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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Alles Routine - Ein ganz normaler Tag
Eingestellt am 28. 08. 2006 18:32


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mixattack
Hobbydichter
Registriert: Aug 2006

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1. Montag morgen: 8:10 Uhr –
und die Woche nimmt kein Ende


Es ist schon eine rein unmenschliche Zeit, dachte Marco Karlsberg, als er um 7:50 Uhr die TĂŒr zu seinem BĂŒro aufschloß. Er war einer von 27 hochmotivierten Mitarbeitern einer kleinen Telekommunikationsfirma, die es innerhalb von 5 Jahren geschafft hatte, den Jahresgewinn zu verdreifachen. Abgestandener, modriger Geruch stieß ihm in die Nase, als er das Licht anknipste. Von innen wirkte das BĂŒro noch schĂ€biger, als man vorher von außen den Eindruck gewinnen konnte. Karlsberg konnte sich nicht mehr daran erinnern, wann hier zum letzten Mal renoviert wurde. Als er sich umsah, erblickte er grĂ€sslich gestrichene hellgrĂŒne WĂ€nde, aus der Decke baumelten graue, teilweise schluderhaft mit Deckweiß ĂŒberpinselte Stromkabel. Ein krasser Verstoß gegen die berufsgenossenschaftlichen Sicherheitsvorkehrungen! Keiner konnte aufklĂ€ren, warum hier nicht auf mehr Sicherheit geachtet wurde. Das BĂŒro bestand aus drei RĂ€umen. Im Nebenraum, in dem immer der Azubi seine Arbeit verrichtete, waren die WĂ€nde komischerweise orange gestrichen worden. Eine Tatsache, die bis heute niemand logisch erklĂ€ren konnte - oder wollte. Ausgelegt waren alle RĂ€ume mit einem braun-grau gefleckten Teppich, dem man sein Alter bereits ansah. Überall hingen Flappen umher, notdĂŒrftig abgedeckte Löcher wurden mit diversen dunkelbraunen Teppichvorlegern ĂŒberdeckt. Grauenhaft. Wenn man auf den Hof blickte, tat man das durch alte, vergammelte Holzfenster, deren Rahmen vor einigen Jahren in einem Himmelsfahrtskommando mehrfach laienhaft mit verschiedenen Farbtönen ĂŒbergestrichen worden waren. Ein Zustand, den Karlsberg nur zu gut kannte. Er stieß einen Seufzer aus.

Wieder einmal war er der Erste gewesen, der das GebĂ€ude betreten hatte. Eigentlich hatte er dafĂŒr Mitleid verdient. Aber Mitleid kannte man in dieser Firma nicht. Er wußte nur zu gut, das jeder Arbeitnehmer mindestens 5 Minuten vor acht an seinem Arbeitsplatz sitzen sollte. Das war schriftlich durch eine interne Aktennotiz festgehalten worden.

Seine anderen Kollegen, absehen vom Personalchef vielleicht, hatten immer einen trifftigen Grund, nicht genau um 7:55 Uhr am Arbeitsplatz sitzen zu mĂŒssen. Karlsberg arbeitete nun schon seit 7 Jahren in der Buchhaltung. Er verfiel ins GrĂŒbeln. War er wirklich schon solange in dieser Firma beschĂ€ftigt ? Er konnte es nicht glauben. Er mochte einfach nicht weiter darĂŒber nachdenken. Zuviel negatives hatte er hier schon erlebt. An der Innenseite der EingangstĂŒr hingen von verschiedenen Kollegen alte, mit Tesafilm befestigte Postkarten aus diversen Urlaubsorten. Nicht mehr namentlich zu dokumentierende Kollegen hatten die schönsten Briefmarken einfach rausgeschnitten, und den Rest der Postkarte wieder an ihren Platz geklebt. NatĂŒrlich sah es nicht mehr schön aus. Aber auch daran ließ sich der Zustand dieses BĂŒros am besten beschreiben.

Seine beiden Kollegen, mit dem er die Buchhaltung am laufen hielt, waren Trottendorf und Meiners. Gislinde Meiners war seine Chefin. Eine Chefin der ganz ĂŒblen Sorte. Wenn jemand seine Arbeit ganz genau nahm, dann war sie es. Man könnte meinen, sie hĂ€tte die Begriffe wie AkribitĂ€t, Perfektionismus und Gewissenhaftigkeit selber erfunden. Es gab keinen Fehler, den sie nicht versuchte aufzudecken und dann auch tatsĂ€chlich aufdeckte. Und wenn es manchmal Tage dauerte. Das war egal. Ihr uneingeschrĂ€nkter Einsatz, ihr angeborener Ehrgeiz, ihr bestimmt-wirkender Ton, auf Kollegen einzugehen – die Markenzeichen der Buchhaltungsleiterin.

Da war sein anderer Kollege, Torsten Trottendorf, ein ganz anderes Kaliber. Er hatte vor einem halben Jahr neu angefangen, war etwa 2 Jahre jĂŒnger als Karlsberg und lag mit Karlsberg auf einer WellenlĂ€nge. Sie waren schon seit Jahren befreundet und bestritten zusammen den Kampf gegen die ungeliebte und verhasste Abteilungsleiterin. Einen Kampf, den man nicht seinem ergsten Feind wĂŒnschen wĂŒrde. Einen Kampf, den beide nicht gewinnen konnten. Die VorgĂ€ngerin von Trottendorf hatte aus privaten und beruflichen GrĂŒnden die Segel gestrichen und war nun in der Altenpflege tĂ€tig. Karlsberg war damals ziemlich ĂŒberrascht gewesen, als er erfuhr, das sein neuer Kollege einer seiner besten Freunde wurde. Meiners hatte damals mit allen Mitteln versucht zu verhindern, das Trottendorf eingestellt wurde. Ihre BegrĂŒndung lag darin, das sie die Vorahnung hatte, die beiden Herren könnten sich zu gut verstehen und evtl. gegen Sie schießen. Wobei die Chefin gar nicht mal falsch lag. Nach langem Hin und Her hatte man Torsten Trottendorf zuerst eine Absage erteilt, ihn dann spĂ€ter doch eingestellt. Eine Tatsache, die Karlsberg aus bekannten GrĂŒnden begrĂŒĂŸte.

Man hatte manchmal das GefĂŒhl, das Meiners den neuen Kollegen besonders unter Beobachtung hatte - vielleicht um ihn genauestens zu kontrollieren – mit Sicherheit aber, um ihre These zu untermauern, das es doch die falsche Wahl gewesen war, Trottendorf einzustellen. Manchmal konnte Trottendorf einem richtig leid tun. Aber viel wichtiger war, das Trottendorf und Karlsberg zusammenhielten und der Chefin Paroli boten.

Getreu nach dem Motto: Es ist nett, wichtig zu sein, aber viel wichtiger, nett zu sein ! Ein goldener Spruch, der bei Trottendorf wie die Faust aufÂŽs Auge passte. Man konnte keinen Kollegen gebrauchen, der weder Einsatzbereitschaft noch Mut und Fleiß vermissen ließ. Karlsberg unterstĂŒtzte seinen Kollegen in allen Bereichen. Er wußte, das er sich im Falle eines Falles auf Trottendorf hundertprozentig verlassen konnte. Einer fĂŒr alle, alle fĂŒr einen.

Diese drei Personen bildeten das Team der Buchhaltung. Es ging nicht immer wie in einem Team zu, obwohl Meiners das von ihren beiden Kollegen verlangte. Die viele Arbeit, die in der Abteilung zu erledigen war, tat sein ĂŒbriges dazu. Karlsberg hatte schon seit Monaten gemerkt, das die Stimmung eigentlich nicht weiter nach unten sinken könne, aber er wurde jeden Tag eines Besseren belehrt. Und es gab noch eine HĂŒrde, die die beiden Kollegen ĂŒberwinden mussten: Eine Person, die das genaue Gegenteil der Buchhaltungschefin verkörperte, eine Person die Karlsberg und Trottendorf am liebsten nie kennengelernt hĂ€tten – eine Person, die den Leuten in der Buchhaltung das Arbeitsleben zur Hölle machte: Carsten Schmitz – der erste von drei Auszubildenden des Betriebes. Auf den ersten Blick ein liebenswerter, schĂŒchterner, ruhiger und zurĂŒckhaltener junger Mann. Aber der erste Eindruck tĂ€uschte gewaltig. Schmitz hatte es faustdick hinter den Ohren. Er war jemand, der jegliche Motivation und LoyalitĂ€t zu seinem Job vermissen ließ. Was er jeden Tag bot, war eine indiskutable und miserable Leistung. Die Arbeitsleistung war dermassen schlecht, das man ihn mit dem normalen Bewertungsmodell der Schule nicht mehr benoten konnte. Sogar die Note 6 wĂ€re noch unverdient gewesen. Es gab nur wenige Leute die Karlsberg kannte, mit denen er Schmitz auf eine Stufe stellen wĂŒrde. Wenn er ehrlich war, eigentlich keinen. So bitter das auch klingen mag, der junge Auszubildende versuchte jeden Tag, seine schlechte Leistung des Vortages noch zu toppen. Dabei hatten Trottendorf, Karlsberg und Meiners anfangs auf die miesen Kritiken der anderen Abteilungen keinen Pfifferling gegeben und Schmitz versucht, ihn in die Belange der Buchhaltungsarbeit einzuweisen. Aber nach einigen Tagen merkte man, das die anderen Abteilungen mit Recht froh waren, den ungeliebten Azubi abgegeben zu haben. Wenn er Lust hatte, wurde der Firmenstempel nicht auf einem Scheckeinreicher gestempelt sondern mal so eben an die Tapete im BĂŒro. Irgendwas fiel Schmitz immer ein um Aufsehen zu erregen.

FĂŒr Karlsberg bestand kein Zweifel, das Schmitz das Wort Motivation weder erklĂ€ren noch schreiben konnte. Einfache Aufgaben wurden entweder gar nicht, oder nur teilweise erledigt. Wenn er ausnahmsweise mal etwas zu Ende gebracht hatte, konnte man davon ausgehen dass das Ergebnis vor lauter Fehlern nur so wimmelte. Und dabei kam es schon sehr selten vor, das Schmitz etwas zu Ende machte. Er war einfach zu faul und nahm die Ausbildung auf die leichte Schulter. Ein fataler Irrtum, wie sich spĂ€ter herausstellen sollte.

Das Schlimmste jedoch war, das Schmitz diesen Zustand auch nicht Ă€ndern wollte. Oftmals hatte er GesprĂ€che mit Meiners gefĂŒhrt, aber auch die sonst so aufdringliche und autoritĂ€r-wirkende Bereichsleiterin hatte es nicht geschafft, Schmitz auf den richtigen Weg zu fĂŒhren. Vielleicht konnte er es aber auch wirklich nicht. Karlsberg war sich da nicht mehr so sicher. Einfach zuviel hatte er schon mit dem Stift (umgangsprachlich: Azubi) erlebt.

Er hĂ€tte BĂŒcher schreiben können. Aber noch viel schlimmer war jedoch, das Schmitz kurz vor der AbschlussprĂŒfung stand, und noch nicht einmal das Wissen eines PrĂŒflings im ersten Lehrjahr nachweisen konnte. Schmitz wirkte manchmal fahrig, unkonzentriert, lustlos, unmotiviert und launisch und machte sich auch keine Gedanken ĂŒber das „Leben danach“. Sein einziger Kommentar dazu war, er wolle sich erstmal arbeitslos melden und sich das eingezahlte Arbeitslosengeld vom Staat zurĂŒckholen. Was fĂŒr eine kranke Phantasie, dachte Trottendorf. Er erinnerte sich an einen Vorfall zurĂŒck, als Schmitz dreckiges Geschirr in den GeschirrspĂŒler einrĂ€umen sollte. Nachdem er alle schmutzigen Tassen verkehrt herum in das GerĂ€t eingerĂ€umt hatte, wunderte er sich um so mehr, als nach Beendigung des SpĂŒlvorgangs alle Tassen voll Wasser gefĂŒllt waren. Da ist es dann auch zu erklĂ€ren, warum nach dem AusrĂ€umen aller Tassen der Teppich vor dem GeschirrspĂŒler so nass war, das viele Keime auf Anhieb eine neue Heimat fanden. Er war schon ein besonderer Mensch. Vielleicht nett im privaten Bereich, doch fĂŒr einen BĂŒrojob nicht geboren. Wenn man es sich recht ĂŒberlegte, wurde es mit ihm jedoch nie langweilig. Es passierte eigentlich immer was.


Zitat Carsten Schmitz:

< Mein Tag fĂ€ngt an, wenn ich um 17:00 Uhr in meinen Wagen steige, mir meine Kippe anzĂŒnde und den ZĂŒndschlĂŒssel umdrehe >


In diesem Augenblick hechtete Trottendorf ins BĂŒro, naßgeschwitzt und mit hochrotem Kopf begrĂŒĂŸte er seinen Freund mit einem kurzen Nicken. Wahrscheinlich wieder etwas mit seinem Auto, dachte Karlsberg, der wie Trottendorf ein ziemlicher Autonarr war. Trottendorfs durchtrĂ€nktes, edles Seidenhemd klebte nass am Körper, er wischte sich die Schweißperlen von seiner Stirn. Er hĂŒstelte mit heiserer Stimme < Hab mein Handy nicht gefunden > und ging zu seinem Schreibtisch. Zu seinem Erstaunen stellte Trottendorf fest, das seine ungeliebte Chefin auch noch nicht da war. Erleichterung machte sich breit. Ein GlĂŒcksmoment fuhr durch seinen Körper. Man hĂ€tte das wieder einen Anschiss gegeben, wenn Meiners das bemerkt hĂ€tte.

Karlsberg blĂ€tterte in seiner allerneusten Tuningzeitung und nahm von der Äußerung seines Kollegen keine Notiz. Er brauchte dringend neue DenkanstĂ¶ĂŸe fĂŒr sein vor zwei Monaten erworbenes Audi 80 Cabrio, um dieses weiter aufzumotzen. Er war ein besessener Autotuningfan, und hatte eigentlich immer irgendwas an seinem Wagen zu tun, und war immer bemĂŒht, sein Cabrio optisch noch besser aussehen zu lassen. Aber Trottendorf stand ihm in nichts nach.

Teilweise hatten die beiden Kollegen die WĂ€nde im BĂŒro mit Sportpostern und anderen Bildern verschönert. Karlsberg und Trottendorf hatten schon an ihrem Job keinen Spass, da wollten sie sich wenigstens wie zuhause fĂŒhlen. So konnte man sich das Leben in diesem ekligen BĂŒro einigermassen ertrĂ€glicher machen. Aber im Endeffekt war diese Maßnahme vergebene LiebesmĂŒh. Vielmehr was es doch so, das man sich immer wieder etwas vormachte. Wenn man auf dem Scheißhaus sitzt, stinkt es ja trotzdem, auch wenn man vorher gespĂŒlt hatte.

< Ist Meiners krank ? > fragte Trottendorf nur trocken, worauf sich Karlsberg jedoch immer noch nicht regte. Wahrscheinlich hat sie mal wieder keinen Bock, dachte Trottendorf. Als sein Blick nach links schwenkte, sah er Meiners den langen, mit roten Pflastersteinen belegten Weg entlanglaufen. Es war genau 8.03 Uhr, als Meiners lauthals die EingangstĂŒr öffnete. Es polterte. Voller Hektik war Meiners die Brotdose aus der Tasche gefallen, was ihr öfters mal passierte. Mist, dachte Trottendorf, der ein besonders schlechtes VerhĂ€ltnis zu seiner Vorgesetzen pflegte. Die TĂŒr fiel ins Schloß. Meiners grinste leicht und quĂ€lte sich ein schleimiges < Guten Morgen > heraus. Dieses gequĂ€lt aufgesetzte LĂ€cheln kam so eklig rĂŒber, das man am liebsten gekotzt hĂ€tte. Nie wußte man so genau, wie man dieses leichte Schmunzeln deuten sollte. Es konnte bedeuten, das heute ein wundervoller Tag vor ihnen lag, wenn man Pech hatte, dann hatte man wieder so einen Tag erwischt, wo man sich gleich die Arschkarte abholen konnte.

Plötzlich hörte man leichtes Knacken auf dem Flur. Ein Feind im Anmarsch. Die TĂŒr öffnete sich und Rolf Markert kam ins BĂŒro. Markert war seines Zeichens Personalchef dieser Firma; einer der hochrangigsten Persönlichkeiten, die diese Firma jemals gesehen hatte. Manche nannten ihn auch nur „Bluthund“, da er sich gerne in unwichtige Sachen so richtig festbiss, aber ĂŒberhaupt keine Ahnung von der ganzen Materie hatte.

Zum einen war er immer zu einem SpĂ€ĂŸchen aufgelegt, zum anderen konnte er aber ein richtig, fieser Personalchef sein. < Ihn zu unterschĂ€tzen könnte ein großer Fehler sein > hatte Meiners mal gesagt. Markert grinste und seine aufgesetzte Fröhlichkeit konnte Karlsberg ĂŒberhaupt nicht vertragen. < Na sind wir heute morgen wieder etwas zu spĂ€t losgefahren? > fragte der Personalchef sĂŒffisant.. Gislinde Meiners, die jedoch mit dem Auspacken ihrer Tasche beschĂ€ftigt war, schaute nur kurz hoch und packte weiter ihre Tasche aus. Mit ihrer Butterbrotdose in der einen Hand und ihrem Bauer Sahne-Kirsch-Joghurt in der anderen Hand war die Buchhaltungsleiterin auf dem Weg in die KĂŒche. Man erkannte leichte NervositĂ€t, als sie hastig ihre Butterbrotdose zum zweiten Mal fallen ließ < Puuh, ich hab verschlafen. Kann ja auch mal vorkommen. > entgegnete Meiners nur kĂŒhl zurĂŒck. NatĂŒrlich war Markert bekannt, das seine Kollegin einen etwas weiteren Anfahrtsweg als er hatte – aber immer wieder konnte er sie damit aufziehen. < Du, das gilt auch fĂŒr Dich. FĂŒnf Minuten sollt ihr am Arbeitsplatz sitzen. Oder soll ich Euch wieder beim Alten anschwĂ€rzen ? > Markert kam sich in seiner Position vor wie ein kleiner König. Meiners schaute Markert an, sagte aber keinen Ton. Im gleichen Augenblick warf Markert einen seiner versauten Witze ein:

< Unterhalten sich zwei Penisse > sagte Markert, < Mensch Du, die wollen uns das Viagra wegnehmen, sagt der erste Penis. Erwidert der zweite: Meinst Du, die lassen uns wirklich hÀngen? >

GelĂ€chter glitt durch den Raum. Teilweise sind die Witze gar nicht so schlecht, dachte Trottendorf und lachte innerlich weiter. Markert konnte sich gar nicht mehr einkriegen. Er war eigentlich der Einzige, der immer ĂŒber seine eigenen Witze besonders laut lachen musste.

Just in diesem Moment fiel die schwere HolztĂŒr im Flur ins Schloss. Alle zuckten zusammen. Das hatte nichts Gutes zu bedeuten. Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer Marius Kohl war im Anmarsch. Kohl hatte vor ungefĂ€hr 20 Jahren die Firma gegrĂŒndet und sich damit einen Lebenstraum erfĂŒllt. Er war Anfang 60, hatte ein gepflegtes Auftreten und war im wahrsten Sinne des Wortes der Big Boss. Jeder zollte ihm Respekt. Besonders Markert. Hatte er es ihm doch zu verdanken, das er diesen wohl fĂŒr seine VerhĂ€ltnisse einzigartigen Job im PersonalbĂŒro bekommen hatte. Trottendorf hatte mal gesagt, er mĂŒsste dem lieben Gott jeden Abend die FĂŒsse kĂŒssen, fĂŒr so einen leichten Job. In seinem frĂŒheren Leben war Markert mal Rechtsanwaltsgehilfe gewesen. Wie kam also ein gelernter, kleiner Anwaltsgehilfe auf den Posten eines Personalchefs ? Einfache Antwort: Vitamin B. Streitig war nur die Meinung, ob Markert diesen Posten aufgrund seiner uneingeschrĂ€nkten Kompetenz bekommen hatte, oder wegen seines sicheren Auftretens. Keiner wusste es so genau.

< Der Alte ist da. Ich muss jetzt hoch > sagte Markert nur kurz und verabschiedete sich hastig von seinen Kollegen. Er lief die drei Treppen rauf zu seinem BĂŒro und man merkte gleich, wie ihm die DĂŒse ging. Sein Gesichtsausdruck hatte sich verfinstert. Auch wenn er oftmals seinen Respekt gegenĂŒber Kollegen vermissen ließ – hier brachte Markert den allergrĂ¶ĂŸten Respekt mit. Er war seinem Chef gegenĂŒber einhundertprozentig loyal. Er begrĂŒĂŸte seinen Chef mit einem freudig-schleimigen < Guten Morgen >, doch Kohl schenkte ihm wie immer keine Aufmerksamkeit. Er war bereits mit seinen morgendlichen Telefonaten beschĂ€ftigt.

Markert hatte sich gerade zu seinem Aktenschrank umgedreht, als ein zierlich, hĂŒbsches, weibliches Wesen an ihm vorbeihuschte. Ein gutaussehendes, kleines, wildes Luder. Es war Claudia Sievers, die zweite Auszubildende des Betriebes. Auf den ersten Blick wirkte sie unheimlich sĂŒĂŸ und hilflos, in Wirklichkeit war sie aber ein arrogantes, undurchsichtiges, verwöhntes, verdorbenes, kleines MiststĂŒck. Es gab eigentlich keinen Mann, dem sie nicht den Kopf verdrehte oder um den Finger wickelte.

Ihr Vater war Regierungsabgeordneter. Ein ganz hohes Tier in der Politik. NatĂŒrlich war auch hier Vitamin B im Spiel, was die Ausbildungsstelle betraf. Vor gut zweieinhalb Jahren hatte sie eine Ausbildung zur BĂŒrokauffrau begonnen und stand nun, wie auch Schmitz, kurz vor der PrĂŒfung. Diese sollte in rund zwei Monaten stattfinden. Im Gegensatz zu Schmitz hatte man hier die geballte Ladung Kompetenz vor sich. Naja, zumindestens ansatzweise. Sie hatte schon mehrere Ausbildungen angefangen und aus akuter Unlust auch wieder vorzeitig beendet. Sie hatte zwar ebenso launisch wie faul diese Ausbildung begonnen, sich dann aber im letzten Jahr gefangen. Sie wusste, das diese Ausbildung „ihre allerletzte Chance war“ im Berufsleben Fuss zu fassen. Und das kam nicht von ungefĂ€hr. Kohl hatte ihr kĂŒrzlich grĂŒndlich den Kopf gewaschen, von da aus ging es mit ihr immer besser.

Eine Maßnahme, die man sich auch von Schmitz erhofft hatte. Aber nach der dritten, hĂ€rteren Ermahnung hatte man es bei Schmitz aufgegeben. < Ich habe nur kurz aufgeraucht > sagte Sievers hustend und setzte wieder ihre leidensfĂ€hige Unschuldsmiene auf.

Markert zog eine Grimasse. < Kommt das bei Ihnen eigentlich öfter vor, daß Sie zu spĂ€t kommen? > fragte Markert witzelnd und zeigte auf die Uhr auf seinem Telefondisplay. Diese zeigte 8.07 Uhr. Man spĂŒrte, wie er es genoß, kleineren Angestellten so richtig den Marsch zu blasen. Er konnte manchmal autoritĂ€r wirken, meistens fehlte jedoch die dazugehörige Kompetenz. Wieder einmal wollte er witzig sein. Aber es gelang ihm auch diesmal nicht. Sievers entschuldigte sich kleinlaut, und bat sich gleich an, den riesigen Stapel Ablage abzuarbeiten. Markert stieß einen leisen Pfiff aus – mußte er sich nun nicht mehr um die so geliebte morgentliche Ablage kĂŒmmern. Eigentlich war das seine einzige Aufgabe, die er bis 9.00 Uhr zu erledigen hatte. Dann kam die Eingangspost – und damit seine zweite höchstwichtige Aufgabe des Tages. Er packte seine Tasche und zog die allerneuste Ausgabe des Stern-Magazins heraus. Er fing an zu blĂ€ttern und lehnte sich genĂŒĂŸlich zurĂŒck.

Was fĂŒr ein wundervoller Anfang eines stressigen Tages, dachte der Personalchef und verfolgte freudestrahlend, wie Sievers sich schwitzend am Stapel Ablage zu schaffen machte. Er war stolz darauf, wie er die Leute dirigieren konnte. Er war auch froh, das er immer wieder einen Kollegen fand, der seine schwierigen Aufgaben ĂŒbernahm – und was viel wichtiger war, das der Chef nicht merkte, wie unfĂ€hig er eigentlich war. Er wusste nur zu gut, das er nicht viel drauf hatte. Vielmehr war ihm schon lange klar, das er ein ganz Ă€rmliches Dasein fristete. Was war bloß aus ihm geworden ? Kein Selbstbewusstsein, kein gradlinieges Auftreten, keinerlei Erfahrungen – nichts konnte er aufbieten. Er erinnerte sich an seine Zeit als Anwaltsgehilfe zurĂŒck und geriet ins trĂ€umen. Immer wieder geisterte in seinem Kopf herum, wie er massenweise Akten von einem Stockwerk ins nĂ€chste schleppen musste. Er erinnerte sich nur ungern an diesen harten Job zurĂŒck. Er hatte schon damals gewußt, das er zu etwas „höherem“ geboren wurde. Verdammt nochmal war er froh, das diese elendige Buckelei ein Ende hatte.

Zitat von Torsten Trottendorf ĂŒber Markert:

< Klein und schÀbig,
dafĂŒr leb ich >

Viele kannten ihn nur als reinen „Verpisser“. Er selbst wollte aber nicht soweit gehen. Sagen wir mal so: Es bereitete ihm keine schlaflosen NĂ€chte.


Derweil im Einkauf

< Guten Morgen > sagte Stefans, als er Deidendorf im BĂŒro erblickte. Michael Stefans war Mitte 30 und trug einen Vollbart. Er war leicht untersetzt und auch sonst ein lustig, knuffiges Kerlchen. Sein Kollege Holger Deidendorf war etwas kleiner, zierlicher und hatte eine sportliche Figur. Er war ungefĂ€hr im gleichen Alter. Beide arbeiten im Einkauf. Es fehlte nur noch Klaus Körbel – der Mann hinter den beiden Einkaufsleuten: Bester Freund des Personalchefs und Leiter der Einkaufsabteilung. Er hatte eine große Statur, war etwas ĂŒbergewichtig, Anfang 50 und ein kleiner Schneuzer zierte sein Gesicht. FĂŒr viele war der Schneuzer nur ein Art Alibi, damit keiner seiner Kollegen es wagte, seine hochgeschĂ€tze AutoritĂ€t zu untergraben. In Fachkreisen nannte man ihn auch „Special Agent“. Dieser Spitzname wurde aus einer uneingeschrĂ€nkten Tatsache geboren: Er hatte so gut wie gar nichts zu tun, und wenn er mal vom Big Boss mit irgendwelchen Aufgaben betreut wurde, dann machte er gleich ein so grosses Ding daraus, das man denken konnte, er arbeitete beim britischen Geheimdienst. Man wusste nicht mehr, wer diesen Spitznamen mal erfunden hatte. Wichtig war nur im Kollegenkreis, das der Spitzname wie die Faust aufs Auge passte. Viele unterschĂ€tzten Körbel. Aber er konnte jedoch, Ă€hnlich wie Markert, sehr ernst und pflichtbewußt werden. Ein Kollege, mit dem man eine Menge Spaß haben konnte. Zumindestens wenn man ihm zuhören konnte und genauso wenig Arbeit hatte wie er selber. Er hatte in seinem Leben schon viel erlebt und musste jedem, der es wissen wollte, dieses auch ausfĂŒhrlich erzĂ€hlen. Zeit dazu hatte er ja. Ein Kollege, der aber auch mal hinlangen konnte, wenn es drauf ankam. Seine beiden Einkaufsleute nahm er jedoch in Schutz und liess auf die zwei nichts kommen. Eine gute Eigenschaft, wie Karlsberg fand. Körbel sagte immer < Ihr könnt in meiner Abteilung machen was ihr wollt – wenn alles lĂ€uft >. Meistens lief auch alles – auch wenn es dann an ihm vorbeilief. Fakt war jedenfalls, das vieles an ihm vorbeilief. Der Einkauf hatte generell nicht soviel zu tun, und wenn mal ein Fehler passierte, passten Deidendorf und Stefans auf, das Körbel nichts mitbekam. Und das war nich allzu schwierig. Erstens war Körbel immer unterwegs, um seine Lebensweisheiten denen Leuten mitzuteilen, die auch nichts zu tun hatten. Zum zweiten hatte er von der ganzen Materie nicht sehr viel Ahnung. Die meiste Arbeit machte sowieso Deidendorf. Er war auch in der Firma der Mann, der die meiste Ahnung in Einkaufsdingen vorweisen konnte. Wenn Stefans mal Fragen hatte, ging er jedenfalls zu seinem Kollegen Deidendorf. Körbel war nur dafĂŒr da, den Kopf hinzuhalten, wenn mal wirklich irgendetwas schief lief.

< Willste ma Kaffee kochen > fragte Deidendorf seinen GegenĂŒber, der sich auch zugleich gequĂ€lt in Richtung KĂŒche absetzte. Ein Blick in die Abteilung genĂŒgte, und man wusste sofort, wo man war. Richtig Bock zu arbeiten hatte hier niemand und jeder war froh, wenn eine Zigarettenpause anstand. Wenn man aber mal „stilles MĂ€uschen“ spielte hörte man aus jeder Ecke lautes Stöhnen.

In der KĂŒche angekommen, traf er Otto Herman, ein schlanker, schlaksiger, pfiffiger Typ. Er war Mitte 40, laut Stellenbeschreibung in der Firma als Techniker angestellt. Er leitete den Technikbereich, der vor kurzem noch 3 Mann umfaßt hatte. Leider hatten zwei seiner Kollegen den langen Arm der GeschĂ€ftsfĂŒhrung zu spĂŒren bekommen und wurden einfach wegrationalisiert. Ein GefĂŒhl, bei dem es auch Herman durch Mark und Glieder fuhr, wenn er nur daran dachte. GrĂŒnde, die Herman bis heute nicht verkraftet hatte. Er war als einziger ĂŒbrig geblieben. Der letzte Mohikaner sozusagen. Dabei konnte man ihm nichts vorwerfen. Er kam immer pĂŒnktlich, war stets fleißig und hatte richtig Grips im Köpfchen. Ihm konnte man in Sachen Elektrotechnik nichts vormachen. In den letzten Jahren hatte er oftmals den Chef von irgendwelchen windigen AuslandsgeschĂ€ften abhalten wollen, aber leider vergebens. Vielleicht war das auch der Grund, das sein Feedback bei den oberen Herrschaften kein Gehör mehr fand. Vielleicht war ein Manko aber auch, das er kein Deutscher war, und die deutsche Sprache nun mal nicht hundertprozentig beherrschte. Trotzdem konnte man ihm gut auskommen. Durch seine freundliche, umgĂ€ngliche Art war er bei vielen Kollegen beliebt und geschĂ€tzt. Es gab eigentlich nichts, was Otto nicht konnte oder nicht machte. Er hatte fĂŒr jeden seiner Kollegen ein offenes Ohr und war immer hilfsbereit. Eine Eigenschaft, von dem sich so mancher Kollege eine Scheibe abschneiden könnte. Karlsberg und Trottendorf hatten schon viel mit ihm an ihren Autos rumgebastelt. Das kam natĂŒrlich nicht von ungefĂ€hr: Herman war Tcheche und war in der damaligen Tchescheslowakei Rallye gefahren. Er kannte sich mit Autos sehr gut aus und gab sein Wissen an die beiden jĂŒngeren Kollegen gerne weiter.

< Moin Moin > sagte Herman kurz, als er seinen Kollegen Stefans frustrierend und mit gequÀlter Miene an der Kaffeemaschine erblickte. Er schlug ihm auf die Schulter.

Es war ein Akt der Routine, den Stefans ausfĂŒhrte – eigentlich immer morgens 8.10 Uhr an dieser Stelle, an dieser Kaffeemaschine. Wie immer war auch dieses Mal das Geschirr nicht abgewaschen. Auch dieses Mal konnte er den Portionslöffel nicht finden. Auch dieses Mal steckte er wieder eingebuddelt im Kaffeemehl. Er hasste dieses morgendliche Kaffeekochen. Aber es fand sich leider kein anderer Dussel, der diesen Job ĂŒbernehmen wollte. Wie jeden Morgen blieb die Drecksarbeit an ihm hĂ€ngen.

Als er zurĂŒck in sein BĂŒro kam, klingelte das Telefon. < Fa. Möhrers & Sohn > sagte Deidendorf hastig und stellte das GesprĂ€ch zu seinem Kollegen durch. < Guten Morgen Herr Stefans, wir können die bestellten Holzplatten fĂŒr Ihren Lagerumbau erst in gut einer Woche liefern > sagte eine freundliche Frauenstimme am Telefon, und löste damit bei Stefans einen kurzen kalten Schauer aus. Noch ganz benommen von dieser Nachricht, ĂŒberlegte Stefans noch wĂ€hrend des Telefonats, was er nun machen sollte. Er brĂŒllte ein nervöses < Morgen > in den Hörer. Seine markante, holzfĂ€llerartige Stimme beunruhigte die Teilnehmerin am anderen Ende. Wieder mußte er ein Problem lösen, wie so oft in letzter Zeit, obwohl er sich vorgenommen hatte, die erste Stunde damit zu verbringen, die neuesten Sportnachrichten in seiner Tageszeitung zu studieren. Zu allem Überfluß war heute morgen sein Bereichsleiter Körbel krankgeschrieben – was ihn nicht gerade in Freude versetzte. < Vielen Dank fĂŒr die Nachricht. Mit den Platten hat sich erledigt. > Stefans warf den Hörer auf die Gabel und fluchte. Seinen Tonfall hatte er fĂŒrÂŽs erste gesenkt. Ihm war auf einmal klargeworden, daß er nun die Sache schnellstmöglich entscheiden mußte. < Laut Aktennotiz vom ... > , murmelte Stefans in sich hinein < ... sind die Materialien fĂŒr den Lagerumbau, bis spĂ€testens ... > ein GerĂ€usch schreckte ihn aus seinen Gedanken. Schon wieder stört mich jemand bei der Arbeit, dachte Stefans, als er das Schrillen seines Telefons bemerkte. Sein Kollege Deidendorf hatte bereits den Raum verlassen, so daß er nun wohl oder ĂŒbel das GesprĂ€ch entgegennehmen musste. Voller Zorn schrie er < Stefans > in den Hörer, und hatte den Lagerarbeiter Werner Tippel an der Strippe. < Sag mal, wo bleiben die Holzplatten, wir wollen endlich loslegen ? > keuchte Tippel mit heiserer Stimme. Stefans wußte gar nicht, wie er die ganze Sch... noch koordinieren sollte. Ein großes Organisationstalent war Stefans nie gewesen. Auch seine Arbeit nahm er nicht immer ganz genau. Aber es hatte sich schon im Haus rumgesprochen, das sein Job auf dem Spiel stand. Noch ein Missgeschick konnte er sich nicht mehr erlauben. Zuviel hatte er schon verbockt und die Firma an den Rand eines Ruins gebracht. Manche munkelten bereits intern hinter vorgehaltener Hand, er wĂŒrde sich nicht mehr lange halten können. FĂŒr Stefans begann ein Ritt auf der „Rasierklinge“. Er spielte auf BewĂ€hrung. Viele meinten auch, Stefans wußte Bescheid und er wĂŒrde sich bereits anderweitig umschauen – aber Beweise dafĂŒr gab es nicht. < He, was ist los ? Wo bleiben die verdammten Platten ? >

Tippel wirkte ungeduldig und fing langsam an, mit seinen Fingern auf die Telefonmuschel zu klopfen. < Muß ich klĂ€ren, ruf Dich gleich zurĂŒck > sagte Stefans schnell, und schmiß den Hörer auf die Gabel. Er wirkte nervös und unruhig. Stefans hatte keinen blassen Schimmer, was er nun tun sollte. Seine HĂ€nde zitterten. Vielleicht sollte er erstmal was einwerfen. Er öffnete die rechte Schublade seines Schreibtisches, fand eine kleine, rote Dose und öffnete sie. Er zitterte erneut, dieses Mal ein bisschen heftiger,. Er schluckte zwei von den kleinen, weißen Pillen. Er spĂŒrte, wie er innerlich ruhiger wurde.



ZurĂŒck in der Buchhaltung

< Ich weiß gar nicht, warum ihr immer so eine Hektik macht ? > Diese Äußerung konnte nur von einem Menschen stammen – und zwar von Trottendorf. Der Stapel Arbeit auf seinem Schreibtisch wurde immer grĂ¶ĂŸer, Meiners ĂŒbte weiteren Druck auf ihn aus, indem sie noch wichtige Unterlagen kopiert haben wollte – und das möglichst in der nĂ€chsten Viertelstunde. Auch Schmitz war mal wieder keine große Hilfe, auf die man bauen konnte. < Carsten, sieh mal zu, das Du die Kundin Meier anrufst, und sie nach Ihrer neuen Bankverbindung fragst > sagte Trottendorf in der Hoffnung, das der Azubi diesmal selbststĂ€ndig und ohne zu zögern diese Aufgabe erledigte. Aber da hatte er sich getĂ€uscht. Schmitz drehte sich verstört zu seinem Kollegen um und versuchte mit diversen Albernheiten seinen Kollegen auf die Palme zu bringen, indem er genĂŒsslich und ohne ersichtliche Motivation auf den Tasten der Schreibmaschine herumklapperte und Grimassen Richtung Trottendorf zog. Karlsberg, der schon öfters mit mahnenden und lauten Worten versucht hatte, Schmitz an seine Arbeit zu erinnern, war bereits auf 180 und schickte den Azubi lauthals in die KĂŒche, um den GeschirrspĂŒler anzustellen. < Das mĂŒsste er eigentlich hinkriegen > scherzte Karlsberg seinem Kollegen zu > als der Azubi mit finsterer Miene in die KĂŒche lief. < Und bau keinen Scheiss > warf Karlsberg hinterher, war sich aber ziemlich sicher, das Schmitz seine beiden Ohren mal wieder auf Durchzug geschaltet hatte. < So wie ich ihn kenne, kommt er gleich an und fragt wie man den GeschirrspĂŒler anstellt. Wollen wir wetten ? > witzelte Trottendorf und hatte fĂŒr einen Augenblick seine Gedanken nicht bei seiner Arbeit. Aber Karlsberg hatte ihm schon nicht mehr zugehört. Im gleichen Atemzug wies Meiners ihre beiden Untergebenen zu Recht und erinnerte Trottendorf an die Kopien. Es war 8:17 Uhr als Trottendorf frustrierend Richtung Kopierer schlurfte. Er hatte es satt, immer wieder die Launen von seiner Chefin ertragen zu mĂŒssen.

Am Kopierer angekommen, sah Trottendorf seinen Kollegen Markert lauthals pfeifend am Fenster stehen. < Mmmh, Herr Trottendorf, ich hab da ein Problem. < Na was denn fĂŒr eins ? > murmelte der Buchhalter. Vielleicht können sie mir helfen. Welches Brötchen soll ich als erstes zum FrĂŒhstĂŒck essen: Thunfisch mit Ei oder Salami mit Schinken und Salat, was meinen Sie ? > sagte Markert lachend. Trottendorf, der immer noch nicht den Anpfiff von seiner Chefin verdaut hatte, nahm von der Frage des Personalchefs ĂŒberhaupt keine Notiz und machte brav seine Kopien. < Wissen Sie eigentlich, das 60% aller MĂ€nner fremdgehen ? > meinte Markert flapsig, der fröhlich kauend seine Bildzeitung durchblĂ€tterte. < Ich frage mich, was ich falsch mache > flachste er weiter und bemerkte nicht, das Trottendorf voller Gedanken Richtung Buchhaltung schlenderte. Plötzlich passierte es. < Mann oh Mann, Ihre arrogante Art macht Sie nicht gerade sympathisch > polterte Markert, als er seinen Blick von der Bildzeitung nahm, und bemerkte, das sein Kollege ihn kommentarlos stehen ließ. Das VerhĂ€ltnis der beiden war ziemlich abgekĂŒhlt, da Markert Trottendorf vor geraumer Zeit vorgeworfen hatte, er wĂŒrde mit falschen Karten spielen. Desweiteren hatte Trottendorf derbe Probleme mit Markerts Arbeitseinstellung, die seiner Meinung nach in keinster Weise stimmte. Als dann auch noch vom Chef mehrere Ermahnungen wegen ZuspĂ€tkommens kamen, war es um das anfangs gute VerhĂ€ltnis der beiden geschehen. NatĂŒrlich war es richtig, jemanden zu ermahnen, der zu spĂ€t kam bzw. der nicht 5 Minuten vor Arbeitsbeginn an seinem Schreibtisch saß. Ungerecht wird es nur dann, wenn 5 Mitarbeiter zu spĂ€t in Ihr BĂŒro kommen und nur einer ermahnt wird. Das hatte Trottendorf richtig erkannt. Vielleicht war das der unbĂ€ndige abgrundtiefe Hass, den er gegen den Personalchef hegte. Karlsberg jedenfalls hatte schon mehrere Male versucht zu schlichten, aber er hatte das GefĂŒhl, das irgendwann einmal die Bombe platzen wĂŒrde. NatĂŒrlich war Karlsberg bewusst, das es in diesem Fall seinen geschĂ€tzen Kollegen treffen könnte. Wahrscheinlich sogar. Denn der Personalchef hatte natĂŒrlich den lĂ€ngeren Arm. Und das machte ihm Angst. Verdammte Angst. Es gab nicht viele Kollegen in der Firma, denen er vertrauen konnte. Und Trottendorf gehörte in diesen kleinen geschĂ€tzen Kreis. Karlsberg hatte mal vor einiger Zeit versucht, seine Kollegen in ganz spezielle Gruppen einzuteilen.

Da gab es eine Gruppe, die bestand aus „hochrangigen Persönlichkeiten“ wie beispielsweise Marius Kohl. Weiterhin unterteilte er nach „hochwichtiger“ und „wichtiger“ Prominz im Sinne der Firma. Aber da gab es noch ein GrĂŒppchen, das ihm besonders am Herzen lag. Eine Gruppe, die er zum einen bedauerte und ein wenig Mitleid verspĂŒrte, zum anderen abgrundtief hasste. Trottendorf hatte mal den Begriff „bemitleidenswert“ eingeworfen. Das kam der Beschreibung dieser kleinen, unscheinbar, wirkenden Gruppe ziemlich nahe. Karlsberg nannte sie nur „die kleine Willis“. Ein Begriff, der wie die Faust aufs Auge passte. Abgeleitet hatte Karlsberg diese Gruppe von der Serie „Biene Maya“. Auch da gab es einen kleinen treulosen Willi an Mayas Seite, der ohne die Biene Maya vollkommen hilflos und verloren wĂ€re. Immer wieder flog er ungeschickt und unselbststĂ€ndig von BlĂŒte zu BlĂŒte und rutschte von einem Missgeschick ins nĂ€chste. An diesem Beispiel konnte man gut erkennen, welche Personen Karlsberg in dieser Gruppe sah. Markert war so ein spezieller Kandidat. Auch Körbel passte gut in diesen kleinen, hilflosen Kreis.

< Mann labert der heute wieder einen MĂŒll > sagte Trottendorf zu seinem Kollegen, als er wieder die Buchhaltung betrat. Er wirkte immer noch ein klein wenig desillusioniert, was Karlsberg aufgrund der allgemein angespannten Lage im Haus bzw. in der Abteilung verstehen konnte. < Wen meinst Du ? Specki oder den kleinen Willi ? > fragte Karlsberg, der verwundert seinen Kollegen anstarrte. Nichts war mehr von glĂŒckseliger Harmonie und uneingeschrĂ€nkter Motivation, die er von seinem Tischnachbarn gewohnt war. Auch Trottendorf gehörte zu den Kollegen, die richtig Gas geben konnten. Wohl gemerkt: konnten !!!






Mal war er hochmotiviert, mal depressiv in sich gekehrt. Karlsberg beschrieb es immer so, als ob jemand mit einem Presslufthammer die Straße aufreißt. Manch andere Kollegen stochern mit einem Eispickel nur wild umher und im Endeffekt warten Sie solange, bis der Mann mit dem Presslufthammer kommt. Aber wenn Trottendorf in Fahrt kam, dann riß er nicht nur eine Straße auf, sondern die ganze Wohngegend. Er war schon ein PhĂ€nomen. Und er mochte in. Er kannte Trottendorf seit dem Kindergarten, wo sie schließlich auch Freunde geworden waren. Es gab eigentlich nur einen Punkt, wo sich die beiden Freunde nicht einig waren: Die Musik. Karlsberg stand mehr auf alle aufkommenden Boygroups und machte auch keinen Hehl daraus. Trottendorf stand, wie er selber sagte, auf intellektuellere Musik, wie beispielsweise Herbert Grönemayer. Aber beide verstanden sich trotzdem, obwohl sie einen sehr unterschiedlichen Musikgeschmack hatten.

Hatte Karlsberg frĂŒher in seiner Anfangszeit immer noch hĂŒbsch geschwiegen, gab Trottendorf jetzt schon den Ton an. Kam ihn einer dumm, ließ er ihn das auch spĂŒren. Eine Auffassung, die Karlsberg an seinem Kollegen zu schĂ€tzen vermochte. Seit diesem halben Jahr war bei Trottendorf von der anfĂ€nglichen Euphorie nichts mehr zu spĂŒren. Eine Tatsache, die Karlsberg Angst machte. < Unser kleiner Willi natĂŒrlich. Hat wieder Zeit und zĂ€hlt seine Brötchen > murrte Trottendorf. Aus seinen Augen sah man den blanken Hass. So ein Typ in so einer Position. Unfassbar! Das gibtÂŽs doch gar nicht. Möchte wissen, wen der wieder bestochen hat, dachte Trottendorf innerlich.

< Denk mal wieder an was anderes, an was schönes > sagte Karlsberg, und dachte dabei innerlich an die beiden heimlichen Leidenschaften seines Kollegen: Frauen und Autos. Karlsberg war davon fasziniert, das Trottendorf es geschafft hatte, immer noch seinen allerersten Wagen zu fahren, einen Golf 2 Sondermodell Madison. Dieser Wagen war einfach Kult, fand Karlsberg, obwohl er genau wußte, das dieser Wagen irgendwann an der Last seiner MĂ€ngel zusammenbrechen wĂŒrde. Aber irgendwie konnte er seinen Kollegen auch verstehen. Es war schließlich sein allererstes Auto, das er von seinem ersten selbstverdienten Lohn gekauft hatte. Er zollte ihm Respekt, obwohl er auf der anderen Seite wiederum nicht verstehen konnte, das man in einen so alten Wagen noch so Unmengen von Geld reinsteckte. Geld, das man sich in dieser Firma hart erarbeiten mußte. Sehr hart. Er konnte ein Lied davon singen. Das Geld reichte hinten und vorne nicht.

JĂ€h wurde der Autofreak aus seinen Gedanken gerissen, als Meiners mit neuen Aufgaben vor seinem Schreibtisch stand. Trottendorf sollte fĂŒr einen großen, sĂ€umigen Kunden eine Kontoaufstellung anfertigen, die wahrscheinlich wie er selber meinte < .. ihn den ganzen Tag in Anspruch nehmen wĂŒrde > und Karlsberg wurde mal wieder zum Scannen abkommantiert. „Scannen“ beschrieb Karlsberg folgendermaßen: Lustlose und voller Frust geplagte Menschen, die zu archivierende Belege fotokopieren bzw. verfilmen und in einem Computer abspeichern, um Sie bei Gebrauch wieder auf den Bildschirm des Computers zu laden und ggf. bei Bedarf auszudrucken. „Scannen“ war eine gottverdammt schlechte und langweilige Arbeit, eine Art ABM Maßnahme, die Karlsberg in letzter Zeit öfters ausfĂŒhren mußte. Er haßte es nur schon, wenn Meiners in ihrer penetrant oberlehrerhaft wirkenden Art ihn darauf hinwies. Er haßte es wie die Pest, aber es blieb ihm nichts anderes ĂŒber. Scannen bedeutete ja auch noch mehr. Irgendsoein Trottel hatte mal die Idee, man könnte Aktenordner sparen, und so wurden alle gescannten Belege nicht mehr abgeheftet – sondern vernichtet. Nur einen Nachteil hatte die ganze Geschichte: Das Scannprogramm war so schlecht, das bei einigen Belegen diverse Zahlen nur noch schemenhaft auf dem Bildschirm zu erkennen waren. Wer jemals in einer Buchhaltung gearbeitet hat, der weiß, das alle (wohlgemerkt alle) Belege auch nach Jahren noch lesbar sein mĂŒssen. Man denke z. B. an eine SteuerprĂŒfung, wo alle Belege zur PrĂŒfung vorgelegt werden mĂŒssen. Karlsberg wußte nur zu gut, das eben nicht alle gescannten Belege auch lesbar waren. Er wĂŒrde sogar noch weitergehen: Da nicht er, sondern auch andere Personen die Belege scannten, mußten man auch davon ausgehen, das einige Rechnungen, oder KontoauszĂŒge gar nicht eingescannt worden waren. Dieses System bot ein hohes Risiko, wenn man nicht ganz genau und vor allem konzentriert arbeitete. Karlsberg wurde es seinerzeit eingebleut. Aber wußten das auch Aushilfen, Praktikanten und Azubis ???

Widerwertig und vom Haß getrieben schlurfte Karlsberg ins Nebenzimmer wo der Scanner seinen Platz hatte. Ein recht kleines BĂŒro, mit unzĂ€hligen Macken. Aus den WĂ€nden sah man einzelne lose KabelstrĂ€nge baumeln, fĂŒr die sich keiner verantwortlich zeigte. Hauptsache primitiv, dachte Karlsberg. Das zeigten auch die in unterschiedlichen Farben angestrichenen WĂ€nde. Man durfte froh sein, wenn man auf dem ausgefranzten Teppich kein Ungeziefer entdeckte. Karlsberg öffnete das alte, von HolzwĂŒrmern angefressene Holzfenster. Staubige, schlechtriechende Luft stieg ihm in die Nase. Ein ungemĂŒtlicher und schĂ€biger Raum. Ein laues LĂŒftchen ließ ihn fĂŒr einen kurzen Augenblick den festsitzenden Mief in diesem Zimmer vermissen. Im Raum befand sich nur ein alter Schreibtisch, auf dem der Computer mit dem Scanner stand. Auf der Fensterbank fand man ein Ă€lteres Transistorradio. Ein Hilfsmittel, das Karlsberg dringend benötigte, um die Stunden in diesem BĂŒro zu ertragen. Ein Blick aus dem Fenster verriet ihm, das es heute ein wunderschöner Tag werden sollte. Es war 8:27 Uhr, und die Temperatur war fĂŒr diese Zeit schon ziemlich angestiegen. Er nahm auf dem alten BĂŒrostuhl Platz und dachte an seine Freundin. Wie gerne hĂ€tte er in diesem Augenblick alles hingeschmissen. Nur die Milben auf diesem Stuhl leisteten ihm in diesem Augenblick Gesellschaft. Ein Umstand, den Karlsberg so hinnehmen musste. Hier hatte er schon einige Tage seiner langjĂ€hrigen Arbeitszeit verbracht. Nicht immer gerne, aber was blieb ihm anderes ĂŒbrig. Seine Gedanken kreisten wild umher als Trottendorf ins Zimmer stĂŒrmte, um ihn auf ein wichtiges TelefongesprĂ€ch hinzuweisen. Karlsberg fĂŒhlte sich von dem Elend erlöst und verließ freudestrahlend das Zimmer.

Als er sein Arbeitszimmer betrat, sah er Meiners wild gestikulierend mit der Bank telefonieren. Wahrscheinlich war wieder etwas mit dem neuen Onlineprogramm nicht in Ordnung, dachte Karlsberg. Das Programm war sehr komfortabel zu bedienen, erleichterte auch die Arbeit, wies aber trotzdem immer wieder Fehler auf. Das Schlimme jedoch war, das keiner in der Lage war, diese Fehler abzustellen, was in der Buchhaltung jeden Tag fĂŒr helle Aufregung sorgte. < Können Sie mir sagen, warum der heutige Überweisungsauftrag ĂŒber 18.765.45 EUR nicht ausgefĂŒhrt wurde? > hörte er Meiners sagen, aber anscheinend bekam sie keine Antwort. Karlsberg nahm den Hörer seines Telefons auf und meldete sich mit einem freundlichen < Guten Morgen >. Er wusste, das dieser „Gute Morgen“ nur eine reine Floskel war. Mehr nicht. Jeder im BĂŒro wusste, das dieser Morgen nicht gut war. Am anderen Ende erwiderte Heiko Kasten seine freundliche Stimme. Kasten hatte seinen Arbeitsplatz im HauptgebĂ€ude und war lt. seiner Stellenbeschreibung „Projekt- und Organisationsleiter“.

Karlsberg war sich jedoch immer noch unschlĂŒssig, ob ihn dieser Posten auch wirklich ausfĂŒllte. An seiner Stelle hĂ€tte er ihn sofort den Posten des Vertriebsleiters zugeschnitten, aber seine Meinung wollte nun mal keiner hören. Kasten war um die 40, rank und schlank und hatte ein gepflegtes Äußeres. Er kam aus der Branche und kannte sich mit den TĂŒcken des Alltags ganz genau aus. Trotzdem hatte dieser Mann, von dessen Kompetenz war Karlsberg 100% ĂŒberzeugt, nicht nur Freunde im Betrieb. Man munkelte bereits, das einige Leute ganz schwach an seinem Stuhl sĂ€gten. Es ging sogar soweit, das man meinte, es wĂŒrde an allen vier Stuhlbeinen gesĂ€gt und die einzige Frage, die noch zu klĂ€ren wĂ€re, ist diejenige, welches Stuhlbein zuallererst krachte. Er saß auf einem brennenden Stuhl, der jeden Moment explodieren könnte. Karlsberg stufte Kasten auf der „Pro-Seite“ ein. Er war zwar kein Freund, aber ein guter Kollege, den er auch akzeptierte und dem er Respekt zollte. < Wo waren Sie den gestern ? Ich dachte, wir wollten ins Casino ? > fragte Kasten in seiner gewohnt charmanten, offenen Art.

In diesem Augenblick öffnete sich die BĂŒrotĂŒr und Burkhard Stein trat mit seinem gelben Postkasten herein. Karlsberg unterbrach das GesprĂ€ch und schaute Stein an. < Guten Morgen > sagte Karlsberg und bekam wie jedesmal ein genuscheltes, leises < Guten Morgen >. Stein legte die Post auf den Schreibtisch von Frau Meiners. Er war ein seltsamer Kerl. Ein regelrechter Kauz. Niemand kannte ihn genau, keiner wußte was er genau trieb, keiner hatte Kontakt zu ihm. Vielleicht auch deswegen weil er so seltsam war. Ihn nannten alle nur den „Postminister“. Steins Aufgabe bestand darin, morgens die Eingangspost zu bringen und abends die Ausgangspost in allen Abteilungen wieder abzuholen. Auch wichtige Mitteilungen wurden von Stein von Mitarbeiter zu Mitarbeiter gebracht. Ein verdammt trostloser Job. Sein Alter wurde auf Mitte dreißig geschĂ€tzt, aber keiner wollte sich hierbei genau festlegen. Er machte viele Fehler, und konnte sich auch nicht genug artikulieren. Vielleicht war das sein Problem. Er trug einen sogenannten Ziegenbart und viel vor allem durch seine ungepflegten FingernĂ€gel auf. Sein lĂ€ngster Nagel am kleinen Finger war ca. 2 cm lang. Manchmal erwischte man ihn, wie er sich mit seinem rechten lĂ€ngsten Fingernagel im Bart kratzte. Seine allgemeine Ă€ußerliche Ungepflegtheit bestannt auch darin, das er wie ein Stinktier mĂŒffelte. Entweder wusch er sich nicht, oder er wechselte nie seine Kleidung. Man konnte ihn auch nicht darauf ansprechen oder mit ihm diskutieren. Man verstand ihn nĂ€mlich nicht.

Nachdem sich Stein vergewissert hatte, das keine Post mehr im Ausgangskorb lag, verabschiedete er sich mit einem kurzen, nuscheligen < TschĂŒss >. Keiner reagierte auf den Postminister.

Karlsberg wandte sich wieder seinem GesprĂ€ch mit Kasten zu. < Ich hab Sie nicht vergessen, mein Wagen hat gestreikt. Irgendwas an der Wegfahrsperre. > meinte der Buchhalter nĂŒchternd – in der Hoffnung, Kasten wĂŒrde ihm das abnehmen. In Wahrheit hatte er keine Lust gehabt, mit ihm ins Casino zu gehen. Viel lieber sei er zum Sport gefahren, um eine ganz kleine sĂŒĂŸe Maus zu treffen. Diese geisterte ihm schon seit mehreren Wochen im Kopf herum. Zumindestens um sie zu sehen. Versteht sich. < Kein Problem, können wir ja nĂ€chste Woche nachholen > sagte Kasten und hörte aus dem Hintergrund ein Klopfen an seiner BĂŒrotĂŒr. < Ich muß Schluß machen, wir bleiben in Kontakt. Die Handynummer haben Sie ja. Bis dann > So kannte man Heiko. Immer unter Strom, immer den Griff am Abzug. Das war vielleicht auch das Problem seiner Kollegen, die mit seiner forschen und angriffslustigen Art nicht immer zurecht kamen. < Ok, machen wir, bye bye> sagte Karlsberg und legte auf.















Im Lager

Schweißnaß und mit hochrotem Kopf kroch Tippel auf dem Lagerboden umher. Der Boden war so dreckig, das die Kakalaken und Spinnen hinter kaputten Autoreifen, jeder Menge Schrott und von HolzwĂŒrmern zerfressenen Holzpaneelen ihre Eier legten. Trotzdem fĂŒhlte sich Tippel hier wohl. Dreck und Ungeziefer machte ihm nichts aus. Hier konnte er ungestört seine Brotmahlzeiten verdrĂŒcken, und – wenn es nötig war, auch mal ein kleines Nickerchen einlegen. Seine Vorgesetzten wĂŒrden ihn hier oben niemals suchen – es war ihnen einfach zu dreckig. Tippel war Anfang 40, hatte ein glattpolierte Glatze, einen ungepflegten Dreitagebart und war – man muß es so deutlich sagen – ziemlich dick.

Sport trieb er nicht, es sei denn man sieht das einarmige Reißen, was er jeden Abend durchfĂŒhrte als Sportart. 10 Flaschen Bier jeden Abend war Pflicht, obwohl er genau wußte, das seine kleine, zierliche Frau immer wieder Probleme hatte, die Bierkisten in den fĂŒnften Stock ihrer kleinen Etagenwohnung zu schleppen. Er hatte sich mittlerweile ĂŒberlegt, seine Frau zu entlasten, in dem er abends immer mit einer Flasche Korn nach Hause kam – die er selbstverstĂ€ndlich selber mitbrachte. Es war ihm bewusst, das er auf dem besten Weg war, alkoholabhĂ€ngig zu werden. Er fing leicht an zu zittern. Er sah auf seine Hand. Sie war sehr unruhig. War es wirklich schon so weit gekommen. Er sah ein, das er diese Tatsache nicht mehr leugnen konnte.

Er nahm sein Leberwurstbrot aus der Tasche seiner Latzhose und biß genĂŒĂŸlich in die erste HĂ€lfte. Ihn vermisste keiner. FĂŒr jeden seiner Vorgesetzten war er nur ein kleiner, muckeliger Lagerarbeiter, ohne jegliche Rechte, nur mit einem Haufen Pflichten. Den einzigen Grundsatz den er immer, wohlgemerkt IMMER beherzigte: Kein Alkohol am Arbeitsplatz. Sollte er mit einem Tropfen Alkohol erst einmal anfangen habe, wĂŒrde eine Lawine ins Rollen geraten. Und das wĂŒrde das Ende in dieser Firma bedeuten. Er trank einen Schluck aus seiner Colaflasche und ĂŒberlegte, was er als nĂ€chstes machen mußte. Stefans hatte sich immer noch nicht bei ihm wegen der Holzplatten gemeldet. Zeit, um sich noch ein bisschen auszuruhen. Er mochte Holzarbeiten, und war froh, das er mit der DurchfĂŒhrung dieser hochqualifizierten Arbeit beauftragt worden war. Man konnte alles ĂŒber ihn sagen, aber nicht das er faul wĂ€re, und schon gar nicht, das er zwei linke HĂ€nde hĂ€tte. < Tippel ? > hörte er eine freche, dreiste unmotivierte Stimme rufen. Es war Wolfgang Lorzing, der zweite Mann im Lager. Eigentlich stand Lorzing eine Stufe in der Hierachie ĂŒber ihm, aber Tippel war von seiner Kompetenz und LoyalitĂ€t gegenĂŒber Vorgesetzten nicht ĂŒberzeugt. Um nicht zu sagen: Er haßte seine eklige, schleimige Art, sich bei Vorgesetzen beliebt zu machen und ihm dann spĂ€ter einen reinzuwĂŒrgen. Das erschwerte das Arbeiten mit ihm ungemein, und da war es natĂŒrlich kein Wunder, das es immer wieder zu Differenzen zwischen den beiden MĂ€nnern kam. Und irgendwann wĂŒrde er es Lorzing zeigen. Normalerweise mĂŒssten sich die beiden MĂ€nner ergĂ€nzen und gut miteinander arbeiten können. FĂŒr Tippel kein Problem, aber Lorzing spielte sich immer als großer Chef auf. Obwohl man immer wieder merkte, das Lorzing Fehler machte ohne Ende und Tippel diese ausbĂŒgeln musste. < Was is, > polterte Tippel und aß schnell den letzten Rest seines Brotes auf. Er atmete tief und schluckte den letzten Rest von seiner Pausenmahlzeit runter. < Ich komme. Was ist denn los? > keuchte Tippel mit seiner heiseren Stimme und ging die Leiter schnell herunter. Sein Kopf war nass und man sah ihm die Aufregung förmlich an. Lorzing war von der Statur her das absolute Gegenteil. Er war stĂ€mmig, ausgewachsen, hatte einen gepflegten Schnauzbart und war spindeldĂŒrr. Er trug seinen schwarzen Rollkragenpullover, den er abgöttisch liebte. Lorzing war Mitte 30 und trug eine kleine Nickelbrille. Er war erst seit kurzem im Lager und das hatte sein Kollege nicht verkraftet. Immer wieder spĂŒrte man den die vielen Differenzen, die zwischen beiden MĂ€nnern auftraten. < Wir mĂŒssen los, die Ware abladen. Beeil Dich Mann. Der Big Boss kommt gleich zur Abnahme. Und wegen Dir laß ich mir keinen reinwĂŒrgen. Also komm in die StrĂŒmpfe > Tippel wischte sich mit seinem HemdĂ€rmel die Schweißperlen von der Stirn und schaute Lorzing vorwurfsvoll an. Er spĂŒrte den Streß, den sein Kollege verbreitete. Und das war das einzige, was er nicht abkonnte. Langsam trottete er mit Lorzing Richtung Rolltor.



ZurĂŒck im EinkaufsgebĂ€ude

Mit tiefen und langen ZĂŒgen rauchte Stefans seine Zigarette. Es war gerade 9:02 Uhr und der Streß der letzten Stunde hatte sich einigermaßen gelegt. Herman hoffte noch auf einen heißen Kaffee, als er das GebĂ€ude betrat. Und er hatte GlĂŒck. Sein GefĂŒhl ließ ihn nicht tĂ€uschen. Er erblickte frisch gebrĂŒhten Bohnenkaffee und fĂŒhlte sich gleich besser, nachdem er einen großen Schluck aus seiner Tasse getrunken hatte. VertrĂ€umt und voller Zufriedenheit schlenderte er auf sein BĂŒro zu. Er sah, wie Stefans voller Hast in seinen Unterlagen kramte. < He, mach mal locker, Michael, Du bist ja schon ganz rot im Gesicht > sagte er zu Stefans, und unterbrach ihn so in seinem hektischen Drang, seine Unterlagen durchzuforsten. Es musste eine Lösung geben, dachte Stefans innerlich, immer noch wild wuselnd an seinem Schreibtisch sitzend. < Kein Problem, hab alles im Griff > log Michael seinem Kollegen vor, in der Hoffnung, das er ihn in Ruhe ließ. Das GlĂŒck meinte es gut mit ihm. Herman zog sich zurĂŒck, als er in seinem BĂŒro sein Telefon lĂ€uten hörte. Stefans wusste, das er mit dieser LĂŒge nicht nur Zeit gewonnen, sondern auch einen lĂ€stigen Kollegen abgewimmelt hatte. Trotzdem war er sich unsicher. Hoffentlich hatte Herman nichts gemerkt. Er wusste nicht, ob Herman aufgrund seiner internen Arbeitplatzsituation nicht alle Augen und Ohren offenhielt, um seinen Kopf zu retten. Stefans traute ihm nicht ĂŒber den Weg.

Er hatte sich deutlich geÀndert, nachdem seine beiden engsten Kollegen entlassen worden waren. Er schwor sich, Herman im Auge zu behalten. Aber zuallererst hatte er ein anderes Problem. Wo sollte er die fehlenden Holzplatten auftreiben ?



Exportabteilung

Dröselberg blickte verschlafen auf seine Uhr. Es war gerade 9:14 Uhr. Es war ein ganz langweiliger Tag. Vielleicht der langweiligste Tag, den er je in dieser Firma erlebt hatte. Er sah zu seiner Kollegin Keibel rĂŒber, die eifrig Ihre Eingangspost durchsah. Wenn er doch nur so motiviert sein könnte wie Keibel. Er sollte sich ein Beispiel an diesem Arbeitseifer nehmen. Aber irgendwie kam er heute nicht in Tritt. Gerhard Dröselberg, auch „Drösel“ genannt, hatte einen lauen Job. Keiner konnte sich genau daran erinnern, wann er in der Firma begonnen hatte. Nur die Personalabteilung natĂŒrlich. Aber es interessierte auch keinen. So unscheinbar war er. Er arbeitete im Export mit seiner Kollegin Karin Keibel zusammen, ein ebenso ungleiches als auch kompliziertes Gespann. Geleitet wurde der Exportbereich von Felix Morgenrot. Felix war stĂ€mmig und fettleibig, und fiel durch seine unkonventionelle Arbeitsweise auf. Manchmal lĂŒmmelte er sich solange mit seinem fetten Hintern schwerfĂ€llig auf seinem BĂŒrostuhl herum, bis dieser unter der Last des Körpers zusammenbrach. Manchmal zog er im BĂŒro einfach seine Schuhe aus und legte seine FĂŒsse mit seinen schweißdurchtrĂ€nkten Socken auf den Schreibtisch oder auf den vorgewĂ€rmten Heizkörper. Er machte sich auch nichts aus seiner lockeren-flockigen Art. Trottendorf hatte immer gesagt, so ein gammeliger Stil gehöre nicht ins BĂŒro, aber den Chef schien sein schĂ€biges, eckliges Auftreten nicht zu stören. Gewohnt locker stand Morgenrot meistens im ExportbĂŒro, die HĂ€nde verschrĂ€nkt in seinen Hosentaschen und spielte Taschenbillard. Vielleicht lag es auch daran, das er aufgrund seiner ungeheuerlichen Masse nicht anders zurecht kam. Man wusste es nicht so genau. Viele Frauen fanden ihn durch sein Auftreten eher abstoßend und ekelig.

Irgendetwas geisterte Dröselberg schon den ganzen Morgen im Kopf herum, so daß er sich ĂŒberhaupt nicht auf seine Arbeit konzentrieren konnte. Er hatte weder Magen- noch Kopfschmerzen, doch sein flaues GefĂŒhl im Magen sollte wohl nichts Gutes bedeuten. Dröselberg war von Haus aus ein Pessimist erster GĂŒte. Seine Kollegin Keibel duldete er, nicht mehr und nicht weniger. Mancher fragte sich, warum gerade diese beiden zusammenarbeiteten. Keibel war mehr die Fremdsprachenspezialistin, die den Kunden bei allen Problemen half. Dröselberg war mehr der solide Arbeiter, der die AuftrĂ€ge und die Ablage im großen und ganzen koordinierte. FĂŒr ihn war wichtig, das er seine Arbeit in Ruhe und ohne Stress erledigen konnte. Hektik konnte er nicht gebrauchen. Und die Hektik verbreitete meistens Morgenrot, manchmal aber auch Keibel.

Er hatte noch eine Menge an Bestellungen zum fakturieren, vielleicht fehlte deswegen der von ihm benötige Ehrgeiz. Er selber fand sich in seiner Position ziemlich unwichtig, denn er wurde nie mit wirklich wichtigen Aufgaben betraut. Und das stank ihm. Das stank im sogar gewaltig. Keibel stand auf um die restliche Post zu verteilen, als in diesem Moment Schmitz den Raum betrat. Der Azubi strahlte wie ein Honigkuchenpferd ĂŒber das ganze Gesicht, hatte er sich doch endlich erfolgreich aus der so ungeliebten Buchhaltung verdrĂŒcken können. Er war von Trottendorf beauftragt worden, eine Rechnung von einem großen Exportkunden persönlich im Export abzuholen. Eine Aufgabe, die sogar Schmitz zugetraut wurde. Schmitz zog eine widerwertige Grimasse, als er Dröselberg zusammengekauert an seinem Schreibtisch sitzen sah. Auch er hatte schon vor geraumer Zeit mĂ€chtig Unruhe in der Exportabteilung gesorgt, was ihm Drösel bis heute nicht verziehen hatte. < Ich brauch die Rechnung > polterte Schmitz lauthals heraus, und riskierte dabei, das seine durchtriebene, freche und provokante Art Dröselberg in Rage brachte. < Hören Sie mit Ihrem frechen Grinsen auf > wurde Dröselberg lauter, doch Schmitz nahm ĂŒberhaupt keine Notiz von Dröselbergs Worten. FĂŒr ihn war der Exportkollege ein kleiner, aufgeblasener, unwichtiger Kollege, dem er keinerlei Respekt zollte. Schmitz hatte generell Probleme, seine Kollegen bzw. Vorgesetzten den nötigen Respekt entgegenzubringen. Das war bei dem Exportmann nicht anders. Er hoffte auf eine Explosion seines Kollegen, wie er sie schon einmal erlebt hatte. Das war vor etwa 6 Monaten gewesen. Alles hatte mit einer leichten Provokation angefangen. So wie heute. Wenn er einmal angefangen hatte, jemanden zu provozieren, dann spielte er es auch bis zum Ende durch. Und Dröselberg war sein Lieblingsopfer. Es machte ihm Spaß, ihn zu Ă€rgern, ihn bis zur Weißglut zu treiben. Damals hatte Dröselberg die Kontrolle verloren, und hingelangt. Es war kein harter Schlag. Es hatte wohl auch nicht wehgetan. Aber es hatte Dröselberg seine erste Abmahnung eingebracht. Seine bisher einzige. Und das wusste Schmitz. < Ich lache soviel wie ich will > sprudelte der Azubi aus sich heraus. < Von Ihnen lasse ich mir nichts mehr sagen >. Seine Worte klangen wie blanker Hohn in Dröselbergs Ohren. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrung hatte Dröselberg nach dem ersten Vorfall einen Besuch beim Psychologen geraten. Geraten, nicht angeordnet. Es sollte eine Vorsichtsmaßnahme sein. Er befand sich seitdem in Behandlung und hatte weiterhin mit autogenem Training begonnen. Dröselberg schloß die Augen und versuchte sich zu entspannen. Es gelang ihm, seinen hohen Puls zu beruhigen. Teilnahmslos stand er auf und gab dem Azubi die Rechnung. < Verschwinden Sie, bevor ich mich vergesse >. Er klang jetzt sehr ruhig und sachlich. < Ich mach Ihnen das Leben zur Hölle ! Verlassen Sie sich drauf ! > schrie Schmitz und ging ohne weitere Geste aus dem BĂŒro. FĂŒr Dröselberg war es wie eine Niederlage. Er wusste, das er noch lange und vor allem noch sehr hart an sich arbeiten musste. SchmitzÂŽs Grinsen sah er nicht, als dieser die TĂŒr schloss.





Stress in der Personalabteilung

< Man, hab ich einen Stress. > Mit hochrotem Kopf ging Markert in die Buchhaltung. Sein Kopf rauchte und ihm geisterten einige Probleme im Kopf umher. Er war dabei, die aktuellen Reisekostenabrechnungen zu ĂŒberarbeiten bzw. auf deren sachliche Richtigkeit zu ĂŒberprĂŒfen. Er blickte auf seine neue Madison Uhr. Sie zeigte 9:28 Uhr. Der Tag schien heute kein Ende zu nehmen, dachte Markert insgeheim. Trottendorf spielte mit seinem Handy. Vielleicht gab es ja wieder eine neue Nachricht von seiner Freundin. Karlsberg versuchte gerade mit Meiners zusammen ein Problem zu erörtern. < Sagen Sie mal Herr Trottendorf, können wir das hiervon abziehen ? > fragte Markert unsicher und leise seinen Kollegen. < Och Herr Markert. Sie wissen doch, das ich keine Reisekosten bearbeite. Fragen Sie doch Herrn Karlsberg > schimpfte Trottendorf, und schaute weiter angespannt auf sein Handy. < Werden Sie mal nicht so kiebig > vergriff sich nun auch der Personalchef im Ton. < Wer hat eigentlich seine mit Fliegen angegammelte Banane in meinen Obstkorb gelegt ? > versuchte Markert sein GesprĂ€ch mit Trottendorf zu vertiefen. < Weiß ich doch nicht, wer irgendwelches Obst in Ihren Korb gelegt hat > sagte der Sachbearbeiter mittlerweile ziemlich genervt. < Vielleicht Frau Stanke > Trottendorf fing innerlich an zu lachen, als er versuchen wollte, den Personalchef auf den Arm zu nehmen. Langsam wurde Markert sauer, da er genau wusste, das die Putzfrau wohl kaum an seinem Obstkorb den Staub wegwischte. Mit einem breiten Grinsen widmete sich Trottendorf von Markert ab, um seinem Stapel KontoauszĂŒge weiter abzuarbeiten. < Hören Sie mit Ihrem unverschĂ€mten Grinsen auf. Mir reicht Ihre arrogante Art langsam. Und seien Sie bloß pĂŒnktlich an Ihrem Arbeitsplatz ! Wir können auch zum Chef gehen. > donnerte Markert mit seiner speziellen Art auf Trottendorf ein. In diesem Augenblick kam Karlsberg aus dem Nebenzimmer und guckte abwechselnd beide Kollegen an. Die AtmospĂ€re schien aufgeheizt. Gift lag in der Luft. Es knisterte. Keiner sagte einen Ton. Markert war knallrot. Trottendorf war nur noch am lachen. Noch nie hatte ihn jemand wegen so einer Lapalie angeraunzt. Noch nie hatte ihn jemand dann auch noch zum Chef schleifen wollen. Es war schon eine verrĂŒckte Welt. Es war noch nicht einmal FrĂŒhstĂŒckspause und schon hatte ihn der Personalchef auf dem Kiecker. < Denken Sie an Ihre Stelle. Das war kein Spaß. Ich kann auch zum Chef gehen > Mit einem Knall verließ Markert das BĂŒro. Langsam zweifelte Trottendorf an sich selbst. Hatte er es denn hier nur mit Idioten zu tun? < Was will denn der kleine Willi ĂŒberhaupt > lachte Karlsberg zu seinem Kollegen rĂŒber. < Ach hör auf. Er wollte von mir irgendwas wegen Reisekosten wissen. Weißt doch wie er ist. > sagte Trottendorf. Ja, das wusste Karlsberg nur zu gut. Er selber war in der Vergangenheit mit Markert oft zusammengerasselt. Sagen wir mal so: Es kam öfter vor, das Markert sich im Ton vergriff oder ausfallend wurde. Er war halt ein sehr launischer Mensch. Vielleicht war es aber auch so, das er einfach mit dem tagtĂ€glichen Stress nicht zurechtkam. Karlsberg zwinkerte. < Zeitunglesen kann einen Menschen schon in einen Ă€ußerst depressiven Zustand fallen lassen > analysierte Trottendorf trocken den unkontrollierten Wutausbruch des Personalchefs. Karlsberg war verblĂŒfft. Treffender hĂ€tte man den Vorfall nicht beschreiben können.


Zitat Marco Karlsberg:

< FĂŒr Rolf Markert ist es schon Stress, wenn er sich wegen einem StĂŒck Zuckerkuchen beim BĂ€cker in der Reihe anstellen muß >



Ausgelassene Stimmung im Verkauf

Schnatterhaftes FrauengelĂ€cher hallte durch die Flure. MĂŒller, Dommel, Littkowski und Horstmann unterhielten sich angeregt. Thema heute: Wie war unser Wochenende. Gaby Dommel, 43, blondes Haar, erste Dame im Verkauf, eröffnete um 9:35 Uhr die morgendliche Diskussionsrunde: Was zieht Ihr denn am Wochenende zur Betriebsfeier an ?

Sie bekam keine Antwort. Tina MĂŒller, 23, dunkles, kurzgeschnittes Haar, die zweite Person im Verkauf, war gerade damit beschĂ€ftigt, die zurĂŒckgeschickten Akkus zu sortieren und zu ĂŒberprĂŒfen. Maria Littkowski, 44, aus der Zentrale und Claudia Horstmann, 28, aus der Freischaltungshotline unterhielten sich lautstark ĂŒber einen Kunden, beim dem zum wiederholten Male ein Kartenantrag nicht freigeschaltet wurde. < Ich wollte in Jeans kommen. Meint ihr das geht ? > fragte Dommel nochmals in die Runde. < Viel wichtiger ist, wer alles kommt > gab nun auch MĂŒller Ihren Senf dazu. < Herman kommt wohl mit seiner neuen Flamme > sagte Dommel in der Hoffnung, das ihr die Kollegen dieses Mal antworteten. < Kennst Du seine neue Freundin eigentlich > fragte Littkowski neugierig. Sie war in der Zentrale immer die Anlaufstelle fĂŒr den allerneusten Klatsch und Tratsch im Betrieb und musste Ihre Neuigkeiten natĂŒrlich auf dem laufenden halten. Ein gewagtes Unterfangen. Es war in der Firma mittlerweile bekannt geworden wer die aktuellen Infos weitergab und es wurde fĂŒr sie immer schwieriger an brandaktuelle News heranzukommen. Dementsprechend musste sie manchmal auch was riskieren oder entsprechende Intrigen spinnen. Eine Angewohnheit, was Littkowski perfekt beherrschte. Sie blĂŒhte darin auf und man merkte, das es ihr sichtlich Spaß bereitete. < Sag mal, kenn ich Sie > bohrte Littkowski weiter. < Ich glaube, es ist die Kleine vom Supermarkt > sagte Horstmann. < Ich hab Sie mal zusammen in der Stadt getroffen. Ein schönes Paar. Richtig sĂŒĂŸ > setzte Horstmann ihre AusfĂŒhrungen fort. < Ist die nicht noch minderjĂ€hrig > fragte MĂŒller ganz verdutzt. Keiner wusste eine Antwort. < Na, meine Damen ? > Eine warme, starke Stimme unterbrach die lustige und aufgeheiterte Stimmung im Verkauf.

Heinz Semmling war im Anmarsch, der neue Verkaufsleiter. Er war vor wenigen Wochen in die Firma eingestiegen und hoffte durch seine charmante, teilweise aufreizende Art auf mehr Sympathie bei den Frauen. Der erste Eindruck sollte nicht tĂ€uschen. Semmling war ein ganz gewiefter Fuchs und ein richtiger Schleimer. Ihm konnten nur wenige etwas vormachen. Zuviel hatte er schon in seinem Leben durchgemacht. Nur einen Fehler durfte man nicht machen: Semmling uneingeschrĂ€nktes Vertrauen schenken. Semmling hatte mal ĂŒber sich selber gesagt, er hĂ€tte sich zu einem wertvollen StĂŒtzpfeiler in der Firma hochgearbeitet. Man merkte bei jedem Satz, bei jedem Wort wie sehr er von sich ĂŒberzeugt war. Konflikte gab es bei ihm nicht. Und wenn doch, dann war sein nĂ€chster Schritt ein Anruf beim Chef. Oft sagte er auch, man mĂŒsse einen gemeinsamen Konsenz finden. Viele in der Firma wußten wahrscheinlich gar nicht, was das Wort zu bedeuten hatte. Jedenfalls hatte es der Verkaufsleiter in den wenigen Wochen auch geschafft, sich eine Menge Feinde zu schaffen. Klar war jedenfalls, das Semmling seine Linie knallhart durchzog. < Darf ich mitlachen > stieß er weiter zu den Frauen vor. < Sie doch immer > witzelte Horstmann zurĂŒck. Es machte den Eindruck, daß das persönliche Auftreten von Semmling ihre FrĂŒhlingsgefĂŒhle erwachen ließ. Dabei könnte das gefĂ€hrlich werden. Semmling war Mitte 50, war seit mehr als 20 Jahren glĂŒcklich verheiratet und hatte mit Sicherheit kein Interesse an intimen Techtelmechteln innerhalb der Firma. Das konnte er sich als Verkaufsleiter nicht leisten. Ferner war er ihr direkter Vorgesetzter. Vielleicht witterte Horstmann da ihre Chance, um in der Firmenhierachie weiter zu klettern. Auch hier war ein Brandherd, den man nicht so einfach löschen konnte. < Ich wollte heute abend ein GlĂ€schen auf meinen Einstand ausgeben. Ich darf doch mit ihrem Erscheinen rechnen ? > fragte Semmling euphorisch in die Runde. Die Damen juchzten. < Das wird auch langsam Zeit > sagte Horstmann und fing an zu kichern. NatĂŒrlich wĂŒrde keiner absagen. DafĂŒr wĂŒrde Semmling schon sorgen. Wenn man so in die Runde blickte und die einzelnen Gesichter der Frauen ansah, konnte man den Eindruck gewinnen, das jede einzelne sich ganz spezielle Hoffungen im zwischenmenschlichen Bereich machte. < Gut, dann sehen wir uns heute abend in meinem BĂŒro > sagte Semmling locker und verabschiedete sich.




Zwei SekretĂ€rinnen unterhalten sich ĂŒber
Ihren Chef. SchwÀrmt die eine: < Er zieht
Sich immer so toll an. > – < Ja >, meint die
andere, < und vor allem so schnell. >


Tristesse im Einkauf

Deidendorf und Stefans warteten auf die FrĂŒhstĂŒckspause. Aber es war noch nicht soweit. Als Stefans verstohlen auf seine Uhr blickte, war es gerade 9:39 Uhr. Man merkte ihm seinen Unmut und seine Verzweiflung immer noch an. Deidendorf war gerade damit beschĂ€ftigt, seine allerneuste CD durchzuhören, von dem gegenwĂ€rtigen GemĂŒtszustand seines Kollegen nahm er jedoch keine Notiz. Sie hatten sich generell nicht viel zu sagen, noch nicht einmal im beruflichen. Die schwierigen, wichtigen FĂ€lle wurden von Deidendorf bearbeitet, Stefans versuchte lediglich, das benötigte BĂŒromaterial pĂŒnktlich zu ordern.

Das gelang ihm nicht immer. Es hagelte viele Beschwerden, da Stefans nicht in der Lage war, eine vernĂŒnftige Organisation aufzubauen. Er hatte auf seinem Schreibtisch einen Turm von 12 Ablagekörben errichtet. Was auch immer das zu bedeuten hatte – Ordnung schaffte er auch mit diesem Ordnungsmaterial nicht. Er hatte einfach kein System und keinen Bock. Man merkte ihm förmlich an, das ihm jeder Handgriff zu schaffen machte. Immer wieder waren verschiedene BĂŒromaterialien nicht vorrĂ€tig, was bei Stefans regelmĂ€ĂŸig Stressattacken auslöste. Stress, den er sich selber zuzuschreiben hatte, wenn man es nĂŒchtern betrachtet. Aber er lebte in den Tag hinein. Man hatte das GefĂŒhl, er war froh, wenn der Arbeitstag abends um 17:00 Uhr vorbei war. Und nun war auch noch das Problem mit den Holzplatten aufgetaucht. Er musste sich irgendetwas einfallen lassen. Aber was ? In diesem Augenblick stiefelte Tippel ins BĂŒro. < Ich fahr nach dem
FrĂŒhstĂŒck in die Stadt. Habt Ihr noch irgendwas zum mitnehmen > fragte der Lagerarbeiter auf seine gewohnt schĂŒchterne Art. Er war nicht nur im Lager tĂ€tig, sondern machte fĂŒr die Firma auch diverse Auslieferungsfahrten. Innerbetrieblich galten die Dienstfahrten als Hiwi-Jobs, fĂŒr Tippel war es die normalste Sache der Welt. Sein Job eben. Außerdem konnte er sich ab und zu mal abseilen und private Fahrten erledigen. < Ey Werner, fahr mal bei Luttermann vorbei und frag nach, ob die vielleicht noch Holzplatten vorrĂ€tig haben > fuhr Stefans den Lagerarbeiter an, der bereits mehrmals die schroffe und grobe Art seines Kollegen erleben durfte. < Das kann man auch freundlicher sagen > maulte Tippel. Deidendorf kramte weiter in seinen CDs als Tippel das BĂŒro verlies.














Wieder in der Buchhaltung

Trottendorf telefonierte mit seiner Freundin, als Fechner schlendernd und gequĂ€lt grinsend in die Buchhaltung kam. Es war 9:46 Uhr und die FrĂŒhstĂŒckspause hatte gerade begonnen. Norbert Fechner war 35 Jahre alt und ebenfalls ein sogenannter „Frischling“. Er war genau vor 14 Tagen als Grafiker eingestellt worden. Sein BĂŒro lag gegenĂŒber der Personalabteilung. Fechner war schlau gewesen. Bei seiner Einstellung hatte er großen Wert auf ein großes, sauberes, ordentliches BĂŒro gelegt. Zwei BĂŒros standen damals zur Auswahl: Da war zum einen ein winziges BĂŒro in Halle 2. In der Halle wo auch die Technik und der Einkauf zuhause waren. Hier hatte seine VorgĂ€ngerin, Frau Schlickers gearbeitet. Aber das BĂŒro gefiel ihm nicht. Zurecht, wenn man es einmal genau betrachtete. Fechner hatte aber noch ein zweites BĂŒro zur Auswahl. Dieses lag gegenĂŒber der Personalabteilung und war deutlich grĂ¶ĂŸer und heller. Nur ein Dummer hĂ€tte sich fĂŒr das erste BĂŒro entschieden. Auf Wunsch wurde nun noch eine sĂŒndhaft teure EDV-Anlage angeschafft, um ihm das detailgetreue Arbeiten zu erleichtern. Leider wurden die in ihn gesetzten, hohen Erwartungen nicht im Ansatz erfĂŒllt, was Fechner aber bisher nicht kratzte. FĂŒr ihn war es wichtig, die innerbetrieblichen menschlichen Kontakte zu pflegen, was er jeden Tag mehr und mehr unter Beweis stellte. < Ich hab hier noch eine Rechnung > sagte Fechner zu Karlsberg, der gerade seinen Kaffee trank. Karlsberg schaute verstohlen, als Fechner artistisch mit seiner Zigarette hantierte. Sein langes, breites Grinsen brachte Karlsberg fast auf die Palme. < Sie haben die Rechnung nicht abgezeichnet > sagte Karlsberg in einem sĂŒffisant wirkenden Ton. Ihm fiel auf, das der Beleg bereits vor 2 Monaten mit der Post gekommen war. < Warum bekomme ich denn jetzt erst die Rechnung > fragte der Buchhalter, doch sein gegenĂŒber wusste darauf keine Antwort. Seine zuckenden Achseln waren ein Indiz fĂŒr Fechners lasche Arbeitseinstellung. < Achten Sie doch bitte darauf, die Rechnungen sofort weiterzugeben > wies Karlsberg den Grafiker zurecht. < Werd ich machen > lachte Fechner und stopfte sich dabei seine Kippe in den Mund. Irgendwie hatte Karlsberg das GefĂŒhl, das Fechner ihm gar nicht richtig zuhörte. < Mal sehen, ob heute wieder Schulung ist > entgegnete Fechner und verabschiedete sich mit einem kurzen Nicken.

Viele Sympathien hatte er bisher nicht gesammelt, was auch mit seiner außerordentlich seltsamen Arbeitseinstellung zu tun hatte. Der hat Nerven, dachte Trottendorf und widmete sich seiner Zeitung zu. Meiners hatte aus dem Nebenzimmer die GesprĂ€che der drei belauscht. < Sagen Sie mal Herr Fechner, haben Sie denn schon eine neue Werbestrategie fĂŒr die neue Handymarke entwickelt > fragte Meiners ganz interessiert. Fechner guckte sich um, und war ziemlich erstaunt, da er Meiners bisher links liegen gelassen hatte. Er blĂ€tterte gelassen in seiner Designermappe und zeigte seine ersten EntwĂŒrfe in die Runde. Meiners schaute verdutzt, als sie die fertigen Werbegrafiken sah. < Sie mĂŒssen mit einem Kostenpunkt von rund 50.000 EUR rechnen > erwiederte Fechner kĂŒhl und gelassen. < Haben Sie das denn schon von Kohl genehmigen lassen > versuchte Meiners in diesem Moment ihre eigene Unsicherheit zu ĂŒberspielen. Es schmeckte ihr nicht, das ein drittklassiger Grafiker soviel Geld zum Fenster rausschmeissen wollte. Von Anfang an hatte sie ihn gemieden. Und gerade bei ihr, die im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Geld saß. < Nein! > Die Antwort kam kurz, knapp und deutlich und hĂ€mmerte wie ein Presslufthammer auf Meiners ein. < Das habe ich nicht nötig. Der Chef hat mir absolut freie Hand gelassen. Der weiß eben meine Erfahrung im Bereich Werbung zu schĂ€tzen. Und Sie werden das nicht verhindern können. Sie nicht ! > Trottendorf hatte das GefĂŒhl, als ob Fechner Meiners mit Absicht provozierte. Er konnte gut mit Menschen spielen und das bereitete ihm sichtlich Spaß. < Das werden wir ja sehen > stotterte Meiners. Ihre Unsicherheit war nun noch deutlicher zu spĂŒren. < Was wollen Sie denn machen > bohrte Fechner weiter, der natĂŒrlich bemerkt hatte, das Meiners wie ein kleines WĂŒrstchen in sich zusammensank. Grinsend stapfte Fechner aus dem BĂŒro. Meiners verschwand in ihrem BĂŒro und sagte keinen Mucks mehr.

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Tim Reichenberger

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flammarion
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zu

erst einmal herzlich willkommen auf der lupe.
deinen netten kleinen roman, den ich fĂŒr unfertig halte, habe ich nach "ErzĂ€hlungen" verschoben. da passt er besser hin.
lg
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Old Icke

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mixattack
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Hi,
ja natĂŒrlich. Ich habe momentan nur eine kleine Leseprobe online gestellt - der Roman umfasst zur zeit ca. 70 Seiten. Aber danke fĂŒr den Hinweis.
LG, Tim
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Tim Reichenberger

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na,

da können wir ja auf weiteres gespannt sein.
lg
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Old Icke

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mixattack
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Hi,
wĂŒrde mal Deine ehrliche Meinung zum Werk interessieren. Habe das Buch eigentlich nur aus Spass geschrieben um auf der Arbeit ein bisschen Abwechslung zu haben
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Tim Reichenberger

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flammarion
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prust,

genau so liest es sich auch. aber durchaus witzig, keinesfalls öde. schreib mal ruhig weiter, ĂŒbung macht den meister.
lg
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Old Icke

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