und damit zieht der Autor den Leser sofort in den Bann. Doch damit nicht genug. Auch die innersten Gedanken und philosophischen Betrachtungen Amadeu de Prados fesseln, so tiefgründig und geistreich sind sie, so spannend seine Lebensgeschichte, die Gregorius Stück für Stück aufrollt.
    Der Autor schreibt mit einem unglaublichen Feingefühl. Die Mimik und Gestik der handelnden Personen werden mit großer Genauigkeit beschrieben. So entstehen vor dem inneren Auge des Lesers sehr detailreiche Bilder. Es ist, als würde ein Film ablaufen.
    „Nachtzug nach Lissabon“ ist kein Buch, dass man einfach so verschlingt, obwohl es sehr spannend ist. Es macht zu viel Vergnügen sich an den klingenden, klugen, ausformulierten Sätzen zu erfreuen, als das man schnell darüber hinweg liest. Die Sprachgewandtheit ist beeindruckend, die Wortwahl so treffsicher. Es geht um Dinge, mit denen sich jeder auseinandersetzen muss, um Liebe, Freundschaft, Gefühle, Selbstzweifel, Angst vor dem Tod oder auch um den Sinn des Lebens. Ein Buch, das sehr nachdenklich macht und das es wert ist, ein zweites Mal gelesen zu werden.

    Rezension von Heike Rau

    Pascal Mercier
    Nachtzug nach Lissabon
    495 Seiten, gebunden
    Carl Hanser Verlag, München, Wien
    ISBN: 3-446-20555-1
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    Ein Kommentar to “Nachtzug nach Lissabon”

    1. derleser meint:
      23.Februar 2010 at 15:03

      Eine ausgezeichnete Rezension dieses psychologisch äußert tiefgründigen und durchaus auch sehr anrührenden Romans.



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