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Leselupe.de > Ungereimtes
Als ich 6 war...
Eingestellt am 19. 03. 2002 21:29


Autor
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Kiara
Hobbydichter
Registriert: Mar 2002

Werke: 5
Kommentare: 15
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Als ich 6 war


Als ich sechs war passierte es,
ich wachte auf aus einem tiefen Loch.
Tiefe Stille im Krankenhausflur
und ich lauschte der Stille noch und noch.

Die Schwester kam und l├Ąchelte.
*Da sind wir ja wieder, kleine Maus*.
Doch ich schaute sie nur stumm und ├Ąngstlich an,
brachte keinen Ton aus mir heraus.

Im Zimmer stand ein Radio,
mein Bettnachbar machte es an.
Ich sagte, he, mach lauter du,
damit ich auch was h├Âren kann.

Die Erkenntnis nichts zu h├Âren, traf mich wie ein Blitz,
ich wollte schreien, doch ich konnte es nicht.
Ich fing an zu weinen, was ist nur mit mir?
Ich kam mir gefangen vor, wie ein Tier.

Die Schwester kam wieder und tr├Âstete mich.
Sie sagt, es ist schlimm und traurig f├╝r dich.
Doch darfst du jetzt nicht mutlos sein,
du hast ein K├Ąmpferherz und ist es auch noch klein.

Ganz heftig st├╝rzte eine Welt f├╝r mich ein,
ich wollte ganz stark sein und hab doch geweint.
Nie wieder h├Âren, ich konnte es nicht verstehen,
wie sollte mein Leben nur weiter gehen?

Und wieder zu Hause, so allein war ich dann,
doch meine Freunde besuchten mich, ab und an.
Sie lachten und scherzten, doch ich verstand sie nicht.
Verkroch mich lieber in die Ecke und beachtete sie nicht.

Sie fragten, was ist den los mit dir,
ich gab keine Antwort, sondern verkroch mich in mir.
Traurig gingen sie nach und nach alle nach Haus,
ich schaute ihnen nach zum Fenster hinaus.

In eine neue Schule musste ich,
alles war mir so fremd, es war f├╝rchterlich.
Mit den H├Ąnden sprechende Kinder hab ich da geseh`n
Und dachte, wie soll ich den Tag ├╝bersteh`n.

Der Lehrer kam, er nahm meine Hand
und sagte, M├Ądel komm, setz dich auf diese Bank.
Der Unterricht ging los, doch ich verstand einfach nichts.
Ganz verzweifelt schaute ich dem Lehrer ins Gesicht.

Seine Lippen formten Wort f├╝r Wort,
und ich verstand nichts, ich wollte nur fort.
Doch langsam fing ich zu begreifen an,
dass ich mir M├╝he geben muss und k├Ąmpfen kann.

Es dauerte nicht lange, dann klappte das Lippenlesen gut,
und das gab mir immer mehr neuen Mut.
Die Geb├Ąrdensprache lernen wollt ich auch,
und ├╝bte das Finger-Alphabet zu Haus.

Dann kamen auch meine Freunde wieder,
das Leben machte mir wieder Spa├č.
Gemeinsam sangen wir unsere Kinderlieder
Und ├╝bten Absehen und Geb├Ąrdensprache, bis es richtig sa├č.

Der Weg war schwer, der Weg war steinig,
doch habe ich es nun geschafft.
Ich stehe wieder mitten im Leben
Und das gibt mir neue Kraft!


__________________
Kiara alias S.Kirscht

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Silvi Degree
Hobbydichter
Registriert: Jan 2002

Werke: 0
Kommentare: 505
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Als ich 6 war...

Guten Morgen,liebe Simone ,ich w├╝nsche dir einen sch├Ânen Fr├╝hlingsanfangtag.Hier zeigt sich der Himmel regengrau und -in den n├Ąchsten Tagen wird er wohl auch nicht blau.

Bewundernswert,wie du dir damals den Weg in dein neues Lebensgef├╝hl bahntest!

Liebe Simone, nur kleine Tipps:
1.Str:├╝berhaupt das "ICH" ganz weg lassen -ergibt mehr Spannung.

6.Str: "GANZ" ganz weg lassen - 1.Zeile durch "pl├Âtzlich" ersetzen.
Wie vermerkt -nur Tipps -bin ja auch noch Neuling hier unter den Autoren.

Ich freue mich,dass wir uns im gestrigen LL -chat begegneten -ich fand den chat ├╝beraus interessant und sehe jetzt alles mit anderen Augen.
Habe einen angenehmen Tag
Silvi

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Kiara
Hobbydichter
Registriert: Mar 2002

Werke: 5
Kommentare: 15
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Liebe Silvi,

auch dir einen sch├Ânen Guten Morgen. Auch hier ist alles Grau in Grau,aber angenehm mild,so da├č einem gr├Âsseren Spaziergang mit den Hunden nichts im Wege steht.

Danke f├╝r deinen Tipp,den ich mir gern zu Herzen nehme,ich habe gestern schon sehr an diesem Gedicht gefeilt,den seit ich hier bei LL bin,bin ich doch sehr kritischer gegen├╝ber meiner und anderer Gedichte geworden.

Einen sch├Ânen Tag und liebe Gr├╝sse von.....
__________________
Kiara alias S.Kirscht

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willow
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo liebe Kiara,

├╝ber Technisches m├Âchte ich gar nicht sprechen, denn der Inhalt ist es, der hier z├Ąhlt.
Fasziniert hat mich die klare Sprache, mit der du, trotz Reim (ich h├Ątte vermutlich eine Erz├Ąhlung daraus gemacht) deine anf├Ąngliche Angst und Verzweiflung zum Ausdruck bringst, gleichzeitig aber auch den Weg hinaus aufzeigst. Das Leben geht eben weiter und wie -abgedroschen der Spruch auch klingen mag- irgendwie ist es genau das, was uns in schweren Situationen ├╝ber Wasser h├Ąlt. Die Gewissheit, dass sich, unabh├Ąngig von dem, was passiert, die Welt morgen auch noch drehen wird. Gerade in einem solchen Fall wird das wieder ├╝berdeutlich.
Ich habe versucht, mich einzuf├╝hlen in deine Welt und dabei ist mir durch dein Gedicht klar geworden, welche Angst du gehabt haben musst und wie viel es dich gekostet haben wird, dein Leben quasi von vorne zu beginnen - neu sprechen zu lernen...und das machst du in deinem Gedicht f├╝r andere f├╝hlbar, das macht dein Gedicht f├╝r mich wertvoll.

Lieber Gru├č,

willow

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