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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Ben
Eingestellt am 19. 10. 2001 12:12


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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Und schon wieder hatte er etwas auf die Pfoten bekommen. Er trat einige Schritte zur├╝ck. Ben konnte sich wirklich nicht daran erinnern, aber schon hundert mal hatte ihm seine Mutter verboten einfach so ein M├Ądchen anzufassen.

Dabei hatte er doch echt nichts b├Âses von ihr gewollt. Musste die Zicke denn auch gleich so kreischen, nur weil er ihr einen saftigen Kuss mitten ins Gesicht dr├╝cken wollte und es auch tat? Sie wischte sich gleich mit ihrem ├ärmel ├╝ber ihr Gesicht, so als k├Ânnte sie damit alles ungeschehen machen.

Ben war kein kleines Kind mehr, er war schon 18 Jahre alt und Ben war behindert. Ein Mongoloid.

In der Behindertengruppe, wohin ihn seine Mutter 1 mal w├Âchentlich brachte, war es normal, dass man sich anfasste und k├╝sste. Doch hier wurde wunder was f├╝r ein Aufhebens gemacht, als h├Ątte er ein Verbrechen begangen.

Ben entschuldigte sich bei dem M├Ądchen. Sie hie├č Silke. Er fand Silke sympathisch und deshalb zeigte er es auch. Doch Silke sch├╝ttelte sich, als h├Ątte sie ein Wurm gek├╝sst.
Man hatte es ihm rechtzeitig beigebracht, sich zu entschuldigen. Er musste sich oft entschuldigen. Es verging kaum ein Tag ohne Entschuldigung.

Es begann schon in der Behindertengruppe des Vorschulkindergartens. Den Kindern wurde in einer Kuschelecke die Gelegenheit zum Kuscheln gegeben. In seinem Alter mochte man diese Art von Kuscheln doch recht gerne.

Jetzt ging er zwar schon einer Besch├Ąftigung nach, wurde t├Ąglich mit dem Behindertenbus abgeholt und in eine nahegelegene Werkstatt f├╝r Behinderte gefahren. Doch auch dort stellte sich kein M├Ądchen zickig an, wenn es mal umarmt oder gek├╝sst wurde. Ben hatte die Erfahrung gemacht, dass sie es alle genossen. Nat├╝rlich w├Ąhrend der Arbeitszeit sollte schon gearbeitet werden.

Er bekam ein rotes K├Ąppi, damit seine Haare nicht in die Maschine gerieten. Sie war nicht schwer, seine Arbeit. Doch manchmal hatte er einfach keine Lust und wollte lieber mit M├Ądchen rummachen.

Dann sagte er zu Ilka: ÔÇ×Komm, wir gehen in die Ecke!ÔÇť und Ilka ging mit ihm in die Ecke.
Sie mussten nat├╝rlich fragen, aber das machte Ben schon. Jedes Mal lachte der Werkstattleiter, wenn Ben mit seiner unverst├Ąndlichen Sprache ihm zu verstehen gab, was er brauchte.
Es gab da so ein Zeichen, welches genauestens ausdr├╝ckte, was sein Verlangen war.

Ilka nahm ihn dann an die Hand und h├╝pfte mit ihm Richtung Knuffelecke. Ilka war erst 12, aber sie mochte es, wenn Ben oder Karsten, der im Rollstuhl sa├č mit ihr spielen wollten.

Ben konnte schon richtig mit ihr sexen. Bei Karsten war es schon schwieriger. Er konnte ja seine Beine nicht bewegen. Er lie├č sich einfach aus dem Rollstuhl in die Knuffelecke fallen und sagte ihr was er vor hatte. Jedenfalls konnte er supertoll schmusen.


Ilka war nicht so sehr behindert. Sie konnte sich in alle Richtungen bewegen. Die einzige Behinderung bei ihr war ein Wolfsrachen. Dadurch hatte sie einige Probleme mit der Sprache.
Doch die Jungs hatten das sehr gerne, denn sie tat bereitwillig, was die Jungen gerne hatten.
Wenn sie frohgelaunt aus der Knuffelecke zur├╝ckkamen, grinste der Werkstattleiter schon wieder und sagte:
"Nau, da sind die Ausrei├čer ja wieder!"


Nat├╝rlich passte ihre Mutter zu Hause auf, dass sie auch rechtzeitig die Pille bekam, noch vor ihrem Fr├╝hst├╝ck. Manche M├Ądchen bekamen die Anti-Baby-Spritze, damit die Eltern sich nicht immer sorgen mussten, denn viele M├Ądchen dachten selbst an gar nichts. Es gab auch M├Ądchen, die nicht wussten, wozu das alles veranstaltet wurde.



Um Silke jedoch, die Ben sehr nett fand und bewunderte, weil sie nicht behindert war, machte Ben in der Zukunft einen gro├čen Bogen, denn entschuldigen, das hasste er wie die Pest.

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Frank Zimmermann
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Wird mal Schriftsteller

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Frage nach dem Hintergrund

Dieser Text hat, so wie ich mitbekommen habe, kritische Reaktionen hervorgerufen. Unter anderem wurde es als anst├Â├čig empfunden, da├č hier der Geschlechtsverkehr mit einem Kind als "normal" beschrieben wird.

Zun├Ąchst mal m├Âchte ich betonen, da├č ich den Text unter literarischen Gesichtspunkten ziemlich vernachl├Ąssigungsw├╝rdig finde, denn ├╝ber das Niveau eines Mittelstufenaufsatzes kommt er sicherlich nicht hinaus.

Um den Inhalt besser beurteilen zu k├Ânnen, habe ich mich mit jemandem unterhalten der reichhaltige Erfahrungen in der Behindertenarbeit hat und z.Zt. in einer Wohngruppe f├╝r geistig behinderte Menschen arbeitet.
Sofort kann ich deshalb einige Aspekte kl├Ąren, die schlicht falsch sind:
- ein "nur" k├Ârperlich behindertes M├Ądchen (Wolfsrachen) w├╝rde nicht in einer solchen Werkstatt besch├Ąftigt
- eine Zw├Âlfj├Ąhrige w├Ąre nicht in einer Werkstatt, sondern in einer Schule

Unter geistig Behinderten ist der Umgang mit K├Ârperlichkeit sicherlich ein anderer, als zwischen Nicht-Behinderten, trotzdem ist es auch in Behindertenwerkst├Ątten nicht ├╝blich, einen Ort zur Verf├╝gung zu stellen, an dem die Besch├Ąftigten nach Lust und Laune miteinander kopulieren k├Ânnen.
Dar├╝ber hinaus h├Ątten bei einer Zw├Âlfj├Ąhrigen sowohl die Betreuer wie auch die Eltern sicherlich ein W├Ârtchen mitzureden, zumal mir nicht bekannt ist, da├č f├╝r geistig behinderte Menschen die allgemein g├╝ltigen Gesetzte - nach denen der Geschlechtsverkehr zwischen Vollj├Ąhrigen und Minderj├Ąhrigen verboten ist - nicht relevant sind.

Somit bleibt mir als Fazit nur ├╝brig den Text sowohl inhaltlich als auch formal als sehr zweifelhaft - und das ist vorsichtig ausgedr├╝ckt - zu bewerten.
Bleibt die Frage nach dem Hintergrund des Textes; anders formuliert: was will und die Autorin damit sagen???
__________________
fz

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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Lassen wir die Sache mal so im Raum stehen. Genaue Recherche in diesem Fall w├╝rde sicherlich zu Streitereien f├╝hren, die ich nicht heraufbeschw├Âren m├Âchte. Die Personen sind von mir frei erfunden, ebenso wie das Alter. Ilka k├Ânnte als ebensogut 16 Jahre alt sein, da h├Ątte sicher keiner etwas dagegen einzuwenden.

Ich glaube auch nicht, dass in Werkst├Ątten die Sache so locker gesehen wird.
Ansonsten d├╝rften die Angaben bzgl. Knuffelecke stimmen.

Was ich damit sagen wollte geht hoffentlich aus der Geschichte hervor.

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Kadra
Guest
Registriert: Not Yet

Ja, es geht aus der Geschichte hervor, Anmemone, wie absto├čend du behinderte Menschen findest und wie sehr du ihnen den Wunsch nach liebevollem Umgang miteinander und nach N├Ąhe absprichst, weil sie anders sind als du...

Kadra

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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Liebe Kadra,

ich merke schon, ich habe da ein hei├čes Eisen angefasst, nur zu, zerrei├čt mich!

Kann denn Liebe S├╝nde sein? Zarah Leander

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ex-mact

???

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Da ich zu viele Erfahrungen im Umgang mit Behinderten habe (mit k├Ârperlich oder geistig behinderten Menschen), unterstellte ich dem Autoren zun├Ąchst, da├č dieser Text ernst gemeint und aufgrund realer Hintergr├╝nde entstanden war. Ich beurteilte den Text daher urspr├╝nglich sehr positiv, zeigte er doch den unmenschlichen Umgang mit Behinderten - auch durch die (wie ich dachte: gekonnt) unbeholfene Schreibweise, die der Umwelt nur indirekt einen Vorwurf machte.

Die Reaktion des Autoren macht mich nunmehr glauben, da├č ich einem Blender aufgesessen bin. Das Alter eines - wenn auch nur angedeutet - sexuell ausgenutzten Menschen SPIELT eine Rolle, nicht nur gesetzlich und moralisch sondern auch handwerklich innerhalb der Geschichte. Anmerkung: gerade geistig behinderte Menschen haben sehr oft ein ausgepr├Ągtes Schutzbewusstsein f├╝r Kinder!

Ich finde das sehr schade. Etwas Recherche - und dann das ZU DEM TEXT STEHEN des Autoren - h├Ątte aus diesem Werk einen wertvollen Beitrag gemacht. Ich empfinde - nach den Reaktionen des Autoren - nun nicht mehr, da├č ich die Geschichte "verstanden" h├Ątte.

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