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    Brummstein

    Von hera | 10.Oktober 2005

    Es ist Josef Siedler, der den Brummstein aus einem Felsbrocken im Hölloch bei Schwyz im Jahre 1907 herausbricht. Es liegt an der Faszination, die der Felsen verströmt und an seinem seltsamen Klang, der ihn für kurze Zeit taub werden lässt. Auch seine Frau spürt ein seltsames Kitzeln in den Fingerspitzen, als sie den Stein berührt. Zwölf Jahre später sterben beide unter seltsamen Umständen.
    Der Neffe Franz Zweywälder erbt, den in einer kleinen Holzschachtel liegenden, Stein zusammen mit einem Zettel, den Siedler damals beigelegt hatte. Doch Franz verschenkt ihn weiter, an seine Freundin Judith, die er liebt und die doch unerreichbar für in bleibt. 1938, nach der Reichskristallnacht, vergisst Judith auf der Flucht ihren Koffer mit dem Stein im Zug zwischen Hamburg und Flensburg. Der Koffer kommt in das Fundbüro des Bahnhofs Altona. Das Büro ist mit dem pensionierten Fahrkartenverkäufer Georg Weide besetzt. Als das Haus, in dem er wohnt, durch einen Volltreffer zerstört wird, zieht er in die Baracke am Bahnhof um. Die Not zwingt ihn, in den verlorenen Sachen nach Essbarem, und was man sonst so brauchen kann, zu suchen. So findet er den Brummstein. Als er stirbt, erbt den Stein der Junge, den Georg in den schweren Zeiten aufgenommen hat. Auch er wird nicht der letzte Besitzer sein.

    Fast einhundert Jahre deutsche Geschichte schildert der Autor anhand des Weges, den der Stein rein zufällig, wie es scheint, nimmt. Dabei sind es die Schicksale der Menschen, die bewegen. Ob es der Stein ist, der Glück oder Unglück bringt, sei dahingestellt. Aber das eine oder andere Schicksal wird er schon ein klein wenig beeinflusst haben, auch wenn die meisten erschreckend tragisch enden. Der eine misst ihm kaum Bedeutung bei, der andere erklärt den Stein für Kunst. Es geht nahe, die Vergänglichkeit des Lebens so nahe vor Augen geführt zu bekommen, während der Stein unvergänglich bleibt. Mit seiner Erzählung stimmt der Autor nachdenklich. Und er beeindruckt mit seinem Schreibstil und der Art, wie er die Schicksale dieser ganz verschiedenen Menschen beschreibt, ohne Details und dennoch mit unglaublichem Tiefgang. Um das alles zu erzählen, hätte manch anderer fünfhundert Seiten gebraucht, der Autor dagegen benötigt keine hundert.

    Über den Autor:
    Peter Adolphsen wurde 1972 in Århus geboren. Er besuchte die Autorenschule in Kopenhagen und studierte u.a. in Cordoba arabische Philologie.

    Rezension von Heike Rau

    Peter Adolphsen
    Brummstein
    Erzählung
    Aus dem Dänischen von Hanns Grössel
    91 Seiten, gebunden
    Nagel & Kimche
    ISBN: 3-312-00362-8
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