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    Das Lied von Leben und Tod

    Von hera | 8.September 2008

    Der Latein sprechende Wolf war wahrscheinlich nicht real. Die Frau scheint es aber zu sein, zumindest verarztet sie Teos Wunden, die er sich auf der Flucht vor dem möglicherweise imaginären Wolf zugezogen hat.
    Pat lebt mit ihrer Tochter in einiger Entfernung vom Dorf Santa Brígida in Patagonien. Eine Gegend, die Teo gefällt. Er ist ein Riese, der immer auffällt, deswegen mag er die Abgeschiedenheit. Im Moment ohne Arbeit, hat er die Freiheit zu bleiben und tut dies auch. Nicht nur die eine Nacht, die mit ihr zu verbringen, Pat ihn überredet hat. Auch Pats Tochter Miranda freundet sich mit die Riesen an. Pat und Teo leben zusammen ohne Pläne, ohne Versprechen und ohne Bedingungen. Das geht auch eine Weile gut.

    In dieser Geschichte kommen zwei Menschen zusammen, die sich eigentlich nicht kennen. Das Pat auf der Flucht ist, und ein Geheimnis mit sich herumträgt, ahnt Teo aber schon bald. Weil Pat sich ihm nicht anvertrauen will, wird ihre Beziehung auf eine harte Probe gestellt. Ihr Handeln müssen die beiden vor dem Kind verantworten, es findet aber auch eine Beeinflussung von außen statt, etwa durch die Dorfbewohner. Man spürt als Leser die Bedrohung, die auf die kleine Familie zukommt sehr deutlich. Unbehagen macht sich breit. Die Familiengeschichte gerät immer mehr zum tragikkomischen Drama, dessen Höhepunkt das Sever ist. Dieses Dorffest setzt dem Ganzen die Krone auf. Es fungiert als Spiegel und zeigt die Verlogenheit hinter der Wahrheit.

    Das Drama gerät zum Krimi. Wo andere Geschichten aufhören, geht diese unbarmherzig weiter. Die Vergangenheit holt jeden ein. Und bald zeigt sich, warum der Autor die politischen Hinergründe, der Geschichte, die im Jahre 1984 spielt, so anschaulich aufzeigt. Für den Leser ist das eine ungeahnte Wendung.
    Das Buch lebt von den teils grotesken Figuren. Teo, Pat und Miranda sind die Hauptfiguren, aber auch viele Bewohner des Dorfes müssen ihr Innerstes offen legen und kommen dabei nicht gut weg.
    Es scheint zunächst verwirrend, dass hier auch fantastische Elemente zum Tragen kommen. Auf der anderen Seite verstärkt dies die Wirkung des Buches.
    Die Geschichte ist traurig, auch wenn der Autor zwischendurch immer wieder versucht, für Auflockerung zu sorgen. „Das Lied von Leben und Tod“ ist eine ewige Tragödie, der man aber immer auch Positives abgewinnen kann.

    Rezension von Heike Rau

    Marcelo Figueras
    Das Lied von Leben und Tod
    Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg
    Nagel & Kimche
    528 Seiten, gebunden
    ISBN: 978-3312004171
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