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    Anna Katharina Fröhlich: Der schöne Gast

    Von Claudine Borries | 21.Mai 2014

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    Bilder zwischen Vergangenheit und Zukunft…

    Die junge Icherzählerin in diesem Roman bewegt sich gerne in schönen Gärten und bewundert die unendliche Vielfalt der Natur.

    Mit überschwänglichen Worten erzählt sie von ihrem Leben, das sie zurück in den Garten ihres Vaters führte.

    Unsere Heldin ergeht sich beobachtend in einer Welt aus Vergangenheit, Träumerei und Müßiggang. In ihrem Castello, in dem sie an einem See in Italien mit einem alten indischen Diener lebt, igelt sie sich ein.

    Wir befinden uns in der Mitte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, doch fast weist die Erzählweise Züge des 19. Jahrhunderts auf.

    Die alten Steinfiguren im Garten einer Ausstellung in einer benachbarten Villa, die Wasserspiele und im Kontrast dazu das Ambiente mit skurrilen Figuren aus heruntergekommenem Adel und sonstigen Müßiggängern mutet dekadent an. Tagsüber arbeitet die Protagonistin im Garten, und am Abend liest sie wie ihr Vater in seiner ausgedehnten Bibliothek mit den bekannten Werken der Weltliteratur und weiß auch bei passende Gelegenheit in schönster Weise daraus zu zitieren.

    Doch dann ändert sich ihr Leben!

    Ein kroatischer Dichter meldet sich telefonisch zu einem Besuch bei ihr an. Diesem Dichter verfällt sie in unerklärlicher Weise ganz und gar.

    Er ist ein Blender und Gernegroß, der ihr zunächst den Hof macht, um sie dann zu erniedrigen und zu demütigen. Einzig seine Schönheit zieht sie derartig in seinen Bann, dass sie nicht von ihm lassen kann.

    Immer wieder ergeht sich die Erzählerin mit wahren Wortkaskaden in Bildern, die aus ferner Vergangenheit zu stammen scheinen, um in der Gegenwart zu enden. Proust wird erwähnt, und in der Tat widmet die Autorin Anna Fröhlich der Gemüts- und Gefühlslage der jungen Dame viel Aufmerksamkeit.

    Der ruhige Erzählstrom, der Kontrast zwischen gestern und heute mit der plüschig zufriedenen Innenarchitektur einerseits und dem Internet andererseits bildet einen reizvollen Widerspruch zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Das fast masochistische Bedürfnis, dem schönen Gast zu gefallen, ist hingegen ein schwer zu begreifender Bruch im Leben der soliden und gediegenen jungen Frau.

    Die poetische Sprache mit der unglaublichen Intensität an Wortvielfalt ist mitreißend aber zuweilen beinahe etwas unerträglich. Anna Fröhlich bleibt die ganze Zeit bei ihrem ästhetisierenden Erzählstil. Dass ihr das pure Fabulieren und Ausmalen aller Details in Kleidung, Lebensstil und Interieur liegt, lässt sich unschwer ausmachen. Doch auch die Gefühlswallungen aller beteiligten Personen nehmen breiten Raum ein.

    Der Inhalt ist kurz gefasst. Es geht um Schein und Sein, um Lüge, Trug, Leidenschaft und Liebe. Man lese und staune, wie sich hier die Erzählkunst vergangener Jahrhunderte mit dem Heute mischt.

    Man kann den Roman gerne empfehlen.

    Anna Katharina Fröhlich
    Der schöne Gast
    240 Seiten, gebunden
    Hanser Berlin, Februar 2014
    ISBN-10: 3446245227
    ISBN-13: 978-3446245228
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