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    Martin Suter: Der Koch

    Von Claudine Borries | 25.Januar 2010

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    Wirtschaftskrise und der Kleingeist: eine Zusammenführung.

    Wirtschaftskrise, Asylantenprobleme, Kochkünste und die Liebe; eine gute Mischung für einen intelligenten Thriller.

    Martin Suter gelingt es immer wieder, mit neuen und überraschenden Sujets in seinen Büchern aufzuwarten.

    Hier scheint es zunächst um das richtige Kochen, besser gesagt um die tamilische Küche, die Schmackhaftigkeit und die exquisite Gewürzmischung bei der Zubereitung der besonderen Küche zu gehen.

    Dieser Plot wird nach allen Regeln der Kunst garniert mit Wirtschaftskrise, Politikintrigen, anrüchigen Begleitdiensten schöner Frauen und der Welt der großen und kleinen Gauner und Betrüger.

    Wir schreiben das Jahr 2008.

    Als Asylant ist Maravan vor dem Krieg aus Sri Lanka nach Zürich geflohen, wo er sich als Küchengehilfe wacker durchschlägt. Im Huwyler, dem bekannten Gourmetrestaurant, verkehrt die einschlägige Gesellschaft des Geldadels und der Geschäftemacher. Hier knüpft man Kontakte und bedient sich der Beziehungen, um die Geschäfte voranzutreiben. Huwyler selber ist ein eitler Mann, der bereits die Wirtschaftsflaute zu spüren bekommt, da nicht immer alle Tische besetzt sind. Absagen für reservierte Plätze machen ihn regelrecht misslaunig. Seine üble Laune lässt er an dem Küchengehilfen aus, den er, zugegebenermaßen wegen eines nicht ganz unangefochtenen Vergehens, fristlos entlässt.

    Maravan hatte zuvor für eine etwas spröde Kollegin, der er sich zögernd angenähert hatte, ein exzellentes Mahl mit unerwarteten Folgen zubereitet! Er ist diskret, von vornehmer Zurückhaltung und hat seine eigene, feine Lebensart. Er kann störende Küchengerüche nicht ertragen, und sein Arbeitsplatz bleibt stets gelüftet. Nur die ihm vertrauten Gerüche  von Essenzen seiner Geheimgerichte dürfen dort zur Geltung kommen. Da auch Andrea durch sein Vergehen arbeitslos geworden war, hatte sie die spontane Idee, mit Maravan einen Catering Service mit dem verlockenden Namen „ Love Food“ zu gründen. Natürlich konnte der Betrieb nur unter ihrem Namen firmieren, denn er besaß gar keine Arbeitserlaubnis!

    Eine Vielzahl phantastischer Rezepte und Maravans Kochkünste bieten den Bodensatz, auf dem die Geschichte beruht. Es geht schließlich um die Liebesküche und die richtige Würzmischung dafür. Denn den beiden gelingt es, mit ihrem Cateringservice die höheren Gesellschaftsgeschichten zu bezaubern,–bis, ja bis eines Tages eine unerwartete Wende eintritt …

    Martin Suter ist ein sehr umfassend informierter Autor, der sich in der Weltpolitik wie in den kleinen Dingen des Lebens bestens auskennt. Er behandelt wirtschaftspolitische Zeitströmungen und bindet hoch aktuelle Zusammenhänge der gegenwärtigen Weltpolitik in seine Erzählung ein. Zürich und die kleine Schweiz mit ihrer abgeschotteten Alpenregion ist Ziel der ironisierenden Darstellung Martin Suters ebenso wie die große Politik im fernen Osten, die Wahlen in Amerika und die großen Wirtschaftsbosse mit ihren katastrophalen Bankenzusammenbrüchen und unlauterem Gewinnstreben. Weltpolitik und Hurenleben, fernöstliche Rituale und Charaktermerkmale östlicher und westlicher Völker sind Themen dieses geheimnisvollen und stilechten Romans von Martin Suter. Er versteht es, die Mischung zu komprimieren und zu einem aufregenden Thriller mit allem, was dazu gehört zu verarbeiten. Sex und Crime kommen dabei nicht zu kurz!

    Im Anhang findet man Quelleangaben für die verwendeten Menus; einzelne Rezepte werden aufgeführt und ebenso werden Angaben zu detaillierten Informationshilfen bei der Erarbeitung der diffizilen  Romanmaterie in Wirtschaft und Politik angezeigt.

    Martin Suter bleibt der große Könner seines Metiers!

    Martin Suter  
    Der Koch
    Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
    Verlag: Diogenes
    ISBN-10: 3257067399
    ISBN-13: 978-3257067392



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    ... 7.570 Aufrufe 1 Kommentar » | Kategorie Krimi und Thriller | Tags , | Trackback: URL/trackback

    Ein Kommentar to “Martin Suter: Der Koch”

    1. huzur meint:
      4.Mai 2010 at 07:58

      das buch ist super!

    Kommentare und Meinungen

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