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Leselupe.de > Erzählungen
Auch Picasso war nur ein Mann (oder so ähnlich)
Eingestellt am 30. 07. 2005 16:23


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Amy
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Hab noch keinen festen Titel festgelegt und weiß auch noch nicht, ob ich das ganze zur Kurzgeschichte oder als eine Art Frauenroman verwenden werde. Ist jetzt auch nicht ein vollständiges Kapitel, sondern eben das, was ich bisher geschrieben habe. Mir gehts vor allem um Korrektur, weil ich mit den Zeiten sehr probleme habe. Wie muss ich schreiben, wenn ich z.B. was im Rückblick erzähle usw. das macht mir große Schwierigkeiten. Also: Ich bitte um Kritik. Und viel spass beim Lesen, und hoffentlich beim lachen...

„Hör zu, Doris. Ich werde heute Abend nicht mitgehen, egal wie sehr du versuchst, mich zu überreden.“ Ich hielt nun schon seit einer knappen halben Stunde den Hörer am Ohr und versuchte, mich meiner Freundin mitzuteilen. Wie es jedoch schien, war ich mit meinem Wunsch ein wenig einsam.
„Es hat auch nichts mit dir zu tun, glaub mir.“ sagte ich bereits zum dritten mal.
„So wie du das sagst, klingt das aber schon ein wenig so. Was ist denn los, Nina?“ Doris klang ernsthaft besorgt.
„Nichts, das sagte ich doch schon. Ich bin einfach nur müde. Richtig kaputt.“
„Ist es wegen Marc? Willst du, dass ich...“
„Nein!“ Unterbrach ich sie rasch, fast hysterisch.
Marc war vor ein paar Wochen über einen Freund zu unserer Clique gestoßen. Ich hatte ihn anfangs interessant und ganz süß gefunden. ; anfangs wohlgemerkt...
„Es ist okay. Ich bin nicht mehr an ihm interessiert, ehrlich. Das war nur so eine Schwärmerei, und außerdem konnte ich seinen Humor nicht leiden.“ Das musste Doris doch jetzt schlucken.
Da fiel mir ein Abend vor einigen Wochen ein.
Marc hatte mir einmal voller Stolz erzählt, dass er früher bei den Studentenreitern und dort sehr erfolgreich gewesen sei. Ich mochte Pferde und hatte ihn gerade näher danach fragen wollen, als er mit den folgenden Worten, humorvoll unterlegt durch eine schrecklich miefende Bierfahne, herausrückte: „Ha! Da haben wir nich’ nur die Pferde geritten, Nina“
Ich glaube, er hatte noch 18 Minuten später über seinen Witz gelacht. 18 Minuten!
In dieser Nacht durfte er schließlich auch bei Doris seine Dressurkünste unter Beweis stellen. Ich blieb bis morgens um vier am Lagerfeuer sitzen, zusammen mit einer Flasche Bordeaux, die keine blöden Witze machte, dafür aber mich ein bisschen blöd und witzig machte. Doch so konnte ich wenigstens Willi ertragen, der völlig betrunken neben mir saß und nicht bemerkte, dass er zum sechsten Mal den Refrain von Country Roads spielte. Vielleicht kannte er die Strophen auch nicht. So oder so. Der Abend war zwar gelaufen, trotzdem musste ich am nächsten Morgen ein wenig lächeln, als ich mich dabei ertappte, Doris schwindlig erschöpften und doch seeligen Gesichtsausdruck mit dem einer Stute zu vergleichen und nur darauf wartete, dass sie anfinge zu wiehern.
„Magst du Pferde?“ fragte ich sie jetzt.
„Pferde? Wie kommst du denn darauf?“ Doris klang genervt. Vielleicht blähte sie grade ihre Nüstern....“Nina, ich weiß wirklich nicht, was mit dir los ist. Aber wenn du sagst, dass du müde bist, muss ich das wohl glauben. Ich hoffe nur, dass du mir bezüglich Marc die Wahrheit sagst. Es täte mir sehr leid, wenn du wegen der Sache zwischen mir und Marc sauer wärst.“
Sache. Die beiden waren so gut wie zusammen! Sie hatten sich seit der Nacht immer wieder getroffen. Und voller Stolz hatte sie mir erzählt, wie er ihr einmal Frühstück ans Bett gebracht hatte. „Das ist immer ein gutes Zeichen“, hatte sie euphorisch gesäuselt und wieder ihren Wimper-Klimper, diesen verträumten, leicht betrunken wirkenden Gesichtsausdruck. Mich machte er lediglich ein wenig agressiv.
„Frühstück am Bett heißt immer: Ich will nicht nur mit dir schlafen, ich will auch für dich sorgen und mit dir zusammen sein.“ Ich hatte geantwortet „Klingt gut, ja“ und gedacht „Frühstück am Bett heißt: Bleib da, ich will nochmal.“
„Hat er dir Haferbrei zum Frühstück serviert?“
Jetzt. Beende das Gespräch, Nina! sagte ich mir. So langsam wurden meine Fragen leicht psychotisch und ich sehnte mich danach, mit einer Frau zu sprechen, die seit mindestens einem halben Jahr keinen Sex mehr gehabt hatte.Oder lesbisch war.
Am anderen Ende der Leitung begann Doris, beinahe durchzudrehen. „Haferbrei?“ schnaubte sie. „Ich bin doch kein Pferd. Weshalb stellst du mir ständig diese Fragen? Du bist doch sauer. Ich weiß es genau. Und heute abend willst du nicht mitgehen, weil du es nicht ertragen kannst, mich und Marc zusammen zu sehen.“ Doris konnte ja richtig hochfahren. So kannte ich sie gar nicht. „Aber weißt du was? Ich werde trotzdem mit ihm ausgehen und wir werden auch ohne Dich Spaß haben und ich werde heute Nacht guten Sex haben und morgen mit ihm gemeinsam im Bett frühstücken und...“ Das war zuviel. Meine leichte Aggression verwandelte sich in eine mittelschwere.
Sie holte kurz Luft. Ich nutzte die Gelegenheit und sagte rasch:
„Er war bei den Studentenreitern; wenn du weißt, was ich meine.“
„Wie bitte?“ Aha. Sie wusste es also nicht. Da sie in ihrem Heimatstadtdorf eine Ausbildung zur Fotoassistentin gemacht hatte, zog ich die Möglichkeit in Betracht, dass ihr das wilde Studentenleben ein wenig fremd war.
Na dann. Ich musste härtere Maßnahmen ergreifen. „Doris...wie soll ich sagen. Er hat sich damals ein wenig....ausgetobt. Du weißt schon. Wie das halt so ist mit Anfang zwanzig. Jung, wild, übermütig.“ Meine Worte klangen wie eine Verkaufsanzeige für einen Zuchthengst. Ich schätze so 20-30 Jurastudentinnen werden es schon gewesen sein.“ Erwähnte ich beiläufig. In Wirklichkeit hatte ich keine Ahnung. „Vielleicht waren ja auch ein paar Philosophiestudentinnen oder so dabei. Die sollen ja ganz nett sein. Und vor allem gesprächig.“
Die Leitung knackte. Tut, tut, tut. Doris hatte aufgelegt. Die Arme. Damit hatte ich nicht gerechnet. War das zuviel gewesen? Hatte ich jetzt eine große Liebe zerstört? Ich bekam beinahe ein schlechtes Gewissen. Nein, nicht nur beinahe. Ich spürte, wie es sich in Form eines dicken Kloßes in meinem Hals festsetzte. Das war tierisch unangenehm. Und meine Phantasie schlug Purzelbäume. Würde Doris vielleicht das Date mit Marc absagen und tränenüberströmt nach einer Packung Schlaftabletten aus dem Badezimmerschränkchen greifen? Ich stellte mir ihren Abschiedsbrief vor....“Marc, verzeih mir, aber ich konnte nicht anders. Such dir eine andere Stute. Ich will nicht nur Sex, ich will auch versorgt werden; nicht nur mit Haferbrei....“
Nein, ich hatte richtig gehandelt. Marc war ein sexsüchtiger, geistig unterentwickelter Macho. Außerdem wuchsen ihm Haare auf dem Rücken und er hörte beim Autofahren „Ibiza Sexy Summer Vol. III“ Und „Best of Rock – das Original”. Er sagte “Lass mich mal ran”, wenn er ein weibliches Wesen entdeckte, das sich mit einer Sprudelkiste abmühte und „Einer geht noch!“ oder „Sauf aus, Kamerad!“ wenn er völlig besoffen und verschwitzt mit seinen Kumpels zusammen saß.
Nein, ich war mir sicher, eine gute Tat vollbracht zu haben; selbst auf die Gefahr hin, dass Doris mich nun nicht mehr sehen wollte und demnächst nur noch galoppierend und schnaubend und mit Wimper-Klimper-Blick mit Marc unterwegs war.
Der Kloß war weg. Wenigstens das!
Ich stand auf und ging zielgerichtet zum Balkon, um ja nicht meiner Aktentasche, die auf dem Stuhl lag, zu verfallen. Es war eine altbewährte Methode, mich auf Rechnungen und Formulare zu stürzen, um Frust zu bewältigen. Leider litt meistens die Qualität meiner Arbeit darunter. Als ich es einmal anders versucht hatte, meinen Kummer zu besiegen, musste ich nach 5 Wochen feststellen, dass die Waage 6 Kilo mehr anzeigte. Die Aktentasche hatte neben der Waage gelegen und ich hätte schwören können, dass sie hämisch gekichert hatte. „Hihi. Mir entkommst du nicht.“ Oder so ähnlich.
„Halt die Klappe!“ schnauzte ich jetzt im Vorbeigehen dem schwarzen Leder-Ding zu. Vorbeugend. Kann nie schaden.
Ich öffnete die Schiebetür und trat barfuss auf den Balkon. Die laue Sommerluft tat gut und ein leichter Wind streifte sanft mein Gesicht. Ich schloss die Augen, lauschte den Grillen beim Zirpen und versuchte, Doris, Marc, die Studentenreiter und den Haferbrei zu vergessen
Auf dem Balkonstuhl lag ein Gedichtband von Rilke, den ich gestern abend dort vergessen hatte.
„Rilke. Hat der nicht auch die Nationalhymne geschrieben?“ hatte Marc einmal gefragt, als ich ihm von meinen literarischen Vorlieben erzählt hatte. Und seine Bemerkung hatte nichts mit seinem sonst so feinen Humor zu tun gehabt. Es war wirklich zum verzweifeln.
Egal, da musste Doris jetzt allein durch. Freundschaft hin oder her.
Ich griff nach dem Buch und schlug eine beliebige Seite auf. Das Gedicht „Wir sind nur Mund.“ Und Marc ist nur Hengst... Stop, Nina. Ich versuchte, mich auf das Gedicht zu konzentrieren.
„Wir sind nur Mund. Wer singt das ferne Herz, das heil inmitten aller Dinge weilt. Sein großer Schlag ist in uns eingeteilt in kleine Schläge und sein großer Schmerz ist, wie sein großer Jubel uns zu groß.“ Meine Stimme wurde richtig pathetisch. „So reißen wir uns immer wieder los und sind nur Mund. Aber auf einmal bricht der große Herzschlag in uns ein, so dass wir schreien...“ ob Rilke damit einen Orgasmus meinte? Ein Frauenheld war er allemal gewesen.
„Und sind dann Wesen Wandlung und Gesicht.“
Ich zuckte zusammen und drehte mich um. Da war niemand. Die Stimme, die mein Gedicht beendet hatte kam doch tatsächlich vom Balkon unter mir.
Ich stand auf und beugte mich über das Geländer. Unter mir stand ein Mensch. Genauer gesagt: Ein Mann. Grinsend und mit einem Glas Rotwein in der Hand blickte er zu mir herauf.
„Rilke. Deutsch-Abi.“ sagte er. „Mein bester Aufsatz während der gesamten Schulzeit.“ Er hatte schwarzes, leicht gelocktes Haar, war kaum größer als ich und trug ein lockeres, dunkles Hemd, dazu Jeans. Auf dem Tisch neben ihm stand eine Flasche Rotwein, daneben eine CD-Hülle von Johnny Cash.
„Ich lese sehr gerne Gedichte. Und Sommerabende gehören für mich irgendwie mit Rilke zusammen.“ Entgegnete ich ihm über die Balkonbrüstung hinunter. „Ich habe Sie hier noch nie gesehen? Sind Sie neu eingezogen?“
Er lachte und schüttelte den Kopf. „Nein, schön wärs, hier in dieser ruhigen Gegend. Mein Bruder, der die Wohnung mietet, ist bis Anfang des kommenden Jahres in England, wegen seines Studiums. Er hat mir angeboten, die Wohnung bis dahin zu übernehmen. Ach ja, und ich muss auf seinen Hund aufpassen. Der ist leider ein wenig anstrengend.“
Ich blickte ihn fragend an. „Ist es ein Kampfhund?“ meinte ich scherzhaft.
Wieder lächelte er freundlich. „Das wär ja noch schöner.“ Er machte eine abwehrende Handbewegung. „Nein. Jack ist ein Terrier. Aber er ist ein Eigenbrödler. Wenn andere Hunde mit ihm kommunizieren wollen, wird er sauer und fängt an, nach ihnen zu schnappen. Aber ich hab ihn sehr gern.“
„Der Hund ist der beste Freund des Menschen.“ zitierte ich.
Der Mann nickte. „Da ist was dran.“ Er nippte an seinem Rotwein. „Manchmal spreche ich mit ihm, abends, vor dem Fernseher oder wenn ich in der Küche bin und was koche. Dann kommt er und will sein Recht auf Nahrung ebenfalls einfordern. Ich erzähle ihm dann, was es bei mir so zu essen gibt. Ich glaube, er versteht mich irgendwie; zumindest scheint er dann noch hungriger zu werden und schlingt sein Futter richtig weg.“
Ich stellte mir die Szene bildlich vor. „So Jack. Schau. Das ist ein Ei. Das hauen wir jetzt in die Pfanne, damit Herrchen genauso lecker Happi-Happi hat wie Jack.“
Als ich mir Jack vor seiner Futterschüssel vorstellte, fiel mir plötzlich Tyler ein.
„Ich hatte auch einen Hund, als ich noch bei meinen Eltern wohnte.“ erzählte ich. „Einen Golden Retriever. Ein richtig verschmuster Kerl. Er hieß Tyler. Ich stand damals total auf Aerosmith. Oh Gott, wie lange mag das her sein? Bald 15 Jahre.“ Es war schön, die alten Erinnerungen im Gespräch wieder aufleben zu lassen. Und die Unterhaltung mit dem Fremden erschien mir angenehm und entspannte mich.
„Und jetzt?“ fragte er mich.
Ich blickte etwas verwirrt, weil ich nicht verstand, was er wollte.
„Na, mögen Sie Aerosmith noch immer?“
„Ich habe noch eine uralte CD, die ich ganz selten höre.“ erklärte ich ihm. „Meistens, wenn ich in Erinnerungen an die Vergangenheit schwelge. Irgendwann war mir Steve Tylers Mund zu groß und die Musik zu einseitig und die Gitarren zu laut. Da war ich so um die 18 und stieg um auf französische Chansons, amerikanische Songwriter und kubanische Barmusik.“
„Waren Sie denn schon in Kuba?“ erkundigte er sich interessiert.
„Nein, aber mein Vater. Er hat dort manchmal beruflich zutun.“
Dad arbeitete für eine Firma im Außendienst, welche ein kleines Tochterunternehmen in Kuba hatte.
„Und Sie mögen wohl Johnny Cash, was?“ Ich deutete auf die CD neben ihm. Er nickte.
„Genau. Es gibt nichts schöneres an einem lauen Sommerabend und zusammen mit einem Glas Wein. Außer natürlich, ich habe die Gelegenheit, mich mit einer unbekannten Person vom Balkon über mir zu unterhalten.“
„Legen Sie die CD doch mal rein“, bat ich ihn. „ Ich kenn nur die ganz alten Sachen von meinem Vater und dieses Album scheint etwas neuer zu sein.“
„Gerne!“ Er verschwand mit der CD in der Wohnung und kurz darauf klang angenehmes Gitarrenspiel an mein Ohr und der unverwechselbare Gesang eines großen Songwriters.
Ich blickte in den Himmel, der sich langsam verdunkelte und wiegte meine Hüften sanft zur Musik, die mich ein wenig ins Träumen brachte.
„möchten Sie?“ fragte er und deutete auf die Flasche Bordeaux.
Ich guckte etwas verdutzt.
„Na ja, sie müssten natürlich herunter kommen. So lang ist mein Arm nicht, dass ich ihnen von hier unten ein Glas reichen könnte. Und die Flasche werfen möchte ich auch nicht; wär zu schade um den Bordeaux.“
Einen Moment zögerte ich. Obwohl ich mich für einen recht spontanen Menschen hielt, stieg in solchen Situation immer eine seltsame Angst in mir hoch, die ich nicht richtig erklären konnte. In Esoterik-Büchern würde man sie vermutlich als die Urangst der Frau bezeichnen, die sie in allen Lebenslagen vor der bösen Spezies Mann und seinen Trieben schützen soll.
Ich stellte mir diesen Mann auf dem Balkon unter mir als eine Art Neandertaler vor. Gleich würde er sich auf die Brust klopfen, ein Feuer entfachen, zu Johnny Cashs Gitarrenspiel wild hüpfend Urschreie ausstoßen und mich dann mit einem Glas Bordeaux auf sein Schaffell locken, um seinen Genen eine Überlebenschance zu sichern.....Aber eigentlich war doch nichts dabei. Dieser Nachfahre Neandertalers schien nett und unkompliziert und zivilisiert zu sein. Immerhin beschallte er seine Behausung mit Johnny Cash. Und außerdem sagte ich zu einem Glas Rotwein nicht nein. Allerdings...
„Wie heißen Sie eigentlich?“ fragte ich ihn. „Wenn ich schon mit einem fremden Mann auf einem fremden Balkon Wein trinke, möchte ich wenigstens wissen, wie er heißt. Damit ich nicht so blöd dastehe, falls ich Sie wegen abendlicher Belästigung anzeigen muss.“
Er guckte etwas verwirrt und lachte dann.
„Ich heiße Jan. Jan Loders“
Jan war akzeptabel. Hätte er Jannick oder Jasper gesagt, hätte ich so meine Bedenken gehabt, ob seine Eltern nicht furchtbar penible Norddeutsche waren, die ihre Söhne zwangen, Klavierunterricht zu nehmen und bei Gewalt im Fernsehen sofort wegzuschalten.
Aber Jan war o.k. Der Abend konnte beginnen.
„Ich heiße Nina Hurtig.“, sagte ich kurz, war hurtig im Haus und schloss die Balkontür. Ich hasse meinen Namen. Hurtig. Wie kann man bloß so heißen. „Hurtig, hurtig, Frau Hurtig.“ Raunzte mir der Mathelehrer Strunk grinsend zu, wenn ich am Montag morgen mal wieder verschlafen hatte und mit ungewaschenen Haaren und unausgeglichenem Hormonspiegel zu meinem Tisch schlurfte. „Und Sie sind ohne R nur ein Stunk. Auch nicht besser.“ Hätte ich ihm sagen sollen. Ließ es aber bleiben, weil ich auf die Gnade von diesem Stunk-Stinker angewiesen gewesen war, um nicht durchzufallen. Später waren es die Sätze von den Jungs in der Disco, die mich hurtig auf die Palme brachten. „Hurtig? Na, willst mal hurtig nen Quickie.“ Widerlich. Allerdings konnte man sich meinen Namen recht gut merken. Bisher hat ihn noch keiner vergessen.
Im Flur warf ich noch einen kurzen Blick in den Spiegel. Auch so eine Sache, die wir Frauen uns wohl angewöhnen, sobald wir mitbekommen, dass Männer ihre Aufmerksamkeit nicht nur auf unsere zarte Seele, unseren Abitursschnitt, unsere Kenntnisse über Kunstgeschichte und unsere attraktive innere Wärme richten, sondern zu einem geringen Anteil nun mal auch auf unser Äußeres. Auch wenn letzteres für 98% aller Männer oft nur ein Synonym für sekundäre, wenn nicht gar primäre Geschlechtsmerkmale zu sein scheint.
Meine krausen braunen Locken standen etwas widerspenstig ab, aber ich hatte die Erfahrung gemacht, dass der Hab-meine-Bürste-verloren-Look seit Ende der Hippie-Ära oft unheimlich individuell wirkte und ich mir meiner inneren Stärke und meines Verhaltens sicherer war, wenn ich zeigen konnte, wie selbstbewusst ich mit dem Verhalten und Eigenleben meiner Haare umging.
Ich schnappte mir noch die Zigarettenschachtel, die einsam auf der Kommode lag und sich mit Sicherheit nach menschlichem Kontakt sehnte und stieg hinunter in die Höhle des Neandertalers, zu Jan.

Eine Stunde, zwei Gläser Rotwein und vier Zigaretten später hatte ich meine Bedenken bezüglich Jans männlichen Instinkt-Verhaltens über Bord geworfen. Ich sah ein, dass sich durch die Sache mit Marc eine regelrechte Paranoia vor solchen Männern in mir aufgebaut hatte. Jan war ganz anders. Er war aufmerksam, ohne aufdringlich zu wirken und schenkte mir Wein nach, sobald mein Glas leer war – natürlich nicht, ohne mich vorher zu fragen. Er hatte Humor, der nicht zwangsläufig mit Sex oder Frauen zu tun hatte. Und er versuchte nicht, mir scheinbar unbewusst den Arm zu tätscheln oder seine Hände wie zufällig über meine Taille gleiten zu lassen. Solche Anwandlungen von geistesabwesenden Flirtversuchen hatte ich zuletzt bei – wem wohl – the one and only Marc erlebt. Aber jetzt mochte ich nicht an ihn denken.
„Sie wohnen also in Heidelberg. Schöne Stadt.“ Setzte ich unser Gespräch fort.
„Ja, es ist toll, dort zu wohnen.“ schwärmte er. „Die vielen Studenten in den Strassen bringen richtig Leben rein. Und die Altstadt ist natürlich wunderbar mit den vielen verwinkelten Gassen und versteckten Kneipen und Cafés.“
Ich fragte mich, ob er noch studierte. Aber da ich ihn auf über 30 schätzte, hielt ich diese Möglichkeit für eher unwahrscheinlich. Oder mochte er gar ein fauler, Tiefkühlpizza-süchtiger und den Staat ausbeutender Langzeit-Student sein?
„Nina, alles in Ordnung?“ Mein Blick musste ihn verunsichert haben.
„Ja, ja. Ich musste nur gerade an meine eigene Studienzeit denken.“ sagte ich. „Kein Grund zur Sorge.“
Damals war das ganz anders gewesen. Damals hatte ich eine grosse Sorge. Sie war tatsächlich groß, 1,90 um genau zu sein, dazu langhaarig, hörte auf den Namen Rainer und baute auf dem Balkon meiner kleinen Studentenbude Hanfpflanzen an. Ich hatte mich auf einer Erstsemesterparty in ihn–weiß Gott warum – verliebt. Er war 32 und studierte im 7. Semester Anglistik und Biologie. Fachsemester wohlgemerkt. Ich mochte gar nicht daran denken, welche Fächer Rainer zuvor schon ausprobiert hatte, ohne je eine Prüfungssaal von innen gesehen zu haben. Er stand nie vor zwei Uhr mittags auf und da direkt über ihm ein ehemaliger Hochschulprofessor wohnte, bestand er darauf, seine beiden Hanfpflänzchen, die er liebevoll Mary und Johanna, zu mir überzusiedeln. Jeden Mittwoch und Freitagnachmittag kam er zum gießen und ich durfte ihn und sein „kosmisches Karma“, mit dem er die beiden Pflänzchen zu laberte, nicht dabei stören. Wenn das der Fall war, wurde seine Laune so miserabel, dass er nicht einmal mehr Sex haben wollte. Erst nach einer 20 Minuten Meditation und 3 Joints war er wieder ansprechbar. Als er schließlich von der Uni geworfen wurde, weil er sein Grundstudium noch immer nicht beendet hatte, trennten wir uns.
„Ich habe übrigens nicht in Heidelberg, sondern in Hamburg studiert.“ Jan riß mich aus meinen Erinnerungen.
„Tatsächlich?“ Ich war erleichtert. Dann war sein Studium also schon abgeschlossen.
„Die Zeit war aufregend und vor allem interessant. Aber ich habe nicht nur gute Erinnerungen daran.“ erzählte er.
„Weshalb?“ Ich blickte ihn fragend an.
„Ich war oft unzufrieden mit mir selbst. Hatte Zukunftsängste, war mit den falschen Leuten zusammen. Nur durch glückliche Zufälle bin ich mehrmals an einer dicken Depression vorbeigerauscht.“
Ich war überrascht. Diese Seite hätte ich bei ihm gar nicht vermutet. Er wirkte so positiv und entspannt. War er am Ende ein Depri? Hatte er keine Freunde und sprach deshalb mit seinem Hund Jack? Nicht auszudenken. Andererseits beeindruckte mich seine Ehrlichkeit. Und was Psychische Krisen angeht war ich in meiner Vergangenheit schließlich auch kein Kind von Traurigkeit gewesen. Höchstens im wörtlichen Sinne.
„Das kenne ich.“ sagte ich. „Allerdings hatte ich diese Probleme eher in den letzten Jahren bevor ich auszog. Ich mochte die Welt nicht und dachte, das beruhe auf Gegenseitigkeit.“
Das Schlimmste in dieser Zeit waren die Ratschläge meiner Mutter gewesen. Sie versuchte das komplette Selbsthilfeprogramm bei mir durchzuziehen und vor meinem Zimmer stapelten sich Bücher mit Titeln wie „Der Weg ist das Ziel“ und „Lebenskrisen erfolgreich meistern.“ Und „Der Seele können Flügel wachsen.“ Mir wuchsen keine Flügel; dafür standen mir die Haare zu Berge vor Zorn. Ich begann bereits im Geiste meine eigene Grabrede zu schreiben und weigerte mich Bands zu hören, deren koksende Sänger nicht mindestens zwei Selbstmordversuche hinter sich hatten. Kurz bevor es zu spät war, und ich mich beinahe in Josua verliebte - einen Typen, der jeden Samstag morgen im schwarzen Anzug in der City Flyer verteilte, die vor dem nahenden Weltuntergang warnten - erkannte ich, dass meine eigentliche Lebenskrise die emotionale Abhängigkeit von meinen Eltern war. Die liebgemeinten Hilfeversuche meiner Mutter machten mich so aggressiv, dass ich beschlossen hatte, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Komme, was wolle.
„Vielleicht gehören solche Phasen einfach zum Leben dazu. Es kann nicht immer nur bergauf gehen.“
Ich dachte wieder an Rainer. Mit ihm ging es nach unserer Trennung bergab. Von einer Kommilitonin hatte ich irgendwann erfahren, dass er mit Mary, Johanna und der Tochter des Hochschulprofessors nach Argentinien ausgewandert war und dort selbstgebastelte Fußkettchen und Hanfkekse verkaufte, was ihn offenbar nicht gerade reich machte.
„Jeder muss seinen eigenen Weg finden.“ seufzte ich. „Egal, wie schwer das manchmal sein mag.“ Da fiel mir etwas ein. „Entschuldigung, ich habe ganz vergessen, zu fragen, was Sie eigentlich studiert haben.“
„Kein Problem.“ meinte er. „Das verrate ich Ihnen gerne. Ich war auf einer Art Musik-College. Ich studierte die Hauptfächer Gitarre, Gesang und Tontechnik. Tja, und weil mein Talent für eine Karriere als zweiter Johnny Cash nicht ausreichte bin ich bei letzterem der drei hängen geblieben.“
Ein Musiker also. Ich schluckte. Von denen gab es zwei Sorten. Die einen hatten wirklich eine grosse Liebe und zwar die Musik. Sie konnten zwölf Stunden am Tag ein 10 Sekunden langes Picking-Solo üben und fanden es noch immer nicht richtig „straight.“ Sie waren fast nie zu Hause und wenn, gingen sie lieber mit ihrer Gitarre ins Bett als mit ihrer Frau. Für die andere Sorte war die Liebe zur Musik nur Tarnung. Music was my first love. Von wegen. Und kaum hatten sie ein bisschen Erfolg wurde aus Sex, Drugs and Rock n Roll schlicht Sex mit Backroundsängerin, Sex mit Groupies und ein bisschen Drugs.
Erde an Nina! Jan ist doch Tontechniker.
Stimmt.
Ich besann mich wieder aufs Gespräch.
„Heißt das, du wärst lieber Musiker geworden, und trauerst jetzt einem ungelebten Traum nach?“ fragte ich ihn mitfühlend.
Er lächelte, allerdings mit einer Spur von Melancholie. „Nein, ganz so schlimm ist es auch wieder nicht. Natürlich hätte ich auch als Musiker arbeiten können. Viele Bands suchen Aushilfsgitarristen fürs Studio und durch ein Partner-College in Liverpool hatte ich gute Kontakte zu Produzenten und begabten Musikern. Aber ich hätte immer die Songs von anderen spielen müssen. Das wäre auf Dauer schief gegangen, denke ich.“
Das konnte ich gut nachvollziehen. Was konnte es für einen passionierten Musiker schlimmeres geben als wie eine Art Ersatzteillager von einer zur anderen Band herumgereicht zu werden. Das war ja beinahe Prostitution! Der Arme.
„Mit meinem jetzigen Job als Tontechniker ist das anders.“ fuhr er fort. „Ich arbeite mit tollen Bands zusammen, aber wenn es um den Sound geht, vertrauen sie mir voll und ganz. Die Arbeit im Studio macht sehr viel Spaß und, na ja....“ er zögerte einen Moment „ab und zu helfe ich schon noch ein bisschen aus. Wenn der Gitarrist am Abend zuvor mal wieder einen Scotch zuviel getrunken hat und erst zwei Stunden später im Studio auftaucht, zum Beispiel.“ Er lachte. Da! Ich entdeckte ein Grübchen. Wie süß.
Stop, Nina. Du kennst ihn erst seit eineinhalb Stunden und verliebst dich bereits in seine Grübchen?
Ich musste mich konzentrieren, um seinen Worten zu folgen und nicht immer auf die Stelle zu starren, wo ich hoffte, gleich das adrette Grübchen noch mal auftauchen zu sehen. Schade, es hielt sich dezent im Hinterhalt.
„......Sie eigentlich?“ hörte ich seine Stimme.
„Was?“ Ich wachte aus meinem Grübchen-Traum auf.
Aufs Gespräch konzentrieren, Nina.
„Ich hatte Sie gerade gefragt, was Sie arbeiten.“ sagte Jan. „Wo sind Sie denn mit Ihren Gedanken?“
„Bei dem Grübchen auf deiner linken Wange“ wollte ich sagen, hielt es aber nach kurzem Überlegen nicht mehr für die beste Antwort. Wir waren ja noch nicht einmal Per-Du.
„Sorry. Ich bin schon etwas müde. Da lässt meine Konzentration immer nach.“ Dann fiel mir seine Frage wieder ein.
„Ich bin Kunstagentin.“ klärte ich ihn auf. „Ich arbeite für eine Kunstleasing-Agentur, die Kunstobjekte leiht und vermietet. An Unternehmen, Arztpraxen oder Privatpersonen.“
„Das klingt ein wenig seltsam.“ meinte er. „Wozu benötigt ein Unternehmen denn ein geliehenes Kunstwerk?“
„Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben.“ Klärte ich ihn auf. „Manchmal steht eine Betriebsfeier an, die unter einem bestimmten Motto läuft. Eine Firma, die beispielsweise Unterwäsche herstellt, könnte einen schönen Torso als Dekoration benötigen. Und schon wird der billig – und garantier in Taiwan - hergestellte Büstenhalter vor dem Auge des Betrachters mit einem schönen Körper in Verbindung gebracht. Eine tolle Verkaufsstrategie“
„Aha.“ Er blickte interessiert.
„Das tolle an unserer Agentur ist, dass wir nicht nur Gemälde und Skulpturen vermieten, sondern auch antiquarische Objekte, wie beispielsweise alte Musikinstrumente.“
„Das heißt, ich könnte Sie damit beauftragen, eine Gitarre aus dem letzten Jahrhundert aufzutreiben, um diese bei der Einweihung des neuen Studios vors Gästeklo zu hängen?“
„So ähnlich.“ erwiderte ich. „Sind Sie denn der Überzeugung, dass ihr Studio dadurch mehr Anziehungskraft auf die Musiker ausüben könnte?“ Die Frage war natürlich scherzhaft gemeint.
Genauso viel auch seine Antwort aus.
„Na ja. Zumindest würde es ihnen vielleicht mehr Spaß machen, nach der zweiten Whiskeyflasche das stille Örtchen zwecks Magenentleerung aufzusuchen, anstatt übers Keyboard zu reihern.“ Wir mussten beide lachen.
„Und wo finden Sie die gefragten Objekte?“ fragte er mich weiter.
„Ich gucke mich in Galerien, Museen und Antiquitätengeschäften um. Wenn ich da nichts finde, schaue ich schon mal bei Ebay nach. Da muss man aber aufpassen. Ist oftmals unseriös.“
Ich leerte mein Weinglas. Mmmh. Der Wein war sehr seriös. Heißt: Lecker.
Einmal hätte ich mir bei Ebay fast einen kopflosen Barbie-Ken als Torso andrehen lassen. Das Foto war aber auch dermaßen unterbelichtet gewesen....Na ja, war ja noch mal gut gegangen.
„Ihr Glas ist ja schon wieder leer.“ sagte Jan plötzlich.
„Durst.“ erklärte ich etwas hilflos. Ich konnte ja nicht zugeben, dass der Bordeaux dermaßen lecker war, dass ich am liebsten die ganze Flasche für mich alleine haben wollte.
„Wollen Sie lieber ein Glas Wasser?“ fragte Jan und war aber schon dabei, mir nachzuschenken. Wunderbar, diese Aufmerksamkeit.
„Nein, Danke. Der Wein schmeckt toll.“
„Ich hab noch ein paar Flaschen da.“ sagte er. Gut zu wissen, dachte ich.
„Ich sehe schon“, sagte ich , als wir und zu prosteten„nicht der Hund sondern der Wein ist der beste Freund des Musikers.“
„Und der Künstlerin.“ fügte er lachend hinzu.
Ich winkte abwehrend mit der Hand, so dass meine Zigarette durch die ausschweifende Geste fast ein Loch in die Grübchen-Stelle gebrannt hätte. Bloß das nicht.
„Entschuldigen Sie“ sagte ich. „Aber ich bin keine Künstlerin und hab es deshalb auch nicht so gerne als solche bezeichnet zu werden.“
„Ach so.“ Er lächelte. Da! Gott sei Dank! Das Grübchen war noch da.
„Ich habe auch nicht Kunst studiert“ fuhr ich fort, „sondern Kunstgeschichte. Und BWL im Nebenfach.“
„Eine interessante Kombination.“
„Wem sagen Sie das? Das ganze geschah eher unfreiwillig.“
„Einfluss der Eltern?“ fragte er mitfühlend
Ich nickte.
Als meine Mutter damals mit Kreislaufkollaps ins Krankenhaus geliefert wurde, nachdem ich die Wörter „Kunstgeschichte“ und „Studium“ in einem Satz erwähnt hatte, war mir klar gewesen, dass ich meine Pläne etwas korrigieren musste. Am Krankenbett tätschelte ich ihr die Hand als sie in ihrem Begrüßungssatz die Wörter „solide“ und „Studium“ noch sichtlich körperlich geschwächt heraushauchte. Schließlich hatten wir uns darauf geeinigt, dass BWL im Nebenfach doch recht solide sei, waren uns heulend in den Armen gelegen wie ein Liebespaar nach jahrelanger Trennung. Ich sagte so etwas wie „will doch nur, dass du glücklich bist“, sie hauchte schluchzend „will doch nur, dass du glücklich bist....und was solides machst“ und die Fronten waren geklärt. Nur das Wörtchen „Nebenfach“ machte ihr und dem lieben Kreislauf noch manchmal ein wenig zu schaffen.
„Egal. Ich hab es hinter mich gebracht und dadurch einen Job bekommen, der mir gefällt. Was will man mehr?“ Ich lehnte mich entspannt zurück.
Über einen Kommilitonen hatte ich Lorenz Tietzke kennengelernt, den Erfinder und Inhaber von „Rent-a-Picasso“. Der Name der Agentur war natürlich Quatsch, denn einen Picasso konnte man da nicht ausleihen. Soviel Geld hatte nicht mal Lorenz, der reiche Schnösel. Aber er stand auf Picasso. Ich war damals auch wild nach Picasso gewesen und Lorenz ein bisschen wild nach mir. So kam es, dass er mir einen Halbtagsjob in der Agentur angeboten hatte. Obwohl aus uns nichts wurde, war er sehr zufrieden mit meiner Arbeit gewesen, ließ mich nach einem Jahr Vollzeit arbeiten und hatte mich nach zwei Jahren zur Teilhaberin gemacht.

Fortsetzung folgt


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Wir komponieren unser Leben nach den Gesetzen der Schönheit, auch in Momenten tiefster Hoffnungslosigkeit (Milan Kundera)

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... indem ich die Leselupen-Shop-Links in Zukunft nutzen werde.

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dennis petsch
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hallo amy,

fast ein wenig schade, dass die werten leselupianer hier lieber dem tango-totem götzenopfer bis zum umfallen gereichen und in heerscharen diesem konjunktivisch-orchestralen schwachsinn lobhudeln, als dir auf deinen text mal ein wenig feedback zu geben.

ich für meinen teil jedenfalls finde deine schreibe nur noch grandios und bin fast ein wenig neidisch, mit welcher leichtig- und natürlichkeit du es schaffst, eine situations-skizze auszumalen, emotionen zu beschreiben und trotz textlänge jegliche auftretende langeweile sofort im keim erstickst... von den humoristischen highlights ganz zu schweigen!

zwar würde ich an deiner stelle etwas weniger auf der studentischen schiene fahren und auch dem balkondialog diesen hochtrabenden gestellt wirkenden dawsons-creek-touch nehmen und ihn etwa so locker gestalten, wie das telefongespräch am anfang, aber ansonsten find ich grad spontan net sonderlich viel, was es zu bemängeln gäb. vielleicht ab und an mal ne kleine punktuationsänderung, ne kleine wort- oder satzumstellung, aber da will ich mich mal net all zu weit aus’m fenster lehnen.

was die zeiten angeht, so is mir kaum was aufgefalln, was jedoch nix heißen muss: mach das selbst immer auf gut glück und bin generell jemand, der die rechtschreibverbesserung in microsoft word für die beste erfindung seit dem bierbrauen hält. außerdem mag ich es generell irgendwie nicht, in anderer leute texte zu wuseln, aber wenn du magst, kann ich dir bei gelegenheit ja doch mal die paar wenigen kritik-stellen markieren... quoten heißt das doch hier in diesem laden, oder?!

zum rilke-lesen hast du mich zwar nicht unbedingt gebracht, aber „a boy named sue“ wird heut auf jeden fall the who’s „sqeeze-box“ als dusch-hit ablösen.
laß es mal keinen feministinen-schrieb werden und ich freu mich schon tierisch auf die fortsetzung!
ganz, ganz großes lob von mir!

lg,
-dennis-

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Amy
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an dennis

hey dennis,
danke für deinen kommentar. ich hab schon sehnsüchtig drauf gewartet, dass mir endlich mal jemand was schreibt....hab mich natürlich auch wahnsinnig drüber gefreut, dass deine kritik so positiv ausgefallen ist....und trotzdem fänd ich es super, wenn du mir deine korrekturvorschläge (egal ob bzgl. zeit, satz-konstruktion, inhalt, etc.) genauer mitteilen würdest.
ich hab schon öfter angefangen, romane oder kurzgeschichten zu schreiben, meist mit sehr schweren, fast depressiven inhalten. jetzt hab ich mal was lustiges probiert, weil ich weiß, dass mir das irgendwie liegt. und anscheinend ist es ja ganz gut angekommen. Also: schreib mir ruhig ein wenig kritik, ich würde mich freuen.
ach ja, heut ist ja sonntag.....da könnte ich mich ja mal an die fortsetzung machen....:-)
den dialog mit jan habe ich übrigens absichtlich ein wenig moderater und nicht ganz so witzig wie das telefonat gestaltet, damit so eine art gegenpol entsteht. denn nina wird sich natürlich in jan verlieben und wenn der nur eine einzige witzfigur darstellt würde das ganze etwas ins lächerliche abrutschen...was meinst du?
lg
amy
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Wir komponieren unser Leben nach den Gesetzen der Schönheit, auch in Momenten tiefster Hoffnungslosigkeit (Milan Kundera)

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dennis petsch
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Re: an dennis

...na, dann werd ich mich mal auf meine 4 buchstaben pflanzen und ein bisschen den lehramtsheini raushängen lassen!

das mit dem dialog-gefälle klingt plausibel... aber stell mir bitte keine fragen zur männer-als-witzfiguren-sache... da kenn ich mich aus, da blutet mein herz!

bis die tage also...
lg,
-dennis-

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Amy
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an dennis

super, danke!!
studier auch auf lehramt, komm allerdings erst ins dritte semester. bist du schon lehrer? germanistik?
also, habs bis jetzt noch nicht hinbekommen, an der fortsetzung zu schreiben, obwohl ich jede menge zeit hätte, da semesterferien und nix zu tun...
vielleicht klappts ja noch die kommenden tage.
liebe grüsse und freu mich auf deine Vorschläge.
bis dann
Amy
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dennis petsch
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Re: an dennis

hi amy,
ich war so frei & hab mit ner mail geantwortet...
keinen plan, ob die hier ankommen!
gruß,
-dennis-

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