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Leselupe.de > Gereimtes
* ... denn ihrer ist das Himmelreich
Eingestellt am 01. 02. 2012 13:42


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AchterZwerg
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2011

Werke: 24
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Im Wahn liegt viel auch Spiel
Esprit und Sinn
Jedoch: Ich bin noch ohne Ziel

Mich ihm ergeben halb im Leben
Ist daneben

   Mehr Kontrollen? Nebenrollen-
   Akzeptanz?

Er wünscht mich ganz

Danach nach oben still verstohlen


© Heidrun Dehnhardt 02/12


* Matthäusevangelium 5,3-10
__________________
Die große Kunst der kleinen Funzel - Lichter in den Schatten stellen. (TassoTuwas)



Version vom 01. 02. 2012 13:42

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Trasla
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jun 2011

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Ich bin ein wenig verwirrt.
Ich dachte, zu verstehen, dass du über Gott sprichst, und den Wahn als Garanten der Seligkeit für die geistig Armen, aber dann verstehe ich zum Beispiel das "daneben" nicht.

Hmm, kannst du mir helfen?

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AchterZwerg
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2011

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Grüß dich, Trasla.
Nee, über Gott spreche ich nur sekundär. Ich nutze eine bekannte Bibelstelle, die aber mit hoher Wahrschlichkeit von Luther falsch übersetzt worden ist. Zum Wahn - und um den geht es - passt das vermeintlich Falsche aber gut.
Wenn etwas "daneben" ist, also neben der Spur, gilt es ebenfalls als falsch, scheint aber dem Wahnanfälligen absolut richtig.
In gewisser Weise "entscheidet" der sich an einem bestimmten Lebenspunkt für seine eigene Wahrheit.
Herzlichst
Heidrun
__________________
Die große Kunst der kleinen Funzel - Lichter in den Schatten stellen. (TassoTuwas)

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Trasla
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Oh, siehst du, ich hatte zuerst den Bibelverweis gelesen, und war dann wahrscheinlich schon so voreingestellt, dass ich das "sich ihm ergeben" als religiöse Hingabe ausgelegt habe, und "er will mich ganz" als Gottes Versprechen, den Menschen mitsamt seinen Fehlern und dem Wahn anzunehmen.

Wenn ich es jetzt so lese, dass der Wahn gemeint ist, dann verstehe ich es schon viel besser, dann lässt mich für den Moment nur der letzte Satz ratlos

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

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Das Wort hat stark seine Bedeutung geändert, möchte ich erwähnen.
Ob das bei der Bibel eine Rolle spielt?
Ich denke, durch die Erwähnung der Bibel wird die alte Bedeutung wieder angerissen.

In Grimms Deutschem Wörterbuch finden wir: Hier klicken

quote:
wahn, m. erwartung, hoffnung, verdacht, meinung, unsichere annahme, einbildung u. s. w. ein in der älteren und neueren sprache gleich häufiges wort, hier aber mit starker veränderung der bedeutung.

Ich denke, bei Luther war es noch die Erwartung, die Hoffnung.
Zusammen mit der neuen Bedeutung ergibt es ein sehr umfassendes semantisches Feld, wird mehrdeutiger und gewichtiger.

Klar ist, dass man zuerst die heutige Bedeutung liest, die alte steckt aber noch darin, Erwartung und Hoffnung.

Für mich überraschend ist, dass Wahn und Hoffnung beieinanderliegen.
__________________
Copy-Left, samisdada

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 607
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Liebe Heidrun,

für meinen Geschmack brauchtest Du die Bibelstelle als Titel nicht. "Wahn" als Titel wäre viel eindeutiger gewesen.

In meinem Leben habe ich sehr viel mit dauerhaft, also lebenslang Wahnkranken zu tun gehabt.

Da war nichts von Esprit und Spiel. Da war nur ein gnadenloses unerträgliches Leiden.

Eine solche Angelegenheit derartig zu verharmlosen, wie Du es hier tust und auch noch zu behaupten, Du kenntest Dich damit aus eigener Anschauung aus, klingt für mich völlig unglaubwürdig.

Um die Sache glaubhafter zu machen nimmst Du auch noch ausgerechnet eine Bibelstelle zu Hilfe, über die es zig Bücher zu lesen gibt und Martin Luther darf natürlich auch nicht fehlen bei Deiner Eigeninterpretation.

Bleib einfach bei dem Titel "Wahn". Dann kann man es auf leicht psychisch Kranke beziehen. Hölderlin zB. über den man inzwischen weiß, dass er einen Schlag auf den Kopf bekommen hat und dass sich Wasser über seiner Fontanelle angesammelt hatte, so dass sein Denken und seine hochkarätige Begabung in andere Bahnen gelenkt wurden.

Niemand fühlt sich wohl in der Psychiatrie. Bei leicht psychisch Kranken, die dann auch wieder eine Heilung erfahren, kommt es allerdings vor, dass sich ihre Seele plötzlich unvermutet weit öffnet und vorübergehend zu erstaunlichen krativen Handlungen befähigt.

Ich empfehle Dir zu diesem Thema den Roman: "Gargoyle" von Andrew Davidson. Hier hat es der Autor verstanden, das Thema absolut überzeugend darzustellen. Der Roman berührt zutiefst, ohne traurig zu stimmen.

Nun aber zu Deinem Text:
__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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