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Leselupe.de > Ungereimtes
Aber - so oder so
Eingestellt am 13. 11. 2001 19:26


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Elmar Feische
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2001

Werke: 110
Kommentare: 45
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Ich schaue nach vorn, aber verliere mich doch im Gestern.
Perspektiven wollte ich suchen, aber ich fand mich wieder bei der Spurenbeseitigung.
Über den Horizont weite ich meinen Blick aus, aber ich sehe vom Verfall geprĂ€gte Reliquien.
Visionen schweben mir vor, aber was ich sehe, sind lange abgelaufene Verfallsdaten.
Mit geschlossenen Augen sehe ich die Schönheit der Welt, aber wenn ich die Augen öffne, umgibt mich tiefes Dunkel.
Ich suche ein Gesicht, daß sich bei meinem LĂ€cheln öffnet, aber ich sehe nur nichtssagende Hinterköpfe.
Ich höre in mir eine wunderbare Melodie, aber wenn ich die LautstÀrke höher stelle, ist es nur ein nichtssagendes Rauschen.
Ich sehe ein wunderschönes Bild, bisher noch nicht gemalt, aber es verwandelt sich bei nÀherem Hinsehen in eine Verlust bringende Zahlenkolonne.


Der Traum besteht aus Bildern, GerĂ€uschen und GerĂŒchen von FĂ€ulnis und Verwesung, aber als ich aufwache, dringt durch das offene Fenster BlĂŒtenduft, das melodische Singen eines Vogels und ich sehe einen wolkenlosen blauen Himmel.

Ich fĂŒhle mich wie angekettet, aber bei nĂ€herem Hinsehen sind es keine Ketten, sondern liebevoll geknĂŒpfte Bande der Gemeinsamkeit.

Ich hatte die Hand schon am Abzug, aber als ich aufblickte und in die offenen, ehrlichen Augen blickte, vertagte ich den Zeitpunkt meines Abgangs auf spÀter.

Ich meinte, das Wort Liebe sei nicht mehr im Angebot, aber als ich im neuesten Lexikon des Lebens nachschaue, steht dort unter „Liebe“: „Einfachstes und wirksamstes Mittel um gemeinsam auf Dauer glĂŒcklich zu sein“.

Ich ging meines Weges, traurig und mit tief gesenktem Blick, aber aus der PfĂŒtze am Boden wĂ€rmte mich das reflektierende Sonnenlicht.

Ich spĂŒrte TrĂ€nen, die an meinen Wangen herabliefen, aber es waren Tropfen, die von sonnendurchfluteten, taubeladenen BlĂ€ttern auf mich fielen.

Ich meinte, am Ende der Welt angekommen zu sein, aber als ich nochmal auf den Wegweiser blickte, sah ich, daß ich den Richtungspfeil falsch gelesen hatte.

Die GerĂ€usche in meinem Innern machen mich krank, aber wenn ich die Ohrenstöpsel entferne, kommt eine wohltuende, tiefe Stille ĂŒber mich.

Ich hatte immer das GefĂŒhl, allein zu sein, aber dann dachte ich, daß viele allein auch eine Gruppe sind, die Gemeinsamkeiten haben können.

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