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    Der letzte Weynfeldt

    Von Claudine Borries | 21.Januar 2008

    Der letzte Weynfeldt: das ist Adrian, Sohn einer wohlbetuchten Familie, einziger und spät geborener Sohn seiner Eltern.

    Er ist Kunstmäzen, Experte und Auktionator.
    Schon Mitte fünfzig, bewegt er sich in zwei Freundeskreisen. Der eine setzt sich aus den älteren Freunden seiner Eltern zusammen, der andere aus jüngeren Künstlern, Architekten, Dichtern und solchen, die sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlagen.
    Er führt ein Leben im Wohlstand und hilft gerne und diskret seinen Freunden mit finanziellen Mitteln aus, wenn diese sich einmal in einem Engpass befinden.
    Klaus Baier befindet sich in einer Notlage, als er Weynfeldt ein Bild anbietet. Schon auf dem Cover des Buches findet man die Abbildung von: „La femme nue devant une salamandre“ des Schweizer Malers Felix Vallotton. Das Bild wird hoch gehandelt, und Baier verspricht sich viel von dem Verkauf.

    Mit diesem Bild hat es eine besondere Bewandtnis, die im Verlauf der Geschichte zu aufregenden Verwicklungen führt.

    In einer seiner nicht üblichen Handlungen hat Weynfeldt Lorena, die er in einer Bar traf, mit zu sich nach Hause genommen. Zu seiner Überraschung will sie sich am Morgen danach das Leben nehmen. Mit einigem Glück gelingt es ihm, sie davon abzubringen.

    Neben dem geheimnisvollen Verkauf des Bildes ist es Lorena, die das Geschehen mit ihren ungewöhnlichen Auftritten bestimmt. Sie treibt ein Versteckspiel mit ihm, lässt ihn zappeln und fängt ihn mit ihren Spielchen ein, ihn, der nach einer betrauerten ersten Liebe sich mit dem Alleinsein schon eingerichtet hatte!

    Suter baut seine Geschichte gemächlich auf. Mit der Beschreibung der Atmosphäre im Umfeld von Weynfeldt, seiner herrschaftlichen Wohnung, in der er residiert, seinem Tagesablauf, den Begegnungen mit Freunden und Mitarbeitern entsteht das freundliche Bild einer Stadt in er Schweiz mit ihren Bewohnern. Hinter der Fassade der guten Bürgerlichkeit und Weynfeldts argloser Wohlanständigkeit umgeben ihn subtile Machenschaften, von denen er nichts ahnt.

    Sehr lange wissen wir nicht: handelt es sich hier um einen Liebesroman oder erwartet uns ein spannender Krimi?
    Unermüdlich spinnt Suter die Geschichte fort. Mit der Ruhe des geübten Erzählers, der durch ausgefeilte Sätze und wortreiche Charakteristiken ein Bild der Menschen mit ihren Gewohnheiten zeichnet, steckt er den Rahmen für die Handlung ab. Das Thema Kunst, Kunstauktion und Handel bietet Gewähr für kultivierte und anspruchsvolle Unterhaltung.

    Suter ist der Meister der subtilen Geschichten, die er langsam aufbaut, um sie zuletzt zu unerwarteten Höhen der Spannung und zu ebenso unerwarteten Lösungen hin zu treiben.

    Mit diesem Roman ist ihm wieder ein Glanzstück gelungen!

    Rezension von Claudine Borries

    Martin Suter
    Der letzte Weynfeldt
    Spannende und kultivierte Unterhaltung
    ISBN:3257066309
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