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    Pascal Mercier: Lea

    Von hera | 18.Juni 2007

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    Der Zufall bringt die beiden Männer zusammen. Adrian Herzog und Martijn Van Vliet. Beide kommen aus Bern und wollen nun zusammen nach Hause reisen. Herzog übernimmt die Rolle des Zuhörers, dem Van Vliet die Geschichte seiner Tochter und damit auch seine eigene erzählt. Seine Erzählung beginnt vor 18 Jahren, als seine Frau Cécile an Leukämie starb und er nun alleinerziehender Vater von Lea wurde. Etwa ein Jahr später lassen sich Vater und Tochter am Berner Bahnhof von einer Geigerin bezaubern. Das Spiel bringt den Glanz in Leas Augen zurück. Das Kind hat nun ein Ziel vor Augen, möchte auch Geige spielen lassen und der Vater setzt alles daran, ihr dies zu ermöglichen.

    Bald darauf sind die ersten kratzigen Geigentöne in der Wohnung zu hören. Aus Céciles Zimmer wird ein Musikzimmer. Die Zeit bleibt nicht länger stehen. Es gibt eine neue Zukunft. In Marie Pasteur findet Lea eine Lehrerin, die ihre Begabung erkennt und entsprechend fördert. Sie bringt Leas Talent zur Entfaltung. Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt hat ihr Vater mehr Lampenfieber als seine 11-jährige Tochter. Lea kennt bald nur noch die Musik. Ihr Ehrgeiz frisst sie förmlich auf. Van Vliet spürt, wie seine Tochter ihm entgleitet, wie sie sich immer mehr von ihm entfernt, wo ihn doch schon seine Frau verlassen hat. Als er seine Tochter auf der Bühne stehen sieht, spürt er Unheilvolles auf sich zu kommen.

    „Lea“ ist die sehr feinfühlige Geschichte einer Vater-Tochter-Beziehung. Der Autor bedient sich einer sehr eindringlichen, tiefgehenden Sprache, dringt damit in die Tiefen der Psyche seines Protagonisten ein. Dabei beschreibt er sehr genau den Konflikt, den Leas Vater lebt. Er steht mit der ganzen Verantwortung für ein Kind da, das er nie wollte, lebt dann aber nur noch für seine Tochter und sie für die Musik. Auch die Beziehung Leas zu ihrer Musiklehrerin macht ihm zu schaffen. Der Autor schildert, wie eine Bindung entsteht, von der Van Vliet sich ausgeschlossen fühlt und die ihn eifersüchtig macht. Der Vater, der nie gelernt hat, Gefühlte auszudrücken, droht am Ablösungsprozess seiner Tochter zu zerbrechen. Diese Fremdheit, die zwischen Vater und Tochter entsteht, wird auch für den Leser spürbar.
    Während man praktisch alle auch noch so geheimen Gedanke Van Vliets erfährt, bleibt die Figur Leas undurchschaubar. Das ist ein bemerkenswerter Gegensatz.
    Die Geschichte ist überaus aufwühlend. Dennoch hat der Autor einen Sog entstehen lassen, dem man sich als Leser nicht entziehen kann. Auch auf Adrian Herzog, den der Autor die Geschichte Van Vliets erzählen lässt, wirkt die Geschichte dem entsprechend, hinterfragt er doch auch sein eigenes Leben.

    Rezension von Heike Rau

    Pascal Mercier
    Lea
    Novelle
    256 Seiten, gebunden
    Carl Hanser Verlag
    ISBN: 978-3446209152

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    ... 2.375 Aufrufe 1 Kommentar » | Kategorie Belletristik | Tags | Trackback: URL/trackback

    Ein Kommentar to “Pascal Mercier: Lea”

    1. Fergie meint:
      13.August 2013 at 07:44

      Pascal Mercier’s genialer Schreibstil und das eindrückliche Thema im Buch „Lea“, machen aus diesem Buch ein spannendes Leseerlebnis! Kann ich nur weiterempfehlen. „Zug nach Lissabon“ ist ein weiteres Buch von Mercier, das sehr lesenswert ist!

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