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    Über Nacht

    Von Claudine Borries | 25.März 2007

    Wenn es möglich wäre, würde ich diesem Roman sechs Sterne zubilligen!
    Es geht um zwei Frauen, zwei Menschenleben, zwei Schicksale: ihre Wege kreuzen sich in Rom.
    Was aber haben sie gemeinsam, was führt sie zusammen?
    Es sind zuerst die Männer und dann das Leben, das sie mit Alter, Krankheit und Tod konfrontiert.

    Beide Frauen sind jung und im besten Alter.

    Mira in Rom geht unverdrossen ihrer Arbeit in der Altenpflege nach, die sie eher nüchtern und sehr menschlich verrichtet. Im Altenpflegeheim erlebt sie die Bewohner mit ihren misanthropischen Einstellungen und sieht Abhängigkeiten und Autonomieverluste, die nachdenklich stimmen. Wunderbar werden einzelne Alte mit ihren skurrilen Sonderlichkeiten beschrieben.

    Privat steigert sich Mira in eine schleichende und von Ahnungen beflügelte Eifersucht hinein, weil sie ihren Mann einer Affäre verdächtigt.

    Irma ist in Wien ansässig, hat einen Sohn von einem davon gelaufenen Liebhaber und bekommt gerade eine neue Niere transplantiert. Sie geht nach der Transplantation ihrem Alltag nach, versorgt ihren kleinen Sohn und verdient sich mit Interviews von Menschen mit aussterbenden Berufen ihren Unterhalt. Auf diese Weise entstehen sehr phantasiereiche und poetische Erzählungen.

    Neben der Frage über die Zulässigkeit von Transplantationen quälen Irma Schuldgefühle, weil der Tod eines anderen Menschen ihr erst das Fortleben ermöglicht hat.

    Sehnsucht nach der wahren Liebe treibt beide Protagonistinnen in gleicher Weise um. Abgründe aber tun sich ihren Liebesbeziehungen auf! In Rom befindet sich der Mann, dessen Existenz für beide Frauen schicksalhaft ist..
    Die Konfrontation mit dem Tod, mit Alter und Siechtum und die Unvereinbarkeiten, die zwischen Männern und Frauen bestehen, bilden eine Gemeinsamkeit zwischen den beiden Frauen.

    Die eine kann mit ihrem Mann nicht weiterleben, die andere wagt nicht, sich auf neue Beziehungen einzulassen.
    So schwanken beide zwischen Hoffen und Zweifeln.

    Der Leser fiebert mit, wie die beiden ihr Leben in den Griff bekommen werden.

    Liebe, Krankheit und nie versiegende Hoffnung sind die großen Themen in diesem Roman. Das Thema ist weit umspannend, dessen sich die Autorin angenommen hat.

    Gruber befleißigt sich einer Sprachfertigkeit, die keinen Moment Überdruss oder Langeweile aufkommen lässt.
    Die Straßen, Plätze, Märkte und Cafes in Wien und Rom werden vielfarbig und bunt beschrieben. Alle handelnden Personen und die Alten im Heim sind lebendig und charakterlich so unterschiedlich gezeichnet, dass man sich eine lebhafte Vorstellung von ihnen machen kann. Verzweiflung und Zuversicht, je wen sie betreffen, entsprechen dem wahren Leben.
    Jeder Satz ist ein Genuss und es werden Allegorien ins Spiel gebracht, die manche Zusammenhänge gut versinnbildlichen.

    Die Geschichte bewegt sich auf hohem Niveau und regt zu Reflexionen an. Profane Abgründe werden dabei nicht ausgespart.
    Dieser talentierten und sprachgewandten Erzählerin ist weiterhin viel Erfolg zu wünschen!

    Sabine Gruber
    Über Nacht
    Von Liebe und Freude, von Hoffnung und Vergangenheit
    ISBN:3406556124
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