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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
1 Kapitel aus Fol Danepen,
Eingestellt am 13. 09. 2001 15:14


Autor
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Egbert
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2001

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Drau├čen weht der Wind und bringt die Bl├Ątter der B├Ąume zum rauschen. Regnet es schon? Keine Ahnung, nur kalt ist es, das wei├č ich. Irgendwo weit oben donnert leise ein Flugzeug seine Tonspur in den Himmel. Das macht mich immer ganz kribbelig. H├Âre ich ein Flugzeug, kann ich mich nicht auf dem Platz halten, ich mu├č ans Fenster springen, den Kopf in den Nacken werfen und dem Stahlkolo├č hinterherblicken. Aha. Airbus. Alitalia. Italien. Sommer, Sonne, Sommersonne.
Gerade erwischt mich wieder ein kalter Windsto├č, ein St├Â├čchen eher, kalt am Arm. Ich habe meinen Pulli hochgekrempelt. Iregndwie gef├Ąllt mir diese Stimmung, auch wenn der Himmel grau und tr├╝b ist, schwere Wolken durchs Fenster triefen. Trotzdem, kann ichÔÇÖs verleugnen. Nat├╝rlich w├Ąre ich lieber weg, am Strand, im Freien, im Warmen unter Palmen und nicht alleine, nicht alleine, nicht wie hier wie hier.
Das Telephon rei├čt mich aus dem Tr├Ąumen, oh Mann, die Frau. Ja, hallo, ja, nat├╝rlich, nein, ich hab dich nicht vergessen, ja, doch nat├╝rlich, du bist mir wichtig, nein, ja, aber ich kann doch nicht jeden Tag anrufen, nein, doch ja nat├╝rlich, ja, ok, ja, ich dich auch. Du mich auch. Was ist das eigentlich. Als wir zusammenkamen, sagte ich, ich bin kein Gef├Ąngnis. Frauen brauchen Freiheit, das hatte ich gelernt, Frauen wollen frei sein, das wurde mir beigebracht, keine Eifersucht, keinen Stre├č, Frauen sind selbst├Ąndige Wesen, stehen auf eigenen F├╝├čen, ja, nat├╝rlich, und M├Ąnner engen sie ein, M├Ąnner klammern, M├Ąnner sind eifers├╝chtig, M├Ąnner wollen immer nur das Eine, n├Ąmlich Geld, jajaja, und ich habe gesagt: Ich bin kein Gef├Ąngnis ÔÇô und landete selber dort. Irgendwie erinnert mich das an den Pseudosimon aus dem Leben des Brian. Seit zwei Jahren geht das so. Seit zwei Jahren bin ich und rede mir ein, gl├╝cklich zu sein, in der Beziehung, es klappt ja auch gut, wir verstehen uns pr├Ąchtig. Ist es das? Manchmal denke ich, ist doch alles halb so schlimm und lebe wie der kalte Bauer.
War da nicht vor jahren etwas? Etwas Gro├čes, Wundersch├Ânes? Etwas, das mich bsi heute nicht losl├Ą├čt, dem nachzutrauern idiotisch w├Ąre, das sich nicht wiederzuw├╝nschen unm├Âglich ist? Ich wei├č es noch, wei├č es genau. Nur, hat es geklappt? Nein. Es ist schief gelaufen, typisch f├╝r mich, was schiefgehen kann, geht schief.
Verlieben m├╝├čte man sich, ja, denke ich, das m├╝├čte man, und versinke wieder im tr├╝ben Grau des Tages. So dumm das ist, aber es ist die gr├Â├čte Kraft. Nach Geld und Sex. Die Wolken ziehen vorbei, ohne da├č man es merkt. Sind doch eh alle gleichgrau, gleichtr├╝b, gleichfett. Regnet es schon? Ich wei├č es nicht. Was wei├č ich schon? Bin ich nicht das geborene Mittelma├č? Der Durchschnitt des Durchschnitts? Ist nicht mein Leben gespickt mit Fettn├Ąpfen, L├Âchern, in die ich zuverl├Ąssig falle, Stricke, ├╝ber die ich kontinuierlich falle. Ja, was schief gehen kann, geht schief. Gut, mag sein, ich bin nicht der klassische Pechvogel, doch was schief geht, geht schief. So ist das eben. So ist das. Ich bin mir sicher, nach bald drei├čig jahren, ich bin mir sicher, fast sicher, es zu wissen. Da gibt es mehr, ohne religi├Âs zu werden, aber da gibt es mehr. Viel mehr noch. In meienr Welt gilt nicht das BGB, guilt nicht das deutshce Starfgesetz. In meiner Welt herrscht Murphy! Und das ganz real Realer als real. Ist es Zufall, da├č diese Dinge an mir beobachtbar passieren? Immer ist es so, immer immer immer.
Wieder donnert ein Flieger nicht nah und nicht fern ├╝ber das dach meines Hauses hinweg. Ein pulsierendes ger├Ąusch ist es mit einbem leichten sirrenden Ton, wie eine S├Ąge, nur viel feiner. Wohin es wohl fliegt? In den S├╝den, zur Sonne, zur Frauheit? Braune K├Ârper am sandstrand? Oben ohne, als w├Ąre das das Normalste der Welt. Ungezwungen, nackt, wie Got das Walro├č schuf. Ich brauche frei, brauche frei von meiner bziehung. ich mu├č weg hier, weg aus meinem Gef├Ąngnis, das ich nie sein wollte, in dem ich nun bin. Das ewige Weib lockt, doch der einzige Ort, an dem ich es finde, ist in meinem Kopf. Die Gedanken sind frei. Von wegen. Mist, jetzt kommt das wieder, kommt und wieder stehe ich da, mit dem Besen in der hand, dem lappen und fege den Boden des Gemeinschfatsbads im Gasthaus und dann kommt sie herein umd Adieu zu sagen und zu gehen. Es wird ein Abschied f├╝r immer, denn sie geht fort. Nun kommt sie, da steh ich und sie umarmt mich und k├╝├čt mich, erst links, dann rechts dann mittenrein, da, woÔÇÖs so sch├Ân weh tut und wieder und wieder und bald liegen wir da am Boden im schaumigen Sp├╝lwasser und k├╝ssen und halten uns. Sie hatte schon einen kleinen Knall, hatte sie! ÔÇ×Bei├č michÔÇť,s agte sie und spielte Vampier. Ich mu├č lachen, wenn ich daran denke, aber es war sch├Ân. Iregdnwann kam mein Kollege. Mist, er war sauer, denn er hatte feierabend und wollte gehen. Nun warette er auf mich, seit einer dreiviertel Stunde, hatte ├ťberdreiviertelstunden gemacht und f├╝r mich die zeit totgeschlagen w├Ąhrend ich mich auf wei├čen Kacheln w├Ąlzte, bis mir der R├╝cken die Freundschaft k├╝ndigte. Ich sagte, es tut mir leid, er sagte, ich solle mein Maul halten und verschwand. Wir zupften unsre Kleider zurecht, denn, ja, wir hatten sie an, noch an, und sie klebten, sie stanken etwas nach Sp├╝li und dreckigem Badezimmerboden. Sie hielt sich an mir fest, w├Ąhrend wir ├╝ber den glitschigen Boden liefen und runter ind die Stube, wo ich mit meinem Dienst dran war. ├ťber mir, einen Stock h├Âher, wohnte der Bo├č mit seiner Familie. Sie verlie├čen mich und sich auf mich. Da stand ich da und sie stand neben mir, na├č und bibbernd und sie dr├╝ckte sich an mich und wir nahemn uns in und auf den Arm, legten uns hin auf den Tisch in der Rezeption, spielten R├Ąuberh├Âhle, Vampier und Dracula. ÔÇ×Bei├č mich, rief sieÔÇť und ich bi├č sie bis sie gl├╝cklich war. Ihr schwarzes Haar flog um ihr Gesicht, wie ein Kissen aus Watte. Und dann trieben wir es auf dem Tisch neben dem Putzeimer und dem Besen mit dem stinkenden gelbschwarzen Wischmob und kamen zusammen mit meinem Bo├č, sie mit mir, ich in ihr, er ins Zimmer und ich lernte Fliegen.
IIIIIIIIIK, die U-bahn h├Ąlt, Endstation. Mist. Soweit wollte ich gar nicht fahren. Ich steige aus. Warten bis die n├Ąchste kommt, um zur├╝ckzufahren Mu├č wohl, geht wohl nicht anders. Irgendwo h├Âre ich Musik. Ein Fest, Volksfest sogar. Da geh ich hin, warum nicht. Auch wenn das kein wirklich guter Grund ist, aber besser, als zu Hause zu sitzen und aus lauter Langeweile zu onanieren.

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