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    München Blues

    Von hera | 20.März 2007

    Die abendliche Ruhe wird von einem seltsamen Geräusch gestört. Auf der Schwelle zu seinem Laden entdeckt Gossec einen stark alkoholisierten Mann. Er ist scheinbar ausgeraubt worden, denn er hat nichts von Wert bei sich. Visitenkarten sagen Gossec, dass er hier einen Landtagsabgeordneten vor sich hat. Hilfsbereit wie er nun mal ist, schleppt er die Bierleiche vom Oktoberfest in seine Wohnung, führt die üblichen Wiederbelebungsmaßnahmen durch und ruft ein Taxi.
    Zwei Stunden später verschaffen sich ungefragt zwei Herren Zutritt zu Gossecs Wohnung hinter dem Laden. Dem Abgeordneten ist nämlich ein Schriftstück abhanden gekommen. Das hat Gossec aber nicht. Ein paar Tage später schickt das Büro des Abgeordneten einen Boten mit den rückzuerstattenden Auslagen. Damit ist die Sache vom Tisch.

    Gossec hat die Nase voll vom schlechten Wetter und beschließt erst einmal Urlaub zu machen. Seinen Freund Julius, der gerade eine schwierige depressive Phase durchmacht, überredet er mitzukommen. Als die beiden wieder in München sind, finden die beiden Julius’ Wohnbüro komplett ausgeräumt vor. Einem Brief ist zu entnehmen, dass Rechtsanwalt Zwicklhuber im Auftrag seines Klienten das „vertragswidrige Sperrmülllager“ über die Firma Bärnbichl und Partner räumen lassen hat. Gossec will das nicht hinnehmen. Er holt den Totschläger aus dem Schrank, um sich Bärnbichl vorzuknöpfen.

    Bärnbichl ist ein Schlägertyp, besser bekannt als Mongolen-Adi. Weil Gossec es wagt, auf dessen Schreibtisch herumzuwühlen, nimmt Mongolen-Adi ihn sich zur Brust und schmeißt ihn dann in hohen Bogen vor die Tür. Das kann Gossec nicht auf sich sitzen lassen. Er geht zurück. Er fackelt nicht lange und schon sitzt Mongolen-Adi gefesselt und mit heruntergelassener Hose auf einem Bürostuhl. Gossec findet das verlorengeglaubte Schriftstück und erfährt, als er es später liest, dass das Schlachthofviertel in ein attraktives Wohnviertel umgebaut werden soll. Gossecs Zukunft ist in Gefahr. Mongolen-Adi muss noch einmal eingehender befragt werden. Doch der kann nicht mehr auf Fragen antworten. So gerät Gossec unter Mordverdacht.

    Gossec ist schon ein außergewöhnlicher Typ. Der Autor zeichnet ihn als Draufgänger mit Herz. Mit der Selbstbeherrschung hat er es nicht so, er wird mehr von seinen Adrenalinschüben gesteuert. So kommt es immer wieder zu extrem aus dem Ruder laufenden Situationen, bei denen Gossecs Gegenspieler, aber auch er selbst, einiges einstecken müssen. Es kann schon passieren, dass man die eigentliche Geschichte mal aus den Augen verliert und nur darauf wartet, was Gossec als Nächstes von sich gibt oder sich leistet oder mit welcher ungeahnten Charakterstärke er sich unvermutet präsentiert.
    Auch wenn der Krimi wirklich gut ist, wird er doch hauptsächlich von der Figur Gossecs getragen. Er ist eine vielseitige Persönlichkeit und lässt kaum Raum für andere Charaktere. Die bleiben notgedrungen im Hintergrund.
    Die Geschichte zu lesen, ist ein Vergnügen. Sie ist erfrischend witzig, lebendig und voller überraschender Szenen. Der Schreibstil des Autors tut ein Übriges. Durchweg wird man gut unterhalten.

    Über den Autor:
    Max Bronski wurde 1964 in München geboren. Hier lebt er auch heute noch. Er hat sich nach einem abgebrochenen Theologiestudium mit verschiedenen Jobs durchgebracht, gemalt und geschrieben.

    Rezension von Heike Rau

    Max Bronksi
    München Blues
    175 Seiten, gebunden
    Verlag Antje Kunstmann
    ISBN: 978-3888974632
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