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    Der Sohn

    Von Claudine Borries | 20.September 2007

    Giacomo Cacciatore
    Der Sohn
    rowohlt
    ISBN 3498009362

    Geheimnisvoll und unüberschaubar ist die Welt, in die Giovanni Vetro hineingeboren wurde.
    Die Familie lebt in Palermo. Der Vater ist Polizist.
    Kann man sich anderes vorstellen, als dass zu Sizilien und Palermo die Mafia gehört?

    So ist es: Giovanni hört und sieht Dinge, die ihm unheimlich sind. Die Mutter bekommt anonyme Anrufe und schreit hysterisch herum. Sie muß ständig Tropfen einnehmen, um dem Leben gewachsen zu sein. Der Vater, den der Junge als einzigen Halt betrachtet, ist auf unheimliche Weise bedroht.
    Er bedeutet ihm, zu schweigen und wegzuhören, denn, * was man nicht sieht, das gibt es auch nicht*.

    Giovanni hört und sieht aber mehr, als er möchte. Mit niemandem kann er darüber reden. Seine Ängste um das Leben des Vaters sind unübersehbar. Ist der Vater mit der Mafia insgeheim verbunden? Bei Gelegenheiten geschehen Dinge, die das zu beweisen scheinen. Z.B. bekommt Giovanni seinen ersehnten Farbfernseher,–obwohl das Geld des Vaters dazu nicht reicht!

    Da immer nur Andeutungen fallen und Morde passieren, die für den Jungen nicht verstehbar sind, bekommt die Geschichte einen geheimnisvollen und bedrohlichen Unterton.
    Er möchte seinem Vater helfen, ihn warnen und schützen. Zugleich wächst ein Misstrauen, auch dem Vater nicht immer trauen zu können.

    Die Geschichte ist in einem Ton gehalten, der aus vielen Andeutungen besteht.
    Man kann sich vorstellen, dass in Sizilien vorgeblich brave Kaufleute und Bürger kriminell sein können, und dass es staatliche Stellen gibt, die sich nicht immer so schützend vor ihre Bürger stellen, wie man es von ihnen erwartet. Die Übergänge zwischen den offiziellen und inoffiziellen Bezügen sind fließend.

    In der Erzählung verwischen die Spuren; Giovanni versucht, hinter die Geheimnisse seines Vaters zu kommen. Dabei findet er zu erstaunlichen Erkenntnissen.
    Er muß aus seinen Beobachtungen zu eigenen Schlüssen finden, die ihn in unvorhersehbare Ratlosigkeit stürzen.

    Sich in dem Dschungel unklarer Verhältnisse zurechtzufinden, ist ein Thema in diesem Buch. Daneben besteht eine Vater- Sohnbeziehung, auf die kein Verlass ist. Und dennoch: Giovanni wächst heran wird auch unter diesen Umständen erwachsen!

    Giacomo Cacciatore hat eine literarische Form gefunden, in der die ehrenwerte Gesellschaft, wie die Mafia auch bezeichnet wird, in Erscheinung tritt, ohne dass klare Konturen erkennbar werden. Die feinen Skizzen, mit denen er seine Andeutungen über Begünstigungen, Bedrohungen und Befehdungen zeichnet, sind fein nachempfunden. Es ist ein Leben im Schweigen, was viele Bürger dort führen. Italien aus dieser Sicht zu betrachten, gibt einen Eindruck wieder, den man als Reisender der schönen Renaissancestädte des Nordens kaum glauben mag.
    Giacomo Cacciatore hat ein mutiges Buch über die Mafia geschrieben. Er gilt als ein großes Talent der italienischen Gegenwartsliteratur.

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