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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Aschermittwoch
Eingestellt am 15. 03. 2003 06:08


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flammarion
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Aschermittwoch

Die Mutter wurde langsam ungeduldig, weil die Tochter nicht gewillt war, ihr Nachthemd mit zu nehmen. Sie sagte immer wieder: „Nein, kein Nachthemd Mittagessen. Auslachen.“ Die Mutter erwiderte: „Aber es ist Aschermittwoch, Karneval. Wir feiern und ziehen alle ein Nachthemd an, Helga.“ Aber Helga lachte nur: „Auslachen, hihihi, auslachen!“
Schlie├člich resignierte die Mutter: „Dann zieh jetzt deine Schuhe und den Mantel an, wir wollen nicht zu sp├Ąt kommen.“ Tats├Ąchlich waren sie die Letzten, die an der langen Tafel Platz nahmen.
Nach dem Mahle begannen die meisten Anwesenden, ihre Nachthemden ├╝berzustreifen. Auch die Mutter zog das ihrige an. Helga staunte, denn niemand wurde ausgelacht. Im Gegenteil, alle waren sehr erfreut, die anderen ein Mal in ausgefallener Aufmachung zu sehen.
Eine Ein-Mann-Kapelle war engagiert worden und es wurden lustige Lieder gesungen, es wurde geschunkelt und getanzt. Und jeder, der kein eigenes Nachtgewand mitgebracht hatte, bekam eines von den Veranstaltern. Nun sprang auch Helga fr├Âhlich auf und lie├č sich ein gebl├╝mtes Flatterhemd ├╝ber ziehen. Sie lachte und klatschte in die H├Ąnde und alle betrachteten die kleine dicke Elfe freundlich und mit Wohlgefallen.
Dann wurde verk├╝ndet, dass die Gew├Ąnder, welche vom Veranstalter ausgeliehen wurden, versteigert werden. Einer nach dem anderen musste mit dem geliehenen St├╝ck zwischen den Anwesenden auf und ab flanieren, sich im Kreise drehen und bewundern lassen. Helga kam als Letzte dran. So gab man ihr Zeit, sich an die Situation anzupassen. Manch einer, der vorher mitleidig auf die am Down-Syndrom leidenden Helga herabgeblickt hatte, staunte dann, mit wie viel W├╝rde, Anmut und Grazie die Zweiundf├╝nfzig j├Ąhrige das Model spielte!
Im M├Ąrz 2003 in Berlin, in der „Herbstlaube“, einer Begegnungsst├Ątte f├╝r Senioren, ├Ąltere Arbeitslose und Behinderte.

__________________
Old Icke

Version vom 15. 03. 2003 06:08

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kaffeehausintellektuelle
Guest
Registriert: Not Yet

den inhalt der geschichte fand ich sch├Ân und ber├╝hrend. was mich aber sehr gest├Ârt hat, war das wort "mongoloid". trisomie 21. oder down syndrom. bitte. ich denke, die verwendung solcher korrekter begriffe ist in so einer geschichte wichtig, auch auf die gefahr hin, dass einige leute das nicht wissen.

die k.

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flammarion
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ah,

danke f├╝rs lesen und die hinweise. ├╝ber soviel kenntnisse dieser krankheit verf├╝ge ich leider nicht. bin am ├╝berlegen, ob ich mich so schnell an neue worte gew├Âhnen m├Âchte. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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flammarion
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so,

liebe khi, habe den satz ver├Ąndert. und, habe ich das richtig gemacht mit dem bindestrich? noch mal vielen dank f├╝r den tipp. mongoloid ist doch n bisschen primitiv. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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kaffeehausintellektuelle
Guest
Registriert: Not Yet

liebe flammarion

ja, unglaublich, was ein einziges wort ver├Ąndern kann.

die k.

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Inu
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Liebe flammarion

Ich finde Deine kleine Geschichte perfekt. So einfach. Klassisch sch├Ân. Nur ein kleiner Schreibfehler
...
Helga staunte, denn niemand wurde ausgelacht. Im Gegenteil, alle waren sehr erfreut, die anderen Maleinmal? oder ganz weglassen! in ausgefallener Aufmachung zu sehen.
...
Ich liebe solche klaren Geschichten. Ein Gewinn f├╝r die Leselupe.

Herzlich
Inu

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flammarion
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hm,

danke, liebe inu. ich glaube, das "Mal" ist dr berliner schnoddrigkeit geschuldet. fiel mir gar nicht auf.
ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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