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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Die Herrenreiterin
Eingestellt am 05. 06. 2012 20:36


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Walther
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Frank W. und die Herrenreiterin

Eine Episode

Der Abend der Eröffnung ist am Ende schneller gekommen, als Frank W. sich das gedacht hat. Die Gäste waren endlich alle eingeladen, das ganze Team furchtbar aufgeregt und angespannt. In der Branche summten die Gerüchte, und vom ehemaligen Arbeitgeber war Günther angerufen und befragt worden, was denn hinter der Gründung stünde und ob man sich evtl. auf eine erneute Zusammenarbeit einigen könnte. Ebenso war es dem jungen Mechaniker ergangen.

„Die Angebote sind klasse!“ sagt Günther zu Frank mit einem breiten Grinsen am Morgen der offiziellen Eröffnung. „Wären sie mal so gewesen, als wir noch alle drüben waren, bevor sie uns gefeuert haben. Die scheinen richtig Angst vor uns zu haben. Das bedeutet, dass wir etwas richtig machen!“

„Was macht unser Tecki? Bleibt er ebenfalls an Bord?“ Frank W. ist ob des Sperrfeuers besorgt. An ihn sind über Umwege verkappte bis offene Drohungen gerichtet worden. Man werde ihn mit allen legalen Mitteln bekämpfen – und wohl auch vor nicht ganz legalen Wegen, seinem jungen Team und ihn das Leben zu erschweren, kaum zurückschrecken.

Linda Gabriel kommt mit der Liste der Zusagen in sein Zimmer. Er sieht auf und lächelt sie an. „Haben Sie etwas Schönes für mich?“ fragt er gespannt. „Ja, das Ergebnis des Nachtelefonierens sieht gut aus, wir haben heute Abend ein volles Haus! Die meisten wichtigen Kunden und Multiplikatoren, die Günther und Sie angekreuzt haben, werden da sein, hoffentlich nicht nur aus Neugier, sondern aus echtem Interesse. Aber nachdem wir schon einige dicke Kontrakte verkauft haben, denke ich eher Letzteres!“

Fast meint er Triumpf in ihrer Stimme zu hören. Sie beugt sich ein wenig vor, er muss das kleine Grübchen in der gepflegt und seriös geknöpften, aber wohl gefüllten Bluse auf diese Weise einfach sehen und ihre frisches Parfum riechen, und reicht ihm die Liste. Schwungvoll dreht sie sich um, so dass die langen blonden Haare ein wenig auffächern, um dann wieder in die Form zurückzuwollen. Ihr runder fester Po unter dem Kostümrock schwingt ganz klein wenig zu viel. Günther betrachtet den Auftritt mit einem spitzbübischen Zwinkern seiner Augen und einem leichten Zucken in den Mundwinkeln. Frank W. bekommt einen roten Kopf, weil er weiß, dass da mehr dahintersteckt und Günther ihn mit immer breiter werdendem Grinsen interessiert beobachtet.

„Soso!“ raunt er ironisch und geht dann ebenfalls hinaus. Frank W. hüstelt verlegen. Es ist ihm schon ein wenig unangenehm, plötzlich so umworben zu sein. Er nimmt die Liste zur Hand und geht kopfnickend über sie. Plötzlich fährt ihm ein kleiner Stich ins Herz. Mitten im Text liest er den Namen Rahel Meier. Er fühlt einen leichten Anflug von Schweiß auf der Stirn, und nach dem kleinen Schmerz scheint sein Herz etwas aus dem Takt geraten und der Ansicht zu sein, erheblich schneller als normal schlagen zu sollen. Seine Hand beginnt unwillkürlich leicht zu zittern, und er muss das Blatt erst einmal ablegen.

Er stützt seinen Kopf mit beiden Händen ab und starrt ungläubig auf die Anmeldung, mit der er trotz allem nicht wirklich gerechnet hat. „Hallo Frank, Chef, da kamen gerade einige Drucke. Sie sind wunderschön gerahmt. Sind das die Drucke, von denen Sie erzählt hatten? Wo sollen wir sie denn aufhängen? Ach, da ist noch ein Briefumschlag in der Kiste, ich lege ihn mal da hin!“ Gesagt, getan, der junge Mann rauscht wieder hinaus, und Frank W. sitzt ziemlich konsterniert da.

„Linda, nehmen Sie das in die Hand!“ ruft er mit, wie ihm vorkommt, belegter Stimme hinaus und räuspert sich verlegen. Er traut sich nicht aufzustehen, denn er hat das Gefühl, dass ihn seine butterweichen Knie den Gehorsam verweigern könnten. Nach einem tiefen Durchatmen greift er nach dem Schreiben, das Sven, der Techniker, ein wenig achtlos im Vorbeieilen auf den Tisch hat fallen lassen, als er von der Ankunft der drei gerahmten Drucke berichtet hatte.

Draußen hört er geschäftiges Rascheln und zustimmendes Gemurmel einer Männer- und einer Frauenstimme. Da kommen auch schon Günther und Linda mit einem der Drucke herein, sie hat die blonden Strähnen hinter die Ohren gelegt und zwei Nägel zwischen den Lippen sowie einen Hammer in der Hand, er hingegen hält das Bild am Rahmen. An der freien Wand wird der Druck ausgerichtet und sauber eingemittet, und Linda schlägt fachmännisch an den beiden Bleistiftmarkierungen die Nägel in die Wand, an die Günther den Druck hängt. Beide betrachten das Ergebnis zufrieden und sind auch schon wieder draußen. In kurzen Abständen hört er weiteres Hämmern und Getuschel.

Kurz darauf steckt Linda Gabriel den Kopf durch die Tür, bläst eine nach vorne fallende blonde Locke weg, streift sie schließlich ordnend hinters richtige Ohr und fragt atemlos: „Sagen Sie mal, Chef, wollen Sie sich nicht anschauen, wie die Drucke aufgehängt sind? Toll ausgesucht und super gerahmt, übrigens!“ Frank W. nickt und schiebt seinen Stuhl mit gespielter Entschlossenheit zurück, steht schwungvoll auf und schlägt sich beim Umkurven des Schreibtischs die Kante in den Oberschenkel.

Er unterdrückt einen kleinen Fluch, aber der Schmerz hat wenigstens eine klärende Wirkung. Mitten im Zimmer dreht er sich um, besieht das Ergebnis und grummelt freundlich: „Passt, das haben Sie super gemacht. Sieht wirklich gut aus!“ Er dreht sich wieder zurück und durchschreitet militärisch zackig die Türöffnung in den Empfangsbereich. Da hängt prominent schon der zweite Druck, und er muss zugeben, dass Günther und Linda die beiden Drucke bisher genau an die richtige Stelle gehängt haben.

„Wo ist denn der dritte?“ fragt er ein wenig grob, und Günther bedeutet, ihm ins Besprechungszimmer zu folgen. „Sieht gleich ganz anders aus!“ meint er und legt Frank den Arm um die Schultern, als beide davorstehen. „Wer hat die drei Drucke denn rausgesucht und gerahmt? Wem haben wir das zu verdanken?“ forscht Günther nach.

„Das mit den Drucken war ich, die habe ich von der Ausstellung damals, Du weißt schon. Habe ich doch brühwarm erzählt Und die Rahmung, allerdings sprach sie damals nur von einem der drei, habe ich der netten und hübschen Dame zu verdanken, die ich im Anschluss an die Veranstaltung nach Hause gefahren habe. Von dreien war nicht die Rede, sie kommt übrigens nachher auch, da können wir uns ja bedanken!“ Günther drückt ihn ein wenig an sich und brummt: „Aha!“ Dann lässt er ihn los und reibt sich sein Kinn, schiebt ihn mit wissendem Blick aus dem Zimmer. „Soso. Aha. Na dann, Du Frauenheld.“ Er knufft ihn. „Wird Zeit, dass da mal wieder was geht, mein Lieber.“

Frank W. brummt etwas Unaussprechliches, schaut ihn missbilligend an und weist mit dem Kopf in Richtung Linda Gabriel. Günther hebt abwehrend die Hände und geht dann schulterzuckend zurück in seine Technik. Der Rest des Tags vergeht wie im Flug.

Das Catering wird gebracht, die Tische kommen in die Werkhalle, die man dekoriert und optisch abgetrennt hat. Was mit ein paar Tüchern und Pflanztöpfen alles gezaubert werden kann, denkt Frank W. und weiß nicht erst seit jetzt, was er an Linda Gabriel hat. Eine kleine Bühne für die Ansprachen ist aufgebaut, und die gestellte Beschallungsanlage wird getestet. Dazwischen kommen weitere kleine Aufträge herein, die Geschäfte laufen gut an. Irgendwie können Frank W. und sein Team ihr Glück kaum fassen. Die Zusagen für Eröffnung übertreffen ebenfalls alle Erwartungen, weshalb man ja in die Werkhalle ausgewichen ist.

Als es 18 Uhr wird, kommen pünktlich die ersten Gäste. Eine Stunde später ist alles voll, und ein summendes Grundrauschen aus vielen Stimmen in lebhaften Gesprächen erfüllt den Raum. „Es wird knapp mit den Sitzplätzen!“ sagt Günther, klopft Frank W. auf die Schulter und grinst ihn kameradschaftlich an. „Und ein voller Erfolg!“ Frank hat vor lauter Händeschütteln und Begrüßungsworten einen trockenen Mund und zwängt sich durch die Menge in Richtung Getränketheke, um sich ein Wasser zu holen. Er streift an Linda Gabriel vorbei, die ihm ins Ohr raunt: „Wir sollten langsam anfangen, wir sind schon eine halbe Stunde über die Zeit, und der Bürgermeister muss bald gehen.“

Frank W. sieht diesen in der Ecke in einen Gedankenaustausch vertieft stehen. Der sieht nicht so auf, als wäre er auf dem Sprung, diagnostiziert er, greift sich den Sprudel und dreht sich um, als Rahel Meier aus dem Vorraum in die Halle hereinkommt und es schafft, durch ihre pure Ankunft die Gespräche kurz verstummen zu lassen. Sie ist wirklich eine strahlende Erscheinung, denkt Frank W., als seine Assistentin diesen Moment dafür nutzt, mit klarer Stimme ins Mikrofon zu sprechen: „Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste, liebe Kunden und Partner, wenn Sie bitte Ihre Plätze einnehmen wollen, der offizielle Teil beginnt!“

Sie winkt Frank W. zu sich, der sich aus seiner Erstarrung löst und in Richtung Rednerpodest eilt, während sich die Menge reorganisiert, um dann die Reihen der Stühle nach und nach aufzufüllen. Die Stühle werden bis auf den letzten Platz gefüllt, so dass das Team und einige Gäste, unter ihnen Rahel Meier, im hinteren Bereich an den Stehtischen zu stehen kommen. Frank W. greift wie automatisch in die linke Jackettasche, um die vorbereitete Ansprache herauszuziehen. Er springt sportlich auf die kleine Rednerbühne und stellt sich hinter das Mikrofon.

Er schaut in die Runde, faltet dann die Rede wieder zusammen und hält seine Ansprache frei, die er mit launigen Elementen würzt, die das Publikum immer wieder zum Lachen und zu Beifall verführen. Am Ende übergibt er dem Bürgermeister, der seine Gemeinde über den grünen Klee lobt und der jungen Firma das Beste wünscht. Auch der italienische Geschäftspartner und der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer geben kurze Statements ab. Frank W. erklärt das Buffet für eröffnet und spricht danach mit der anwesenden Fach- und Lokalpresse.

Er spürt die ganze Zeit, wie zwei weibliche Augenpaare auf ihm ruhen. Es ist ihm ein kleines Bisschen unangenehm, im Zentrum weiblichen Interesses zu stehen. Er kreist durch den Raum und spricht mit so vielen Anwesenden wie möglich persönlich, ganz wie es sich für den Chef und den Verkäufer in ihm gehört. In solchen Fällen kann die Pflicht ein guter Grund zu geordneten Flucht vor der unangenehmen Wirklichkeit sein, murmelt er in sich hinein.

Als sich später abends die Reihe allmählich lichten, spürt er eine kühle Hand auf der seinen und riecht wieder diesen unglaublichen Duft, den er vom ersten Zusammentreffen mit Rahel Meier kannte. Die erotische Altstimme lässt ihm einen Schauer den Rücken hinunterlaufen. Seine Nackenhaare stellen sich auf. „Das ist eine sehr erfolgreiche Veranstaltung, nicht wahr?“ Diese Frage ist eher eine Feststellung, die sie mit ihrem interessanten Singsang in der Sprachmelodie trifft.

Er hatte beobachtet, wie sie im Laufe des Abends ebenfalls durch die Halle gegangen, sozusagen von Gespräch zu Smalltalk und von Smalltalk zu Gespräch durch die Anwesenden mäandert war, immer auf Abstand, nie zu fern, nie zu nah, aber immer da. Das ist eine Kunst, hatte er gedacht, ja, das kann sie perfekt, aber was beherrscht diese Frau eigentlich nicht perfekt?

Anhand ihrer Gesten und der Kopfhaltung konnte man die geborene Gastgeberin erkennen. Jeder Gesprächspartner hatte so das Gefühl ihrer vollen Aufmerksamkeit. Anhand der Reaktion konnte er feststellen, dass viele der wichtigen Leute sie schon einmal getroffen haben mussten. In den Begrüßungen steckte viel wohlwollende Vertrautheit und zugleich freundliches Einvernehmen.

Immer wieder hatte er verstohlen zu ihr geblickt und oft ihren Blick auf sich gerichtet erahnt. Sie schienen um einander herum sich bewegend auf einander zuzusteuern, und nun hatte sie ihn erreicht, wie das letzte Mal die Initiative ergreifend, ohne aufdringlich zu wirken. „Ja“, antwortet Frank W., „das ist eine gute Eröffnung geworden. Wir haben unser Budget weit überschritten, aber das lag nicht an der falschen Planung, sondern am überraschend großen Zuspruch.“

Sie lächelt ihn an, legt den Kopf ein wenig schräg und streicht ihm wie selbstverständlich über die Schulter, wie um ein Haar abzustreifen. „Lassen Sie uns die Drucke anschauen!“ sagte er dann, und Rahel hakt sich unter, als er entschlossenen Schrittes in Richtung Büro geht. Dabei wirkt er nach außen viel kontrollierter, als er sich selbst tief innerlich fühlt. Die wunderschöne Frau neben ihm, um Businessanzug, ohne Schmuck und in flachen Slacks dennoch eine einnehmende Ausstrahlung, macht ihn unsicher, und er kann ihre Nähe als geradezu unanständige Hitze spüren. Schmetterlinge im Bauch, hat man das früher immer genannt, schießt ihm durch den Kopf. Am Arm berührt ihn immer wieder dieser volle Busen, und er muss alles tun, um klare Gedanken fassen zu können.

So eilt er beinah durch die Vorhalle an den Toiletten vorbei zum ersten Bild, das über der Besuchercouch prominent die Wand schmückt. Rahel Meier löst sich von seiner Seite, stemmt ihre Hände in die Hüften, stellt wieder ihren Kopf schräg und meint dann, mit einem Lächeln: „Ja, da gehört er hin, wunderbar.“

„Warum haben Sie alle drei rahmen lassen?“ fragt er dann. „Ganz einfach, ich konnte mich nicht entscheiden, welchen ich nehmen sollte!“ sagt sie. „Kommen Sie, Frank, lassen Sie uns weitergehen, die Gäste warten sicher schon, und ich möchte sie alle sehen!“ Sie hakt sich erneut ein, diesmal auf der anderen Seite. Und wieder meint er, dass ihre linke Brust ihn absichtlich den Arm entlangstreift, immer wieder.

Sie gehen ins Besprechungszimmer, wo sie schnell aus seinem Arm schlüpft, um erneut fachmännisch und prüfenden Blicks Rahmen und Druck am ihrem Platz zu begutachten. Sie nickt zustimmend und meint: „Ja, auch das ist der richtige Platz! Kommen Sie, wo müssen wir jetzt hin?“ Und diesmal nimmt sie ihn zielstrebig bei der Hand.

Er führt sie zu seinem Zimmer, sie öffnet, tritt ein und bedeutet fröhlich: „Hier sitzt der Chef!“ Diesmal lässt sie seine Hand nicht los, sie zieht ihn zu sich heran, und schaut den Druck an, der über seinem Schreibtischstuhl hängt. „Diesen hätte ich auch genauso hingehängt“, meint sie schließlich nach kurzem Nachdenken. „Das war jemand mit Geschmack, Frau Gabriel, nicht wahr?“

Frank W. sagt nichts, nickt aber. Sie dreht ihn zu sich und gibt ihm einen schnellen Kuss auf die Wange. „Sie haben ein schönes Büro und ein tolles Team. Alle drei mögen Sie sehr. Das ist ein Pfund, mit dem Sie wuchern können. Auch Ihre Kunden und Partner sprechen von Ihnen mit Respekt, Achtung und Wärme: Ein Kapital, das unbezahlbar ist.“ Sie nimmt ihn an beiden Händen und drückt sie. Dann sagt sie: „Lassen Sie uns rasch zurückgehen, wir werden mit Sicherheit bereits vermisst!“

Wie er in die Halle zurückgekommen und der weitere Abend verlaufen ist, kommt Frank W. irgendwie wie im Nebel versschwunden vor. Er schwebt wie auf rosa Wölkchen. Nach und nach gehen die Gäste, zum Schluss bleiben Günther und Linda Gabriel übrig, neben Rahel Meier und ihm. Dann geht Rahel Meier ebenfalls, und die beiden schicken Frank W. hinterher mit der Bemerkung, er möge sich endlich richtig bedanken, sie habe gesagt, sie wolle sich bei ihm nicht richtig verabschieden, und sie würden ein wenig aufräumen und abschließen. Er lässt sich von Günther zur Tür hinausschieben. „ Geh schon, sie wartet sicher auf Dich, ich habe es ihr angesehen, dass sie mit Dir noch sprechen will. Wir schaffen das schon allein, Frank!“

Er eilt hinaus und sieht das Auto vor der Tür stehen, einen roten Sportwagen, der sich als Bentley Continental herausstellt. Sie sitzt bereits auf dem Fahrersitz, einen Schal um den Hals geschlungen und stilechte Halbhandschuhe an. Wegen des Sommerabends ist das Verdeck weggeklappt. Sie schaut ihn und ruft. „Kommen Sie, steigen Sie ein, ich will mit Ihnen noch ein wenig plaudern!“

Unsicher bleibt er stehen, weiß nicht, was er tun und wie er sich entscheiden soll. Sie schaut ihn an und lächelt. „Ich beiße nicht und fresse auch keine Männer!“ Sie deutet mit der rechten auf den Platz neben sich. Da löst er sich aus der Erstarrung, steigt wortlos ein und schnallt sich an. Sie lässt den Wagen an, und der sonore Sound des Motors hüllt ihn ein. Plötzlich spürt ihre Hand auf seinem Oberschenkel, was in ihm eine Hormonexplosion auslöst, die seine Hose eng werden lässt.

Da nimmt sie sie wieder weg, um das Radio einzuschalten. Sie gleiten durch den warmen Abend, und der Fahrtwind schmeichelt den Schweiß von seiner Stirn und kühlt die roten Wangen, die sie zum Glück wegen der Dunkelheit nicht sehen kann. Was sie wohl denkt und fühlt? Sie ist so sicher, so beherrscht, denkt er bei sich. Ob ich mich täusche, und ihr geht es genauso wie mir, mit all diesen Zweifeln? Der Himmel ist sternenübersät, und Frank W. lauscht in sich hinein und zugleich dem tiefen Brummeln des großhubraumigen Motors, das anregend und beruhigend die Fahrt umrahmt.

Nach einer gewissen Zeit wird ihm klar, dass sie zum Haus von Rahel fahren. Er schaut sie an und nimmt ein leichtes Lächeln wahr, das ihre Gesichtszüge überhaucht. Sie spürt, dass er sie ansieht, nein, eher mustert, und schaut zu ihm herüber. Ihr Lächeln wird spitzbübisch, und sie spricht sanft und leise: „Sagen Sie nichts!“ Dabei hebt sie ihre behandschuhte rechte Hand und streicht, wie begütigend, über seine linke Wange. Er lehnt sich unwillkürlich dagegen, als wollte sein Körper mehr als diese so zärtlich-vertraute Geste. Da scheint sie sich ein wenig zu erschrecken, die Hand kehrt rasch, fast hastig, ans Steuer zurück, ihr Blick wird ernst und tief, und sie richtet ihn konzentriert auf die Straße.

Wieder fallen beide in ein beredtes Schweigen, in dem jeder seinen Gedanken nachhängt. Er spürt, dass auch bei ihr unter der sicheren Fassade ein Gefühlschaos angefacht ist, ein Feuer brodelt, das außer Kontrolle geraten kann und wird, wenn es keiner von beiden aufhält. Es wird sie beide verzehren, und sie werden darin vergehen, denkt er.

Die Fahrt geht zügig ihrem Ende entgegen. Sie biegt in die Auffahrt des hochherrschaftlichen Anwesens ein, und das Tor öffnet sich automatisch. Sie hatte den Schlüsselanhänger berührt, wie bei letzten Mal. Diesmal fährt sie zur Garage, deren Tür sich ebenfalls wie von Geisterhand öffnet und stellt das Sportcoupé zu den anderen Fahrzeugen, die dort parken. Der Fuhrpark ist beeindruckend, wie Frank W. bemerkt. Sie steigt burschikos aus und bittet ihn mit einem „Kommen Sie bitte, Frank!“, ihr zu folgen.

Sie gehen zu einer Innentür, die die Garage mit dem Haus verbindet, und sie öffnet diese mit einem Code und durch Auflegen des rechten Zeitfingers auf einem Lesegerät. Das ist fast wie ein Hochsicherheitstrakt, denkt Frank W. bei sich.

Sie gehen die Treppe hinauf in die großzügige Diele im Erdgeschoss direkt zur Garderobe, wo Rahel ihm wortlos einen Bügel für das Jackett reicht. „Machen Sie es sich bequem und ziehen die Krawatte aus, wir sind hier unter uns.“ Er tut wie geheißen, und sie führt ihn ins Wohnzimmer, wo bereits ein gedeckter runder Tisch mit zwei Sektgläsern, einem Kerzenleuchter und einigen Käsebrötchen auf sie warten. Es wird immer mehr zur Gewissheit, dass hier jemand etwas genau vorausgeplant hatte. „Nehmen Sie bitte Platz, ich komme gleich mit dem Champagner und etwas Mineralwasser.“

Frank W. hingegen schaut sich im Wohnzimmer um, das zugleich geschmackvoll und zurückhaltend möbliert ist. Nur den Bildern an der Wand und dem hellen Parkettboden mit kunstvollen Einlegearbeiten kann der Betrachter entnehmen, dass beim Bau dieses Hauses Geld keine große Rolle gespielt hat. Die Kristallgläser auf dem Tisch sind schlicht, aber von einer erlesenen Qualität, dass der Preis sicherlich im für ihn unerschwinglichen Segment lag. Ihm fällt das Understatement auf, mit dem hier gearbeitet worden ist. Es wurde nicht zum Angeben geprasst, hier hatte jemand mit ausgeprägtem Sinn für Qualität und Stil agiert. Und es herrscht ein starker Gestaltungswillen, wie man ihn selten so spürbar erfährt.

Schon hört er sie zurückkommen, da geht er zu ihr, nimmt ihr den Champagner ab und beginnt, ihn zu öffnen. Als sich ihre Hände berühren, knistert es. Sie blickt auf, lächelt ihn an und eilt wieder hinaus in die Küche, um den Sprudel zu holen. Er entkorkt die Flasche geräuschlos und füllt die beiden Gläser weltmännisch. Danach schaut er sich das Etikett an und sagt zu sich: Sie hat wirklich Geschmack, es ist nicht das Übliche und dennoch ein feiner Tropfen.

Nach einer etwas längeren Zeit erscheint sie wieder, und er bemerkt, dass sie sich umgezogen hat in Jeans und ein fließendes T-Shirt, das ihre sehr weiblichen Formen verbirgt und betont. Die Haare sind hochgesteckt und der volle Mund mit glänzendem Lipgloss zurückhaltend hervorgehoben. Er betrachtet sie so wohlwollend, dass sie kurz stockt und dann jungmädchenhaft scheu den Blick senkt, mit diesem speziellen Lächeln um die Mundwinkel, das gleichzeitig scheu ist und dennoch das Wissen um die eigene Wirkung auf den anderen dokumentiert.

Der Tanz der Herzen und des Begehrens nimmt seinen Lauf und gewinnt an Geschwindigkeit. Es ist ein Tanz, bei dem der, der zündelt, sich am Ende selbst am stärksten entflammt.

Er eilt hinüber, als sie sich zu setzen anschickt, und hilft ihr durch Zurechtrücken des Stuhls. Dabei nimmt er den betäubenden Duft ihres aufgefrischten Parfums auf und erhascht einen verstohlenen Blick ihres Busens, der ungebändigt von einem Büstenhalter leicht nachschwingt, als sie die Flaschen vor sich auf dem Tisch platziert. Sie scheint das zu fühlen und setzt sich noch aufrechter, so dass sich der Stoff über den Formen spannt und die Brustwarzen im Halbschatten der Kerzen deutlich zu erkennen sind.

Als er sich ebenfalls hingesetzt hat, nehmen beide die Champagnerschalen in die Hand und prosten sie sich zu. Sie wünscht Frank W. und seinem jungen Unternehmen alles erdenklich Gute. „Sie möchten sicher wissen, warum ich solange nichts habe von mir hören lassen. Ich glaube, ich bin Ihnen eine Erklärung schuldig“, bricht sie danach das Schweigen.

Sie berichtet von ihrer Aufgabe als Feuerwehr im Firmenkonglomerat ihres Vaters, dessen weltumspannende Aktivitäten in verschiedenen Branchen Frank W. in Erstaunen und Hochachtung versetzt. „Sehen Sie, mein Vater hat meine Mutter, die leider bereits vor über zehn Jahren an Krebs verstorben ist, relativ spät geheiratet. Ich bin das einzige Kind, und mein Vater ist durch sein hohes Alter und seine angeschlagene Gesundheit im Reisen stark eingeschränkt. Zurzeit erholt er sich von einer schweren Bypass OP in unserem Anwesen in der Nähe von New York an der Ostküste.“

Wie Rahel weiter ausführt, übernimmt sie mehr und mehr die Rolle des Revisors und greift immer dann vor Ort ein, wenn Unternehmensbereiche in Schieflage geraten oder neue Engagements und Projekte angegangen bzw. eingegliedert werden. Kurz nach ihrem Zusammentreffen auf der Ausstellung hatte sie ein solcher Brandanruf ihres Vaters erreicht, der sie für mehrere Monate nach Brasilien führte, wo sie Tag und Tag daran arbeitete, eine Insolvenz der betroffenen Gesellschaft zu verhindern. „Jetzt habe ich ein neues Team eingesetzt, und die Sache ist auf dem Weg der Besserung, aber ich muss wohl in Kürze nochmals ein bis zwei Monate nach dem Rechten schauen, damit alles endgültig wieder in die gewünschten Bahnen kommt.“

Anschließend entwickelt sich ein sehr intensives Gespräch über Wirtschaft, Politik und Kultur, bei dem Frank W. immer wieder Kommentare und Fragen einstreut. Inzwischen ist es bereits weit nach Mitternacht. Da sagt Rahel zu ihm: „Frank, bleiben Sie doch einfach hier, wir haben ja auch getrunken, ich habe einen schönes Gästebereich mit eigenem Bad.“ Sie räumen gemeinsam auf, und er bewundert ihre großzügige und voll eingerichtete Küche, mit der auch größere Veranstaltungen bekocht werden könnten.

Dann nimmt sie ihn kameradschaftlich bei der Hand und sagt: „Kommen Sie, ich zeige Ihnen, wo Sie Ihr müdes Haupt ausruhen können!“ Dann lacht sie auf ihre ebenso fröhliche, offene wie ansteckende Weise, und er folgt ihr ohne weiteres Zögern und Nachdenken. Widerrede war bei diesem Charme einfach nicht zu machen. Sie führt ihn über eine breite Treppe in das erste Obergeschoss und sagt: „Hier sind die Zimmer der Hausherrin!“

Sie zieht ihn gleich weiter die nächste Treppe hinauf ins zweite Obergeschoss, wo der Gästebereich und das Studio untergebracht sind. Als sie rechts vor einer größeren Türe im Gang stehen, sagt sie: „Das ist Ihr Reich für heute Nacht, schlafen Sie gut.“ Und dann lehnt sie sich an ihn und küsst ihn sanft und liebevoll auf beide Wangen und den Mund. „Gute Nacht, Sie Lieber, vielen Dank für diesen wunderbaren Abend und unsere Gespräche. Ich hoffe, Sie haben sich so wohlgefühlt wie ich!“ Dann dreht sie sich um und scheint engelsgleich zu entschweben.

Frank W. bleibt wie gebannt stehen und fühlt ihren warmen und weichen Körper immer noch an sich gelehnt. Er blickt ihr regungslos und sehnsuchtsvoll nach, bis er sie die Treppe hinuntergehen hört. Auf einmal wendet er sich um und geht raumgreifenden Schritts durch die Tür im Gang in den Gästebereich, der sich als eigene Suite mit Schlaf- und Wohnzimmer sowie einem schön eingerichteten modernen Bad mit Dusche und WC herausstellt, geradeso, als müsse er sich in Sicherheit bringen. Dort findet er alles, was er braucht, sogar einen vorbereiteten Schlafanzug. Im Schrank entdeckt er Unterwäsche, Socken, Hemd und Freizeithose, und alles in seiner Größe. Er setzt sich aufs Bett und ist ziemlich durcheinander. Wie konnte sie das alles eigentlich wissen? Was ist das für eine Frau? Was, um Himmels Willen, geschieht hier mit mir, mit uns?

Er entschließt sich, zunächst ausgiebig zu duschen und sich danach bettfertig zu machen. Vielleicht bringt ja der Nachtschlaf Ordnung in das Gefühlschaos und Licht ins Dunkel. Wegen der Wärme zieht er nur das Oberteil des Schlafanzugs an. Er geht ins Bett, das als Kingsize aus gelegt ist, und hüllt sich in die leichte Sommerdecke ein. Um noch ein wenig nachzudenken, weil er viel zu aufgewühlt ist, um einzuschlafen, setzt er sich auf und klemmt eines der Kopfkissen sich in den Rücken.

Da er vergessen hat, den Vorhang zuzuziehen und den Rollladen herabzulassen, strömt das fahle Licht des Vollmonds durch das Oberlicht in das Zimmer. Der Vorhang spielt im Zug des warmen Nachtwinds und wirft Schattenspiele an die gegenüberliegende Wand. Er hört ganz fern die Geräusche der großen Stadt, kaum merklich dringen sie in die Idylle der Villa vor.

Er verliert das Gefühl für die Zeit, als ihn plötzlich ein starker Luftzug zurück in die Wirklichkeit bringt. Beim Sinnieren musste er halb eingenickt sein. Die Tür ist aufgegangen, und da steht sie, die Haare in ein Handtuch gehüllt und den Körper sehr unzulänglich durch den Hauch eines Hausmantels aus Seide gehüllt. Das Mondlicht fällt auf ihr Gesicht, und als er ansetzen will, etwas zu sagen, führt sie erneut ihren rechten Zeigefinger an den Mund, um danach den Hausmantel zu öffnen und diesen einfach hinuntersinken zu lassen.

Frank W. meint bei diesem Anblick, dass ihn ein Atemstillstand ereilt. Tatsächlich hört sie sein gespanntes Einatmen und nachheriges Ausatmen. Sie nimmt beides zum Anlass, um mit beiden Händen das Tuch aus ihren Haaren zu winden. Durch diese Bewegungen geraten ihre vollen unglaublichen Brüste in eine Bewegung nach oben, die sie – beschienen durch das Mondlicht – noch prominenter und aufreizender erscheinen lassen. Als sie das Handtuch in der linken Hand nach unten gleiten lässt, schüttelt sie ihr krauses volles Haar aus, wirft das Tuch voller Energie aufs Bett und fährt wieder mit beiden Händen nach oben, um die Haare zu richten. Frank W. starrt gebannt und tief atmend auf das Schauspiel, das er geboten bekommt. Nichts außer dem rasselnden Atmen an ihm scheint sich zu bewegen, außer einer Beule, die sich an seinem Unterleib unaufhaltsam aufwölbt.

Rahel schreitet wie eine Königin auf ihn zu, beugt sich vor und reißt die leichte Oberdecke zur Seite. Besitzergreifend nestelt sie an der Unterhose, immer noch wortlos, aber mit zittrigen Händen, so, als könne sie ihren eigenen Mut kaum fassen. Da löst er sich aus der Bewegungslosigkeit und hilft ihr, das, was als Aufwölbung zu sehen war, ins Freie zu entlassen. Dabei rutscht er ein wenig nach unten. Sie steigt über ihn, greift sich den Turm, der dort bebend steht, auf setzt sich mit ihrer überlaufenden Feuchte auf ihn.

Als sie im Sattel sitzt, entflieht ihrer Kehle ein tiefes stockendes Stöhnen, sie wirft ihren Kopf zurück und die Stränge ihrer Halsmuskulatur treten stark hervor. Sie nimmt seine beiden Hände und führt sie an ihre beiden wunderbaren Brüste, deren aufgerichtete Brustwarzen hart und zugleich unglaublich empfindlich sind. Als er über sie streicht, stöhnt sie wild auf und kommt in einem konvulsierenden Zucken. Danach beugt sie sich vor, und er nimmt eine Brustwarze in den Mund. Nun beginnt sie mit langsamen Bewegungen, umgreift sein Glied mit ihren Scheidenmuskeln und ist so eng, so wahnsinnig eng.

Er sieht den Schweiß auf ihrer Stirn und erneut ihre Adern und Halssehnenstränge hervortreten. Laut seufzend kommt sie erneut und macht trotzdem einfach weiter, bis er nicht mehr an sich halten kann und sich in ihr mit einem Aufbäumen ergießt. Zitternd bricht sie auf ihm zusammen.

Schweißnass kommt sie auf ihm zu liegen, schmiegt sich an und verbirgt ihr Gesicht von ihm angewandt in seiner linken Halsgrube. Plötzlich hört er ein ganz leises Schluchzen und spürt, wie seine Haut auf der Schulter durch ihre heißen Tränen benetzt wird. Es hat sich in ihr ein Stau gelöst, es ist ein Knoten aufgegangen, der nach Erlösung suchte. Er nimmt sie fast automatsch fester in den Arm, zieht sie stärker an sich und streichelt sie innig und beschützend, gleichzeitig ihren wunderbaren Duft einsaugend. Dabei fragt er sich, wie ausgerechnet er dieser so starken Frau Schutz und Halt geben sollte.

Sie liegen so minutenlang. Ihr Schluchzen ebbt ab, und ihre Tränen beginnen zu trocknen. Sie richtet sich auf, nimmt sein Gesicht in die Hände und beginnt, es mit kleinen Küssen zu bedecken, so liebevoll und so sanft, ganz als ob der fast brutale erste Akt erst die nötige Entspannung für die jetzige Zärtlichkeit geschaffen hätte. Er ist immer noch ihr und fühlt, wie sich erneut etwas regt. Ihre Küsse werden nach und nach intensiver, und schließlich entwickelt sich die Zärtlichkeit zu einer neuen, anderen Wildheit.

Sie gleitet von ihm hinunter und nimmt das Handtuch, das sie vorher abgeworfen hatte, um sie beide an den bewussten Stellen zu trocknen und zu säubern. Dabei nimmt sie sich zuerst ihrer selbst an und macht das vor zu seinen Augen völlig ungeniert. Im fahlweißen Mondlicht bekommt er Einblicke in bestimmte Körpergegenden, die sein Glied in eine derartige Härte versetzten, so dass er Angst hat, ohne weiteres Zutun seinen Samen einfach in die Luft zu entladen.

Irgendwie scheint sie das zu amüsieren, und wieder, als er etwas sagen will, führt sie den Zeigefinger an den Mund, um dann auf ihn schlängelnd zuzukriechen. Sie leckt mit ihrer Zungenspitze erst lang über seine Eichel und dann über seine Nase, dreht sich so, dass er ihren schön geformten Hintern und ihren Lustgrotteneingang zu sehen bekommt. Und dann setzt sie sich wieder, aber anders herum auf seinen Freudenspender. Sie richtet sich auf und beugt sich nach hinten. Zugleich massiert sie erneut mit ihren trainierten Scheidenmuskeln sein Glied, das kurz vor dem Explodieren ist.

Er höht ihr lautes Atmen und Stöhnen. Ihr Kopf bewegt sich wie in Trance von einer Seite zur anderen. Dann beginnt sie einen zweiten irren wilden Ritt, an dessen Ende eine gemeinsam explodierendes Crescendo steht. Sie hält nicht inne, nein, es geschieht das Unglaubliche: Sie steigt von ihm herunter, um erneut mit lustvoller Liebe und großer Detailverliebtheit sich selbst und ihn zu trocknen und zu säubern. Es ist alles nur ein Spiel, um sich erneut anzufachen, denkt er atemlos. Dabei summt sie leise vor sich hin und lächelt wie ein zufriedenes Kind versunken in sich hinein.

Nach diesem Wahnsinn ist er der Meinung, dass nun nichts mehr gehen kann, sieht sich aber getäuscht, denn sie haucht seinem leicht zerschlissenen Liebesinstrument durch ihre zärtliche Inbrunst irgendwie neues Leben ein, so dass es sich zitternd erhebt. Doch diesmal zieht sie ihn fordernd über sich, und sie wiegen sich langsam in der altehrwürdigen Stellung Angesicht zu Angesicht erst behutsam und dann immer schneller werdend einer weiteren, erderschütternden Klimax zu, bei der es ihm vorkommt, als ob sam Ende in Wellen ein heißer Stahl aus ihm heraus und direkt in ihren Muttermund schösse und sie ihn sauge, immer weiter aus- und in sich hinein söge.

Als die Nachwehen abgeebbt schließend sind, kuscheln sie sich schwer atmend aneinander. Sie sucht immer wieder seine Nähe und macht den Eindruck, als wolle sie komplett in ihn hineinschlüpfen. Er kost und drückt sie beruhigend, wenn sie aufseufzt und sich an ihn drängt. Nach und nach gleiten sie langsam gemeinsam in einen tiefen Erschöpfungsschlaf, aus dem er erst am nächsten Morgen wieder erwacht.

Als er neben sich greift, merkt er, dass sie irgendwann gegangen sein muss. Nur das Tuch, das erregend nach ihren Liebessäften riecht, war von der Liebesschlacht geblieben, die ihn ebenso verwirrt wie alles um ihr Zustandekommen und Rahels Davonstehlen. Er geht ins Bad zum Duschen, macht sich frisch und geht, angetan mit der Freizeitkleidung, hinunter ins Wohnzimmer, um nach Rahel zu schauen und ein Frühstück einzunehmen.

Er findet einen für ihn gedeckten Tisch vor. Auf seinem Teller liegt ein Brief. Er nimmt ihn in die Hand und riecht daran. Er ist von ihr.

Frank W. öffnet ihn und liest in ihrer energischen Handschrift:

„Frank, Du Lieber,

ich danke Dir, mehr als Du Dir jemals vorstellen kannst. Für alles. Für Dein wunderbares Schweigen, für Deine umfassende, mich auffangende Liebe, für Deine nicht enden wollende, mich erlösende Zärtlichkeit. Dafür, dass Du mich ohne Worte und Fragen gehalten und angenommen hast in dieser Nacht.

Leider musste ich heute schon früh wieder abreisen. Ich weiß nicht, wie lange ich diesmal weg sein werde, aber sei Dir dessen sicher, dass mein Herz immer bei Dir sein wird. Im Gang findest Du den Schlüssel des Q5. Fahr mit ihm zurück. Man wird ihn im Laufe der Woche an Deiner Firma abholen. Verzeih mir und behalte mich bei Dir, in Dir. Ich werde mich melden, wenn ich angekommen bin.

In verzehrender Liebe. Rahel.“

Er sitzt wie vom Schlag getroffen und liest den Text immer und immer wieder. Eine Träne stiehlt sich in seinen rechten Augenwinkel. Er nimmt sein Taschentuch und schnäuzt sich laut und vernehmlich. Danach isst er erst unwillig zögernd und schließlich mit zunehmendem Appetit. Liebe, vor allem solcher Art, macht hungrig, in jeder Hinsicht. Denn immer, wenn er nur kurz an diese unglaubliche Nacht zurückschaut, entrollt sich etwas ein Stück weiter unten. Und dann heißt es schnell an etwas anderes denken, damit man aufstehen und seiner Sache nachgehen kann.

Gerade, als er fertig ist, hört er jemanden kommen. Es ist ihre Perle, die zur Tür hereinschaut und freundlich „Guten Morgen!“ ruft. Er steht auf und will sein Geschirr zusammenstellen, da sagt sie: „Lassen Sie nur, ich mache das schon!“ Er bedankt sich bei ihr.

Als er in die Diele geht, hat sie seine Kleider bereits in eine Tüte gerichtet. Er verabschiedet sich, greift den Schlüssel, geht in die Garage hinunter. Vor der Firma angelangt, fragt er sich, wie er das geschafft hat, weil er sich an die eigentliche Fahrt vor lauter Gedanken an das gerade Erlebte nicht mehr erinnern kann.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 05. 06. 2012 20:36



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Grauschimmel
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Lieber Walther,
selbst, wenn ich jetzt wieder bei Dir ins „Näpfchen mit der triefenden Masse trete…“
Dein Text kommt bei mir zu „Drehbuchhaft“ an. Er malt bei mir, zugegeben stimmige Bilder, aber wie im Zeitraffer … „ Cut“, das nächste Bild … dazwischen habe ich die Handlung vergessen. Ich verliere mich in „Nebensächlichkeiten“.

Beispiel: Es geht um das Aufhängen von drei Bildern als Nebenhandlung
„Draußen hört er geschäftiges Rascheln und zustimmendes Gemurmel einer Männer- und einer Frauenstimme. Da kommen auch schon Günther und Linda mit einem der Drucke herein, sie hat die blonden Strähnen hinter die Ohren gelegt und zwei Nägel zwischen den Lippen sowie einen Hammer in der Hand, er hingegen hält das Bild am Rahmen. An der freien Wand wird der Druck ausgerichtet und sauber eingemittet, und Linda schlägt fachmännisch an den beiden Bleistiftmarkierungen die Nägel in die Wand, an die Günther den Druck hängt. Beide betrachten das Ergebnis zufrieden und sind auch schon wieder draußen. In kurzen Abständen hört er weiteres Hämmern und Getuschel.

Kurz darauf steckt Linda Gabriel den Kopf durch die Tür, bläst eine nach vorne fallende blonde Locke weg, streift sie schließlich ordnend hinters richtige Ohr und fragt atemlos: „Sagen Sie mal, Chef, wollen Sie sich nicht anschauen, wie die Drucke aufgehängt sind? Toll ausgesucht und super gerahmt, übrigens!“ Frank W. nickt und schiebt seinen Stuhl mit gespielter Entschlossenheit zurück, steht schwungvoll auf und schlägt sich beim Umkurven des Schreibtischs die Kante in den Oberschenkel.

Sind die Strähnen, Ohren Nägel, Lippen, Hammer usw., wie sie wo, warum und nur so geführt werden für den Leser wichtig? Charakterisiert gezeichnete die Mimik die unwichtige „Nebenprota“ besonders?
Wird dadurch die Handlung vorangetrieben? Warum muß dieses Mädel als „süßes Ding“ vor meinem geistigen Auge erscheinen, was ich…Du weißt schon! Wenn sie im nächsten Augenblick wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.
Warum ist es wichtig, ob W. seine Entschlossenheit spielt beim Aufstehen? Warum muß er sich stoßen als Entscheidungshilfe?

Walther, ich spüre Dein Bemühen um „nachvollziehbaren Ablauf“, sehe Deine Freude an sprachlicher Gestaltung … aber es verwirrrrt mich! Was nutzt die beste Formulierung, wenn der Leser sie nicht lesen will, weil ihn die Handlung nicht interessiert. Du verzettelstschwendest Dich dabei und ich bin müde bevor es ans „Eingemachte geht“, was dann schon „süßer“ daherkommt, aber auch mit vielen Adjektiven. Ja, ich unterstreiche auch gern und bevormunde damit oft auch, obwohl ich nur provozieren will.
Ich bin kein studierter Literat, bin nur Leser, vermittele meine Eindrücke, so wie sie spontan kommen, kann manches auch nicht begründen! Geschweige denn besser machen. Da gibt es in diesem Forum bestimmt welche, die müssen aber auch redenschreibenwollen!

Bis denne, Gruß Grauschimmel, Dein geneigter Leser Thomas!

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Walther
???
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hi grauschimmel,

du trittst nicht, weil ich bei prosa ein lernender bin - viel mehr jedenfalls als in sachen lyrik (wo's auch nicht immer mundet, wie man sieht). allerdings: dieser text ist eine episode aus einem größeren kontext mit dem werktitel "die neuen leiden des frank w.". es gibt in der lupe mehr als ein dutzend dieser episoden unterschiedlichster prosaformate. ob daraus jemals ein buch wird, kann und darf bezweifelt werden.

daher sind manche episoden nicht ganz einer short story gemäß. für diesen gilt das umso mehr, da einige elemente in anderen episoden benötigt werden, damit deren fluß paßt. tut mir leid, dich verwirrt zu haben. ich sollte evtl. das "dachdokument" anlegen, damit klar wird, wie die puzzlestücke zusammengehören.

ich denke, ich mache das in den nächsten vier wochen, damit ich nicht wieder einen solchen, an und für sich korrekten, eintrag zu lesen bekomme und die leser nicht durcheinander bringe.

in diesem sinne bitte ich ehrlich um entschuldigung für das durch mich verursachte mißverständnis! vielen dank für den hinweis!

lg w.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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EviEngel
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Hi Walther,

ich habe vier Absätze geschafft, immerhin. Mein Eindruck bis hierher:

Ich habe keine Ahnung, worum es in der Geschichte geht, aber schon etliche Personen an der Backe, die ich mir merken muss:

Frank W.
Günther,
ehem. Arbeitgeber,
Frank (=Frank W.?)
junger Mechaniker
Tecki
Linda Gabriel

damit überforderst du mich. Für diese Namen- und Personenmerkerei habe ich keine Geduld, vor allem, wo noch nicht abzusehen ist, worum es überhaupt geht.

Gruß Evi :-)

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EviEngel
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Ich versuche mich durchzukämpfen. Der rein männliche Standpunkt bereitet mir gewisse Schwierigkeiten, was ist hier gemeint?

quote:
Sie beugt sich ein wenig vor, er muss das kleine Grübchen in der gepflegt und seriös geknöpften, aber wohl gefüllten Bluse auf diese Weise einfach sehen und ihre frisches Parfum riechen, und reicht ihm die Liste.

Es ist ein ziemliches Ungetüm, dieser Satz, du willst alles mit reinpacken, verstehe ich. Ist mit 'Grübchen' das Tal zwischen ihren Brüsten gemeint?
Bei Grübchen assoziiere ich eher ein Grübchen in der Wange oder eines oberhalb der Pobacke, aber zwischen den Brüsten?
Oder gibts da sonst noch etwas, was ihr Männer seht?

"Beim Überreichen der Liste gewährt sie einen kurzen Blick in ihre wohlgefüllte Bluse, ein Hauch ihres frischen Parfums begleitet ihre Bewegungen", irgendsowas, aber nicht son Schachtelkram. Wobei ich das 'wohlgefüllt' für einen sehr technischen Ausdruck halte. 'Aufregende Kurven' oder so, würde es meiner Ansicht nach besser... , aber ist Geschmacksache.

Gruß Evi :-)

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Walther
???
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lb. eviengel,

das ist eine episode aus einem längeren prosatext. daher sind deine probleme mit den personen wohl unabwendbar. ich habe diesen text hier eingestellt, weil er nicht jugendfrei ist.

mehr findest du unter kurzgeschichten. die reihe beginnt immer mit "frank w.).

deinen zweiten eintrag werde ich in kürze bearbeiten. gerne nehme ich deine hinweise an.

lg w.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Zeder
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Hallo EviEngel und Walther,

ich habe eure verbale Schlacht in das Forum Lupanum abgetrennt.

Hier bitte nur sachliche Textarbeit!

Grüße von Zeder

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