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Der ‚literarische’ Krimi bietet – und seine geschichtliche Entwicklung zeigt es - einer Unzahl verschiedenster Ansätze einen Rahmen.
Sei es das Thema „Moral“ nach jedwedem Verständnis, sei es der Wunsch, gesellschafts- oder sozialpolitisch einzuwirken, sei es die Auseinandersetzung mit zwischenmenschlichen Problemen und psychologischen Entwicklungen - der Autor kann alles einbauen.
Vielleicht ist 'underground' sein Stichwort, vielleicht möchte er einfach eine Liebesgeschichte jenseits des Kitsch erzählen oder aber witzig-ironisch vorgehen und den Krimi an sich und letztendlich den Menschen mit all seinen ‚auch negativen’ Eigenarten auf die Schippe nehmen.
Oder aber, und hier ist die Grenze zum ‚yellow press – Krimi’, er versucht sich an Tabus.
Nahezu alles, was man thematisch in einer Kurzgeschichte unterbringen kann, lässt sich auch in einen Kurzkrimi verpacken.
Die extreme Situation einer „Tat“, eines Verbrechens, schafft darüber hinaus den Rahmen, Protagonisten mit einer ungewohnten Situation zu konfrontieren, Konflikte zu verschärfen, Bewegung in bisher tatenlos erlebte Zustände zu bringen. Soll heißen: das Verbrechen (Crime) zwingt zu Aktivität ... bringt Veränderung.
Spannung ist unabdingbar, wenn man das Genre Krimi ‚bedienen’ möchte.
Wie man diesen Bogen aufbaut, ob nun chronologisch oder mit einem Einstieg beim spektakulären Höhepunkt, ob rückwaerts aufgerollt, ob ‚suspense’ oder ‚action’ - dafür gibt es kein Geheimrezept – hier ist einfach das sprachliche Vermögen der Autoren gefragt.
Eine knifflige, nicht auf Anhieb durchschaubare Konstruktion ist natürlich erfreulich. Aber nachdem nun seit Jahrhunderten schriftlich betrogen, gestohlen und gemordet wird, gibt es da kaum noch wirklich neue, verblüffende Verbrechen. Auch hier gilt: es liegt an den Autoren, wie spannend und fesselnd sie Altbekanntes neu gestalten.
Womit wir zur Arbeitsweise und zum Handwerk kommen.
Ziel dieses Forums ist es, zu einer aktiven Auseinandersetzung mit den eingestellten Texten zu kommen. Es ist ein bisher kleines Forum mit einer überschaubaren Anzahl an regelmäßigen Besuchern. Es wäre schön, wenn sich daraus eine Gemeinschaft entwickeln würde, die sich gegenseitig kreativ und konstruktiv unterstützt, um wirklich gute Texte zu gestalten.
Natürlich ist kein Text eine Gemeinschaftsproduktion. Das geht nicht und das will auch keiner. Aber wenn Signale gesetzt werden, dass Kommentare erwünscht sind und Überarbeitung auch erfolgt, dann kann diese Arbeit textimmanent und unabhängig von persönlichen Eitelkeiten erfolgen. Nicht jeder Hinweis ist wertvoll, nicht jeder Lektoratsvorschlag entspricht dem Stil der Autoren. Aber zumindest besehen diese sich die entsprechende Stelle und wenn sie sich gegen eine Änderung entscheiden, wissen sie zumindest, warum sie ihre Art der Formulierung für passend halten.
Ernsthaftes Einlassen auf erneutes Lesen und eventuelles Überarbeiten bedingt dann auch einen zweiten oder sogar dritten Kommentar der Leser, die auch zuvor Zeit und Energie aufbrachten, sich mit dem Text auseinanderzusetzen und ihn zu kommentieren. Ein Punkt, den sich jeder einstellende Autor klar machen sollte ... jeder Leser investiert. Jeder Kommentar heißt zumindest: Hey, warum machen wir nicht was aus deinem Text? Warum also diese Möglichkeiten, an sich und den Texten zu arbeiten, nicht nutzen?
Es sollten allerdings grundsätzlich nur Beiträge eingestellt werden, die schon ein wenig ausgereift sind. Für Entwürfe und Unfertiges steht die Schreibwerkstatt zur Verfügung.
In diesem Sinne:
Versuch macht klug!
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