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Leselupe.de > Science Fiction
Am Anfang war der Irrtum
Eingestellt am 19. 03. 2010 15:37


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jon
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„Großvater, Großvater! Erzählst du mir eine Geschichte?“
   „Was möchtest du denn hören? Das Märchen von Prinz Steinfaust?“
   „Das ist doch was für Babys und Menschen! Ich will was Richtiges hören, das wirklich passiert ist.“
   „Also eine richtige Geschichte für einen großen Lhalm. Mal überlegen … Ich weiß schon! Also hör zu! Die Geschichte heißt:


Am Anfang war der Irrtum

Als ich noch ein junger Lhalm war, nicht viel älter als du jetzt, da gab es in unserem Quadranten der Galaxis nur vier große Sternenreiche. Die Shlk und die Xirini beherrschten die zentrumsnahen Gebiete, dann folgten nach außen hin das Nugromische Großreich und die Planetare Föderation. Noch weiter draußen, wo die Sterne immer weniger dicht stehen, gab es nichts. Das heißt, natürlich gab es auch dort schon besiedelte Planeten, aber es waren wenige und von den allermeisten wussten wir noch nicht, dass es dort Leben gab.
   In jenem Niemandsland am äußeren Rand der Föderation patrouillierten gelegentlich Raumschiffe, um nach dem Rechten zu sehen. Sie stießen manchmal weit in das Niemandsland vor, um die dortigen Sterne und Planeten zu kartografieren. Und eines Tages sandte man auch die Imte Rish mit einem solchen Forschungsauftrag dort hinaus.
   Die Imte Rish war damals schon ein berühmtes Schiff. Sie war wendig und schnell wie die kleinen Erkunder, mit hocheffektiven Verteidigungs- und Angriffsystemen ausgestattet und in ihren Arbeits- und Wohnräumen hatte man das Non-Plus-Ultra der technischen Errungenschaften des gesamten Bundes installiert. Und sie hatte eine hervorragende Besatzung, zu der die besten Vertreter fast aller Völker der Föderation gehörten …

„Waren da auch schon Lhalm dabei?“
   „Ja, mein Schatz, natürlich. Wir sind ja nicht nur Geschichten-Erzähler, wir sind ja auch berühmte Ingenieure. Aber lass mich weitererzählen …“


   Auf der Brücke der Imte Rish war von der bunten Vielfalt allerdings nicht viel zu bemerken. Die drei ranghöchsten Offiziere und der Zweite Navigator waren Sietelaner, der Kommunikationsoffizier und der Erste Navigator stammten von Famay und der Chefingenieur gehörte zu unserem Volk, den Lhalm. Alle diese Spezies sind bekanntlich taschlenn, man kann sie sogar als humanoid bezeichnen. Sie unterscheiden sich in der Behaarung, im Gesichtsschnitt und der Mimik, sehen sich aber sonst sehr, sehr ähnlich. Im Maschinenraum sah das schon ganz anders aus. Zu dieser Crew gehörten riesige und zwergenhafte Taschlenn, sanft schillernde Achtfüßer, einer der wenigen insektoiden Angehörigen der Föderationsflotte und sogar ein Formveränderlicher. Wer weiß, was passiert wäre, wenn es auf der Brücke auch so bunt zugegangen wäre! Denn eines Tages geschah es …

„Warum war es auf der Brücke nicht so bunt, Großvater? Durften die anderen Spezies nicht kommandieren?“
   „Nein, es war eher Zufall. Es gibt ja auch Schiffe, wo gar kein Taschlenn zur Brückencrew gehört. Manchmal ist das eben so. Also …


   Die Imte Rish war weit in das Niemandsland vorgestoßen und wollte grade umkehren, um nach Hause zu fliegen, als die Schiffssensoren etwas höchst Seltsames orteten.
   „Inwiefern seltsam?“, fragte Captain Kral Botmur a Sik seinen Ersten Offizier.
   Terinest Kalo a Na, so hieß der EO, starrte weiter auf die Anzeigen, während er erklärte: „Es sieht so aus, als würde unser Taststrahl an einem idealem Spiegel reflektiert. Ich erhalte nur das übliche Zwischenraumspektrum.“
   Kral Botmur a Sik rümpfte …

„Großvater, was ist ein ideeller Spiegel?“
   „Ein idealer Spiegel, Schatz. Das ist ein Spiegel, der keinen Lichtstrahl verschluckt. Das Bild, das zurückkommt ist in allen Frequenzen genauso wie das Original. Absorption und Brechung hattet ihr doch schon in der Schule.“
   „Ich weiß nicht genau …“


Kral Botmur a Sik rümpfte erstaunt …

„Und was ist ein Zwischenraumspektrum?“
   „Wenn man einen Taststrahl durch den Weltraum schickt, dann werden einige Frequenzen davon durch die Materie … Ich glaube, ich sollte die Geschichte ein bisschen einfacher erzählen, oder?“
   „Ja, aber sie muss noch stimmen!“
   „Aber natürlich, es soll ja schließlich eine wahre Geschichte sein.“


   Kral Botmur a Sik rümpfte also erstaunt die Nase. Noch während er überlegte, woraus so ein Spiegel wohl gemacht sein könnte, meldete sich der Erste Navigator zu Wort. Er war Famayer und hieß Silakoian Ysh. Silakoian Ysh also grummelte: „Laut Zwischenraumintensität müsste sich das Objekt etwa vierzig Ienel voraus befinden. Die Laufzeit für das modulierte Signal liefert allerdings zweiundzwanzig, Captain.“

„Großvater, du wolltest es einfacher erzählen!“
   „Was? Ach so …“


Silakoian Ysh grummelte: „Merkwürdig: Unsere Geräte können nicht feststellen, in welcher Entfernung sich dieses Objekt befindet. Die einen sagen, es ist ungefähr vierzig Ienel voraus, die anderen zeigen zweiundzwanzig an.“
   Captain Kral Botmur a Sik stand auf und trat zum Navigationspult. Er warf einen kurzen Blick auf die Angaben und sagte: „Was um alles in der Welt könnte so einen Effekt hervorrufen?!“ Dann sah er fragend zum Chefingenieur.

„War das ein Lhlam, Großvater?“
   „Ja, das war er. Das habe ich am Anfang schon erzählt, Schatz, du musst zuhören lernen, wenn du Geschichten erzählen lernen willst.“
   „Ja, Großvater.“
   „Gut. Soll ich weitererzählen? – Dann pass schön auf!“


Kral Botmur a Sik fragte: „Was um alles in der Welt könnte so einen Effekt hervorrufen?“
   Chefingenieur Nhlanlm zuckte ratlos mit den Ohren. „Vielleicht eine neue Verwirrtechnik der Nugroma“, vermutete er.
   „Dann müsste sie wirklich ganz neu sein“, warf Nera Stegen a Zerkermann ein. Als Zweiter Offizier und Chefin der Sicherheit war sie stets über die Fähigkeiten der Feinde, besonders die der Nugroma, informiert.
   „Captain!“, meldete sich Silakoian Ysh. „Wir nähern uns dem Objekt – falls es eines ist – mit wachsender Geschwindigkeit. Oder besser ausgedrückt: Es steuert – falls es gesteuert wird – direkt auf uns zu.“
   „Kollisionskurs?“
   „Ja, Captain. Der Kollisionspunkt lässt sich jedoch wegen der verwirrenden Ortung nicht bestimmen.“
   „Ausweichen!“, ordnete Kral Botmur a Sik an und löste damit eine Kette von Ereignissen aus, die diese Episode in die Geschichtsbücher …“

„… Warum kicherst du denn, Schätzchen?“
   „Hat der Famayaner wirklich so komisch geredet? Das klingt ja lustig.“
   „Naja, vielleicht hat er nicht ganz genauso geredet. Aber so ähnlich bestimmt. Famayaner sind deshalb so gute Wissenschaftler, weil sie alles ganz genau nehmen. Und Silakoian Ysh war damals einer besten Wissenschaftsoffiziere, die es in der Föderationsflotte gab.“
   „Hast du ihn mal getroffen, Großvater?“
   „Ja, mein Schatz, und deshalb denke ich auch, er hat bestimmt so ähnlich geredet, wie ich es eben erzählt habe.“
   „Musste der Captain da nicht lachen?“
   „Nein nein, er wusste ja, wie sein EO das meint. Und es ist ja auch gut für einen Captain, wenn er genau erfährt, was los ist. Jetzt zum Beispiel wusste er, dass das komische Ding direkt auf die Imte Rish zu flog.“


„Ausweichen!“, befahl Kral Botmur a Sik und das war gut so. Denn jetzt, da der Taststrahl seine Richtung änderte, zeigten die Sensoren der Imte Rish ein Nugroma-Kampfschiff an. Der Captain registrierte, dass es sich in reichlich dreißig Ienel Entfernung vor der Imte Rish befand, und ließ schleunigst das Tarnfeld generieren. Er hoffte, dass es nicht zu spät ganz aufgebaut sein würde, denn die Nugroma waren damals nicht so friedlich wie heute.
   Während er also angespannt beobachtete, wie das Tarnschild sich aufbaute, entging ihm ein kleines Objekt, das von dem Nugroma-Kreuzer halb verdeckt wurde. Silakoian Ysh, so gestand er später, bemerkte den Reflex zwar, aber ihm blieb zu wenig Zeit, um seine Entdeckung zu überprüfen. Und weil er nicht wusste, was er hätte dem Captain melden sollen, sagte er gar nichts.

„Das war aber nicht klug von ihm, Großvater.“
   „Nein, das war es nicht. Manchmal machen eben auch Famayaner einen Fehler. Sie gehören zwar zu den Gründern der Föderation, sind aber nicht unfehlbar.“
   „Weil niemand unfehlbar ist, stimmt’s Großvater?“
   „Stimmt.“
   „Darum muss man sowas auch in guten Geschichten erzählen, stimmt’s Großvater?“
   „Richtig. Du hast gut aufgepasst. Aber Silakoian Ysh war nicht der einzige in unserer Geschichte, der einen Fehler machte …“


Die Imte Rish baute also ihr Tarnfeld auf. Dadurch entging ihr zwar das merkwürdige Ding hinter dem Nugroma-Kreuzer und die Hälfte ihrer Fernerkundungssensoren waren nicht einsetzbar, aber so bemerkten die Nugroma nicht, dass sie einen Beobachter hatten.
   Ihre Aufmerksamkeit war zudem abgelenkt und zwar von jenem Pünktchen. N’Kogh Nsoi – er war damals frischbackener Captain auf dem Kreuzer Schajo Cha Ngoi – verfügte aufgrund der geringeren Entfernung über bessere Sensordaten über das kleine Objekt und hatte es als unbekanntes Schiff erkannt. Er forderte die Fremden auf, sich zu identifizieren. Mit ziemlicher Sicherheit benutzte er dafür nicht sehr höfliche Formulierungen. Als die Fremden auch nach der dritten Aufforderung noch schwiegen, ließ er die Torpedos bereit machen.
   In den Waffensektionen der Schajo Cha Ngoi wurde es hektisch: Die Torpedos wurden scharf gemacht und in die Abschussrohre gebracht, die kleinen Kanonen auf Begleitfeuer eingestellt und zusammen mit den großen Waffen auf das winzige Schiffchen ausgerichtet. Die Kanoniere nahmen an den Pulten Platz und stellten Kampfkommunikation her. Dann meldeten sie Bereitschaft. N’Kogh Nsoi hatte die Meldung bereits erwartet und holte schon Luft, um den Feuerbefehl zu erteilen, als er von seinem Kommunikationsoffizier unterbrochen wurde. Dieser hatte den Eingang einer Antwortsendung registriert und meldete dies nun dem Captain.
   N’Kogh Nsoi grinste zufrieden, wie wir annehmen dürfen, und stellte sich in Positur, um den Fremden ein möglichst eindrucksvolles Bild zu bieten. Wir dürfen weiterhin annehmen, dass ihm kurz darauf das Grinsen verging, weil ihm sein Kommunikationsoffizier mitteilte, dass der Computer mit den eingehenden Signalen nicht viel anfangen konnte.
   N’Kogh Nsoi legte grübelnd die Stirn in Falten, was bei Nugroma bekanntlich den Ausdruck finsterer Verwegenheit noch zusätzlich verstärkte. Wie man später in seinen Memoiren nachlesen konnte, gingen dem Captain der Schajo Cha Ngoi etwa folgende Überlegungen durch den Kopf: Da der Computer eines Kampfschiffes jede bekannte Form der Nachrichtenübermittlung in seinen Speichern hat und eigentlich jeden Code knacken müsste oder zumindest erkennen sollte, dass eine Nachricht codiert ist, konnte es sich bei dem Signal nur um die Botschaft einer noch unbekannten Spezies handeln. Und weil N’Kogh Nsoi in seinem gut sortierten Gedächtnis keinen Hinweis auf eine belebte Welt in diesem Raumsektor fand, zog er den richtigen Schluss, dass die Fremden aus einem noch weiter außen gelegenen Bereich dieses Arms der Galaxis stammen mussten. Falls es ihm – N’Kogh Nsoi – gelingen sollte, die Fremden davon zu überzeugen, sich dem Nugromischen Großreich anzuschließen, könnte das endlich den nötigen strategischen Vorteil gegenüber der Planetaren Föderation bringen. Er selbst würde natürlich auch mehr Ansehen bei seinen Vorgesetzten gewinnen. Also fasste der Captain der Schajo Cha Ngoi den Entschluss, sich etwas in Geduld zu üben und eine vorerst friedliche Verständigung mit den Fremden anzustreben. Eine für damalige Verhältnisse eher ungewöhnliche Entscheidung für einen Nugroma-Krieger, aber wir wissen ja heute, dass N’Kogh Nsoi auch ein ungewöhnlicher Nugroma-Krieger war.

„Er war der Held von Krt-Solal, stimmt’s?“
   „Ja mein Schatz.“


N’Kogh Nsoi beschloss also, nicht auf das fremde Schiff zu feuern. Dadurch bekam der Erste Navigator der Imte Rish die Zeit, die spärlichen Daten auszuwerten, die durch das Tarnfeld hindurch über jenes rätselhafte Pünktchen zu erhalten waren.
   „Eh … Captain?“, meldete er sich ganz vorsichtig zu Wort.
   Kral Botmur a Sik sah Silakoian Ysh fragend an.
   „Ich registriere etwas in der Nähe des feindlichen Kreuzers. Es scheint sich um ein Energiefeld zu handeln, in dem sich möglicherweise etwas verbirgt. Es …“

„Ist das das fremde Schiff?“
   „Ja, Schatz. Aber das wusste man auf der ,Imte Risch‘ ja noch nicht.“
   „Ach so.“


„Es scheint Signale auszusenden“, sagte Silakoian Ysh.
   „Was für Signale?“, wunderte sich der Captain.
   Silakoian Ysh blickte Hilfe suchend zum Kommunikationsoffizier Talikisi Oina, der intensiv in seine Kopfhörer lauschte.
   „Tatsächlich!“, bestätigte der Kommunikationsoffizier schließlich und drehte sich zum Captain um. „Es gibt da ein Signal, aber es ist sehr ungewöhnlich. Es klingt … Es klingt, als gäbe es einen bestimmten Rhythmus darin, aber der Computer wird nicht schlau daraus. Es könnte sich um die Botschaft einer intelligenten Lebensform handeln, Captain.“
   Kral Botmur a Sik blieb gelassen. Er war schon so lange im Dienst der Flotte, dass er bereits vor Jahren aufgehört hatte, die intelligenten Lebensformen zu zählen, an deren Entdeckung er beteiligt gewesen war. Also sagte er nur: „Geben Sie das Signal auf die Lautsprecher!“
   Talikisi Oina kam dem Befehl nach und eine sanft perlende Melodie erklang im Brückenraum. Chefingenieur Nlhanlm schloss verzückt die Augen. In seiner Vorstellung verband sich der Klang mit tiefem Frieden und hoher Weisheit …

… Du kicherst ja schon wieder.“
   „Verzückt … hihih“
   „Ah ich verstehe! Naja, er war wirklich verzückt. Er hat es mir erzählt, weißt du. Natürlich hat er damals nicht die richtigen Worte gehört, die Technik der Föderation hat die Signale falsch in Geräusche gewandelt. Und da kam eben eine richtig schöne Musik heraus.“


Nlhanlm hielt die Signale also für eine friedvolle Melodie. Den schlimmeren Irrtum begingen aber die Fremden: Sie hielten die Nugroma für friedlich und hatten versucht, sich mit ihnen zu verständigen. Dazu sendeten sie von klugen Köpfen erdachte Botschaften und mit deren Hilfe gelang es dem nugromischen Computer schließlich, einen Schlüssel zu finden und eine Audio-Verbindung mit dem fremden Schiff herzustellen.
   N’Kogh Nsoi bemühte sich, seinen Worten einen möglichst freundlichen Klang zu geben, als er zu den Fremden sprach. „Hier ist Captain N’Kogh Nsoi vom Patrouillenschiff Schajo Cha Ngoi“, sagte er und grinste seinen Kanonier, der ihn erstaunt anblickte, mit Verschwörermine zu. „Fremdes Schiff, Sie sind in das Hoheitsgebiet des Nugromischen Großreiches eingedrungen! Bitte identifizieren Sie sich!“

„Aber du hast gesagt, das war Niemandsland!“
   „Das war es ja auch, N’Kogh Nsoi hat gelogen.“
   „War er damals noch böse?“
   „Naja – er war eben ein Nugroma und die Nugroma waren damals noch unsere Feinde.“
   „Und die Fremden?“
   „Na warte, das will doch erzählen …“


„Bitte identifizieren Sie sich!“, sagte N’Kogh Nsoi.
   Ein Knistern und Rauschen erklang und dann kam die Antwort: „Hope an Schajo Cha Ngoi! Hier spricht Captain Igor Torrence. Wir bedauern die Verletzung Ihrer Grenzen, aber wir kommen von weit her und wussten nichts von der Existenz Ihres Großreiches. Unsere Heimat ist die Erde, dritter Planet des Sterns Sonne. Wir kommen in freundlicher Mission. Unser Schiff ist ein Forschungsschiff. Wir sind die ersten unseres Volkes, die bis in dieses Raumgebiet gelangen konnten, und sind glücklich, in Ihnen zum ersten Mal einer so hoch entwickelten Zivilisation begegnet zu sein. Wir möchten mit Ihrem Volk freundschaftlichen Kontakt aufnehmen. Torrence Ende.“

„War’n das Menschen?“
   „Was denkst du?“
   „Wenn sie von der Erde kommen, bestimmt. Aber Menschen sind doch nicht dumm. Warum verraten sie den Bösen, wo sie herkommen?“
   „Sie wussten ja nicht, dass die Nugroma böse waren. Vielleicht dachten sie, dass eine Zivilisation, die so weit entwickelt ist, dass sie so gute Raumschiffe hat, gut sein muss.“
   „Das ist doch aber dumm.“
   „Na sagen wir lieber, es war ein Irrtum. Den Nugroma kam das natürlich gerade recht …“


N’Kogh Nsoi rieb sich befriedigt die Hände und bestätigte den Empfang der Antwort. Er bat in höflichstem Ton, den er anschlagen konnte, die Wesen von der Erde um Entschuldigung für die etwas barschen Worte, versicherte sie des freundschaftlichen Entgegenkommens seitens des Nugromischen Großreiches und erkundigte sich bei dieser Gelegenheit gleich nach den genauen Koordinaten des Heimatsystems der Erde-Leute.
   In der Zeit, die Menschen und die Nugroma benötigten, um die verwendeten Koordinatensysteme ineinander zu überführen, gelang es dem Bordrechner der Imte Rish endlich, die ausgetauschten Botschaften zu entschlüsseln und ein eigenes Übersetzungsprogramm zu installieren. Talikisi Oina schaltete die Brückenlautsprecher gerade in dem Moment ein, an N’Kogh Nsoi den anderen Captain um die Erlaubnis bat, mit einer Abordnung auf dessen Schiff zu kommen …

„Au weia!“

Igor Torrence bat um etwas Geduld. Er verwies darauf, dass ein solcher Schritt durch gewisse Untersuchungen zur biologischen Verträglichkeit abgesichert werden müsse …

„Das versteh ich nicht.“
   „Wenn zwei Spezies aufeinander treffen, dann kann es sein, dass sie sich gegenseitig krank machen.“
   „Wie beim Gift-Panstoner?“
   „So ähnlich, Schatz.“
   „Und was haben die Menschen da gemacht?“
   „Nun, sie haben sich zum Vergleichen alle biologisch-chemischen Daten von den Nugroma schicken lassen. Und umgekehrt.“


Während die Nugroma und die Fremden also alle nötigen Daten austauschten und durch ihre Computer laufen ließen, grübelte Kral Botmur a Sik darüber nach, was er von dem ungewohnt freundlichen Tonfall des nugromischen Kommandanten halten sollte.
   „Captain!“, unterbrach Terinest Kalo a Na seine Gedanken. „Ich habe die Heimatwelt der Fremden lokalisiert. Es handelt sich um Padda Seru fünf. Ein gelber Stern der Takla-Klasse.“
   „Padda Seru fünf?“, vergewisserte sich Kral Botmur a Sik. „Das ist fast achtzigtausend Il von hier entfernt.“
   „80403“, korrigierte Silakoian Ysh vorsichtig. „Das sind nur 971 Il weniger als die maximale Entfernung der offiziellen Förderationsgrenze vom geometischem Mittelpunkt unseres Gebietes.“
   Kral Botmur a Sik sah den Ersten Navigator fragend an. „Und was schlussfolgern Sie daraus?“
   „Nichts, Captain“, beeilte sich der Famayaner zu beteuern. „Es war nur eine Feststellung. Aber möglicherweise haben wie es hier mit Vertretern eines noch unbekannten Sternenreiches zu tun. Wenngleich es unwahrscheinlich ist, dass wir noch nie von einer solchen Macht in diesem Sektor gehört haben sollten.“
   Nlhanlm verwies auf die Worte der Fremden, dass dieses Schiff das erste ihrer Flotte war, welches so weit in den Raum vordringen konnte. „Vielleicht“, meinte er, „hat diese Spezies noch nicht einmal ihr eigenes Sonnensystem vollständig besiedelt. Ich erinnere daran, Captain, dass die Sietelaner zu Beginn ihrer Raumfahrtgeschichte, als sie gerade begonnen hatten, die Nachbarplaneten von Sietel umzugestalten, bereits Generationenschiffe in weit entfernte Sektoren entsandten.“
   „Danke, Nhlanlm“, erwiderte Kral Botmur a Sik, „ich kenne die Geschichte meines Planeten.“
   „Captain!“, mischte sich die Sicherheitschefin in das Gespräch. „Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass es für die Förderation in jedem Falle ungünstig wäre, wenn das Nugromische Großreich in diesem Sektor einen Verbündeten gewinnen würde. Die würden uns in die Zange nehmen.“
   „Was schlagen Sie vor?“, fragte der Captain
   „Wir müssen ein solches Bündnis verhindern! Um jeden Preis!“

„Genau!“
   „Naja, soo einfach ist das nicht …“


Kral Botmur a Sik sah Nera Stegen a Zerkermann überrascht an. „Ich verstehe Ihre Besorgnis, aber ,um jeden Preis’?“
   „Selbst wenn die Erdbewohner keine gefährliche Militärmacht sein sollten, könnten die Nugroma von Padda Seru fünf aus ein großes und sowohl ökonomisch als auch militärstrategisch sehr günstiges Gebiet kontrollieren.“
   „Ich weiß“, sagte Kral Botmur a Sik, „aber nach den Gesetzen der Förderation hat jedes Volk das Recht, selbst über seine Zukunft und also auch über seine Bündnispartner zu entscheiden.“
   Nera Stegen a Zerkermann stützte sich auf ihr Pult und beugte sich angriffslustig zum Captain hinüber. Ihre Augen blitzten, als sie sagte: „Ich bezweifle, dass die Nugroma das ebenso sehen und den Fremden die Möglichkeit einer Wahl lassen.“
   Kral Botmur a Sik baute sich vor ihr auf. Ihre Gesichter waren nur eine Handbreit voneinander entfernt. Er blitzte zurück und zischte: „Wollen Sie den Kreuzer vor den Augen der Erdlinge abschießen, a Zerkermann?!“
   „Wenn es sein muss!“
   „Und muss es sein?“
   Nera Stegen a Zerkermann knurrte, richtete sich aber auf und sagte, um Beherrschung ringend: „Nein.“
   „Gut!“, meinte der Captain und …

„Großvater, streiten sich Sietelaner oft?“
   „Nein, mein Schatz. Die beiden haben auch nicht wirklich gestritten. Sie … Sie sind nur ein bisschen lauter geworden, das passiert bei so stolzen Wesen eben manchmal.“


Kral Botmur a Sik wandte sich dem Bildschirm zu. „Talikisi Oina“, sagte er, ohne sich umzudrehen, „stellen Sie eine Verbindung zu den Fremden her! Versuchen Sie, den Nugroma das Anpeilen unseres Signals zu erschweren!“
   „Ich gebe mir Mühe.“
   Während der Kommunikationsoffizier der Imte Rish also versuchte, durch den Tarnschirm hindurch eine nicht anpeilbare aber verständliche Botschaft an die Fremden zu schicken, bekam der Captain der Fremden von seinem Kommunikationsoffizier die Meldung, dass sie eventuell einen Bildkontakt zu den Nugroma herstellen könnten.
   „Dann tun Sie das“, sagte der Menschen-Captain enthusiastisch.
   „Aye aye, Sir!“, antwortete die junge Frau und startete soetwas wie eine Testbildübertragung.
   Der nugromische Kommunikationsoffizier riss erstaunt die Augen auf, als die Grafik auf seinem Schirm erschien. „Captain?“
   N’Kogh Nsoi, der sich gerade zufrieden über die Entwicklung die Hände rieb, schlenderte gemächlich an das Kommunikationspult heran und blickte dem Mann über die Schulter. Er sah auf die Anordnung geometrischer Strukturen und runzelte die Stirn. „Was ist das denn?“ Die Antwort erhielt er von den Menschen selbst: Sie hatten eine Erklärung per Ton mitgeliefert, welche nun zu hören war.
   Die Falten auf N’Kogh Nsois Stirn vertieften sich. Er grummelte: „Wie haben die es geschafft, ohne Hilfe in unseren Video-Teil zu kommen?“ Dann bemerkte er den fragenden Blick seines Kommunikationsoffiziers und er befahl ihm, den Empfang der Sendung zu bestätigen.
   „Sichtkontakt herstellen?“, vergewisserte sich der Mann.
   „Noch nicht“, bekam er zur Antwort.
   Dann traf auch schon die erste Bildübertragung aus dem fremden Schiff ein.
   Auch auf der Imte Rish kamen die Bilder der Menschen an.
   „Ein Koro!“, entfuhr es Nera Stegen a Zerkermann. Tatsächlich sah der Mann, dessen Gesicht jetzt den ganzen Bildschirm füllte, einem Koro sehr ähnlich. Er hatte das helle, aber weder weiß noch gelbe Haar, die typischen Augen mit der hellgrauen Iris und für den Durchschnitt humanoider Rassen nahezu weichen Züge. Und wie alle Kori und viele andere taschlenn Völker – zum Beispiel die Sietelaner, Famayaner und Lhalm – hatte der Captain des fremden Schiffes eine helle, sanft sonnengebräunte Haut.“

„Großvater, ich weiß doch, wie Menschen aussehen!“
   „Ja, aber die Leute auf der Imte Rish wussten das nicht. Sie haben natürlich erstmal Vergleiche angestellt. Einige dachten, es ist gar keine neue Spezies. N’Kogh Nsoi vermutete sogar einen Moment lang, in eine Falle der Föderation getappt zu sein. Warte mal, wie hatte er es doch gleich in seinen Memoiren geschrieben? So ungefähr: …“


Bei den Bildern vom Erden-Schiff wurde dem Nugroma-Captain mulmig: Captain Igor Torrence trat etwas zurück, um sich in den Kommandosessel zu setzen. Direkt hinter diesem Sessel stand eine junge Frau mit tiefdunkler Haut und ganz kurzen weißen Haaren, rechts vorn, wo bei Nugromaschiffen gewöhnlich der Erste Navigator saß, bediente hier ein nahezu weißhäutiger Mann mit kupferrotem Haar eine Gerätekonsole, neben sich – vielleicht als Kontrolleur oder Schüler – einen Glatzkopf mit buschigen Augenbrauen und kantigem Gesicht. Der Glatzkopf drehte sich kurz zu einem schmächtigen Männlein um, das eben ins Blickfeld eilte und dessen gelblicher Teint an einen Grianakano erinnerte, während die Augen mit der Lidfalte den Gedanken an einen Shlk nahelegten. Kommunikationsoffizier des Schiffes schien die junge Frau links neben dem Captain zu sein, denn sie hatte ihr langes schwarzes Haar ein wenig zurückgelegt und hielt sich etwas ans Ohr, das ein Einzellautsprecher sein konnte. Dabei blickte sie mit tiefschwarzen großen Augen zum Captain herüber.
   Wie gesagt: Auf der Imte Rish konnte man das selbe sehen, aber die Crew hatte überhaupt kein mulmiges Gefühl. Im Gegenteil, die Menschen waren ihnen irgendwie sofort sympathisch.
   „Ich bin Igor Torrence“, übersetzten die Computer der Imte Rish und der Schajo Cha Ngoi. „Und das“, Igor Torrence machte eine den Brückenraum umfassende Geste, „ist meine Crew. Können Sie uns sehen, Schajo Cha Ngoi?“
   N’Kogh Nsoi hob die buschigen Brauen und überlegte, was er tun sollte.
   Kral Botmur a Sik beugte sich in seinem Sessel vor, als könne er so besser sehen.
   Igor Torrence drehte sich zu seinem Kommunikationsoffizier Roxana Collet herum und hörte sie verunsichert sagen: „Ich habe hier eine Sendung eines … eh … Föderationsschiffes.“
   N’Kogh Nsoi sprang auf und stürzte zum Kommunikationspult. „Von wo?“, bellte er, und während sein Offizier versuchte, das Signal anzupeilen, sah Kral Botmur a Sik den Captain des Erden-Schiffes zu der Frau mit den schwarzen Haaren gehen, sich über ihre Konsole beugen und sich dann zur Kamera umdrehen, so dass er nun direkt auf die Brücke der Imte Rish zu blicken schien. Igor Torrence lauschte offensichtlich auf etwas und begann dann zu staunen.
   „Sie haben unser Signal empfangen“, kommentierte Talikisi Oina.
   „Ein Föderationsschiff?“, staunte der nugromische Kommunikationsoffizier. „Aber …“
   Igor Torrence sagte: „Hope an Imte Rish! Wir haben Ihre Nachricht erhalten.“
   „Verflucht!“, schimpfte N’Kogh Nsoi. „Die Imte Rish hat uns gerade noch gefehlt!“ Und er brüllte seinen Komm-Mann an, dass er endlich die Koordinaten des Föderationskreuzers herausfinden solle.
   Inzwischen versuchte Igor Torrence, sich ein Bild von der Situation zu machen. „Imte Rish? Wo sind Sie?“, fragte er.
   Talikisi Oina sah Kral Botmur an Sik an und erhielt ein verneinendes Abwinken zur Antwort.
   „Imte Rish!“, wiederholte Igor Torrence eindringlich. „Wo sind Sie? Wir können Sie nicht orten!“
   „Na kommt schon!“, knurrte N’Kogh Nsoi. „Sagt schon, wo ihr euch versteckt habt!“
   Kral Botmur a Sik nickte Talikisi Oina kurz zu und sagte: „Imte Rish an Hope! Wir können unsere Position nicht preisgeben, da wir damit rechnen müssen, von der Schajo Cha Ngoi unter Beschuss genommen zu werden.“
   „Unt… Wie bitte?“, entfuhr es Igor Torrence und sein Gesichtsausdruck offenbarte eine Mischung aus Verwirrung, Erkenntnis und wachsendem Unbehagen. Kral Botmur a Sik konnte das seinem Kollegen gut nachfühlen. Es war eine wenig erfreuliche Situation, sich im Krieg mit jemandem zu befinden, aber sich plötzlich mitten auf dem Schlachtfeld zwischen den Fronten völlig unbekannter Gegner zu wissen, war mehr als das. Es war haarsträubend, und jedes intelligente Wesen – Raumschiffkommandant oder nicht – würde schnellstens das Weite suchen.
   Natürlich war sich auch N’Kogh Nsoi darüber im Klaren und er tat das einzig Vernünftige in dieser Lage. Jedenfalls aus nugromischer Sicht vernünftig, denn Kral Botmur a Sik und seine Leute fanden es nicht ganz so gut, plötzlich den Nugroma auf dem Bildschirm zu haben und ihn sagen zu hören: „N’Kogh Nsoi an Igor Torrence! Sie hatten eben Kontakt mit einem Schiff unserer Feinde, die nur mit der Absicht hier sein können, uns anzugreifen oder zu einem Angriff zu provozieren. Ich empfehle Ihnen, Captain, diese Banditen einfach zu ignorieren, sonst laufen Sie Gefahr, dass man Sie und Ihr Schiff dazu benutzt, Ihre Heimatwelt zu erobern.“
   „So ein Mistkerl!“, fluchte Nera Stegen an Zerkemann.
   Kral Botmur a Sik winkte seinem Kommunikationsoffizier und sagte: „Captain Igor Torrence! N’Kogh Nsoi lügt. Nicht wir sind in das Gebiet der Nugroma eingedrungen, sondern …“
   „Captain“, wurde er von Talikisi Oina unterbrochen, „die Nugroma stören die Sendung.“
   „… und sie haben uns angepeilt“, ergänzte Silakoian Ysh.
   „… und sie haben ein Beiboot ausgesetzt“, fügte Terinest Kalo a Na hinzu. „Es nimmt Kurs auf die Hope.“
   „Na gut“, brummte Kral Botmur a Sik, „Ihr habt uns zwar nicht eingeladen, wir kommen aber trotzdem. Ysh, bringen Sie uns zu dem Stelldichein! Kalo a Na, wir verlassen die Deckung! Oina, Sie versuchen, die Störwand zu durchdringen! Und sorgen Sie dafür, dass wir die Kommunikation zwischen den Nugroma und den Erdlingen verfolgen können!“
   „In Ordnung, Captain“, bestätigte der Famayaner und machte sich an die Arbeit.
   Inzwischen war bei den Menschen die Bildübertragung von den Nugroma sichtbar.
   „Mein Gott, ist der hässlich“, sagte der Zweite Offizier Jason Boor und verzog angewidert das Gesicht, so dass sich seine buschigen Brauen über der Nasenwurzel fast berührten.
   „Er sieht kriegerisch aus“, meinte Yongbo Tian. Der Arzt verglich das Gesicht des Nugroma insgeheim mit den Figuren japanischer Krieger, die er im Museum Traditioneller Geschichte in Hua-lien gesehen hatte. Der Außerirdische wirkte allerdings noch düsterer. Yongbo Tian schob diesen Effekt auf die breite, schildartige Stirn unter deren vorgewölbten Brauenwülsten die Augen fast verschwanden.

„Großvater, was ist ein japischer Krieger?“
   „Japanischer Krieger, Schatz. Japan ist ein Gebiet auf der Erde, das für seine Krieger berühmt war.“
   „Weißt du das aus deinen Menschenbüchern?“
   „Unter anderem.“
   „Finden Menschen andere Spezies immer hässlich?“
   „Aber nein. Das weißt du aber selbst, du hast doch menschliche Mitschüler. Finden die dich hässlich?“
   „Nein. Aber Ottmann hat letztens zu Trkst gesagt, er sei hässlich. Dabei kann Trkst doch nichts dafür, dass er ein Insektoid ist, stimmt’s, Großvater?“
   „Stimmt. Und Ottmann hat das bestimmt auch nicht so gemeint, er war sicher nur grade ein bisschen wütend auf Trkst. – Soll ich jetzt weiter erzählen? – Also …“


„Ich empfehle Ihnen“, sagte der Captain des nugromischen Schiffes, „die Banditen einfach zu ignorieren, sonst laufen Sie Gefahr, dass man Sie und Ihr Schiff dazu benutzt, Ihre Heimatwelt zu erobern. Wir bieten Ihnen unsere Hilfe an.“
   „Danke“, entgegnete Captain Igor Torrence und wollte gerade fragen, was sich sein Kollege unter „Hilfe“ konkret vorstellte, als Isaac Sauders vom Navigationspult her meldete: „Sir! Ich erhalte ein Ortungssignal von einem weiteren Schiff. Koordinaten fünfundvierzig, minus zwölf. Entfernung 85 und rapide sinkend.“
   „Die Imte Rish?“, vermutete Dorinda Bourdy, der Erster Offizier der Hope, und trat näher an ihr Pult.
   „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“, stimmte Igor Torrence ihr zu und starrte nachdenklich auf den herannahenden Ortungsreflex. „Kontakt zur Imte Rish?“, fragte er in den Raum hinein.
   Roxana Collet wusste natürlich, dass die Frage ihr galt. Sie lauschte in ihren Kopfhörer und schüttelte den Kopf. „Nein, Sir, die Signale werden offenbar gestört.“
   „Gestört?“ Igor Torrence dreht sich fast gemächlich um. Er versuchte, das ganze Durcheinander ein wenig zu sortieren und zu verstehen, was da draußen eigentlich vorging. Ergebnis dieser Überlegungen war der Entschluss, die Nugroma auf keinen Fall an Bord zu lassen, denn irgendwie stank es ihm mächtig, dass sie sich so eifrig bemühten, kein Gespräch mit der Imte Rish zuzulassen.
   „Sir?“, meldete sich Roxana Collet und Igor sah die Frau an. „Sir, die Nugroma bitten darum, an Bord kommen zu dürfen.“
   „Keine Antwort“, sagte der Captain.
   „Aber Sir! Sie sind schon auf dem Weg zu uns.“
   „Ach ja?“, machte Igor Torrence und sah zu Jason Boor, der kopfschüttelnd sein Pult betrachtete. „Ihr Shuttle muss winzig sein, hier ist so gut wie nichts zu sehen. Nur ein Pünktchen. Wenn das ein Boot ist, will ich da nicht eingeklemmt drin hocken.“
   „Entfernung?“
   „Bei …“ Jason Boor stutzte. „Nicht zu bestimmen, Sir. Sie benutzen wohl sowas wie eine Tarnung. Vielleicht“, er sah seinen Captain an, „irre ich mich deshalb auch in der Größe.“
   „Schutzschild!“, befahl Igor Torrence. Das war zwar nur als Meteoritenschutz gedacht und nicht als Abwehr gegen die Waffen hoch entwickelter Kreuzer, aber Igor Torrence dachte, es sei immerhin besser als nichts. Er wurde angenehm überrascht, denn obwohl der Schutzschirm die Videosignale etwas verzerrte, erkannte Igor Torrence, dass N’Kogh Nsoi völlig verdattert herumfuhr und verdutzt auf ein Pult starrte.
   Dorinda Bourdy lächelte. „Sie haben uns offenbar verloren, Sir“, schmunzelte sie. „Unser Schutzschild wirkt bei ihren Sensoren wohl wie eine Tarnblase.“
   „Dann nichts wie weg von hier!“, entgegnete der Captain. „Ehe die Typen uns wiederfinden.“

„Das hast du dir ausgedacht!“
   „Was?“
   „Ein Held fliegt nicht einfach weg!“
   „In Märchen vielleicht nicht, aber das ist eine wahre Geschichte. Igor Torrence wusste, dass sein Schiff nur ganz, ganz wenige Waffen hatte. Er hätte keine Chance gehabt.“
   „Und warum hatten die so wenig Waffen?“
   „Weil die Hope ein Forschungsschiff war. Die Menschen hatten nicht gedacht, dass sie in kriegerische Handlungen verwickelt werden könnten.“
   „Das war nicht klug, oder?“
   „Nein, nicht besonders. Aber es war ihr erstes Galaxy-Ship, die Schiffe vorher waren noch nie so weit geflogen.“
   „Und deshalb sind die Menschen abgehauen.“
   „Sie hatten es zumindest vor, aber dann …“


„Imte Rish an Hope“, ertönte es in diesem Moment aus den Lautsprechern mit solcher Intensität, dass die Brückencrew der GS 1 zusammenfuhr. Roxana Collet regelte hastig nach und die folgenden Worte klangen nun mit normaler Lautstärke. „Captain Kral Botmur a Sik an Captain Igor Torrence! Sie sind nur unvollständig getarnt! Nutzen Sie den Aufschub und bringen Sie Ihr Schiff in Sicherheit! Überlassen Sie die nugromischen Grenzverletzer uns!“
   Igor Torrence befahl seinem Navigator Isaac Sauders, sofort reisaus zu nehmen. Die Imte Rish jagte heran und war im Begriff, sich schützend zwischen den Nugroma-Kreuzer und die Hope zu schieben, als N’Kogh Nsoi Feuerbefehl gab und ein Torpedo knapp am Föderationsschiff vorbei auf den Schutzschirm der GS1 Hope knallte und die Menschen heftig durchschüttelte.
   Doch der Schirm hielt. Zum Erstaunen von Igor Torrence und zu noch größerer Verwunderung von Kral Botmur a Sik, der die Hope schon hatte in Fetzten fliegen sehen.
   N’Kogh Nsoi erholte sich am schnellsten von dem allgemeinen Staunen und rückte dem Erd-Schiff mit einer vollen Salve Torpedos und Dauerlaser zu Leibe. Das meiste davon steckte die Imte Rish ein, die inzwischen heran gekommen war.
   Die Menschen, die sich nach den ersten Schlägen aufgerappelt hatten, hörten, wie N’Kogh Nsoi sich und seine Leute erneut als Verteidiger der Grenzen ihres Reiches hinzustellen versuchte, und rechneten schon damit, dass die Imte Rish die Schajo Cha Ngoi aus dem All fegen würde. Tat sie aber nicht. Statt dessen forderte Kral Botmur a Sik die Nugroma auf, sich zu ergeben und ihr Schiff der Föderation auszuliefern.
   „Unklug“, murmelte Dorinda Bourdy kopfschüttelnd.
   „Oder er ist sich seiner Überlegenheit sicher“, entgegnete Igor Torrence mit leiser Bewunderung in der Stimme.
   „Niemals!“, brüllte N’Kogh Nsoi und nahm die Imte Rish unter Beschuss, so dass sie ins Taumeln geriet.
   Igor Torrence rief: „Strahler an und auf den Kreuzer, Mr. Boor!“ und der Mann am Copilotenpult lenkte die Zielerfassung des Pulsers, der normalerweise Asteroiden zertrümmern sollte, auf die Schajo Cha Ngoi.
   Die Nugroma wurden schwer getroffen, aber sie gaben nicht auf. Sie feuerten aus allen Rohren auf die beiden Schiffe. Es sah tatsächlich so aus, als würden sie doch noch gewinnen: Die Imte Rish erhielt einen Volltreffer in einen der beiden Maschinenräume, sie begann noch stärker zu schlingern, so dass kaum noch gezielte Schüsse möglich waren. Rund um die Hope gab es ein Feuerwerk durch die am Schutzschild explodierenden Geschosse und das Schiff wurde ein paar mal hin und her gerissen. Außerdem ging den Menschen langsam die Energie aus, um den Schild aufrecht zu erhalten. Der Sieg der Nugroma schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein.
   Doch die Nugroma hatten nicht mit dem sietelanischen Kampfesmut der Menschen gerechnet. Gerade als N’Kogh Nsoi den Feuerbefehl für eine weitere Torpedeosalve gab, ließ Igor Torrence noch einmal den Pulser mit voller Energie abfeuern. Die meisten der Torpedos wurden getroffen und explodierten in sicherer Entfernung von Hope und Imte Rish. Dadurch bekam Kral Botmur a Sik einen kleinen zeitlichen Aufschub, den er nutzte, um die Schajo Cha Ngoi anzuvisieren.
   Die Menschen dagegen hatten nun ein Problem: Zwei der Torpedos rasten auf sie zu und der Schutzschild hatte kaum noch Energie. Der erste Torpedo schlug ein und erschütterte die Hope. Dorinda Bourdy eilte zum Sessel von Igor Torrence, der zu Boden rutschte, noch bevor sie ihn erreichte. Yongbo Tian taumelte heran, beugte sich über den Captain, und die Frau sah beim Aufblicken etwas auf die Hope zurasen. Sie hörte noch wie Jason Boor schrie „Schild zusammengebrochen!“ und dann umfing sie Nichtsein.
   „Feuer!“, schrie Kral Botmur a Sik und der Kreuzer der Nugroma erbebte.
   Dann war es still.
   Und dunkel.
   Und zeitlos.
   Schließlich glomm Notbeleuchtung auf und machte das Durcheinander auf der Brücke der Hope sichtbar. Stühle waren umgebrochen, Verkleidungsplatten abgefallen, Monitore gesplittert. Menschen verletzt. Schwer verletzt. Und …

„Und die Imte Rish? War da auch ein Durcheinander auf der Brücke?“
   „Nein, zum Glück nicht. Sie war ja besser auf Kämpfe vorbereitet und hatte Sicherheitsvorrichtungen für solche Fälle. Bei den Menschen sah das ganz anders aus …“


   Jason Boor zog sich an den Resten des Copilotenpultes hoch, sah kurz um sich und rief ein Medoteam auf die Brücke. Er achtete nicht darauf, wann es kam und was es tat, sondern versuchte, sich einen Überblick über die noch verbliebenen Funktionen des Schiffes zu verschaffen. Er stellte fest, dass die Lage ziemlich schlecht, aber nicht hoffnungslos war, und fand erst jetzt Zeit, in der Krankenstation nach dem Befinden des Captains und des Ersten Offiziers zu fragen.
   Die Auskunft war niederschmetternd: Dorinda Bourdy war eben an ihren Verletzungen gestorben und der Captain schwebte noch immer in Lebensgefahr. Boor war einen Moment lang versucht, zu fragen, ob man in der Medoabteilung etwas über den Zustand seiner Frau Sylvia wüsste, aber er rief sich zur Ordnung. Nach dem Ausfall von Igor Torrence und des Ersten Offiziers rückte er als Zweiter Offizier an die Spitze der Befehlskette, und als solcher hatte er sich jetzt vor allen Dingen um die Funktionsfähigkeit des Schiffes zu kümmern.
   Roxana Collet, die offenbar unverletzt geblieben war, kündigte einen Ruf von der Imte Rish an. Jason Boor nickte und die Frau öffnete den Kanal.
   Auf dem großen Bildschirm an der Vorderfront der Brücke erschien ein Gesicht. Es hatte etwas Katzenhaftes, gehörte aber unverkennbar einem humanoiden Lebewesen.
   „Ich bin Kral Botmur a Sik“, sagte das Gesicht, „Captain des Föderationskreuzers Imte Rish. Benötigen Sie Hilfe?“
   Jason Boor sah sich kurz auf der Brücke um. „Im Moment nicht“, antwortete er dann, und registrierte, dass er dem Mann auf dem Bildschirm schon wegen seines Äußeren eher vertraute als dem Nugroma. Nun ja, Jason Boor war eben ein Mensch…

„Also finden Menschen andere Spezies doch hässlich!“
   „Nein nein. Es war nur ungewohnt für ihn. Außerdem geht es doch allen so, dass sie manche Leute nett finden und andere nicht so, oder? Ein bisschen schämte er sich ja auch dafür. Obwohl die Einschätzung richtig war.“
   „Ich glaube, das denkst du dir aus. Jason Boor hat bestimmt gar nicht an sowas gedacht, der hat sich Sorgen um seine Ehefrau gemacht.“
   „Ach ja? Ja, vielleicht hast du sogar Recht. Soll ich zu Ende erzählen?“
   „Die Schiffe sind alle kaputt, da kommt doch jetzt nichts mehr.“
   „Na ein kleines bisschen kommt schon noch. Die Geschichte muss ja einen Schluss haben …“


In den kommenden Tagen nahmen die Menschen dann doch das Hilfsangebot der Imte Rish an. Die Schäden an der Hope hätten sie allein wahrscheinlich gar nicht reparieren können. Auch als Schutz blieb die Imte Rish in der Nähe, denn es war nicht klar, ob die Nugroma nicht wiedergekommen wären.
   Es dauerte volle drei Wochen irdischer Rechnung, ehe die Hope wieder soweit fit gemacht werden konnte, dass sie die Heimreise antreten konnte. Das war eine sehr arbeitsreiche aber auch sehr spannende Zeit. Die Menschen hatten noch nie so viele verschiedene Spezies gesehen und das Wissen, das sie von uns bekommen konnten, packten sie in jeden freien Speicher, den sie entbehren konnten.
   Aber wir bekamen auch etwas. Zum Beispiel erkannten die Techniker der Imte Rish im irdischen Schutzschildgenerator das Potential für eine neuartige Tarn-Schutz-Kombination, die nur noch einen Bruchteil der Sensoren beeinträchtigt. Auch der Pulser, eigentlich ein Räumwerkzeug, erlaubte es der Föderation, in der Folge die heute noch bekannten Pulskanonen zu entwickeln, denen die Nugroma Jahrzehntelang kaum etwas entgegen zu setzen hatten. Und von den Freundschaften, die in diesen Tagen geschlossen wurden, ganz zu schweigen. Dein Großonkel beispielsweise … Aber das ist eine andere Geschichte.
   Tja, so war das mit der ersten Begegnung zwischen Menschen, Föderation und Nugroma. Alle Schiffe kehrten heim. N’Kogh Nsoi wurde schnell zu einem der fähigsten Captains der Nugroma, die Imte Rish und ihre Crew flogen noch viele wichtige Einsätze und die Hope kehrte zur Erde zurück. Schon von unterwegs berichtete sie von den Ereignissen, was zur Folge hatte, dass Erdenschiffe von da an mit schlagkräftiger Waffentechnik ausgestattet wurden. Die Hope selbst wurde – lädiert wie sie war – nach der Heimkehr verschrottet. Die Besatzung wechselte fast vollständig auf das eben fertig gestellte Galaxy-Schiff 4. Ohne Dorinda Bourdy, Igor Torrence und Sylvia Boor und sieben weitere Todesopfer des Nugroma-Angriffs.
   Dies hier war auch ihre Geschichte und ich, ein Lhalm, habe sie erzählt.


   „Großvater?“
   „Ja, mein Schatz?“
   „Das war eine blöde Geschichte.“
   „Ach! Und warum?“
   „Weil die alle so viel geredet haben und so viel Unsinn gemacht haben. Und richtige Helden gab’s auch nicht.“
   „Naja, du wolltest eine wahre Geschichte hören. Und in Wahrheit gibt es eben viel weniger Helden, als man denkt. Und die meisten großen Sachen fangen mit einem Irrtum an. Das ist … Wo willst du denn hin?“
   „Ottmanns Mama macht Cranberrie-Kuchen und ich darf hinkommen.“
   „Na dann lauf, Schatz! – Ach ja, Kinder …“


__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

Version vom 19. 03. 2010 15:37
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FrankK
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Hallo Ulrike
Interessante, wenngleich auch schwierig zu lesende Geschichte. Das größte Problem, so empfand ich es, war die ungeheuer große Zahl an fremdartigen Namen und der mittendrin auftretende Perspektivenwechsel, der aus fremden Wesen mit seltsam klingenden Namen plötzlich Terraner machte.

quote:
Lhalm sind Geschichtenerzähler und ich bin ein Lhlam

Erstes auffälliges Stolpersteinchen.

quote:
„Inwiefern seltsam?“, fragte Kral Botmur a Sik seinen Ersten Offizier.

Aus meiner Perspektive würde es reichen, wenn die Geschichte ungefähr hier beginnt.

quote:
„Es sieht so aus, als würde unser Taststrahl an einem idealem Spiegel reflektiert. Ich erhalte nur das übliche Zwischenraumspektrum.“

Der Captain registrierte, dass es sich in reichlich dreißig Ienel Entfernung vor der „Imte Rish“ befand, und ließ schleunigst das Tarnfeld generieren.

Dadurch, dass die „Imte Rish“ sich hinter einem Tarnfeld versteckte, entging ihr zwar das merkwürdige Ding hinter dem Nugroma-Kreuzer und die Hälfte ihrer Fernerkundungssensoren waren nicht einsetzbar, aber so bemerkten die Nugroma nicht, dass sie einen Beobachter hatten.

Ich fasse mal zusammen:
Das Föderationsschiff scannt aktiv(!) ein Schiff der Nugroma, kann es aber nicht klar identifizieren. Erst nach dem Kurswechsel tarnt sich die Imte Rish. Ich vermute, sie befindet sich innerhalb Sensorenreichweite der Nugroma (die sich auf Patrouille befinden).
Die bemerken allerdings nicht das Föderationsschiff?

quote:
Es liegt allerdings nahe, dass es auch bei den Nugroma jemanden auf der Brücke gegeben hatte, der noch einen flüchtigen Reflex der sich tarnenden „Imte Rish“ erhascht haben musste,

Halbherzige Erklärung für das vorhergehende Problem. Der „flüchtige Reflex“ aus Sicht der Imte Rish bzw. der Nugroma dürfte die Hope gewesen sein, oder?

quote:
„Geben Sie das Signal auf die Lautsprecher!“
Talikisi Oina kam dem Befehl nach und eine sanft perlende Melodie erklang im Brückenraum. Chefingeniuer Nlhanlm schloss verzückt die Augen. In seiner Vorstellung verband sich der Klang mit tiefem Frieden und hoher Weisheit.

Was sollte dies für eine Musik gewesen sein? Oder hat er den Vorspann verpasst?
„Der Weltraum, unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs …“
Spaß beiseite. Ich vermute, dies ist eine Anspielung auf die Daten, die bereits die (echten) Voyager-Sonden an Bord hatten und sollte damit einen Hinweis auf die irdische Herkunft bieten. Hmm, schade, dass das in der Flut an fremdartigen Input untergeht.

quote:
Allerdings empfand der Lhalm später die richtigen Töne immer noch als sehr angenehm …

Ähh … Verstehe ich das richtig?
Bis hierher kam die Geschichte erzählt aus der Sicht des Geschichtenerzählers, jetzt schreibst Du über den Geschichtenerzähler. Oder ist der Lhalm ein Mitglied der Brückencrew?
Nachtrag meinerseits: Den ersten Teil hatte ich nur überflogen, jetzt mit der Suchfunktion dort noch mal fündig geworden: „… der Chefingenieur gehörte zum Volk der Lhalm.“
Moment – ein Volk von Geschichtenerzählern bringt einen Chefingenieur hervor?

quote:
… und grinste seine Kanonier, der ihn erstaunt anblickte, mit Verschwörermine zu.

„seinem Kanonier“?

quote:
Aber möglicherweise haben wie es hier mit Vertretern eines noch unbekannten Sternenreiches zu tun.

„haben wir“

quote:
Er blitzte zruück und zischte

„zurück“

quote:
„Aye aye, Sir!“, antwortete die junge Frau und startete soetwas wie eine Testbildübertragung.

Was ist denn „so etwas wie eine Testbildübertragung“?

quote:
… Lippen und der in sanftem Brau schimmernden Haut der Dame.

„Braun“?

quote:
N’Kogh Nsoi hob die buschigen Brauen und überlegte, ob er nicht doch geradewegs in eine Falle der Planetaren Föderation getappt war.

Gemäß der bisherigen Beschreibung des Verhaltens der Nugroma hätte ich spätestens jetzt eine unmittelbare Eröffnung des Feuers erwartet.

quote:
„Ich habe hier eine Sendung eines Föderationsschiffes, Captain.“

Manchmal ist es nicht leicht, Deinem Szenenwechsel zu folgen. Wir befinden uns an Bord des Nugromaschiffes und dieser Satz dürfte vom nugromischen Kommunikationsoffizier stammen.

quote:
… und er tat das einzig Vernünftige in dieser La ge

Die „Lage“ ist doch gar nicht so fremdartig.

quote:
„… und sie habe ein Beiboot ausgesetzt“,

„haben“

quote:
„So ein Mistkerl!“, fluchte Nera Stegen an Zerkemann inbrünstig.

„Nera Stegen a Zerkermann“

Es folgt der Blickwechsel, der mich zunächst fürchterlich irritierte. Alleine schon die Verfälschung der Namen:
Insjaloma wird zu Hope, Gsangiasoma wird zu (Igor) Torrence. Das ein Computer die Namen verfälscht übersetzt, kann ich mir ja noch vorstellen, dass ein zweiter Computer einen identischen Fehler begeht …

quote:
„Sir?“, meldete sich Roxana Collet und Igor Torrence holten seinen Blick aus der Unendlichkeit zurück, …

„holte“

quote:
„Nicht zu bestimmen, Sir. Sie benutzen wohl sowas wie eine Tarnung. Vielleicht“, er sah seine Captain an, „irre ich mich deshalb auch in der Größe.“

„seinen Captain“

quote:
„Captain Kral Botmur a Sik an Captain Igor Torrence!“

Wieso funktionieren die linguistischen Übersetzer an Bord des irdischen Schiffes so viel besser? Und wieso nennt Captain Kral Botmur a Sik den irdischen Captain nicht weiterhin Gsangiasoma?
Mal rein rhetorisch gefragt.

quote:
Übrigens: Wundern Sie sich, warum die Terraner die Namen richtig übersetzten? Als ich mich mit der Geschichte beschäftigte, tat ich das auch, aber in den Tonaufzeichnungen benutzten die Menschen von Beginn an die richtigen Bezeichnungen, während Nugroma und Föderationsleute die Korrekturen erst hinterher anbrachten. Verblüffend, oder?

Nein, nicht wirklich, nur ein Hinweis auf den Showeffekt und das gewünschte Verwirrspiel.
Übrigens: Statt „Föderationsleute“ nimm besser „Föderierte“, ist eingängiger.

quote:
N’Kogh Nsoi erholte sich am schnellsten von dem allgemeinen Stauen …

„Staunen“

quote:
Die Terrander, die sich nach den ersten Schlägen aufgerappelt hatten,

„Terraner“

quote:
Wie gesagt: Jason Boor wollte frage, bekam aber in diesem Moment die Bericht aus Schiffssektoren, so dass er Kral Botmur a Sik um eine Konversationspause bat und versprach, sich wieder zu melden, sobald ihm etwas Raum dafür bliebe.

„wollte fragen“
„die Berichte aus den Schiffssektionen“
„sobald ihm etwas Zeit dafür“

quote:
Es dauerte volle drei Wochen irdischer Rechnung, ehe die „Hope“ wieder soweit fit gemacht werden konnte, dass sie die Heimreise antreten konnte.

Das doppelte „konnte“ klingt etwas holprig und das „fit“ klingt für mich nicht professionell genug.
„Es dauerte volle drei Wochen irdischer Rechnung, ehe die Maschinenanlagen der Hope so weit instandgesetzt waren, dass sie die Heimreise antreten konnte.“

quote:
Dies hier war auch ihre Geschichte und ich, ein Lhalm, habe sie erzählt.

Aber leider nicht wirklich gut.
Ganz ehrlich, die Story selbst ist gut, die Erzählform sagt mir nicht ganz so zu, wie schon Eingangs erwähnt störten mich die vielen komplizierten Namen und die scheinbar fließenden Übergänge zwischen den einzelnen Szenen, denen ich manchmal nur mühsam folgen konnte.
Streckenweise fast nervig empfand ich die Zwischenpassagen des Erzählers, die Kommentare, seine Sichtweise, die er zusätzlich in die Geschichte einfügte.

Im Vergleich zu „Horizon“ ist diese Story deutlich weniger gut (für meinen Geschmack).


Viele Grüße
Frank

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Leben und leben lassen.

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Sebatsian Rahn
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Ich hab mich mit der Geschichte sehr schwer getan. Ganze fünf Versuche habe ich gebraucht, um über den ersten Absatz hinwegzukommen. Eigentlich würde es strenggenommen reichen zu schreiben "Gebe Frank recht" aber das wäre dann doch etwas knapp. Mein vorherrschendes Problem mit deinem Text: ich mag den Erzähler nicht leiden. Ehrlich gesagt würde ich ihn am liebsten mit Autobatterie und Starterkabel bearbeiten. Aber jetzt mal tief Luft holen und die Lesebrille aufsetzten.

Lhalm sind Geschichtenerzähler und ich bin ein Lhlam (Lhalm). Diese Geschichte heißt:

Am Anfang war der Irrtum

Ok, Lhalm wird als Märchenonkel etabliert. Zu dumm, dass er diesem Anspruch nicht gerecht wird. Historiker trifft es schon eher.

Die „Imte Rish“ gehörte zu den besten Schiffen der Föderationsflotte. Sie war wendig und schnell wie die kleinen Erkunder, mit hocheffektiven Verteidigungs- und Angriffsystemen ausgestattet und in ihren Arbeits- und Wohnräumen hatte man das Non-Plus-Ultra der technischen Errungenschaften des gesamten Bundes installiert.

Und, und, und. Der Satz wirkt etwas aufgebläht. Hier tät womöglich Kürzung gut. Wenn ein Militärschiff es sich leisten kann, selbst sekundäre Einrichtungen auf das Non-Plus-Ultra aufzurüsten, sagt das schon einiges aus. 'Hocheffektiv' als Umschreibung für die Schiffsysteme wirkt auf mich wie eine etwas seltsame Wortwahl aber das ist jetzt nur vom Bauchgefühl her.

Aber eigentlich ist das für die Geschichte, die ich hier erzählen will, gar nicht so wichtig.

Na dann danke, Lhalm, dass du meine Zeit verschwendest. Ich sehe ihn vor mir, den gestandenen Märchenonkel: "Es war einst vor langer, langer Zeit, da lebte ein König im Tal der Glückseeligkeit mit seinen immerfröhlichen Untertanen. Aber der König selbst der war traurig. Seine schöne Tochter war nämlich von einem grässlichen Drachen geraubt worden! Nun ist es zwar für die Geschichte nicht weiter von Belang, es ist aber interessant zu erwähnen, dass ein ausgewachsener Drache eine Flugspannenweite von circa 8 Metern besitzt und beim Freiflug eine Geschwindigkeit von bis zu 250 kmh erreicht." Du rettest diesen Übergang zwar nachher noch aber das Gefühl, von diesem 'Geschichtenerzähler' teilweise schlicht zugetextet zu werden, lässt sich von da an nicht mehr wirklich abschütteln. Reines Gift für jeden potentiellen Zuhörer.

Wichtig ist nur, dass die „Imte Rish“ auf Grund eben dieser vorzüglichen Ausstattung für gewöhnlich in wenig oder gar nicht erforschten Raumgebieten operierte. Oder im Niemandsland am Rande des Föderationsgebietes.

Oder, oder. Klar, dass der Popo der Galaxis zu dem am wenigsten erforschten Teil gehört.

Nun hat Niemandsland eine bemerkenswerte Eigenschaft: Es interessiert entweder niemanden oder alle. Für den größten Teil der Grenzen der Föderation traf leider der letztere Fall zu, wobei „alle“ in der Hauptsache Föderation und Xirini, Föderation und Shlk, Föderation und (Lieber Komma) Xirini und Shlk und bei einem knappen Drittel des Grenzraumes Planetare Föderation (Gibt es da einen Unterschied?) und Nugroma bedeutete. Während sich jedoch der Wettstreit zwischen Föderation und dem Sternenreich der Xirini auf wissenschaftlichem Gebiet und auf diplomatischem Parkett abspielte, und die Shlk sich nach etlichen Niederlagen lieber um ihre weiter im Zentrum der Galaxis liegenden Grenzen kümmerten, stellten die Nugroma ein erhebliches Problem für die Föderation dar.

Der obere Abschnitt ist wieder etwas in die Länge gezogen. Wieder und und und. Bitte hier einen Absatz um mich für das Folgende vorzuwarnen.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass zu der Zeit, in der diese Geschichte spielt, nahezu siebzig Prozent aller Gefechte von Föderationsschiffen gegen die Nugroma ausgetragen wurden, und dass fast neunzig Prozent aller Opfer militärischer Aktionen und Reaktionen eben jenen Kämpfen zuzuordnen waren(?).

"Lhalm: bringt erst wirklich die Geschichte in den Geschichtenerzähler"...Schnarch

Diese Geschichte trug sich allerdings in dem kleinen Teil Niemandsland zu, für das sich damals keiner zu interessieren schien. Das mutet aus heutiger Sicht ein wenig merkwürdig an (Oh, oh ich sehe noch mehr Geschwafel voraus), da es gerade in diesem Sektor sehr viele noch unbewohnte aber lebensfreundliche Planeten gab, die man mit geringem Aufwand hätte besiedeln können. Stattdessen beschränkte sich der Föderationsrat darauf, ab und zu ein Schiff mit einem Kartografierungsauftrag in diesen Arm der Galaxis zu schicken. Zum Beispiel die „Imte Rish“.

Wow, Lhalm! Eine sowohl flüssige als auch atmosphärische Überleitung! Verausgabe dich bloß nicht zu früh. Aber eigentlich ist es, engstirnig gesehen, eine Wiederholung von dem ‚Imte Risch irgendwo im Nirgendwo’ Abschnitt von eben.

Nun war die „Imte Rish“, wie schon erwähnt, das vermutlich beste Schiff der Föderationsflotte, obwohl – oder gerade weil – es zwar vor allem für humanoide Lebensformen eingerichtet worden war, aber seine Besatzung sich aus so ziemlich allem rekrutierte, was die Föderation an technisch entwickelten Zivilisationen aufzuweisen hatte. Oder weniger großspurig ausgedrückt: Die Besatzung der „Imte Rish“ war mit Abstand die bunteste, die man auf irgendwelchen Schiffen antreffen konnte.

In Ordnung, multikulti kommt immer gut

Auf der Brücke war davon allerdings nicht viel zu bemerken.

Wenn man mal daran denkt, dass 90 Prozent der Handlung sich auf irgendeiner Brücke abspielt, wieder so ein Moment, wo ein relativ breit ausgetretenes Thema in die Ecke für unwichtige Details geschoben wird. Setze endlich mal Prioritäten, Lhalm!

Die drei ranghöchsten Offiziere und der Zweite Navigator waren Sietelaner, der Kommunikationsoffizier und der Erste Navigator stammten von Famay und der Chefingenieur gehörte zum Volk der Lhalm.

Und der Rest? Wenn die Rassen schon keine Rolle spielen kannst du dir wenigstens die Mühe geben sie mir alle vorzustellen.

All diese Spezies sind bekanntlich taschlenn, ja gelten sogar als humanoid. Trotz aller Unterschiede bezüglich der Behaarung, im Gesichtsschnitt und der Mimik bot die Brückenbesatzung also ein eher homogenes Bild – im Gegensatz zur Crew im Maschinenraum, zu der riesige und zwergenhafte Taschlenn, sanft schillernde Achtfüßer, einer der wenigen insektoiden Angehörigen der Föderationsflotte und sogar ein Formveränderlicher gehörten.

Wenn das Aussehen der verschiedenen Rassen auf der Brücke allgemein bekannt ist, warum bemühst du dich dann genau dieses langwierig zu beschreiben? Die exotischen Eigenschaften der Techniker sind da schon deutlich interessanter und verdienen den Platz der ihnen eingeräumt wird.

Vielleicht war es Vorsehung, dass ausgerechnet die „Imte Rish“ mit dieser wenig vielgestaltigen Brückencrew zur der Zeit, die uns hier interessiert (Sagst du. Ich lese eigentlich bloß aus reiner Sturheit weiter), in dem Raumsektor unterwegs war, in dem unsere Geschichte spielt. Jedenfalls geschah es, dass, als die „Imte Rish“ fast schon den Umkehrpunkt ihres parabolischen Kurses (Eine vielleicht zu ‚wissenschaftliche’ Wortwahl für eine Erzählung) erreicht hatte, die Schiffssensoren etwas höchst Seltsames orteten …

Wie Frank es schon schrieb: hier könnte die Geschichte auch anfangen. Der nächste Abschnitt wirkt jedenfalls vom Erzählstil her zum vorherigen Teil ziemlich losgelöst. Leider nicht für lange.

„Inwiefern seltsam?“, fragte Kral Botmur a Sik seinen Ersten Offizier.
Terinest Kalo a Na starrte weiter auf die Anzeigen, während er erklärte: „Es sieht so aus, als würde unser Taststrahl an einem idealem Spiegel reflektiert. Ich erhalte nur das übliche Zwischenraumspektrum.“

Idealer Spiegel? Für einen ersten Offizier erscheint KaNa mir erstaunlich unsachlich in seiner Ausdrucksweise. Außerdem, Lhalm, warum hast du mir die ganzen wichtigen Leute nicht eben schon vorgestellt? Ich kann mir solche Dinge nämlich durchaus merken wenn ich will.

Kral Botmur a Sik rümpfte erstaunt die Nase. Noch während er in seinem Gedächtnis nach einem Material suchte, das solche Eigenschaften aufweisen könnte, setzt der Erste Navigator, der Famayer Silakoian Ysh, dem Ganze noch die Krone auf, indem er grummelte: „Laut Zwischenraumintensität müsste sich das Objekt etwa vierzig Ienel voraus befinden. Die Laufzeit für das modulierte Signal liefert allerdings zweiundzwanzig, Captain.“

Techiegerede! Oh wie sehr hab ich dich vermisst! Und dazu noch deutlich spannender vorgetragen, als dass, was mir dieser Lhalm vorher präsentiert hat. Ysh drückt sich zudem deutlich faktenorientierter aus als zuvor KaNa. Ich würde ihn befördern.

Kral Botmur a Sik stand auf und trat zum Navigationspult. Er warf einen kurzen Blick auf die Angaben und sagte: „Was um alles in der Welt könnte so einen Effekt hervorrufen?!“ Dann sah er fragend zu Nlhanlm.

Oh nein! Bitte nicht noch mehr Lhalm!

Doch der Chefingenieur zuckte nur ratlos mit den Ohren. „Vielleicht eine neue Verwirrtechnik (Das nennt man wirklich so?) der Nugroma“, vermutete er halbherzig.
„Dann müsste sie wirklich ganz neu sein“, warf Nera Stegen a Zerkermann ein. Als Zweiter Offizier und Chefin der Sicherheit war sie stets über die Fähigkeiten der Feinde, insbesondere die der Nugroma, informiert.

Außerdem war sie noch eine Gelegenheit, sich einen weiteren Zungebrecher als Namen auszudenken.

„Captain!“, meldete sich Silakoian Ysh. „Wir nähern uns dem Objekt – falls es eines ist – mit wachsender Geschwindigkeit. Oder besser ausgedrückt: Es steuert – falls es gesteuert wird – direkt auf uns zu.“

Hier gehen meine Hoffnungen für Ysh. Reden die wirklich alle auf der Brücke so wage? Als Captain brauche ich jemanden, der mir sagt was Sache ist (also seine Aussagen von klaren Messwerten abhängig macht) und mich nicht ungefragt mit Spekulationen bombardiert.

„Kollisionskurs?“
„Ja, Captain. Der Kollisionspunkt lässt sich jedoch wegen der verwirrenden Ortung nicht bestimmen.“
„Ausweichen!“, ordnete Kral Botmur a Sik an und löste damit eine Kette von Ereignissen aus, die diese Episode in die Geschichtsbücher eingehen ließ.

*Stöhn* Hi Lhalm. Außerdem, Episode? Sin wa jetzt im Fernsehen oder wat?

In dem Moment nämlich, in dem sich der Winkel des Taststrahles zu diesem seltsamen Objekt veränderte, zeigten die Sensoren der „Imte Rish“ ein Nugroma-Kampfschiff an.

Das mit dem Taststrahl halte ich für eine sehr unglückliche Formulierung. Es klingt nicht nur äußerst unspannend (wenn dann bitte das Schiff ‚optisch’ bewegen), es ist auch leicht verwirrend, wenn man den Text nicht aufmerksam durchliest. Vom Satz her könnte es nämlich durchaus sein, dass sich das Objekt und nicht die Imte Rish bewegt. Auch, dass das Kampfschiff sie nicht früher ortet erscheint mir suspekt, da die Imte Rish ja ihre Scanner erst neu justieren muss. Na ja, sie hat allerdings auch den technischen Vorteil also kann man so was wohl gelten lassen.

Der Captain registrierte, dass es sich in reichlich dreißig Ienel Entfernung vor der „Imte Rish“ befand, und ließ schleunigst das Tarnfeld generieren.

Ginge nicht auch aktivieren? Generieren klingt für diese Situation gefährlich träge.

Während er diesen Prozess beobachtete, entging ihm ein kleines Objekt, das von dem Kreuzer halb verdeckt wurde. Silakoian Ysh bemerkte den Reflex zwar, aber ihm blieb zu wenig Zeit, um seine Entdeckung zu überprüfen. Da er nach der Korrelation der wenigen Daten zu der Annahme gelangte, dass es sich um einen kleinen Bereich verdichteten Raumes handelte, und sich der Erste Navigator nicht erinnerte, jemals zuvor von so etwas gehört zu haben, was ihn wiederum zu dem Schluss führte, dass er sich getäuscht haben musste, unterließ er es, dem Captain von diesem Pünktchen zu berichten.

Wenn er nicht mal von so etwas gehört hat, warum hat das Phänomen dann einen Namen? Wie würde er es umschreiben, wo ich doch keine Ahnung habe, was er meinen könnte? So oder so ist der Satz viel zu lang.

Dadurch, dass die „Imte Rish“ sich hinter einem Tarnfeld versteckte, entging ihr zwar das merkwürdige Ding hinter dem Nugroma-Kreuzer und die Hälfte ihrer Fernerkundungssensoren waren nicht einsetzbar, aber so bemerkten die Nugroma nicht, dass sie einen Beobachter hatten. Es liegt allerdings nahe, dass es auch bei den Nugroma jemanden auf der Brücke gegeben hatte, der noch einen flüchtigen Reflex der sich tarnenden „Imte Rish“ erhascht haben musste, aber vermutlich war er sich seiner Sache noch weniger sicher als Silakoian Ysh der seinen (?), so dass auch der nugromische Captain uninformiert blieb.

Ganz, ganz hässlicher Brückenwechsel. Der Beobachter von der anderen Seite könnte einen Namen oder Dienstrang vertragen, um mich auf die Versetzung besser vorzubereiten.

Bei Letzterem handelte es sich übrigens um den damals noch recht unbekannten N’Kogh Nsoi, der erst kurz zuvor den Befehl über den Kreuzer „Schajo Cha Ngoj“ übernommen hatte.

Ehrlich Lhalm, bist du nun Geschitslehrer oder Geschichtenerzähler? Dazwischen gibt es einen Unterschied weiste?

N’Kogh Nsoi also ahnte nichts von der Anwesenheit der „Imte Rish“ und konzentrierte seine gesamte Aufmerksamkeit deshalb auf das seltsame Ding, das ihm die Sensoren seines Schiffes anzeigten. Allerdings kam ihm keine Sekunde lang die Idee, es könnte sich dabei um verdichteten Raum handeln. Entweder verfügte er auf Grund der geringeren Entfernung über bessere Daten oder ihm fehlte schlicht und einfach die Fantasie, um sich so etwas vorstellen zu können.

Hat zwar jetzt mit den Text nicht zu tun aber ich freue mich, dass die Außerirdischen wenigstens dieselben Zeiteinheiten benutzen… Wunderbar, ein paar Worte weiter und schon sympathisiere ich mit dem Bösewicht. Phantasieloses Volk hält eben zusammen.

Wie dem auch sei: Er schloss aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen, dass er es nicht mit einem Schiff der Föderation oder eines anderen gegnerischen Bundes zu tun haben konnte, und forderte die Fremden auf, sich zu identifizieren. Mit ziemlicher Sicherheit benutzte er dafür nicht sehr höfliche Formulierungen, was allerdings nicht der Grund dafür war, dass seine Forderung unerfüllt blieb. Als die Fremden auch nach der dritten Aufforderung noch schwiegen, ließ er die Torpedos bereit machen.

Hey, der Kerl gefällt mir! Aber was ist mit dem Rest der Crew? Das wäre wohl die Chance ein paar vorzustellen. Oder wird das hier etwa eine Ein-Mann-Show?

Wer nicht an Vorsehung glaubt, möge sich jetzt nach etwas anderem umsehen, das erklären könnte, warum just in dem Moment, als N’Kogh Nsoi die Bereitschaftsmeldung entgegen nahm, sein Kommunikationsoffizier den Eingang einer Antwortsendung registrierte und dies dem Captain mitteilte.

Nö, die Statisten bleiben stumm, damit wir uns ganz auf NKNs Boshaftigkeit konzentrieren können, schade.

N’Kogh Nsoi grinste zufrieden, wie wir annehmen dürfen, und stellte sich in Positur, um den Fremden ein möglichst eindrucksvolles Bild zu bieten. Wir dürfen weiterhin annehmen, dass ihm kurz darauf das Grinsen verging, weil ihm sein Kommunikationsoffizier mitteilte, dass der Computer mit den eingehenden Signalen nicht viel anfangen konnte.

Langsam fällt mir doch auf, dass das hier genau die Erzählform ist, die auch für die Szene auf der Imte Rish passender gewesen wäre. Also weniger ‚in der Action’ sondern aus der Perspektive von Lhalm, der das Geschehen im Nachhinein schildert. Anderer Kritikpunkt: die ganze Geschichte ist ganz klar von Seiten der Föderation erzählt. Woher sich Lhalm also die ganzen Details, wie die gebieterischen Gesten des feindlichen Captain hernimmt, ist echt ein Sache zum spekulieren (was er ja auch tut. Normalerweise keine gute Qualitäte bei einem Geschichtenerzähler).

Zur Ehrenrettung der nugromischen Technik sei gesagt, dass der Bordcomputer der „Imte Rish“ diese erste Sendung überhaupt nicht als künstlichen Ursprungs (Ursprung? Spontan verstehe ich diesen Satz überhaupt nicht) erkannte. Nur Silakoian Ysh bemerkte überhaupt, dass das (da) etwas Ungewöhnliches im Gange war, und er begann, darüber nachzudenekn (nachzudenken), ob er den Captain mit einer so vagen Aussage behelligen durfte.

Warum? Der Captain scheint ja so was gewohnt zu sein. Außerdem ups, ich habe vage falsch geschrieben.

N’Kogh Nsoi legte grübelnd die Stirn in Falten, was bei Nugroma bekanntlich den Ausdruck finsterer Verwegenheit noch zusätzlich verstärkte. (Die Kerle tragen nicht zufällig Hörner auf der Stirn, oder? Ok, ok, gewollte Verteufelung. Ich verstehe) Dem Captain der „Schajo Cha Ngoi“ gingen etwa folgende Überlegungen durch den Kopf: Da der Computer eines Kampfschiffes jede bekannte Form der Nachrichtenübermittlung in seinen Speichern hat und eigentlich Komma (?)wenn schon nicht den Code selbst so doch den Fakt der Codierung festzustellen in der Lage sein müsste, konnte es sich bei dem Signal nur um die Botschaft einer noch unbekannten Spezies handeln. Und da N’Kogh Nsoi in seinem gut sortierten Gedächtnis keinen Hinweis auf eine belebte Welt in diesem Raumsektor fand, zog er den richtigen Schluss, dass die Fremden aus einem noch weiter außen gelegenen Bereich dieses Arms der Galaxis stammen mussten. Falls es ihm – N’Kogh Nsoi – gelingen sollte, die Fremden davon zu überzeugen, sich dem Nugromischen Großreich anzuschließen, könnte das endlich den nötigen strategischen Vorteil gegenüber der Planetaren Föderation und ihm selbst etwas mehr Ansehen bei seine Vorgesetzten bringen. Also fasst der Captain der „Schajo Cha Ngoi“ den Entschluss, sich etwas in Geduld zu üben und eine vorerst friedliche Verständigung mit den Fremden anzustreben.

Wieder ein brutaler Szenenwechsel. Der Inhalt ist aber soweit in Ordnung. NKN mag es zu spekulieren wie es scheint.

Die Entscheidung, die für einen Nugroma-Krieger jener Epoche völlig atypisch war, rettete den Fremden vorerst das Leben und verschaffte dem Ersten Navigator der „Imte Rish“ die Zeit, die spärlichen Daten auszuwerten, die durch das Tarnfeld hindurch über jenes rätselhafte Pünktchen zu erhalten waren.

Wir wechseln wieder in den Action-Modus. Tschüss Lhalm.

„Eh … Captain?“, meldete er sich ganz vorsichtig zu Wort.
Kral Botmur a Sik sah Silakoian Ysh fragend an. (Dieser Satz verformt sich in meinem Kopf zu einer einzigen breiigen Masse)
„Ich registriere etwas in der Nähe des feindlichen Kreuzers. Es scheint sich um ein Energiefeld zu handeln, in dem sich möglicherweise etwas verbirgt. Es scheint Signale auszusenden.“

Entschuldige, aber für mich liest sich das wie: „Da ist eine Wand. Dahinter könnte was sein.“. Weniger Schein und mehr Sein, werter Herr Offizier!

„Was für Signale?“, erkundiget erkundigte sich Kral Botmur a Sik erstaunt.
Silakoian Ysh blickte Hilfe suchend zu Talikisi Oina, der intensiv in seine Kopfhörer lauschte.
„Tatsächlich!“, bestätigte der Kommunikationsoffizier schließlich und dreht sich zum Captain um. „Es gibt da ein Signal, aber es ist sehr ungewöhnlich. Es klingt … Es klingt, als gäbe es einen bestimmten Rhythmus darin, aber der Computer wird nicht schlau daraus. Es könnte sich um die Botschaft einer intelligenten Lebensform handeln, Captain.“
Kral Botmur a Sik blieb gelassen. Er war schon so lange im Dienst der Flotte, dass er bereits vor Jahren aufgehört hatte, die intelligenten Lebensformen zu zählen, an deren Entdeckung er beteiligt gewesen war. Also sagte er nur: „Geben Sie das Signal auf die Lautsprecher!“
Talikisi Oina kam dem Befehl nach und eine sanft perlende Melodie erklang im Brückenraum. Chefingeniuer Nlhanlm schloss verzückt die Augen. In seiner Vorstellung verband sich der Klang mit tiefem Frieden und hoher Weisheit. Ihm sei zugute gehalten, dass die Lautsprecher der „Imte Rish“ die Signale nicht in der Weise wiedergaben, wie es die Geräte der Fremden getan hätten. Allerdings empfand der Lhalm später die richtigen Töne immer noch als sehr angenehm und von einer inneren Harmonie geprägt, was beweist, dass selbst ein Angehöriger einer so intelligenten Spezies mitunter recht gravierenden Trugschlüssen zum Opfer fällt. Aber das sei ihm schmunzelnd nachgesehen.

Hey, wir alle machen Fehler, Lhalm. Deiner war es anzufangen den Mund aufzumachen. Der Klang hoher Weisheit? Gibt’s den auf Kassette? Wie soll er sich anhören?

Kaum ein Grund zum Schmunzeln hingegen war der Irrtum der Fremden. Sie hatten natürlich versucht, sich mit den Nugroma zu verständigen, und zu diesem Zweck von klugen Köpfen erdachte Botschaften gesendet. Mit deren Hilfe gelang es dem nugromischen Computer schließlich, einen Schlüssel zu finden und eine Audio-Verbindung mit dem fremden Schiff herzustellen.

Ich glaube Audioübersetzung wäre hier praktischer.

N’Kogh Nsoi bemühte sich, seinen Worten einen möglichst freundlichen Klang zu geben, als er zu den Fremden sprach. „Hier ist Captain N’Kogh Nsoi vom Patrouillenschiff ,Schajo Cha Ngoi’“, sagte er und grinste seinen Kanonier, der ihn erstaunt anblickte, mit Verschwörermine zu. „Fremdes Schiff, Sie sind in das Hoheitsgebiet des Nugromischen Großreiches eingedrungen! Bitte identifizieren Sie sich!“
Ein Knistern und Rauschen erklang und dann kam die Antwort: „,Insjaloma’ an ,Schajo Ch Ngoi’! Hier spricht Captain Gsangiasoma. Wir bedauern die Verletzung Ihrer Grenzen, aber wir kommen von weit her und wussten nichts von der Existenz Ihres Großreiches. Unsere Heimat ist Aimo, dritter Planet des Sterns Wojai. Wir kommen in freundlicher (Eher friedlicher?) Mission. Unser Schiff ist ein Forschungsschiff. Wir sind die ersten unseres Volkes, die bis in dieses Raumgebiet gelangen konnten, und sind glücklich, in Ihnen zum ersten Mal einer so hoch entwickelten Zivilisation begegnet zu sein. (Spricht er hier schon in Vergangenheitsform? Er muss die Gabe der Voraussicht beherrschen) Wir möchten mit Ihrem Volk freundschaftlichen Kontakt aufnehmen. Gsangiasoma Ende.“

Um hier noch mal Frank heranzuziehen: die Namensverunstaltungen tragen in keiner Form zu der Erzählung etwas bei und verwirren teilweise nur noch mehr. Aber Hauptsache Lhalm hat wieder mal Zeit für ausschweifende Erklärungen.

Davor brauch ich aber erst mal ne Pause.

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Man muss kein Held sein um eine gute Tat zu vollbringen

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Sebatsian Rahn
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Uff, und ich hatte schon die Befürchtung, du und dein Lhalm würden mir wegen der Meckerei den Kopf abreißen wollen. :P
Wenn es im Text darum gehen soll, dein erfundenes Universum vorzustellen, würde ich die eher lebhaft dargestellten Momente auf der Imte Rish und der Hope (vor allem die mündliche Rede und um Himmels willen bitte all diese obskuren Namen) einstampfen/streichen. Das liegt dir zwar anscheinend mehr in deiner Komfortzone, ist allerdings nur bedingt dazu geeignet, Rassen mit ihren charakterlichen Eigenheiten vorzustellen. Im Dialog habe ich keine Ahnung, welches Verhalten sich auf Charakter oder auf die Rasse zurückzuführen lässt. Jedenfalls hatte ich nicht viel von Lhalms Übertreibungen gemerkt, bis NKN die Bühne betreten hatte.
Ich würde dir, trotz der für mich offensichtlichen Mängel, weiterhin den Märchenonkel empfehlen. Allerdings wirst du dann an der Person Lhalm und seinem Erzählstil feilen müssen. Momentan hat er wirklich geradezu ein Talent dazu, immer wieder die Geschichte mit quietschenden Reifen zum Stillstand zu bringen. Vielleicht passt das ja ins Rassenbild aber wenn du so was präsentieren willst, lass bitte, bitte mich dafür nicht beim Lesen leiden. Du könntest entweder von Lhalm zu einem unbekannten Erzähler wechseln, einen Ersatz-Lhalm hast du ja schon, das würde dich von einigen Einschränkungen befreien, oder du machst den Lhalm zu einem alterhabenen, dessen Talent zum Erzählen im Kontrast zum Lhalm in der Geschichte steht (obwohl ich noch dafür wäre, dass der Lhalm den erzählten Lhalm als eine Art Mary Sue darstellt. Aber das ist nur meine Meinung ). Vielleicht könntest du die Geschichte auch etwas patriotischer erzählen. Also mit noch stärker polarisierter Darstellung zwischen guter Föderation und bösen Großreich.
Was der Erzähler auf jeden Fall besser machen sollte ist es Geschichtswissen in seine Erzählung einfließen zu lassen.

Kleines Beispiel:

quote:
Es liegt allerdings nahe, dass es auch bei den Nugroma jemanden auf der Brücke gegeben hatte, der noch einen flüchtigen Reflex der sich tarnenden „Imte Rish“ erhascht haben musste, aber vermutlich war er sich seiner Sache noch weniger sicher als Silakoian Ysh, so dass auch der nugromische Captain uninformiert blieb.
Bei Letzterem handelte es sich übrigens um den damals noch recht unbekannten N’Kogh Nsoi, der erst kurz zuvor den Befehl über den Kreuzer „Schajo Cha Ngoj“ übernommen hatte.

Sollte eher heißen:
quote:
Es liegt allerdings nahe, dass es auch bei den Nugroma jemanden auf der Brücke gegeben hatte, der noch einen flüchtigen Reflex der sich tarnenden „Imte Rish“ erhascht haben musste, aber vermutlich war er sich seiner Sache noch weniger sicher als Silakoian Ysh, so dass auch der damals noch frischgebackene Captain N’Kogh Nsoi uninformiert blieb.
Der Nugroma, der später noch als gefürchteter Schlächter im Dienst des Großreichs zweifelhaften Ruhm erlangen würde.
(Etwas Faktenverdrehung, ich weiß. Der Satz ließe sich auch steichen)

So etwas gibt den Leser schon mal eine Idee, mit wem er es hier zu tun hat und erklärt auch warum Lhalm den Captain mit einer beinahe schon karikaturhaften Boshaftigkeit auftreten lässt. Am besten paart man das dann noch mit einigen geschickt platzierten Ungereimtheiten in der Geschichte, um den aufmerksamen Leser im Zweifel zu lassen, ob er hier wirklich mit nackten Tatsachen konfrontiert wird oder mit bloßem Wunschdenken des Lhalms. Das wäre zwar wohl etwas weiter weg von dem, was du hier eigentlich erzielen willst, es wäre aber auch auf jeden Fall interessanter zu lesen.

Egal, weiter geht’s:

Wen jetzt die seltsam klingenden Namen irritieren, der sei daran erinnert, dass die Worte so aus dem Übersetzungsmodul des nugromischen Computers kamen, der ja den Schlüssel nach inhaltlichen Aspekten ermittelt hatte, ohne über Informationen zur Phonetik der fremden Sprache zu verfügen. Viel wesentlicher als die falsch formulierten Namen ist jedoch die Tatsache, dass der fremde Captain offenbar mit keiner Silbe daran dachte, dass die Entwicklung der Raumfahrt zwar ein gewisses technisches Niveau bestätigen mag, aber noch lange keine Garantie für die friedlichen Absichten der Raumfahrer darstellt. Und diese Nachlässigkeit ist, wie bereits erwähnt, wenig belustigend.

Wenig lustig fürwahr, wieder eine Vollbremsung. Dazu sagt mir Word jetzt auch noch, dass mir weiterhin ganze 7 Seiten bevorstehen. Worauf habe ich mich da bloß eingelassen?

N’Kogh Nsoi rieb sich befriedigt die Hände (Ja, der Kerl ist abgrundtief böse. Wir haben es alle verstanden) und bestätigte den Empfang der Antwort. Er bat in höflichstem Ton, den er anschlagen konnte, die Wesen von Aimo um Entschuldigung für die etwas barschen Worte, versicherte sie des freundschaftlichen Entgegenkommens seitens des Nugromischen Großreiches und erkundigte sich bei dieser Gelegenheit gleich nach den genauen Koordinaten des Heimatsystems der Aimo-Leute.

NKN kommt wirklich schnell zur Sache, das muss man schon sagen.

In der Zeit, die die Fremden und die Nugroma benötigten, um die verwendeten Koordinatensysteme ineinander zu überführen, gelang es dem Bordrechner der „Imte Rish“ endlich, die ausgetauschten Botschaften zu entschlüsseln und ein eigenes Übersetzungsprogramm zu installieren. (Eher zu implementieren/generieren. Installieren tut man normalerweise nur das, was vorher nicht auf dem Rechner drauf war) Talikisi Oina schaltete die Brückenlautsprecher gerade in dem Moment ein, an dem N’Kogh Nsoi den anderen Captain um die Erlaubnis bat, mit einer Abordnung auf dessen Schiff zu erscheinen. Gsangiasoma verwies darauf, dass ein solcher Schritt durch gewisse Untersuchungen zur biologischen Verträglichkeit abgesichert werden müsse, und während die Nugroma und die Fremden alle nötigen Daten austauschten und durch ihre Computer laufen ließen, grübelte Kral Botmur a Sik darüber nach, was er von dem ungewohnt freundlichen Tonfall des nugromischen Kommandanten halten sollte.

Mir erscheint die Lage ziemlich offensichtlich. Ich bin allerdings natürlich auch kein Captain mit jahrelanger Berufserfahrung und all ihren tieferen Einsichten.

„Captain!“, unterbrach Terinest Kalo a Na seine Gedanken. „Ich habe die Heimatwelt der Fremden lokalisiert. Es handelt sich um Padda Seru fünf. Ein gelber Stern der Takla-Klasse.“
„Padda Seru fünf?“, vergewisserte sich Kral Botmur a Sik. „Das ist fast achtzigtausend Il von hier entfernt.“
„80403“, korrigierte Silakoian Ysh vorsichtig. „Das sind nur 971 Il weniger als die maximale Entfernung der offiziellen Förderationsgrenze vom geometischem (geometrischen) Mittelpunkt unseres Gebietes.“

Oh Schande… und hier dachte ich niemand könnte soviel langweiliges Zeug hervorbringen wie Lhalm.

Kral Botmur a Sik sah den Ersten Navigator fragend an. „Und was schlussfolgern Sie daraus?“

Würde mich auch interessieren.

„Nichts, Capatin“, beeilte sich der Famayaner zu beteuern.

Lhalm, bist du das?

„Es war nur eine Feststellung. Aber möglicherweise haben wie es hier mit Vertretern eines noch unbekannten Sternenreiches zu tun. Wenngleich es unwahrscheinlich ist, dass wir noch nie von einer solchen Macht in diesem Sektor gehört haben sollten.“
„Die Fremden haben doch gesagt“, hielt Nlhanlm dagegen, „dass dieses Schiff das erste ihrer Flotte ist, welches so weit in den Raum (Was’n Raum? Eher dieses Gebiet?) vordringen konnte. Vielleicht hat diese Spezies noch nicht einmal ihr eigenes Sonnensystem vollständig besiedelt. (Wie kommt der jetzt auf Besiedlung und was zum Geier hat so was mit dem Entwicklungsstand einer Rasse zu tun? Was wäre, wenn es nicht mal andere Planeten zum kolonisieren gab?) Ich erinnere daran, Captain, dass die Sietelaner zu Beginn ihrer Raumfahrtgeschichte, als sie gerade begonnen hatten, die Nachbarplaneten von Sietel umzugestalten, bereits Generationenschiffe in weit entfernte Sektoren entsandten.

Lhalm, du haust besser ganz schnell ab bevor ich einen Exorzisten rufe.

„Danke, Nhlanlm“, erwiderte Kral Botmur a Sik, „ich kenne die Geschichte meines Planeten.“

Wie man es in Amerika so schön sagt: Burn! Oh Mann, der Typ ist ja auch ein Bruderlhalm! Hatte ich eben im Namengewirr glatt überlesen. Die sind wirklich alle so furchtbare Schwafler?

„Captain!“, mischte sich die Sicherheitschefin in das Gespräch. „Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass es für die Förderation in jedem Falle ungünstig wäre, wenn das Nugromische Großreich in diesem Sektor einen Verbündeten gewinnen würde. Die würden uns in die Zange nehmen.“

Die scheint ja die Lage schnell geschnallt zu haben. Ganz im Gegensatz zu ihrem Vorgesetzten.

„Was schlagen Sie vor?“
„Wir müssen ein solches Bündnis verhindern! Um jeden Preis!“
Kral Botmur a Sik musterte sie mit einem Blick, der auf gekonnte Weise Verwunderung und Missbilligung zum Ausdruck brachte. Aber statt mit echter oder gespielter Verlegenheit zu reagieren, hob Nera Stegen a Zerkermann herausfordern den Kopf.

Ein Mann darf sich eben keinen Moment der Schwäche leisten. Sie sollten sie feuern, Captain, bevor es zu spät ist! Das wäre wenigstens ein Name weniger, den ich mir merken müsste.

Der Captain wusste natürlich, dass sich seine Sicherheitschefin in der Regel zurück hielt und schon sehr von der Richtigkeit ihrer Ansicht überzeugt sein musste, wenn sie dem sprichwörtlichen (Eher berüchtigten?) sietelanischen Stolz gegenüber einem vorgesetzten Offizier nachgab. Und gänzlich verkehrt waren die Worte ja auch nicht, nur den Zusatz „um jeden Preis“ fand der Captain für einen Förderationsoffizier unpassend.

Idealisierung. Davon bräuchte die Geschichte mehr.

Silakoian Ysh (Wer warst du jetzt noch mal? Ich hab es ehrlich vergessen) interpretierte das Schweigen des Captains (Captain) auf seine Weise. „Darf ich darauf hinweisen, dass – selbst wenn die Fremden keine für uns gefährliche Militärmacht sind – die Nugroma mit einem Stützpunkt auf Padda Seru fünf ein großes und sowohl ökonomisch als auch militärstrategisch sehr günstiges Gebiet kontrollieren könnten?“

Ich habe meine ehrlichen Zweifel, ob das Großreich da unbedingt lange Verhandeln müsste, als eher eine Invasionsarmee hinzuschicken.

„Dessen bin ich mir durchaus bewusst!“, konterte Kral Botmur a Sik schärfer als beabsichtigt. Er atmete tief durch, bevor er fortfuhr: „Das eigentliche Problem besteht darin, dass nach den Gesetzen der Förderation jeden (jedes) Volk das Recht hat, selbst über seine Zukunft zu entscheiden.“

Es ist immer schön, wenn man das Recht hat ungewarnt ausgenutzt zu werden.

Nera Stegen a Zerkermann stützte sich auf ihr Pult und beugte sich angriffslustig zum Captain hinüber. Ihre Augen blitzten, als sie sagte: „Ich bezweifle, dass die Nugroma das ebenso sehen und den Fremden die Möglichkeit einer Wahl lassen.“

Sie war der Sicherheitsmensch, richtig? Immerhin ist sie einer der wenigen Leute auf der Brücke mit so etwas wie einem erkenbaren Profil.

Kral Botmur a Sik baute sich vor ihr auf. Ihre Gesichter waren nur ein Handbreit voneinander entfernt. Er blitzte zruück (zurück)und zischte: „Wollen Sie den Kreuzer vor den Augen der Aimo abschießen, a Zerkermann?!“
„Wenn es sein muss!“
„Und muss es sein?“

Zickenterror auf der Brücke? Oh, furchtbares Dilemma!

Nera Stegen a Zerkermann knurrte, richtete sich aber auf und sagte, um Beherrschung ringend: „Nein.“

Warum muss sie dafür aufstehen?

„Gut!“, meinte der Captain und wandte sich dem Bildschirm zu. „Talikisi Oina“, sagte er, ohne sich umzudrehen, „stellen Sie eine Verbindung zu den Fremden her! Versuchen Sie, den Nugroma das Anpeilen unseres Signals zu erschweren!“
„Ich gebe mir Mühe.“
Während der Kommunikationsoffizier der „Imte Rish“ also versuchte, durch den Tarnschim (Tarnschirm) hindurch einen (eine) nicht anpeilbare aber verständlichen (verständliche) Botschaft an die Fremden zu schicken, bekam deren Captain von seinem Kommunikationsoffizier die Meldung, dass es eventuell möglich sei, noch vor dem Besuch der anderen – der Nugroma also – einen visuellen Kontakt zu ihnen herzustellen.

Guter Übergang. Wurde auch mal wieder Zeit.

„Dann tun Sie das“, sagte der Aimo-Captain enthusiastisch.
„Aye aye, Sir!“, antwortete die junge Frau und startete soetwas (so etwas) wie eine Testbildübertragung.

Wenigstens tust du ausnahmsweise mal nicht so als hättest du von etwas ne Ahnung, Lhalm.

Der nugromische Kommunikationsoffizier riss erstaunt die Augen auf, als die Grafik auf seinem Schirm erschien. „Captain?“

Huch, seit wann besteht das Großreich aus mehr als nur einem Mann? Die Erkenntnis muss ich erst mal verdauen.

N’Kogh Nsoi, der sich gerade zufrieden über die Entwicklung die Hände rieb (Einmal reicht, wirklich), schlenderte gemächlich an das Kommunikationspult heran und blickte dem Mann über die Schulter. Er sah auf die Anordnung geometrischer Strukturen und runzelte die Stirn. „Was ist das denn?“ Die Antwort erhielt er von den Fremden selbst, die eine Erklärung per Ton mitgeliefert hatten, welche nun zu hören war.
Die Falten auf N’Kogh Nsois Stirn vertieften sich. Er grummelte: „Wie haben die es geschafft, ohne Hilfe in unseren Video-Teil zu kommen?“ Dann bemerkte er den fragenden Blick seines Kommunikationsoffiziers und er befahl ihm, den Empfang der Sendung zu bestätigen.

Video-Teil!? Also echt, Herr Kapitän! Außerdem passt das plötzliche Involvieren von mehr Crewmitglieder überhaupt nicht, da zu detailreich für die bisherige Perspektive.

„Sichtkontakt herstellen?“, vergewisserte sich der Mann.
„Noch nicht“, bekam er zur Antwort.

Sichtkontakt zu wem oder was?

Dann traf auch schon die erste Bildübertragung aus dem fremden Schiff ein.
Auch auf der „Imte Rish“ kamen die Bilder der Aimo an.
„Ein Koro!“, entfuhr es Nera Stegen a Zerkermann. Tatsächlich sah der Mann, dessen Gesicht jetzt den ganzen Bildschirm füllte, so aus, als würde er jenem Volk angehören. Er hatte das helle, aber weder weiß noch gelbe Haar, die typischen Augen mit der hellgrauen Iris und für den Durchschnitt humanoider Rassen nahezu weichen Züge. Und wie alle Kori und viele andere taschlenn Völker – zum Beispiel die Sietelaner, Famayaner und Lhlam – hatte der Captain des fremden Schiffes eine helle, sanft sonnengebräunte Haut.

Wir hatten schon eine Aufzählung der optisch langweiligeren Rassen, vielen Dank.

Vermutlich wurde dem (den(?)) Nugroma bei diesem Anblick ein wenig mulmig, denn sie mussten sich dabei sehr an die Förderation erinnert fühlen. Um so mehr, als auch die anderen Mitglieder der Aimo-Brückencrew sichtbar wurden, während deren Captain zurück trat, um sich in den Kommandosessel zu setzen: Direkt hinter diesem Sessel stand eine junge Frau mit tiefschwarzem kurzen Haar und nahezu genauso dunkler Haut, rechts vorn, wo bei Föderationsschiffen gewöhnlich der Erste Navigator saß, bediente hier ein nahezu weißhäutiger Mann mut (mit) kupferrotem Haar eine Gerätekonsole, neben sich – vielleicht als Kontrolleur oder Schüler – einen Glatzkopf mit buschigen Augenbrauen und kantigem Gesicht.

Die merkwürdige Faszination für Haut und Haar finde ich irgendwie verstörend. Seltsam.

Der Glatzkopf drehte sich kurz zu einem schmächtigen Männlein um, das eben ins Blickfeld eilte und dessen gelblicher Teint an einen Grianakano erinnerte, während die Augen mit der Lidfalte den Gedanken an einen Shlk nahelegten. Kommunikationsoffizier des Schiffes schien die junge Frau links neben dem Captain zu sein, denn sie hatte ihr langes schwarzes Haar ein wenig zurückgelegt und hielt sich etwas ans Ohr, das ein Einzellautsprecher sein konnte. Dabei blickte sie mit tiefschwarzen großen Augen zum Captain herüber.

Jetzt sind es plötzlich eher Augen und Gesichtsmerkmale.

Kral Botmur a Sik fühlte sich – um bei der Wahrheit zu bleiben – höchst angenehm berührt vom Anblick der langhaarigen Aimo-Frau. (Lhalm, erotische Anspielungen werden dieses Schnarchfest nicht mehr retten können. Tut mir ehrlich Leid) Für einen Moment beschäftigten sich seine Gedanken ausschließlich mit den sinnlich vollen Lippen und der in sanftem Braun schimmernden Haut der Dame. Aber zu seiner Ehre sei betont, dass er sofort wieder in der Wirklichkeit ankam, als der fremde Captain zu sprechen begann.
„Ich bin Gsangiasoma“, übersetzten die Computer der „Imte Rish“ und der „Schajo Cha Ngoi. „Und das“, Gsangiasoma machte eine den Brückenraum umfassende Geste, „ist meine Crew. Können Sie uns sehen, ,Schajo Cha Ngoi’?“
N’Kogh Nsoi hob die buschigen Brauen und überlegte, ob er nicht doch geradewegs in eine Falle der Planetaren Föderation getappt war.

Ich bleib dabei: das Planetare interessiert wirklich niemanden. Das folgende hin und her zwischen Rish und dem bösen Schiff (ich werde mir dessen Namen bestimmt nicht freiwillig merken) ist ziemlich verwirrend.

Kral Botmur a Sik beugte sich in seinem Sessel vor, als könne er so besser sehen.
Gsangiasoma drehte sich zu seinem Kommunikationsoffizier herum und fragte: „Was?“
„Ich habe hier eine Sendung eines Föderationsschiffes, Captain.“
N’Kogh Nsoi sprang auf und stürzte zum Pult. „Von wo?“, bellte er, und während der Offizier versuchte, das Signal anzupeilen, sah Kral Botmur a Sik den Captain des Aimo-Schiffes zu der Frau mit dem sanften Gesicht gehen, sich über ihre Konsole beugen und sich dann zur Kamera umdrehen, so dass er nun direkt auf die Brücke der „Imte Rish“ zu blicken schien (Alles nach dem Komma ist ziemlich überflüssig). Gsangiasoma lauschte offensichtlich auf etwas und begann dann zu staunen.
„Sie haben unser Signal empfangen“, kommentierte Talikisi Oina.
„Sie haben das Signal des Förderationsschiffes empfangen“ vermutete auch der nugromische Kommunikationsoffizier.

Das scheint mir ein guter Übergang zu einem neuen Kapitel. So wirkt es eher wie lästige Wiederholung.

Das wurde kurz darauf vom Captain der Fremden bestätigt. Gsangiasoma sagte nämlich: „,Insjaloma‘ an ,Imte Rish’! Wir haben Ihre Nachricht erhalten.“
„Verflucht!“, schimpfte N’Kogh Nsoi. „Die ,Imte Rish’ hat uns gerade noch gefehlt!“

Oh nein, es ist Batman! … Tschuldigung

Und er brüllte seinen Komm-Mann an, dass er endlich die Koordinaten des Föderationskreuzers herausfinden solle.
Inzwischen versuchte Gsangiasoma, sich ein Bild von der Situation zu machen. „,Imte Rish’? Wo sind Sie?“, fragte er.
Talikisi Oina sah Kral Botmur an Sik an und erhielt ein verneinendes Abwinken zur Antwort.
„,Imte Rish’!“, wiederholte Gsangiasoma eindringlich. „Wo sind Sie? Wir können Sie nicht orten!“
„Na kommt schon!“, knurrte N’Kogh Nsoi. „Sagt schon, wo ihr euch versteckt habt!“
Kral Botmur a Sik nickte Talikisi Oina kurz zu und sagte: „,Imte Rish’ an ,Insjaloma’! Wir können unsere Position nicht preisgeben, da wir damit rechnen müssen, von der ,Schajo Cha Ngoi’ unter Beschuss genommen zu werden.“

Ich verstehe die Pause zwischen den beiden Nachrichten der Rish nicht. Erst dachte ich, sie wollen wieder auf Schleichfahrt gehen um ihre Position nicht preiszugeben. Jetzt wirkt es eher als würden sie versuchen geheimnisvoll zu wirken.

„Unt… Wie bitte?“, entfuhr es Gsangiasoma und sein Gesichtsausdruck offenbarte eine Mischung aus Verwirrung, Erkenntnis und wachsendem Unbehagen, welches Kral Botmur a Sik seinem Kollegen gut nachfühlen konnte. Es war eine wenig erfreuliche Situation, sich im Krieg mit jemandem zu befinden, aber sich plötzlich mitten auf dem Schlachtfeld zwischen den Fronten völlig unbekannter Gegner zu wissen, war mehr als das. Es war haarsträubend, und jedes intelligente Wesen – Raumschiffkommandant oder nicht – würde schnellstens das Weite suchen.

Na ja, ein Schiff ist nicht gerade eine Armee. ‚Schlachtfeld’ wirkt auf mich ein wenig übertrieben.

Natürlich war sich auch N’Kogh Nsoi darüber im Klaren und er tat das einzig Vernünftige in dieser La ge (Lage).

Oh, das wird gut…

Jedenfalls aus nugromischer Sicht vernünftig, denn Kral Botmur a Sik und seine Leute fanden es nicht ganz so gut, plötzlich den Nugroma auf dem Bildschirm zu haben und ihn sagen zu hören: „N’Kogh Nsoi an Gsangiasoma! Sie hatten eben Kontakt mit einem Schiff unserer Feinde, die nur mit der Absicht hier sein können, uns anzugreifen oder zu einem Angriff zu provozieren. Ich empfehle Ihnen, Captain, diese Banditen einfach zu ignorieren, sonst laufen Sie Gefahr, dass man Sie und Ihr Schiff dazu benutzt, Ihre Heimatwelt zu annektieren.“

Schad, ich hatte gehofft die würden endlich anfangen sich gegenseitig umzubringen. Ich will meine Namensliste endlich etwas kürzen können.

„So ein Mistkerl!“, fluchte Nera Stegen an Zerkemann (An wen? Oh, das ist noch Teil des Namens! Verstehe) inbrünstig.
Kral Botmur a Sik winkte seinem Kommunikationsoffizier und sagte: „Captain Gsangiasoma! N’Kogh Nsoi lügt. Nicht wir sind das Gebiet der Nugroma eingedrungen, sondern …“
„Captain“, wurde er von Talikisi Oina unterbrochen, „die Nugroma stören die Sendung.“
„… und sie haben uns angepeilt“, ergänzte Silakoian Ysh.

Ah, sie können sie also doch anpeilen.

„… und sie habe ein Beiboot ausgesetzt“, fügte Terinest Kalo a Na hinzu. „Es nimmt Kurs auf die ,Insjaloma‘.“

Was genau soll das bezwecken, wo ein feindliches Schiff sie scheinbar jederzeit abschießen kann?

„Na gut“, brummte Kral Botmur a Sik, „Ihr habt uns zwar nicht eingeladen, wir kommen aber trotzdem. Ysh, bringen Sie uns zu dem Stelldichein! Kalo a Na, wir verlassen die Deckung! (Nach eigener Aussage habt ihr keine Deckung mehr) Oina, Sie versuchen, die Störwand zu durchdringen! Und sorgen Sie dafür, dass wir die Kommunikation zwischen den Nugroma und den Aimo verfolgen können!“
„In Ordnung, Captain“, bestätigte der Famayaner. „Ich schalte die Signale ins Konferenznetz ein. Leitung eins ,Schajo Cha Ngoi’, Leitung 2 ,Insjaloma‘.

Ach, der schwache Hauch von Techiegerede. In meiner Situation bräuchte ich wirklich irgend einen Hoffnungsschimmer.

„Danke! Also los!“

Und Cut! Zurück zu Ihnen, Lhalm. (Aber bitte fassen Sie sich kurz)

Wäre diese Geschichte keine wirklich geschehene sondern der Stoff für eine der so beliebten Abenteuerserien, würde hier zweifellos der Hinweis kommen: Fortsetzung folgt.

Oh nein, das würde es nicht. Nicht in deinem Falle, Lhalm. Denn du bist das, was alle Daily Soaps dieser Erde anstreben. Die Antithese zum Alpha und Omega. Du bist nicht ein einfacher Mann, du bist eine Kreatur des Grauens ohne Anfang und ohne Ende.

Das würde den Zuschauer eine Verschnaufpause verschaffen und böte dem Erzähler die Möglichkeit, in der Zusammenfassung vor den nächsten Teil das Geschehene zu rekapitulieren. Vielleicht würde dafür ein Blickwechsel erfolgen. Das würde dann wohl so aussehen: (Schnipp)


Die Verschnaufpause nehme ich dankend an, mein Freund. Aber der zigste Blickwechsel oder gar eine Erinnerung an all die Dinge, die ich bisher durchleiden musste, ist selbst für mich als Frohnatur dann doch ein bisschen zuviel.



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Sebatsian Rahn
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Zeit für den Endspurt.

Im Jahr 2203 irdischer Zeitrechnung startete die „Hope, das erste Schiff der neune (neuen) Galaxy-Klasse, zu ihrer vierten Reise, die sie in ein weit entferntes Raumgebiet führte. (Lhalm meint wohl eher 'das erste Galaxy-Schiff'. Das würde einem späteren Missverständnissen vorbeugen.) Dort traf sie auf ein nugromisches Schlachtschiff, welches sich zu Erkundungszwecken in jenem Grenzgebiet der Planetaren Föderation aufhielt. Die Begegnung wurde von einem Schiff der Planetaren Föderation (störende Wiederholung) beobachtet, das sich wegen der Nugroma getarnt hatte und sich erst in dem Moment zu erkennen gab, als die nugromischen Krieger sich auf den Weg machten, um die „Hope“ zu kapern.

Teile der (in meinen Augen unnötigen) Rekapitulation passen mir nicht so recht in das Bild, welches ich bisher von Lhalm gewonnen habe. Sie ist zwar ein guter Übergang zur Hope aber sie erklärt nicht, warum die Jahresangabe (ich nehme mal an, dass seit dem Start noch nicht so viel Zeit vergangen ist) und die Hintergründe zur Hope von dem Lhalm, als wirklich ausschweifender Geschichtslehrer, bisher zurückgehalten wurden.
Dass die Nugroma Schlachtschiffe für Erkundungen ausschicken spricht nicht gerade für Subtilität. Na ja, wenn die schon bei zu erwartenden Feindkontakt Schiffe einer wildfremden Spezies ohne Vorkenntnisse kapern wollen, kann man wohl nicht allzu viel erwarten.


Da war nun also die „Hope“, fernab des heimatlichen Sol-Systems, und hatte auf dem Hauptbildschrim (Hauptbildschirm) ihrer Brücke die Großaufnahme eines humanoiden Gesichts.
„Mein Gott, ist der hässlich“, sagte Jason Boor und verzog angewidert das Gesicht, so dass seine buschigen Brauen (sich) über der Nasenwurzel fast berührten.

Zuerst dachte ich, die Mute Funktion ihres Sendegeräts würde Boor hier vor einem diplomatischen Fiasko bewahren. Aber er gibt auch noch seiner Meinung mit aussagekräftiger Mimik Nachdruck! Nicht gerade ein Mensch mit Taktgefühl.

„Er sieht kriegerisch aus“, meinte Yongbo Tian. Der Arzt verglich das Gesicht des Nugroma insgeheim mit den Figuren japanischer Krieger, die er im Museum Traditioneller Geschichte in Hua-lien gesehen hatte. Der Außerirdische wirkte allerdings noch düsterer. Yonbo Tian schob diesen Effekt auf die breite, schildartige Stirn unter deren vorgewölbten Brauenwülsten die Augen fast verschwanden.

Verstehe ich das richtig? Ein Arzt macht eine (vorurteilsbehaftete) Aussage, dessen Begründung etwa so praktisch ist wie zu sagen „Leute mit großen Nasen sind geldgierig“? Ich hätte schon eher etwas handfesteres erwartet, wie Narben oder militantes/dominantes Gehabe bzw. Aufmachung.

„Ich empfehle Ihnen“, sagte der Captain des nugromischen Schiffes gerade, „die Banditen einfach zu ignorieren, sonst laufen Sie Gefahr, dass man Sie und Ihr Schiff dazu benutzt, Ihre Heimatwelt zu annektieren. (Inwiefern ist das möglich? Gedankenkontrolle?) Wir bieten Ihnen unsere Hilfe an.“
„Danke“, entgegnete Captain Igor Torrence und wollte gerade fragen, was sich sein Kollege unter „Hilfe“ konkret vorstellte, als Isaac Sauders meldete: „Sir! Ich erhalte ein Ortungssignal von einem weiteren Schiff. Koordinaten fünfundvierzig, minus zwölf. Entfernung 85 und rapide sinkend.“

’rapide sinkend’ bei Entfernungen klingt etwas komisch, sofern die Imte Rish sich nicht gerade über der Hope befindet. Sieht so aus als habe ich mich getäuscht. Boor ist gar nicht der Captain. Ein ziemlicher Stilbruch von Seiten des Lhalms, der vorher immer zuerst den Befehlshaber zu Wort kommen ließ. Bei den ganzen Namenswirrwarr ist es halt schwer auseinanderzuhalten.

„Die ,Imte Rish‘?“, vermutete Dorinda Bourdy und trat an ihr Pult.
„Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“, stimmte der Captain seinem Ersten Offizier zu und starrte nachdenklich auf den herannahenden Ortungsreflex. „Kontakt zur ,Imte Rish‘?“, fragte er, ohne Roxana Collet anzusehen.
Sie lauschte in ihren Kopfhörer und schüttelte den Kopf. „Nein, Sir, die Signale werden offenbar gestört.“

Woher nimmt sie sich dieses ‚offenbar’? Hier wäre ausnahmsweise mal eine Stelle, wo ich Spekulationen von Seiten der Crew noch am ehesten akzeptieren würde.

„Gestört?“ Igor Torrence dreht sich fast gemächlich um. Wer den Mann kannte, hätte aus der übertriebenen Ruhe ablesen können, dass es in seinem Kopf heftig arbeitete.

Aber Lhalm kennt ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Woher nimmt er sich also solche Charaktereinblicke?

Ergebnis dieser Denksportübung war der Entschluss, die Nugroma auf keinen Fall an Bord zu lassen, denn irgendwie stank es ihm mächtig, dass sie sich so eifrig bemühten, kein Gespräch mit der „Imte Rish“ zuzulassen. In Torrence’ Kopf stieg nun auch die vage Erinnerung auf, dass ein Schiff der bisher üblichen OOS-Klasse auf seinem letzten Flug einem Objekt begegnet war, das die damalige Crew als eine Art Raummine identifizierte. Nachdem sie knapp der Zerstörung entkommen war, indem sie das Objekt selbst zerstörten. (Fand den Satz ein wenig verwirrend. Vielleicht noch ein ‚Allerdings erst nachdem…’ davor setzen) Beweise hatten sie nicht mitbringen können, aber im Moment erschien Torrence das Ganze sehr glaubhaft.

Ich sehe hier nicht ganz die Verbindung zwischen ‚den Typen kann man nicht trauern’ und einer Weltraummine (zwar Anzeichen eines kriegerischen Konflikts aber selbst noch kein Beweis für niedere Beweggründe der Nugroma). Es geht wohl hier eher um den Gedanken ‚die Typen führen Krieg’ aber wie gesagt kann ich den Sprung dahin nicht wirklich nachvollziehen außer Igor will nicht in etwas hineingezogen werden.

„Sir?“, meldete sich Roxana Collet und Igor Torrence holten seinen Blick aus der Unendlichkeit zurück (vielleicht ‚aus den Gedanken’ hier besser, sonst wird es schwer festzustellen, welche Unendlichkeit gemeint ist), um die Frau anzusehen. „Sir, die Nugroma bitten darum, an Bord kommen zu dürfen.“
„Keine Antwort“, sagte der Captain.
„Aber Sir! Sie sind schon auf dem Weg zu uns.“
„Ach ja?“, machte Igor Torrence und sah zu Jason Boor, der kopfschüttelnd sein Pult betrachtete. „Ihr Shuttle muss winzig sein, hier ist so gut wie nichts zu sehen. Nur ein Pünktchen. Wenn das ein Boot ist, will ich da nicht eingeklemmt drin hocken.“
„Entfernung?“
„Bei …“ Jason Boor stutzte. „Nicht zu bestimmen, Sir. Sie benutzen wohl so-was wie eine Tarnung. Vielleicht“, er sah seine Captain an, „irre ich mich deshalb auch in der Größe.“

Von den vielen ‚vielleicht’ und ‚womöglich’ mal abgesehen, was mir schon seit Anfang der Actionszenen auf die Nerven geht, finde ich Boors verspätete Feststellung über die Entfernung (keine komplizierten Analysen über die Zusammensetzung des fremden Schiffs sondern schlicht die Entfernung) wenig glaubhaft. Jedenfalls ohne ihn mir als fahrlässigen Müßiggänger vorzustellen, was wohl nicht gemeint sein kann.

„Schutzschild!“, befahl Igor Torrence, auch wenn er insgeheim und mit einer gewissen Berechtigung fürchtete, dass die anderen beiden Schiffe der „Hope“ waffentechnisch so weit überlegen waren, dass der Meteoritenschutz kein Hindernis für sie darstellte. Aber er wurde angenehm überrascht, denn obwohl der Schutzschirm (wäre das nicht wieder Schutzschild? Weiß nicht, ob da ein großer Unterschied existiert) die Videosignale etwas verzerrte, erkannte Igor Torrence, dass N’Kogh Nsoi völlig verdattert herumfuhr und verdutzt auf ein Pult starrte. (Verdattert, verdutzt, ein wenig zu viel)
Dorinda Bourdy lächelte, wodurch ihr ansonsten verschlossen wirkendes Geischt (Gesicht) etwas Mädchenhaftes bekam. „Sie haben uns offenbar verloren, Sir“, schmunzelte sie. „Unser Schutzschild wirkt bei ihren Sensoren wohl wie eine Tarnblase.“

Einen lebensfrohen Charakter hat die Frau jedenfalls. Ich fände die Situation erlebt bestimmt nicht belustigend. Wieder gefühlsmäßig ‚zu viel Details’, zumindest aus der Perspektive des Lhalms gesehen.

„Dann nichts wie weg von hier!“, entgegnete der Captain. „Ehe die Typen uns wiederfinden.“
„,Imte Rish’ an ,Hope’“, ertönte es in diesem Moment aus den Lautsprechern mit solcher Intensität, dass die Brückencrew der GS 1 zusammenfuhr. Roxana Collet regelte hastig nach und die folgenden Worte klangen nun mit normaler Lautstärke. „Captain Kral Botmur a Sik an Captain Igor Torrence! Sie sind nur unvollständig getarnt! Nutzen Sie den Aufschub und bringen Sie Ihr Schiff in Sicherheit! Überlassen Sie die nugromischen Grenzverletzer uns!“

Nur ein kleiner Störfaktor: Die Bezeichnung ‚GS 1’ wird hier plötzlich und unerklärt eingeführt. Daneben kann sich der Lhalm nicht entscheiden, ob es ‚GS 1’ oder ‚GS1’ heißen soll.

Übrigens: Wundern Sie sich, warum die Terraner die Namen richtig übersetzten? (nö) Als ich mich mit der Geschichte beschäftigte, tat ich das auch, aber in den Tonaufzeichnungen benutzten die Menschen von Beginn an die richtigen Bezeichnungen, während Nugroma und Föderationsleute die Korrekturen erst hinterher anbrachten. Verblüffend, oder? Aber zurück zur Geschichte:

Mehrere Probleme: 1) Wieder ein Einschub, der sich nicht harmonisch in den Text eingliedern will. 2) Lhalm scheint hier nur mit einer Person zu sprechen, bisher hatte ich aber den Eindruck, dass er die Geschichte vor einem Publikum vorträgt (sonst wirkt seine ganze Vorrede von wegen ‚ich bin Lhalm und schwafele gerne’ etwas pompös). 3) Es gibt keine Auflösung für die vom Lhalm gestellte (und für die Geschichte völlig nebensächliche) Frage. Alles, was der Lhalm damit erreicht, ist, dass er wieder mal meine Lesezeit verschwendet hat.

Igor Torrence jedenfalls befahl seinem Navigator Isaac Sauders, sofort reisaus (Reißaus) zu nehmen. Die „Imte Risch“ jagte heran und war im Begriff, sich schützend zwischen den Nugroma-Kreuzer und die „Hope“ zu schieben, als N’Kogh Nsoi Feuerbefehl gab und ein Torpedo knapp am Föderationsschiff vorbei auf den Schutzschirm der GS1 knallte und die Terraner heftig durchschüttelte.

Und, und, und, und … genau nachgezählt

Doch der Schirm hielt. Zum Erstaunen von Igor Torrence und noch mehr zum Erstaunen von Kral Botmur a Sik, der die „Hope“ schon hatte in Fetzten (Fetzen) fliegen sehen.
N’Kogh Nsoi erholte sich am schnellsten von dem allgemeinen Stauen und rückte dem Erd-Schiff mit einer vollen Salve Torpedos und Dauerlaser zu Leibe. Das meiste davon steckte die „Imte Rish“ ein, die inzwischen heran gekommen war.
Die Terrander (Terraner), die sich nach den ersten Schlägen aufgerappelt hatten, hörten, wie N’Kogh Nsoi sich und seine Leute erneut als Verteidiger der Grenzen ihres Reiches hinzustellen versuchte, und rechneten schon damit, dass die „Imte Rish“ die „Schajo Cha Ngoi“ aus dem All fegen würde. Tat sie aber nicht. Statt-dessen forderte Kral Botmur a Sik die Nugroma auf, sich zu ergeben und ihr Schiff der Föderation auszuliefern.

Dass NKN, immerhin ‚kriegerischer’ Bösewicht, Zeit darauf verschwendet (und eine womöglich gefährliche Feuerpause riskiert), sich zu rechtfertigen, kaufe ich ihm nicht so ganz ab. Woher kommt die Zuversicht und Hoffnung der Menschen auf das andere außerirdische Schiff, welches ihnen genau so fremd und ganz nebenbei genauso feindselig sein kann? Und seit wann können sie die beiden anderen Schiffe belauschen?

„Unklug“, murmelte Dorinda Bourdy kopfschüttelnd. (Natürlich, als hättet du ne Ahnung von dem was passiert)
„Oder er ist sich seiner Überlegenheit sicher“, entgegnete Igor Torrence mit leiser Bewunderung in der Stimme.

Wäre die Geschichte konsequenter aus der eingefärbten Sicht des Lhalms erzählt, hätte ich wohl weniger Probleme damit, dass die Hopecrew, die Imte Rish betrachtet als wäre sie Superman. Aber so sag ich nur ‚Hä’ darüber was an ihr oder ihrer Besatzung so bewundernswert sein soll.

„Niemals!“, brüllte N’Kogh Nsoi und nahm die „Imte Rish“ unter Beschuss, so dass sie ins Taumeln (ist das nicht eher fürs Gehen gedacht?) geriet.
Igor Torrence rief: „Strahler an und auf den Kreuzer, Mr. Boor!“ und der Mann am Copilotenpult lenkte die Zielerfassung des Pulsers, der normalerweise Asteroiden zertrümmern sollte, auf die „Schajo Cha Ngoi“.
Die Nugroma wurden schwer getroffen, aber sie gaben nicht auf. Sie feuerten aus allen Rohren auf die beiden Schiffe.
Nera Stegen a Zerkermann meldete Totalschaden in Maschinenraum zwei und einen Energieverlust von 70 Prozent.

Schlechter Wechsel zur Rish und im nächsten Satz wird auch sofort wieder zurück zur Hope gewechselt.

Dorinda Bourdy eilte zum Sessel von Igor Torrence, der zu Boden rutschte, noch bevor sie ihn erreichte. Yonbo Tian taumelte heran, beugte sich über den Captain, und die Frau sah beim Aufblicken etwas auf die „Hope“ zurasen. Sie hörte noch wie Jason Boor schrie „Schild zusammengebrochen!“ und dann umfing sie Nichtsein.

Besser erwähnen, dass sie zum Arzt aufblickt um Verwirrung zu vermeiden. Hier war ich eigentlich schon davon ausgegangen, dass die Frau ihr unrühmliches Ende findet aber dem ist nicht so. Erneuter Szenenwechsel ohne Vorwarnung (aber vielleicht sollen diese ja auch absichtlich verwirren).

„Feuer!“, schrie Kral Botmur a Sik und der Kreuzer der Nugroma erbebte.
Dann war es still. Und dunkel. Und zeitlos. (ein wenig übertrieben und physikalisch nicht möglich) Bis die Notbeleuchtung aufglomm und das Durcheinander auf der Brücke der „Hope“ sichtbar machte. Stühle waren umgebrochen, Verkleidungsplatten abgefallen, Monitore gesplittert (lieber Bildschirme zersplittert/geborsten?). Menschen verletzt. Schwer verletzt.

Wieder Szenenwechsel ohne Übergang. Zuerst dachte ich, das Ganze spielt noch auf der Rish. Es muss schon ein ziemlich gewaltiger Rums gewesen sein, dass Stühle so einfach ‚abbrechen’ können. Ob da ein menschliches Rückgrat dem besser gewachsen ist?

Jason Boor zog sich an den Resten des Copilotenpultes hoch, sah kurz um sich und rief ein Medoteam auf die Brücke. Es (Er) achtete nicht darauf, wann es kam und was es tat, sondern versuchte, sich einen Überblick über die noch verbliebenen Funktionen des Schiffes zu verschaffen. Es (Er) stellte fest, dass die Lage ziemlich schlecht, aber nicht hoffnungslos war und fand erst jetzt Zeit, in der Krankenstation nach dem Befinden des Captains und des Ersten Offiziers zu fragen.

(Schnipp)

Auf dem großen Bildschirm an der Vorderfront der Brücke erschein (erschien) ein Gesicht. Es hatte etwas Katzenhaftes, gehörte aber unverkennbar einem humanoiden Lebewesen.

Wo sich der Brückenbildschirm befindet bedarf glaub ich nicht wirklich einer Erwähnung. Wie genau lässt sich von einem Gesicht aus auf einen humanoiden Körper schließen?

„Ich bin Kral Botmur a Sik“, sagte das Gesicht, „Captain des Föderationskreuzers ,Imte Rish’. Benötigen Sie Hilfe?“
Jason Boor sah sich kurz auf der Brücke um. „Im Moment nicht“, antwortete er dann, und registrierte, dass er dem Mann auf dem Bildschirm schon wegen seines Äußeren eher vertraute als dem Nugroma. Nun ja, Jason Boor war eben ein Mensch.

Lhalm alter Kumpel, keine Sorge. Ich verachte dich bestimmt nicht wegen deines Aussehens. Aber ehrlich, ich finde es schon ein bissel gruselig, wie oft sich die Urteile der menschlichen Besatzung an der Gesichtsform ihrer Gesprächspartner orientieren.

Immerhin wurde ihm schnell bewusst, wie töricht diese Regung war, auch wenn sie in diesem Fall offenbar den Rollen der Beteiligten gerecht wurde. (von welchen Rollen sprechen wir hier?) „Danke, Captain“, sagte Jason Boor, „aber wir müssen erstmal den Umfang der Schäden feststellen.“ Und die Zahl der Toten, setzte er in Gedanke hinzu, und zwang sich, nicht an Sylvia zu denken. „Danke übrigens, dass Sie uns bei dem Kampf unterstützt haben. Genauer gesagt, gerettet.“
„Ohne uns hätte der Kampf wohl gar nicht stattgefunden“, erinnerte Kral Botmur a Sik lächelnd.
„Möglich“, räumte Jason Boor ein und wollte sich erkundigen, was die Nugroma eigentlich vorgehabt hatten. Bei der sichtbaren (inwiefern?) Übermacht der „Imte Rish“ hätten sie fliehen sollen, statt wütend um sich zu schießen. Wie gesagt: Jason Boor wollte fragen, bekam aber in diesem Moment die Bericht aus (den) Schiffssektoren, so dass er Kral Botmur a Sik um eine Konversationspause bat und versprach, sich wieder zu melden, sobald ihm etwas Raum dafür bliebe.
Und so geschah es dann auch.

So kommen die Actionszenen zu einem Ende. Lhalm wird wieder in die Geschichte integriert, was eigentlich nicht nötig sein sollte.

Es dauerte volle drei Wochen irdischer Rechnung, ehe die „Hope“ wieder soweit fit gemacht werden konnte, dass sie die Heimreise antreten konnte. In dieser Zeit fand ein reger Wissensaustausch statt und eine Abordnung der Föderation besuchte das Erdenschiff. Wer jetzt glaubt, dass die Menschen dabei die großen Gewinner waren, den muss ich enttäuschen. Zwar war das Wissen um die inneren Bereiche der Galaxis, das die Menschen in jedem freuen (freien) Speicher unterbrachten, den sie für die Heimreise nicht benötigen würden, enorm, aber dafür erkannten die Techniker der „Imte Rish“ im terranischen Schutzschildgenerator das Potential für eine neuartige Tarn-Schutz-Kombination, die zudem dem Vorteil brachte, nur noch einen Bruchteil der Sensoren zu beeinträchtigen.

Eher Sensorstärke oder? So fürchterlich viele Sensoren werden, denke ich mal, auch in der Zukunft nicht benutzt werden.

Auch der Pulser, eigentlich ein Räumwerkzeug (Räumungswerkzeug), erlaubte es der Föderation, in der Folge (folgenden Jahre(?)) die heute noch bekannten Pulskanonen zu entwickeln, denen die Nugroma Jahrzehntelang kaum etwas entgegen zu setzen hatten.

Eine weitere Geschichtsstunde steht an. Ich stelle meine Ohren schon mal auf Durchzug. Interessant ist, dass das Großreich die ganze Zeit nicht mehr erwähnt wird. Es heißt immer nur ‚die Nugroma’.

Tja, so war das mit der ersten Begegnung zwischen Terranern, Föderation und Nugroma. Bliebe noch zu erwähnen, dass N’Kogh Nsoi nach diesem Ereignis so viel Ehrgeiz entwickelte, dass er schnell zu einem der fähigsten Captains der Nugroma aufstieg und der Förderation arg zu schaffen machte. Die „Imte Rish“ und ihre Crew wurden ihrem ohnehin guten Ruf gerecht und hatten einen nicht unerheblichen Anteil an der um sich greifenden Einsicht, dass Famay zwar das Gründungszentrum und der administrative Mittelpunkt der Förderation war, jedoch vor allem Sietelaner den Bund zusammenhielten, seine Prinzipien durchsetzten, seine Grenzen schützten – kurz: diesen riesigen Organismus am Leben erhielten.

Ein Absatz zwischen Abschnitt NKN und Imte Rish/Sietelaner wäre fällig. Beide haben nicht viel miteinander zu tun.

Und die „Hope“? Sie kehrte zur Erde zurück. Schon von unterwegs (Unterwegs(?)) berichtete sie von den Ereignissen, was zur Folge hatte, dass Erdenschiffe von da an mit schlagkräftiger Waffentechnik ausgestattet wurden. Die „Hope“ selbst wurde – lädiert wie sie war – nach der Heimkehr verschrottet. Die Besatzung wechselte fast vollständig auf das eben fertig gestellte Galaxy-Schiff 4. Ohne Dorinda Bourdy, Igor Torrence und Sylvia Boor und sieben weitere Todesopfer des Nugroma-Angriffs.
Dies hier war auch ihre Geschichte und ich, ein Lhalm, habe sie erzählt.

In meiner Gemütslage nach dem Durchlesen finde ich es sehr passend, dass Lhalm die Geschichte mit einer Auflistung der Todesopfer beendet.


Ich mag die Ausgangssituation sehr. Die Hope eingeklemmt zwischen den Fronten sorgt für viel Spannung. Aber ich finde den Text sehr inkonsequent in seiner Perspektive. Es ist auf halber Strecke fast so, als wolle die Geschichte sich ihres Erzähler entledigen. Lhalm wirkt bald wie ein störender Fremdkörper, was seiner Rolle als 'Meinungsmacher' schadet. Dadurch gehen die überzogenen Darstellungen der einzelnen Rassen schnell unter.

Das ist aber jetzt genug Senf um selbst die beste Bratwurst ungenießbar zu machen also Schluss jetzt.

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