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Leselupe.de > Erzählungen
"Mauerblume"
Eingestellt am 20. 04. 2001 21:08


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Markus Veith
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2000

Werke: 115
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Mauerblume

Wie jeden Freitagabend war das Kneipencafé sehr gut besucht. Das Publikum bestand ausschließlich aus zwanzig- bis vierzigjährigen Szeneschwärmern, die keine Lust auf Diskothekengezappel hatten. Das "Corvus" hatte den Anspruch, eine ungewöhnlich vielfältige Auswahl auch ungewöhnlicher Getränke und ein gepflegtes, schaurig-schönes Themenambiente zu bieten, ohne dabei beklemmend zu wirken. An den Wänden hingen verschiedene Bilder von Raben, und schwarzgefiederte Vogeltrophäen starrten von Fensterbänken und aus Nischen.
Vom blauen Dunst eingenebelt, sa√ü ein junger Mann auf der Bank, die die gesamte L√§nge der hinteren Wand einnahm, und kritzelte in den Seiten eines Notizbuches. Den Malboro-Aschenbecher auf dem Tisch f√ľllten Kippen und Bleistiftsp√§ne. Hin und wieder nahm er einen Schluck von seinem H√∂velsbier und lie√ü einen verengten Blick durch den Raum wandern. Von seinem Platz aus genoss er den √úberblick auf alles und jeden.
Manni, der Kellner, hechtete mit seinem Tablett von Tisch zu Tisch, um leere Gläser einzusammeln. Sein Ruhe bewahrender Blick traf den des Stammgastes mit dem Notizbuch und verstand in dessen freundlich aufforderndem Nicken und Brauenheben die Bestellung eines neuen Bieres. Bald darauf stellte er eine volle Flasche vor den Gast hin, der seinen Kopf kurz zu einem zufriedenen Lächeln hob und ihn dann gleich darauf wieder auf seine Notizen herabsenken ließ.
Wem ein Einblick in das B√ľchlein geg√∂nnt worden w√§re, dem w√§ren sicherlich Zweifel gekommen, dass jemand f√§hig sein k√∂nnte, diese Krakeleien sp√§ter noch einmal zu entziffern. Die langgezogenen Schlangenlinien, die vorgedruckte Zeilen v√∂llig ignorierten und die hier und da Platz sparende Bleistifterg√§nzungen hatten erdulden m√ľssen, h√§tten das Lesen selbst einem Schultergucker schwer gemacht.
Menschen 2001-04-20
Frauentyp; Marke Mauerbl√ľmchen; irgendwo zw. Tippsen-Fr√§ulein Trudel (Gaston) im Ausgeh-Look & M√§del, das sich in M√§nnerzeitschriften als Sekret√§rin verkleidet; zierlich; unscheinbar h√ľbsch; ungeschliffener Rohdiamant' (h√ľbscher Begriff!! Merken!) schwer bestimmb. Alter, m√∂gliw. 25-35, ungew. rege Mienent√§tigkeit
> unn√∂tig pr√ľde Seidenbluse m. Schn√ľrschlaufe, farbl. passende Weste & Stoffhose, typische Schuhladen-Schaufenster-Lederpumps; Brille, zu bunt.
> Lange, leicht lockige Haare; Mahagoniton, Pferdeschwanz, m. zur Kleidung pass. Spange (H. glänzen wunderschön, machen sich geöffnet sicher besser, erahne Silbersträhnen)
- Trinkt nach wiederh. Bestellung endlich Milchkaffee (logisch)
- st√§ndiger Blick z. T√ľr; Aufrichten bei jeder Windfangbewegung, als wolle sie den leichten Schreibtischbuckel durch geradere Haltung vertuschen
- häuf. Uhrenschauen & Ponylockenzwirbeln
- besorgt Umhergucken, als k√∂nne sich jmd (der Erwartete?) unter die G√§sten gemischt haben & sich √ľber ihr Warten lustig machen. (Wer macht denn sowas?)
- holt Taschenkalender aus Handasche (konserv. Exemplar; tippe auf Lederimitat, Muster erinnert an Mauerfugen aus Leder), bl√§ttert, Stirnzunzeln > dann ein Handy, dr√ľckt 1-2 Tasten, verharrt, w√§hlt nicht, steckt beides wieder ein.
- Wiederh. Taschengriff; Armbanduhr, Draufschauen, Wegstecken (blödsinnig, sie nicht am Handgelenk zu lassen) > Schminkspiegel (Hallo, Klischee!), skept. Lippen-&Brauenmustern, Blick zur Tasche (Frisches Rouge? Lippenstift?), offenb. entmutigter Verzicht.
- stellt Tasche vom Scho√ü auf den Tisch, vom Tisch auf Nachbarstuhl, von Stuhl neben sich auf Bank; kurzes Verharren, T√ľrenblick, Mantel schnell √ľber Handtasche. Warten. - Armes M√§dchen."
Das so beschriebene Beobachtungsopfer sa√ü am Tisch links nebenan. Den Kopf in die aufgestellte Hand gest√ľtzt, matschte sie nun im Wachs einer in eine Baileysflasche gepfropften Kerze herum. Heller Wachs flutete wie ein Aderlass.
Der Mann l√§chelte mitleidig und z√ľndete sich eine Zigarette an. Als er das Z√ľndholz auswedelte, bemerkte er den Blick seiner Tischnachbarin mit verlangend verbogenen Brauen auf seiner Glimme herumtanzen. Ihr Mund √∂ffnete sich leicht, schlo√ü sich aber wieder mutlos. Er griff nach der Zigarettenschachtel und rappelte damit in ihre Richtung. "Auch eine?"
Ertapptes Zusammenzucken. "Oh, ich ... ich wollte Sie nicht ..."
"Tun Sie auch nicht", unterbrach er sie. "Kein Problem. Nehmen Sie ruhig. Sind die Billigen."
Sie gab sich einen Ruck. "Ach, warum nicht?"
Umst√§ndlich fingerte sie sich eine Zigarette heraus. Er ri√ü f√ľr sie ein Streichholz an. "Danke. Sehr freundlich." Sie blies den Qualm schnell nach oben, schmunzelte verlegen. "Ich rauche eigentlich gar nicht."
"Sieht man", grinste er.
Ihr Blick krallte sich erneut am Kneipeneingang fest.
"Läßt ganz schön auf sich warten, hm?"
Ihre Aufmerksamkeit ruckte zu ihm herum. "Wie bitte?"
"Ihr Date."
"Mein ..." Sie runzelte verwundert die Stirn, lachte dann befreit. "Oh, ach so. Nein, nein, ich ..." Ihr Kopfsch√ľtteln verwandelte sich in ein resigniertes Nicken. "Ja. Ja, ich sch√§tze, Sie haben recht." Sie m√ľhte sich mit einem L√§cheln ab, umfa√üte ihre Kaffeetasse, als wolle sie sie erw√ľrgen.
Der Windfang bewegte sich. Blitzschnell straffte sich ihre Haltung, ihre Mundwinkel zuckten empor, in ihrem Hals wippte der Kehlkopf. Der schwere Stoff vor der T√ľr wurde zur Seite bewegt. Einige Endzwanziger betraten herumflaxend das Lokal.
Die Frau am Nebentisch sackte wie ein K√§sesoufflee in sich zusammen. Ihre Mundwinkel dr√ľckten Gr√ľbchen in die Wangen, ihre Brauen sanken zwischen die grauen Augen.
"Ein Er?"
Als hätte sie die Bewegung einstudiert, ruckte sie wieder zu ihm herum. Ihr Gesicht war eine ständige, verunsicherte Bewegung. "Wie bitte?"
"Erwarten Sie einen Mann?"
"Ahm. Ja."
"Ihren Freund?"
Dieselbe Geste, die gleiche Mimik. "Einen ... ja. Ich meine Nein! Er ist ..." Sie wankte unbeholfen mit dem Kopf. "Eigentlich ist er mein Kollege."
"Aah", dehnte der Mann und legte eine wohl dosierte Kunstpause ein. "Und uneigentlich?"
Sie schnalzte genervt, rollte die Augen. "Uneigentlich auch."
"Uneigentlich was? Ihr Freund oder ihr Kollege?"
Sie musterte ihren Tischnachbarn befremdlich, konnte sich aber ein Schmunzeln nicht verkneifen. "Eigentlich sind Sie ganz schön neugierig."
"Jep, ich wei√ü." Er g√∂nnte sich ein breites Grinsen. "Norm-Erlaubnis f√ľr ¬īne Zwanzig-Pfennig-Fluppe. Sollten Sie sich merken, wenn sie sich an die Dinger gew√∂hnen wollen, ohne sie zu kaufen. W√§re das ¬īne Sechs-Mark-Schachtel, h√§tte ich jetzt das Recht beleidigt zu sein."
"Er ist ein Arbeitskollege", gestand sie ein wenig patzig, schaute wieder zur T√ľr.
"Ah, ein Arbeitskollege."
"Ja."
"Arbeitskollegen, die jemanden warten lassen, machen sich Feinde in der Gesch√§ftsf√ľhrung."
Sie schnappte nach einem Widerwort, räusperte sich aber nur. "Er ist die Geschäftsleitung", murmelte sie bitter.
"Ups!" machte er, sichlich verbl√ľfft √ľber ihre Tonart. "Der Junior-Chef?"
"Nicht ganz. Abteilungsleiter."
"Ah. Welche Branche?"
"Sagen Sie mal ..." Sie wandte sich ihm wieder zu, ein hinrei√üend entr√ľstetes Funkeln in den Augen. "Warum wollen Sie das eigentlich wissen? Das interessiert Sie doch eigentlich gar nicht."
Lächelnd hob er die Schultern. "Neugier? Interesse?"
"Interesse." Sie grunzte leise, etwas höhnisch. "Wer's glaubt ..."
Der junge Mann schob den Malboro-Becher an die Tischkante. "Versuchen Sie's mal hin und wieder mit Abaschen. Manni wird Ihnen dankbar sein."
"Wer?"
Er nickte zu ihrer Zigarette, an der sich ohne einen zweiten Zug gute drei Zentimeter Asche klammerten.
"Oh." Mit untergehaltener Hand balancierte sie die Glimme √ľber die Keramikschale. "Zu dumm." Ihr verkniffenes L√§cheln bem√ľhte sich um eine unn√∂tige Entschuldigung.
"Warum zweifeln Sie an meinem Interesse?"
"Ich zweifle nicht an Ihrem Interesse an sich, sondern an Interesse an mir."
"Ah, verstehe."
Sie schaute ihn verstimmt an. "Na, danke auch", knurrte sie, sog noch einmal schnaubend am Filter, dr√ľckte dann die Kippe aus.
Er lachte am√ľsiert. "Entschuldigen Sie. Aber das war zu einladend." "H√ľbsche Tasche", f√ľgte er nach einer kurzen Pause hinzu.
"Hm?"
Er w√§re entt√§uscht gewesen, eine andere Reaktion zu sehen. Gekonnt beil√§ufig winkte er zu ihrem Mantelversteck. "Ihre Tasche. H√ľbsch."
"Oh, danke." Sie schob den Mantel beiseite, stellte sich l√§chelnd die Handtasche auf den Scho√ü, legte die H√§nde wie sch√ľtzend auf die Lederimitatschnalle.
"Ist das tatsächlich Ihre?"
"Ja. Die habe ich mir ... die ist neu. Sehr praktisch. Paßt alles rein, was man zum Leben braucht. Gab auch noch ein Portemoinaie in der selben Art."
"Oh. Ja, nat√ľrlich gab es das", schmunzelte er. "Passende Assessoirs sind wichtig. Sonst sieht's ja nicht aus. Kenn' ich noch von meiner Mutter."
Sie musterte ihn befremdlich von der Seite. "Sie reden komisch, wissen Sie das? Finden Sie sie wirklich h√ľbsch?"
Er grinste. "Nö. Nicht wirklich."
"Bekommst du noch was?" Mannis Stimme riß sie aus der Verwirrung. Doch dessen fragender Blick war ihrem Nachbarn zugewandt.
"Noch mal dasselbe."
"F√ľr mich auch", f√ľgte die Frau am Nebentisch hinzu.
Der Kellner blinzelte sie an, als sei sie gerade vor ihm aus der Sitzbank gewachsen, nickte kurz und entschwand wieder in den von G√§sten √ľberf√ľllten Nebeln.
Der junge Mann rutschte auf der Bank entlang, bis er neben der Frau saß. "Darf ich?"
Einen Moment lang pendelte ihr hektischer Blick zwischen ihm und der Kneipent√ľr hin und her, doch schlie√ülich zuckte sie mit den Achseln, als gebe sie damit eine Hoffnung auf.
Er holte Zigaretten und Jacke zu sich her√ľber. Bevor er die Flasche auf seinen Bierdeckel stellte, trank er den letzten Schluck aus. "Der Milchkaffee soll hier sehr gut sein", erw√§hnte er l√§chelnd.
"Ja, stimmt, das ist er wirklich", best√§tigte sie. "Mit Kaffee kenne ich mich aus, wissen Sie. Wenn in der Firma Konferenzen anberaumt sind, mache ich immer den Kaffee. Aber keinen aus der T√ľte. Wir haben da so eine Maschine. Die ist richtig toll. Mit Aufsch√§umer. Gestern hat er gesagt, in unserer Abteilung w√ľrde er immer den besten und sch√∂nsten Cappuccino bekommen. Wegen dem Schaum. Ich mache da immer noch so'n Schokopulver oben drauf."
Der Mann an ihrem Tisch nickte. "Wie ist er so, Ihr Herr Kollege Abteilungsleiter? Kennen Sie sich gut?"
Verlegen senkten sich ihre Wimpern herab. "Kennen ..." Sie zuckte lapidar mit den Schultern. "Kennen w√§re √ľbertrieben. Ab und an trifft man sich halt in der Firma. Auf dem Flur, in der Kantine. Na ja, und er kommt eben zu den Besprechungen. √úber ihn selbst wei√ü ich eigentlich nicht viel. Aber er ist immer sehr ... sehr lustig. Flapsig. Sie verstehen? Eigentlich ¬īn bi√üchen unanst√§ndig manchmal, aber na ja. Shakert immer ein bi√üchen mit den Kolleginnen rum und bringt sie zum Lachen."
"Mit den Kolleginnen?"
"Ja, ja. Ach, kein Wunder, bei dem Aussehen. Ist aber solo. Sagen jedenfalls die Kolleginnen. Und er sieht immer gepflegt aus. Duftet gut und so. Ja-a, da achtet er sehr drauf. Vermittelt immer so etwas ... Sicheres. Souveränes. Verstehen Sie? Ja-a, er ist in der kurzen Zeit sehr weit gekommen. Der Chef setzt große Erwartung in ihn. Sagt man."
Manni kam zu ihrem Tisch, setzte die Getränke ab, machte Kreuzchen auf den Deckeln und tauchte wie ein geschäftiger Geist in der Menge unter.
Die Frau r√ľhrte in ihrer Tasse herum. Mit einem Male stutzte sie, senkte die Nase in den Dampf, verzog das Gesicht. "Das ist kein Milchkaffee", bemerkte sie. "Da ist ..."
"... ein Pharisäer." Grinste ließ der junge Mann den Verschluß der neuen Flasche aufschnacken. "Riecht man doch. Der Rum ist ja kaum zu verleugnen. Trinken sie ruhig. Schmeckt gut."
Ihr Blick war schon auf Kellner-Suche durchs Lokal. "Ich möchte aber gar ..."
"Probieren Sie doch erst einmal, bevor Sie ‚ÄöIch mag das nicht' sagen. Hat ihre Mutter Ihnen das nicht beigebracht?"
"Aber den hat doch bestimmt jemand ande..."
"Na und? Dann wird Manni das schon merken und es nicht wieder machen. Nun kosten Sie schon."
Sie seufzte ergebend, nippte vorsichtig, verengte die Brauen, nippte noch einmal. Ihre Miene erhellte sich. "Na ja. Eigentlich gar nicht so schlecht", gestand sie, als sie sein Grinsen bemerkte und begann wieder zu r√ľhren. "Das passiert mir h√§ufig. Wenn ich irgend etwas bestelle, bekomme ich entweder erstmal das Falsche oder mu√ü noch zweimal nachfragen, wo die Bestellung denn bleibt. Meistens hat man sie wirklich vergessen."
"Das kommt Ihnen sicher nur so vor."
"Nein, wirklich, das ist so", beharrte sie und nahm einen Schluck aus der Tasse. "Ich versuche immer an alles zu denken. Darum schreibe ich mir auch alles sofort auf." Sie schmunzelte. "In meiner Tasche fliegen Dutzende von kleinen Notizen herum. Da, schauen Sie." Mit einem Griff hatte sie die Handtasche ge√∂ffnet. Eine wilde Ansammlung gelber, an einer Leiste befestigter Selbstklebezetteln, wedelte ihnen entgegen. Der Mann neben ihr konnte seinen verbl√ľfften Blick nicht verbergen. "An meinem Arbeitsplatz im B√ľro h√§ngen auch ganz viele", fuhr sie fort. "Sieht vielleicht ein bi√üchen ungeordnet aus, aber daf√ľr vergesse ich nichts. Na ja, Sie wissen schon: Was du nicht willst, das man dir tu, und so weiter, nicht wahr?" Ihre schmalen Finger durchwebten den gelben Papierwust. Bei einer Notiz verharrten sie. "Oh. Der kann weg." Sie zerkn√ľllte den Zettel und warf ihn in den Aschenbecher. "Einkaufsliste von vorgestern", sagte sie, als m√ľsse sie sich wieder entschuldigen. "Ist aber eine sichere Methode."
"Hat aber offenbar ihre T√ľcken."
"Wieso?" fragte sie, immer noch in der Tasche herumnestelnd.
"Haben Sie auch Notizen f√ľr Verabredungen?"
"Nein. Nie." Sie schaute irritiert auf. "Warum?"
"Nun, Sie hätten ihrem Herrn Abteilungsleiter eine auf die Kaffeetasse kleben sollen."
Sie wurde rot. "Das ... genau das habe ich ja gemacht", gestand sie leise. "Unten drunter."
"Und wie hat er reagiert?"
"Ach, was weiß ich." Wirsches Schulterzucken. "Ich mache den Kaffee nur. Reinbringen tut ihn eine Kollegin."
Er betrachtete sie aus verengte Augen. "Was stand auf dem Zettel?"
Wieder Achselzucken. "Na, das √úbliche halt."
"Das Übliche? Nun sagen Sie bloß noch, Sie machen das öfter?"
"Nein, Gott bewahre", sagte sie fast emp√∂rt. "Eigentlich nicht. Aber ich wollte eben auch endlich mal ..." Sie z√∂gerte, nippte an ihrer Tasse, schluckte schwer. "Ich dachte, es w√ľrde vielleicht funktionieren."
Er nickte. "Sie haben ihn eingeladen, nicht wahr? Nicht umgekehrt."
Ihr Mund öffnete sich lautlos. Dann wandte sie sich ab, als suchten ihre Augen nach einem ausweichenden Thema. Endlich schaffte sie ein Nicken, nahm einen Schluck, peinlich darauf achtend, dabei tief genug in ihren Kaffee zu schauen. "Das hab ich nun davon", klang ihre dumpfe Stimme grimmig aus der Tasse. "Da ist man mal ein bißchen mutig ..."
Neben ihr lehnte sich der Mann zur√ľck und sog einen langsamen, h√∂rbaren Atemzug ein. "Na, dann scheint er wohl doch nicht der so sichere und souver√§ne Lebensabschnittsgef√§hrte zu sein, den Sie sich in ihm erhofft haben." Seine Betonung des Wortes ratschte haarscharf am Sarkasmus entlang.
"Nur weil er noch nicht gekommen ist? Herrje, jedem kann doch mal was dazwischenkommen. Sonst ist er immer p√ľnktlich. Zu den Konferenzen und so. Immer auf die Minute. Eine Kollegin meinte neulich, er sei in jeder Hinsicht zuverl√§ssig. Ich habe jedenfalls noch von keiner geh√∂rt, dass er irgendwann auch nur eine Gele ... eine ... Verabredung ausl√§√üt. Er ist da sehr ... rege. Sagt man." Beinahe erfolgreich beil√§ufig nahm sie die Kaffeetasse, bemerkte, dass sie leer war, stellte sie wieder hin, schaute ihn an. Sein Blick war sehr ernst und nachdenklich. Sie wich ihm aus.
"Darf ich fragen, wie alt Sie sind?" fragte er unvermittelt.
"Vierunddrei√üig." Beklommen rutschte sie auf der Bank ein St√ľckchen von ihm weg. Ihre Hand fand die kleine Zuckert√ľte auf der Untertasse und dr√ľckte auf den verpackten K√∂rnern herum.
"Und wie alt ist er?"
Ihr K√∂rper ruckte nach hinten. "Ach, das ... was hat denn das Alter damit zu tun? Meine G√ľte, immer wird so besorgt nach dem Alter gefragt. Das ist doch eigentlich gar nicht wichtig, oder? Na ja, gut, es ist schon ... aber viel mehr kommt es doch darauf an, dass ein Mensch einen anderen ... na ja ... auch will. Und au√üerdem ..."
"Okay, okay", fiel er ihr ins Wort. "Bitte. Bitte vergessen Sie meine Frage." Dann, nach einer Pause: "Was denken Sie jetzt?"
Die Papiert√ľte riss auf. "Mist." Mit fahrigen Bewegungen fegte sie den Zucker zu einem H√§ufchen zusammen. "Das ... wie gesagt: Das hat sicher alles einen Grund. Vielleicht kennt er die Kneipe nicht, vielleicht sucht er noch. Wahrscheinlich f√§hrt er da drau√üen irgendwo herum. Mit dem BMW findet er wohl nur schwer einen Parkplatz. Oder ein dringender Termin. Kann doch sein. Irgend etwas wird ihm halt dazwischengekommen sein."
"Sie haben doch ein Handy. Warum hat er Sie nicht angerufen, um Ihnen ..." "Ach, oder was wei√ü denn ich!" unterbrach sie ihn heftig. "Kann auch sein, dass er vom LKW √ľberfahren wurde, oder sowas. Ist doch eigentlich auch egal. Wahrscheinlich hat er es einfach nur vergessen." Ihre Stimme wurde wieder ruhiger. "Au√üerdem hat er meine Nummer nicht", gestand sie murmelnd.
Seine Miene verzog sich. "Ihre Zettelchen funktionieren nicht bei jedem, hm?"
Die Zuckert√ľte landete zerkn√ľllt im Aschenbecher. "Im ‚ÄöNicht-Vergessen'-Kleben bin ich gut." Grimmige Muskeln ballten sich in ihrem Kiefer. "Aber im Vergessen-Werden bin ich besser."
Der Mann neben ihr wiegte langsam den Kopf. Beide schauten sie in die Flamme der Tropfkerze. Das Kneipengemurmel √ľbert√∂nte ihr Schweigen. Erst nach einer ganzen Weile brach er es.
"Ist er √ľber drei√üig?"
"Siebenundzwanzig."
Nicken.
Schweigen.
"Schwärmen viele Kolleginnen von ihm?"
"Alle."
Er schnalzte. "Ja-a, das macht neugierig."
Flammenstarren.
"Und alle sind j√ľnger als Sie, hm?"
"Nächstes Jahr habe ich Betriebsjubiläum. - Zehnjähriges."
"Werden Sie es feiern?"
Sie grunzte verbittert. "Wenn's jemand bemerkt."
"Wenn Sie's verschweigen."
"Wenn's keiner beachtet."
"Dagegen kann man was machen."
"H√ĖREN SIE ENDLICH AUF!!" schrie sie ihn pl√∂tzlich an. "Was wissen Sie denn schon davon?! GAR nichts! NICHTS kann man dagegen machen! Seit zehn Jahren mache ich diesen verflixten Job! Seit zehn Jahren setzt man ganz einfach voraus, dass ich gute Arbeit mache! Dass es aber vortreffliche Arbeit ist, die ich abliefere, dass ich in der ganzen Zeit nicht ein einziges Mal krank war, mich nie beschwert habe, wenn mit etwas nicht passte, dass meine Arbeit keinerlei Makel aufweist, dass sie aber - Verdammt nochmal!! - auch sehr gerne ab und an mal gelobt werden m√∂chte, darauf achtet niemand! Niemand achtet auf irgend etwas, das mit mir zu tun hat! Ich bin so unsichtbar und unwichtig wichtig wie ein Feuerl√∂scher in einer Wandnische! Meine Anwesenheit merkt man nicht, meine Abwesenheit aber sofort! Und wollen Sie wissen, woran?! KEIN KAFFEE!! Oder, was f√ľr diese Schlipsaffen wahrscheinlich noch schlimmer sein wird: Kein Schaum obendrauf! Weil keine von diesen d√§mlichen Vorzimmer-K√ľken wissen wird, dass daf√ľr erst einmal Wasser in den Aufsch√§umertank mu√ü! Ach, Mensch, ist doch so!!" Ohne sich mit einer Bitte aufzuhalten, holte sie sich eine Zigarette aus seiner Packung und entz√ľndete sie an der Tropfkerze. Der junge Mann betrachtete ihr Gesicht - die zierlichen, sich w√ľtend bl√§henden Nasenfl√ľgel, die normalerweise grauen, doch nun funkelnden Augen.
"Man nimmt mich nicht wahr", grollte sie. "Bestenfalls nimmt man mich zur Kenntnis. Aber mehr nicht. Wenn √ľberhaupt." Ihre Stimme bekam einen √§tzenden, parodierenden Klang. "‚ÄöOje, ich hatte Sie ganz vergessen, Frau Wiehie√üenSiedochgleich.' -‚ÄöAch herrje, Frau Dingens, jetzt haben wir f√ľr Sie gar kein St√ľck Jubil√§umskuchen mehr √ľbrig. Warum haben Sie denn nichts gesagt?' - ‚ÄöHoppla, Frau √Ąh, hab ich Sie angerempelt? Hatte sie ganz √ľbersehen. Tut doch nicht weh, oder?' - Doch! Verdammt! Es tut weh! Es tut sogar saum√§√üig weh, wenn die Luft um mich herum dichter ist als ich!!"
Sie hielt inne. Etliche K√∂pfe hatten sich gedreht. Das Kneipengemurmel war zu einem entr√ľsteten Fl√ľstern verebbt. Nun, da der Ausbruch offenbar vorbei war, wurden die Konversationen wieder lauter.
"Entschuldigung", hauchte sie, wischte sich √ľber die Augen. Ihr Lidschatten verschmierte. Der Mann neben ihr blickte gleichg√ľltig zu einer Uhr mit Coca-Cola-Emblem. "Eine erfolgreiche halbe Minute Aufmerksamkeit. Nicht √ľbel."
Sie stöhnte. "Ich habe nicht erwartet, dass Sie mich verstehen."
"Tut mir leid, dass ich's kann", sagte er unbeeindruckt. "Sie haben doch bestimmt ein Paket Taschent√ľcher in ihrem Wunderbeutel da, oder?"
Ihre Finger begannen sofort zu kramen.
"Wollen Sie noch etwas trinken? Ich lade Sie ein." Seine Augen suchten kurz zwischen den Rauchschwadenköpfen herum und sendeten dem Kellner einen brauenwippenden Wink. Kurz darauf kam Manni zu ihrem Tisch. "Nochmal dasselbe?"
Sie ließ das Taschentuch sinken. "Nein, ich möchte bitte ..."
"Doch." Er ignorierte den großen Blick, mit dem sie ihn ansah und griff nach seinen Zigaretten.
"Was jetzt?" fragte der Kellner ungeduldig.
"Nochmal dasselbe", bestätigte der Gast am brennenden Streichholz vorbei und Manni verschwand gen Tresen.
Sie starrte den Mann an ihrer Seite immer noch an. Er warf das angebrannte Hölzchen in den Aschenbecher. "Was sollte das denn? - Also wirklich, hören Sie, dieser Pharisäer mag ja ganz passabel schmecken, aber ich möchte eigentlich einen ganz norma..." Sie wurde unterbrochen. "Warum spielen Sie mir hier jetzt schon wieder einen vor? - Eigentlich?"
"Vorspielen? Wie ...? Oh, da ... da irren Sie sich. Wirklich. Ich habe nie ..."
"Ach, kommen Sie." Seine Miene verrenkte sich genervt. "Hören Sie mit diesem Firlefanz auf. Was soll das ganze? Verkaufen Sie mir das doch nicht als ihre Masche?"
"Na, hören Sie mal ... ", empörte sie sich, griff nach ihrer Handtasche, ihrem Mantel. "Was rede ich denn? Ich sag's ja: Das hat man davon, wenn man jemandem ..."
Da wandte er sich ihr mit ganzem K√∂rper zu, die linke Hand mit der Zigarette auf die R√ľckenlehne gelegt, die Rechte stemmte sich schwer auf das Lederimitat ihrer Tasche. Sie zerrte an dem Riemen, konnte sie aber nicht befreien.
"Gn√§digste." Seine Stimme klang herausfordernd, auf seltsame Weise jedoch nicht unfreundlich. Er l√§chelte. "Ich habe ein Paar gute Augen und Ohren und einen relativ intakten Verstand mit eine h√ľbschen Pensum Menschenkenntnis als Extra. Und Sie k√∂nnen mir nicht weismachen, dass ihr Rumgehabe hundertprozentig ist."
"Was ... was meinen Sie? Lassen Sie sofort los!"
"Ich meine diese unsicheren, versch√ľchterten Halbwegs-Bewegungen, mit denen sie herumgestikulieren. Ihre Art, die Stirn, genau wie jetzt, in d√ľmmliche Rehblickfalten zu legen. Ich meine dieses st√§ndige Handtaschengefummel und fahrige Geplapper. Ihre geradezu penetrante H√∂flichkeit. Soll ich noch weiter aufz√§hlen, ja? Ich meine Ihre sprachlichen Absicherungen und dieses nachgefaselte Heruntergefloskel von Ansichten, die den Meinungen anderer Leute entsprechen. All diese ‚ÄöSagt-man's', Eigentlich's, ‚ÄöVielleicht's, et cetera pp. Dieses ganze archetypische Tippsen-Gehabe, dass jedem m√§nnlichen Hammel notorische Einf√§ltigkeit vorgaukelt, so viele Schutzinstinkte weckt, dass es fast unertr√§glich ist, und trotzdem jede maskuline Libido auf meilenweite Distanz r√ľcken l√§√üt, weil man Schmetterlinge niemals v√∂geln w√ľrde."
"Aber ..."
"WAS ?! Schreit Ihr einstudiertes Verhalten Ihnen gerade zu, bitte empört zu sein, weil ich ‚vögeln' gesagt habe?"
"Ich ..." Sie schnappte nach Luft. "Glauben Sie etwa tatsächlich, dass ich Sie die ganze Zeit belogen habe?"
Sein gereizter Blick schweifte √ľber die verrauchte Decke. "Nein, ich glaube nicht, dass Sie mich belogen haben. Ich glaube, dass sie sich selbst bel√ľgen. Ich glaube, dass Sie sich auf ein Rolle eingespielt haben, in der Sie alle Welt gerne sehen m√∂chte. Diese Rolle - diese Comicwitzfigur - tut ohne Murren, was man von ihr verlangt, f√§llt z√ľchtig nicht auf, macht Milchkaffee f√ľr Konferenzen zurecht, h√ľbsch, mit Milchschaum und Schoki obendrauf, gibbelt sich mit den Kolleginnen die rot lackierten Lippen feucht √ľber die erfolgsgeilen, patent potenten Chefhengste mit dem Rasierwasserschweif. Es l√§√üt sich nach Strich und Faden verarschen - ohne es zu merken, ha-ha, kichi-kichi - und tr√§umt klammheimlich vom ultimativen Betriebsfick im Kopierzimmer, w√§hrend das wahre, kleine Ego in der hintersten Seelenecke hockt und den Finger in den Hals steckt. Hut ab! Ein wundervoll handels√ľbliches Stilles Wasser haben Sie sich da zurechtinszeniert. Das Paradebeispiel eines Mauerbl√ľmchens. Und was ist heute? Ihre Rollenschublade ist eingerostet, hoffnungslos festgefahren. Ab und zu mal ein paar Mutsch√ľbe. Heimliche Willst-du-mit-mir-gehen?-Ja-Nein-Vielleicht-Zettelchen an Kaffeetassen - da√ü ich nicht lache. Nat√ľrlich kommt der Freiher nicht! Er mu√üte bef√ľrchten, heute abend zu verstauben. Daf√ľr setzt man keinen m√ľhevoll zusammengefickten Ruf aufs Spiel. Eine Naivit√§t haben sie sich da zurechtinszeniert, die w√§re bewundernswert, wenn sie funktionieren w√ľrde."
Er stampfte den Zigarettenstummel in den Aschenbecher. "Herrgott nocheins! Sie sind doch so temperamentvoll, so voller Feuer. Sie k√∂nnten sich geschnorrten Zigaretten an subtilem Sexappeal anflemmen. Aber nein, noch bevor sie etwas entfachen k√∂nnen, drehen sie sich selbst den Gashahn ab, entschuldigen sich sogar noch daf√ľr, dass man sich nach Ihnen umgedreht hat. Kein Wunder, dass sie sich f√ľr einen Feuerl√∂scher halten. Was, zum Teufel, soll das ganze?!"
Fassungslose Wut hatte ihr h√ľbsches Gesicht hochrot anlaufen lassen. Bei seiner Frage pre√üten sich ihre Augen feucht. "Weil es nicht stimmt", knirschte sie. "Weil ich das eigentlich gar nicht will?"
"Ist das eigentlich Ihr Plan?! Dass in mindestens jedem Satz mindestens einmal das Wort ‚Äöeigentlich' vorkommt?! Nat√ľrlich wollen Sie das eigentlich nicht! Sie wollen es eigentlich nicht mehr! Aber was wollen Sie stattdessen? Sicherheit? Anerkennung? Oder ein Abenteuer, damit Sie endlich mal bei ihren Kolleginnen strunzen k√∂nnen? Wenn es das war, dann ist es gr√ľndlich in die Abteilungsleiterhose gegangen. Freuen sie sich schon mal auf den morgigen Tag. Sie erleben die perfekte Firmenalltagh√∂lle. Totlachen wird man sich √ľber Sie. Die spitzen Bemerkungen in der Kaffeek√ľche werden ihnen die Ohren ausstechen. W√ľrde mich doch arg wundern, wenn ihr Herr Souver√§nundsicher diese alberne Klebezettelaktion f√ľr sich behalten hat? Ist doch ein sch√∂ner Gag, um wieder ein K√ľken zum Lachen und auf den Kopierer zu bekommen."
Er nahm einen Schluck und setzte die Flasche so heftig ab, dass Schaum aus dem Flaschenhals quoll. Doch st√∂rte er sich nicht daran. "Mauerblumen pflanzen sich nicht fort. Sie stecken in einer Wand fest und verbl√ľhen. Machen sie nur weiter so. Verbuddeln Sie sich zwischen den Zettelchen in ihrer Handtasche und alle Welt wird mit Ihrer Vorstellung so zufrieden sein, wie mit ihrer Arbeit. Aber rechnen Sie nicht mit Applaus. Ihr stilles Wasser wird tief und tiefer werden. So tief, dass es irgendwann anfangen wird, nach Methan zu stinken."
"Halten Sie den Mund!" stieß sie hervor.
"Was WOLLEN sie?!" schrie er. "Wenn Sie mir eine scheuern wollen, dann tun Sie das! Aber tun Sie endlich das, was Sie wirklich WOLLEN!!"
"ICH WILL, DASS SIE ENDLICH DEN MUND HALTEN!"
Es klatschte so heftig, dass sein Kopf zur Seite ruckte.
Schadenfreude kicherte durch die Kneipe und aus den Augenwinkeln wartete man gespannt auf eine Reaktion.
Die Frau saß zitternd, die Hände vor dem Mund, neben dem junge Mann, der seine zunehmend roter werdende Wange rieb. Langsam nickte er, nahm die halbvolle Bierflasche, setzte sie an und trank sie in einem Zug leer. Die Frau beobachtete ihn, die Augen flimmernd geweitet, nicht mehr wissend, was sie mit ihren Händen anstellen sollte.
"Oh, bitte, bitte verzeihen Sie ... Gla..glauben Sie mir, das ... das wollte ich eigent ..." "Entschuldigen Sie sich nicht." Er z√ľndete sich eine neue Zigarette an der Kerze an, wandte sich ihr zu - und l√§chelte. Seine Hand streckte sich ihr entgegen. "Aleksander", sagte er. "Und wie hei√üt du?"
Eher automatisch als gewollt ergriff sie die Hand. Ihr Druck war kraftlos und klamm. "Judith", brachte sie endlich heraus.
"Hat mich gefreut." Er legte die Schachtel, in der noch einige Zigaretten waren, vor ihr auf den Tisch. "Hier. Damit du heute nicht mehr schnorren mußt." Er erhob sich.
In ihrer Miene stand nichts als Verwirrung. "Wirklich", begann sie zögernd. "Du darfst nicht denken, dass ich das ... Ich meine diese Unbeherrschtheit ... Das ist ei... das ist echt nicht meine Art. Sonst."
"Sonst. Genau." Sein Lächeln wuchs zu einem breiten Grinsen. "Rauchen war auch nicht deine Art, oder? Was dies betrifft: Übertreib es nicht, okay?"
Daraufhin griff er nach seiner Jacke und seinem Notizb√ľchlein, wedelte mit diesem kurz. "Ich habe zu danken. Interessanter Abend."
Er ging, die Hände tief in den Taschen seiner Jacke, Richtung Ausgang. Bei einem kurzen Stop nahm er eine Flasche Hövels vom Tablett des Kellners, der gerade an einem anderen Tisch bediente, wisperte ihm etwas ins Ohr, worauf dieser lächelnd nickte. Dann verschwand der junge Mann hinter dem schweren Windfang.

(Rest paßt leider nicht mehr hier rein. Fortsetzung unter "Mauerblume"/Fortsetzung)

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Ralph Ronneberger
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