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    Rax Rinnekangas: Der Mond flieht

    Von Claudine Borries | 30.Juni 2014

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    Sommer, Sonne und das Grauen.

    Wenn man liest, dass die vorliegende Geschichte auch als „Sommergeschichte“ bezeichnet wird, könnte man zu falschen Schlüssen kommen. Es ist eine Sommergeschichte: allerdings eine der besonderen Art.

    Hoch oben im Norden Finnlands lebt eine kleine Gemeinde bigotter und spartanisch orientierter Menschen. Lauri verbringt dort seine Sommerferien bei seinem Onkel und der Tante auf dem Hof Latvala. Dort fühlt er sich im Wald und Feld und am Fluss wie zu Hause.

    Sein Cousin Leo und die Cousine Sonja sind eine eingeschworene Zweiergemeinschaft, in die sie Lauri bald mit einbeziehen.

    Nach einer langen Einleitung, in der man viel von der herben und trüb-frommen Lebensweise der Bewohner dieser nördlichen Gefilde erfährt, nähert man sich dem eigentlichen Gegenstand der Erzählung: drei pubertierenden Jugendliche im Alter von 13 – 14 Jahren. Sie öden sich in der langweiligen Gegenwart und bauen sich eine eigene fantastische Welt. In ihr spukt es von verschwundenen Seelen und der Freiheit des Fliegens und des Geistes. Sie erklimmen eine sehr hohe Fichte und simulieren sich eine himmlische Welt, in der sie frei und ungebunden ihr eigenes Leben gestalten können. Eingebunden sind die Ereignisse in das Flimmern sommerlicher Hitze, Erntewagen, Regen und Sonnenschein.

    In einer Mischung aus Fantasie und realen Vorstellungen versteigen sich die drei Jugendlichen Sonja, Leo und Lauri zu sexuellen Handlungen, die sie, angeführt von Sonja, verwirrt und erschreckt. Heimlichkeiten erhöhen noch den Genuss des Verbotenen.

    Onkel und Tante sind des Sonntags im Gottesdienst und ahnen nichts von der geheimen Welt der Kinder.

    Man wird nach und nach in den Sog einer unheimlichen Geschichte hineingezogen, in der sich die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischen. Archaische Denkweisen sind Teil der bäuerlichen Einwohner in der Region, in deren Tagesablauf strenge Lebensregeln gelten.

    Die Dramaturgie der Geschichte ist perfekt in der Steigerung einer Handlung, die immer dramatischer und düsterer anmutet.

    Die einzelnen Charaktere der Erwachsenen sind einzigartig in ihrer Verbohrtheit und Unzugänglichkeit. Die Atmosphäre von Schuld und Sühne gekoppelt an die Unbeschwertheit einer nach Identität suchenden Jugend ist gekonnt eingefangen.

    Rax Rinnekangas ist ein begnadeter Erzähler, Filmemacher und Künstler, dem man die Geschichte als wahre Begebenheit abnehmen könnte.

    Dramatisch, düster und faszinierend sind seine Figuren gezeichnet.

    Dass sich die Geschichte zu einem Horror ausweitet, tut der literarischen Qualität keinen Abbruch. Ein spannendes und abstruses Szenario tut sich am Ende auf!

    Rax Rinnekangas
    Der Mond flieht
    160 Seiten
    Graf Verlag, Juni 2014
    ISBN-10: 3862200345
    ISBN-13: 978-3862200344
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