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Leselupe.de > Ungereimtes
Abschied
Eingestellt am 10. 12. 2001 23:04


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Oliver Uschmann
Guest
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ABSCHIED

Als die großen BrĂŒder fielen
War ich fern und ungestimmt
Bilderlos umhergetrieben
In den Straßen wie ein Wind

Jedoch er holte mich schnell ein
Der Untergang von uns im Ganzen
Er drÀngte sich in mich hinein
Und floss Beton wo einst die Pflanzen

Blaubeflimmert eingestimmt
Digital und laut befleckt
Hab ich mich schnell umbesinnt
Und mich still und leis versteckt

Lief in keine ruhige Kirch‘
Lief nicht schreiend durch die Nacht
Taumelte nicht Krieg und Rache
Habe nicht mal nachgedacht

Habe nur gespĂŒrt den Zweifel
An dem Sand auf dem ich stand
An dem Boden der mich einst
Noch hielt, nicht sicher, aber sanft

Habe unter Kriegsgeflimmer
Vorgeschob‘ner Worte macht
Beschlossen leis fĂŒr jetzt und immer
Dass ich flĂŒchte vor der Schlacht

FlĂŒchte vor granat’gen Splittern
KnĂŒppeln, Helmen, Heldentum
FlĂŒchte vor dem Wort der Vielen:
„Bist‘ gegen mich, bring ich dich um“

Und so sitze ich und schweige
Stummgemacht vom großen Mord
Der doch nur ein Bildnis war
FĂŒr den Tod an jedem Ort

FĂŒr das Sterben ohne Bilder
FĂŒr das Leiden ohne Ton
FĂŒr das Wirken vieler Wilder
Die sich nennen – Zivilisation

Schweige stockend vor dem Geiste
Dem es kriecht aus seiner Faust
Vor dem Geiste, der sein Wesen
Auf allen Seiten brĂŒtend baut

Schweige bettbedeckt im Dunkeln
Hoffend auf die ruhige Nacht
Sehe Bilder leise funkeln
Stark gewehrt und leis gekracht

Will verlassen diese StÀtte
Die meine Sprache nicht mehr spricht
Visioniert und weggetrÀumt
Geht zuende meine Schicht

Will das Schild passierend winken
Lebe wohl, oh alter Ort
Ohnmacht aus den Sternen trinken
Und einfach sagen: „Ich geh fort“

Doch dieser Ort, er lÀsst mich nicht
Er wÀchst vor jedem neuen Schritt
Folgt wie ein Schatten meinen Wegen
Wer einmal Mensch, dem traut man nicht

Drum drehe ich mich langsam um
Und sage unschuldslamm das Wort
„Die Liebe“, so naiv und stumm
Und dann erst schicken sie mich fort









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