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    Jussi Adler-Olsen: Erwartung – Der Marco-Effekt

    Von hera | 4.Oktober 2013

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    Carl Mørck vom Sonderdezernat Q hat es nicht einfach. Der Chef der Mordkommission Marcus Jacobsen geht in Pension und wird durch Lars Bjørn ersetzt, den Carl absolut nicht leiden kann. Und dann gibt ihm auch noch seine Freundin den Laufpass, obwohl Carl die Beziehung eigentlich nun endlich mal auf eine solide Basis stellen wollte. Und den neuen Mitarbeiter Gordon Taylor, den der neue Chef dem Sonderdezernat zugeteilt hat, hält Carl für untragbar. Lieber hätte er weiter nur mit Rose und Assad zusammengearbeitet.

    Es ist Rose, die durch Zufall einen neuen Fall entdeckt. Eine Suchmeldung weckt ihr Interesse. Ein junges Mädchen sucht ihren Stiefvater. Ihre Hoffnung, ihn lebend zu finden, ist allerdings umsonst. Aber das weiß natürlich nur der Mörder – und der 15-jährige Marco. Er hat sich auf der Flucht vor seinem betrügerischen Clan ausgerechnet in Starks Grab versteckt. Er würde gerne zur Polizei gehen, wagt es aber nicht, denn sicherlich käme er selbst aufgrund seiner Vergangenheit hinter Gitter.

    Für Carl Mørck und sein Team ist der Fall nur schwer zu durchschauen. Aber es gibt bald genügend Hinweise darauf, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Stark war nach Kamerun gereist, um ein Entwicklungshilfeprojekt zu kontrollieren. Warum er vorzeitig und überraschend wieder nach Deutschland zurückkam, vermag niemand zu sagen. Er ist nach seiner Ankunft verschwunden. Allerdings werden den Ermittlern bald interessante Details zugespielt. Und Marco rückt mit seinen gezielten Hinweisen immer weiter in den Blick der Ermittler, denen er sich aber auf keinen Fall offenbaren will.

    Carl Mørck verliert dieses Mal viel an Sympathie. Er lässt sich von seinen Gefühlen leiten. Seine Intuition ist zwar unschlagbar, aber sein Verhalten anderen gegenüber ist kaum haltbar. Oft geht er übers Ziel hinaus und hat sich nicht im Griff. Irgendwie hat man das Gefühl, das Carl Mørck nicht mehr lange in der Lage ist, das Sonderdezernat zu leiten.

    Der Fall ist wieder sehr interessant und nervenaufreibend. Der Leser weiß immer schon ein bisschen mehr über die Hintergründe, die das Team des Sonderdezernats Q sich erst erarbeiten muss. Der Aufbau des Thrillers ist also spannend gemacht, auch wenn es etwas dauert bis die Handlung Fahrt aufnimmt. Betrachtet wird das Geschehen wieder aus verschiedenen Perspektiven. Immer mal wieder kommen die Erzählstränge sich nahe, aber eben erst am Schluss wirklich zusammen. Einem Schluss, der nicht ganz korrekt, aber menschlich schon nachvollziehbar ist.

    Rezension von Heike Rau

    Jussi Adler-Olsen
    Erwartung – Der Marco-Effekt
    Aus dem Dänischen von Hannes Thiess
    576 Seiten, gebunden
    Deutscher Taschenbuch Verlag
    ISBN-10: 3423280204
    ISBN-13: 978-3423280204
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    ... 2 Kommentare » | Kategorie Krimi und Thriller | Tags , , | Trackback: URL/trackback

    2 Kommentare to “Jussi Adler-Olsen: Erwartung – Der Marco-Effekt”

    1. Mispagel meint:
      13.Oktober 2013 at 10:53

      Adler Olsen, „Erwartung“
      Mit Vorfreude habe ich den fünften Carl-Moerk-Roman gleich am ersten Erscheinungstag in Deutschland, also am 13. September 2013, gekauft. Seit längerer Zeit hatte ich auf ihn gewartet, denn die ersten vier Bände waren doch weitgehend spannend und originell gewesen (wobei schon eine gewisse Verflachung und Abnutzung von Band zu Band zu spüren war.)
      Was gefällt mir an ihm nicht?
      1.) Die Hauptfigur Carl Moerk / Carls Privatleben / die bekannten privaten und beruflichen Nebenfiguren:
      a. Carl Moerk, der in den ersten Bänden noch originell, unorthodox war und arbeitete, ist zu einem Klischee verkommen. Seine wenigen ungewöhnlichen Handlungen, Sprüche, Taten sind jetzt abgedroschen, nicht mehr komisch. Seine private Situation – das Verlassenwerden von Mona berührt in diesem Roman überhaupt nicht – während die aufkeimende Liebesbeziehung zwischen den Beiden in Vorgänger-Bänden noch gefühlvoll und schön geschildert waren. – Die neue mögliche Affäre mit Lisbeth, ein One-Night-Stand, kommt überhaupt nicht an, da Lisbeth völlig blass bleibt. Seine Zerrissenheit zwischen den Möglichkeiten, Mona, die ihn verlassen hat, zu vergessen, und gegen Lisbeth, die bereit wäre, einzutauschen, berührt nicht.
      b. Carls pivate Wohn-/Lebenssituation wirkt leblos: Dass Hardy, sein gelähmter Ex-Kollege, im Verlauf des Romans gesundheitliche Fortschritte macht und am Ende im Rollstuhl sitzt, statt – wie Jahre vorher – bewegungslos im Bett zu liegen, wird schematisch dargestellt, gefühllos. In einer halben Seite – kurz vor Ende noch mal eben „drangeschustert“ – wird Hardys Fortschritt erwähnt, und es heißt lapidar¬-klischeehaft: „Carl war wie betrunken vor Glück. Als sie Hardy zusahen, wie er mit dem breitesten Lächeln der Welt losrollte, hatten sie alle geheult. Die Umarmungen und Glückwünsche wollten gar kein Ende nehmen. Mit diesem Tag war nicht weniger als eine neue Ära in Carls Haus angebrochen.“ Frage: Geht´s noch kürzer, klischeehafter, gefühlsärmer, schlechter beschrieben?
      c. Die in den Vorgänger-Romanen eingeführten privaten Neben-Figuren, sein Sohn, seine Ex-Frau, deren Mutter, der schwule Pfleger von Hardy, dessen neuer schwuler Masseur-Freund – sie alle werden auch in „Erwartung“ wieder aufgeführt, dies geschieht aber so lieblos, unoriginell, als hätte sich Adler Olsen gedacht: „Ach ja, ich muss ja auch noch kurz was über/zu demunddem schreiben. Darauf warten die Leser ja – und vielleicht brauche ich die Figur in einem der weiteren Romane noch (ca. 10 Moerk-Krimis hat er ja angekündigt). Diese Figuren waren in Vorgänger-Bänden zum Teil noch breiter ausgeführt, als skurrile Existenzen ausgebreitet worden, was interessant und originell war. Jetzt werden sie lieblos erwähnt, abgehakt.
      d. Die bekannten beruflichen Nebenfiguren, Assad, der undurchschaubare Assistent, Rose, die schräge Sekretärin/Mit-Ermittlerin, der Abteilungs-Chef, der Stellvertreter, der Kantinenleiter etc.: Sie alle bleiben in „Erwartung“ blass, stereotyp. Assad macht Sprüche, die nicht mehr so witzig sind wie in den Vorgängern, seine bisher als undurchschaubar präsentierte Vergangenheit wird nicht weiter verfolgt. Rose, deren manisch-depressive Art in den Vorgängern interessant war, auch rätselhaft, bleibt auch blass. Die anderen Figuren: nichts Neues, nichts tiefer Gehendes, nichts Interessantes. – Neu eingeführt wird der Stiesel Gordon, ein angehender Jurist, der Moerks Abteilung als neuer Mitarbeiter und Kontolleur von oben aufgedrückt wird. Dieser Gordon muss auch wieder irgendwie, so wohl Adler Olsens Rangehen an seine Figuren – originell werden und damit das Markenzeichen für die Mitarbeiter in der Abteilung Q für unaufgeklärte Fälle haben – doch leider wird er es nicht, sondern bleibt blass und leblos. Einerseits muss er wohl so viel Sexappeal haben (obwohl er als Bohnenstange beschrieben wird), dass er es schafft, in Nullkommanix mit Rose im Büro zu vögeln, ein einmaliger, nicht weiter ausgebreiteter Vorgang, der offensichtlich nur für ein bisschen Sex im Roman sorgen soll. Andererseits ist er so tapsig, dass er fast die Fallaufklärung durch Vorlautheit verhindert. Passt das zueinander? Wenn ja – es wird nicht thematisiert. Warum Rose auf diesen Negativ-Typen hereinfällt, es wird nicht thematisiert, wiederholt sich auch nicht. – Was soll das?

      2.) Die Story / die übrigen Figuren:
      a. Die Story ist platt, hergesucht, überstrapaziert: Zwei, drei Handlungs- / Problemstränge, die miteinander verwoben sind, ziehen sich durch das Buch. Der Clan der raubenden, betrügenden „Zigeuner“ unter der Leitung des Anführers Zola, eines (wie es im Klappentext heißt) „Teufels in Menschengestalt“ treibt sein Unwesen in Kopenhagen. Zola lässt sich als Auftragsmörder anheuern und bringt – hier der zweite Handlungsstrang – für die von Aufklärung bedrohten Banker/Regierungsbeamten, die Steuergelder in großem Stil veruntreuen, einen Mitwisser-Regierungsmitglied um. Dieses Mitglied hatte aber selbst Teile der Gelder veruntreut, um seine kranke Stieftochter ärztlich behandeln zu lassen. Eine hahnebüchene Geschichte. Vor allem aber: langweilig dargestellt. Warum langweilig? Man weiß als Leser alles von Anfangt an, kein Geheimnis hält einen bei der Stange
      b. Die Charaktere der „Bösen“ sind verwechselbar, austauschbar, unoriginell, schablonenhaft.
      i. Der böseste Böse ist ein hoher Regierungsbeamter, der eigentlich Schreibtischtäter ist, sich am Ende aber als so fit erweist, dass er sogar einen oberprofischwarzen KIindersoldaten im Zweikampf besiegt und tötet. Sehr glaubwürdig! Er wird wenigstens am Schluss noch vom Schicksal bestraft und zufällig – obwohl ihm die Flucht nach Südamerika gelungen schien – von einem Straßenräuber umgebracht. Das hat er nun davon! – Wenigstens darf das Böse nicht ungestraft bleiben .
      ii. Marco, der gute Zigeuner-Junge, der aus dem Clan ausbrechen will, flieht über Hunderte von Seiten vor seinen Verfolgern durch tausend namentlich genannte Straßen, Plätze, Gegenden in Kopenhagen, die der Leser nicht kennt und sich durch die schlechten Schilderungen auch nicht vorstellen kann. Er entgeht nicht nur der ihn verfolgenden Zola-Clan-Verfolgung, die in ihm einen Verräter und eine Gefahr sehen, sondern auch der Verfolgung von Profi-Killern, nämlich afrikanischen Kinder-Soldaten. Diese werden zwar als hypergefährlich präsentiert, sind aber ungefähr zehnmal zu blöd und unfähig, den Jungen im Zweikampf zu besiegen und zu töten. Immer wieder entkommt er, besiegt sie sogar in Zweikämpfen, obwohl – wie gesagt – die Gegner Kindersoldaten mit unglaublicher Brutalität und Erfahrung sind. Unglaubwürdig, langweilig!
      iii. Das arme kranke Mädchen ist gut, sie fasst schnell Vertrauen zu Marco. Wie Hänsel und Gretel halten sie sich an den Händen oder nehmen sich in die Arme. Ach Herrje!
      iv. Dass die veruntreuten Gelder auch noch den Bogen zu Afrika, Entwicklungshilfe, großer Politik ziehen, wirkt völlig hergeholt, spielt eigentlich auch gar keine Rolle. Hauptsache, ein bisschen Weltpolitik, Internationalität, Mitleid, Kritik an Globalisierung etc. kommen noch mit hinein – so wirkt es. Das soll wohl ein bisschen Flair schaffen, von der kopenhagenschen Provinzialität ablenken? Schafft es aber nicht. Vielmehr erinnert die Story an Fernsehfolgen von „Der Alte“, in denen die tapsigen Kommissare auch ständig kurze, banale Sätze austauschen, um dann wieder von hier nach da zu fahren, in Autos steigend oder an Haustüren klingelnd gezeigt werden. Schein-Action, flache.

      3.) Die Sprache: Sie Sprache ist klischeehaft, abgegriffen, unpräzise, nichtssagend. So, wie hier formuliert, denkt man nicht, fühlt man nicht, ist man nicht. Beispiele: Carl will Mona einen Heiratsantrag machen, lädt sie zum Abendessen ein, hat einen Ring in der Tasche. Mona aber beendet die Beziehung. Carl verbringt nur kurze Zeit später eine Nacht mit Lisbeth, die sich eine Beziehung mit ihm erhofft. Carl meldet sich nicht mehr bei ihr, da er im Unreinen ist, ob er überhaupt etwas Neues anfangen will oder aber Mona weiter beknien will, wieder zurückzukommen. Lisbeth ruft Carl bei der Arbeit an.

      „Carl zuckte sichtlich zusammen. Lisbeth? An die hatte er nun gar nicht gedacht. „Lisbeth, entschuldige, ich dachte es wäre jemand anderes. Weißt du, ich bin hier mitten in einer Vernehmung. Können wir nicht später telefonieren?“ „Ja, natürlich, tut mir leid, dass ich störe.“ Sie klang enttäuscht. Vielleicht hatte sie auch Grund dazu. Er verabschiedete sich und beteuerte, er werde zurückrufen, sobald er Zeit habe. Einerseits meinte er das so, andererseits auch wieder nicht. Merkwürdiges Gefühl. „Bitte entschuldigen Sie, wir haben ja alle unser Päckchen zu trgen“, sagte er an Eriksens Frau gewandt. „Was ich Ihnen gerade sagen wollte…“

      Was ist das denn für eine nichtssagende Scheiße! „Merkwürdiges Gefühl“- blöder, allgemeiner, aussage-loser kann man das doch wohl kaum ausdrücken, oder? Was ist nicht alles „merkwürdig“? Das passt auf alles und nichts!

      Oder: Marco wird Zeuge, wie sein Onkel Zola, der Clan-Chef, seinen Vater vor ein Auto schubst und wie der Vater stirbt. Er kann fliehen und denkt/fühlt anschließend:

      „Marco fürchtete sich nicht mehr. Gefühle wie Angst oder Furcht hatte man, solange man am Leben hing, vom Glauben an die Zukunft erfüllt war und Menschen hatte, die einem etwas bedeuteten. Der Hass aber verdrängte sowohl die Liebe als auch die Furcht.
      Und im Moment war Marco erfüllt von Hass.
      Zola hatte seinen Vater vor seinen Augen ermordet. Marco war klar, dass das nicht passiert wäre, wäre er nicht aufgekreuzt. Also war es indirekt seine Schuld. Marcos Verzweiflung, vielleicht auch seine reine Anwesenheit hatten den Vater bewogen, aus Zolas Schatten zu treten und sich auf die Seite seines Sohnes zu stellen.
      Marco schaute in den Himmel. Sein Vater! Könnte er diese Worte liebkosen, er würde es tun, so tiefe Gefühle erzeugten sie in ihm.
      Doch dann riss er sich aus seinen Gedanken und inspizierte die Schuttrutsche, durch die er am Vortag entkommen war.“

      Was für Allgemeinplätze und Banal-Weisheiten: Blabla hat man, solange blabla ist. Ohne Blabla kein Blabla. Was für eine Wortwahl: Der junge Zigeuner, nie zur Schule gegangen, denkt, sein Vater sei durch blabla dazu „bewogen“ worden, dies und das zu tun. Was für Klischee-Bilder: Der Junge „schaut“ in den Himmel – Weite, Unendlichkeit, Vater, bist du da oben? – „Sein Vater“ erinnert an Karl Mays Winnetou und Old Shatterhand, die immer wieder sagen und denken „Mein Bruder!“. Wieder ein sprachlicher Vergreifer: Der Junge würde gern etwas „liebkosen“, das Verb wird der Zigeuner kaum kennen. Und was will er da „liebkosen“, nicht etwa den Vater, sondern die Worte „mein Vater“. Und diese Worte erzeugen in ihm denn auch „tiefe Gefühle“, allgemeiner geblablat geht’s nimmermehr!

      Von diesen Beispielen ließen sich noch unendlich viele finden. Jede Figur wird so platt geschildert, denkt so platt, verhält sich so platt.

      Zusammenfassendes Urteil: „Erwartung“ hat meine Erwartung in keinster Weise erfüllt! Mir ist es völlig unverständlich, wie das Buch in den Rezensionen, die ich bisher gelesen habe, überschwänglich gelobt wird. Das Buch ist schlecht und überflüssig. Ich bedauere, das viele Geld für es ausgegeben zu haben! Und: Die Rezensenten sollten sich ob ihrer Lobeshymnen schämen. Leider kann man Besprechungen nicht mehr glauben und sich an ihnen orientieren, wenn sie oberflächlich oder aber verlogen ausfallen!

    2. Mispagel meint:
      13.Oktober 2013 at 11:02

      Ein misslungener Adler Olsen. Schade ums Geld.



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