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Schlagwort: Tigers

Das Lächeln des Tigers

Das Lächeln des Tigers

Das Lächeln des Tigers (Monster of God) ist eine Hommage an die letzten großen Raubtiere und „Menschenfresser“, die wie Quammen vermutet, in 150 Jahren vermutlich von der Erde verschwunden sein werden. Quammen zeigt in diesem ebenso witzigen wie traurigen Buch
den Homo sapiens von einer längst verdrängten Seite, als Fleisch.
Er berichtet über australische Leistenkrokodile, die letzten indischen Löwen, über sibirische Tiger und rumänische Bären. Er besucht deren schwindende Habitate, spricht mit Einheimischen und beschreibt eindringlich die bedeutende Rolle der „Gipfelräuber“ innerhalb des Ökosystems und die Folgen, die deren Verschwinden haben muß. Der Begriff „Gipfelräuber ist ebenso zutreffend wie hintersinnig, denn wenn sie außer dem Menschen auch keine natürlichen feinde haben, ist die Luft für die „Gipfelräuber sehr dünn. Quammen beschreibt den schleichenden Habitatschwund durch Überbevölkerung und Zerrsiedlung. Vor allem aber geht Quammen auch auf die bedeutende Rolle ein, die große Raubtiere in Legenden und Sagen der unterschiedlichsten Kulturen besitzen ein. Der Bogen reicht vom Gilgameschepos über die Löwen des Alten Testaments und in den Werken Homers bis zum Epos von Beowulf. Quammen beschreibt dabei nicht nur die bedeutende Rolle der „Gipfelräuber“ auf die Phantasie des Menschen, sondern auch den großen Verlust, den die Menschheit erleidet, wenn die „Gipfelräuber“ den Vorstellungswelten des Menschen entschwinden. Quammen besucht Arnhemland und die australischen Salzwasserkrokodile, das ehemalige Jagdrevier des „Conducators“ Ceaucescu, den Gir Forrest Park in Indien und die letzten Habitate des sibirischen Tigers. Er spricht mit Wildhütern und Bauern, schildert die pragmatische Haltung der Einheimischen im Umgang mit Raubtieren. Doch vermeidet Quammen auch Romantisierung, denn „in einem Verkehrsunfall zu sterben ist tragisch, als Bärenkot zu enden, unerträglich“.

David Quammen
Das Lächeln des Tigers
Hommage an die letzten großen Raubtiere
ISBN:3548605796
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Der letzte Kampf des Tigers

Der letzte Kampf des Tigers

Als Yuri erfährt, dass sein Vater von einem Tiger getötet worden ist, bricht für ihn eine Welt zusammen. Er schwört, den Tiger zu jagen. Aber er weiß, dass er diesem gefährlichen Raubtier, das dazu noch verletzt ist, nicht gewachsen ist. So bittet er Wladimir, ein Jäger mit gutem Ruf und viel Erfahrung, ihn zu begleiten. Der alte Mann willigt schließlich ein. Aber er warnt Yuri auch eindringlich. Es ist schwierig, draußen in der Wildnis zu überleben. Es ist noch Winter und eisig kalt.

Immer tiefer dringen die beiden vor in die Taigawälder des Sichote-Alin-Gebirges. Dann sehen sie die ersten Spuren. Wladimir rekonstruiert anhand der Spuren, was geschehen ist. An der alten Jagdhütte in einer Talsenke, wo Wladimir und Yuri die Nacht verbringen wollen, sehen sie den Tiger zum ersten Mal. Gespannt beobachten sie im Mondlicht, wie er einem Reh auflauert. Yuri meint, ihn jetzt töten zu können. Doch der alte Mann hält ihn davon ab. Die beiden beobachten weiter, bis der Tiger schließlich in Aktion tritt und das Reh mit einem gewaltigen Sprung erbeutet. Es ist ein beeindruckendes Schauspiel, das Yuri tief berührt. Und mit einem Mal ist der Hass auf den Tiger, den er eben noch deutlich gespürt hat, nicht mehr da.

Der sibirische Tiger ist vom Aussterben bedroht. Sein Verbreitungsgebiet wird immer mehr eingegrenzt. Sein größter Feind ist der Mensch. Das vorliegende Buch ist ein eindringliches Plädoyer für die größte Raubkatze der Welt, verpackt in eine aufregende, abenteuerliche Geschichte. Der alte Mann versteht es gut, seine Erklärungen und Argumente dem jungen Yuri verständlich zu machen und somit auch dem Leser. Er bringt Yuri schließlich zum Umdenken und den Leser zum Nachdenken. Besonders die Dialoge sind sehr einfühlend geschrieben. Dazu gelingt es dem Autor dem Leser besondere Stimmungen sehr gut nahe zu bringen. Auch die Beschreibungen der Natur sind sehr intensiv.
Das Buch ist so spannend und mitreißend geschrieben, dass man es kaum aus der Hand legen kann. Zusätzlich zur Geschichte gibt es interessante Sachinformationen im Anhang.

Über den Autor:
Werner J. Egli, geboren 1943 in Luzern in der Schweiz, lebt heute in Freudenstadt. Seine Jugendbücher wurden in viele Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So wurde er 2002 für die Hans-Christian-Andersen-Medaille nominiert, die international höchste Auszeichnung für Jugendliteratur.

Rezension von Heike Rau

Werner J. Egli
Der letzte Kampf des Tigers
200 Seiten, gebunden
Verlag Carl Ueberreuter, Wien
ISBN: 3-8000-5154-0
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