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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Bibilia Pauperum
Eingestellt am 08. 07. 2006 10:23


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Isa
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2004

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Jessicas Leben war nicht mehr so fr├Âhlich und unbeschwert, wie es einmal gewesen war. Ihr ├Ąlterer Bruder war bei einem Autounfall ums Leben gekommen und seitdem hatten sich ihre Eltern nichts mehr zu sagen. Jessicas Bruder Marc war der Hoffnungstr├Ąger der Familie gewesen. Nachdem er die Schule abgeschlossen und bereits einige Monate Zivildienst geleistet hatte, wollte er mit seinen Freunden in den Urlaub fahren und auf der Fahrt hatte der junge Fahrer die Kontrolle ├╝ber den Wagen verloren und war mit einem entgegenkommenden Lkw zusammengesto├čen. Keiner der jungen M├Ąnner im Auto hatte ├╝berlebt. Die Familie hatte sich, auch jetzt, zwei Jahre nach dem Ungl├╝ck, immer noch nicht mit dem Tod ihres geliebten Sohnes abgefunden. Und w├Ąhrend die Eltern nicht aus ihrer Trauer zu rei├čen waren, hatte Jessica es geschafft, ihren toten Bruder ziehen zu lassen, ohne ihn jedoch zu vergessen. Diese Einstellung brachte ihr nicht das Wohlwollen ihrer Eltern ein und sie m├Ąkelten deshalb oft an Jessica herum. Diese hatte unterdessen eigene Probleme. Ihr Freund Peter, mit dem sie bereits vier Jahre zusammen gewesen war, hatte aus unerfindlichen Gr├╝nden mit ihr Schluss gemacht. Zuerst hatte Jessica gedacht, er erlaube sich einen schlechten Scherz mit ihr, doch dann hatte sie ihn mit einem M├Ądchen aus ihrer Parallelklasse gesehen. Sie war einige Zeit nicht ansprechbar gewesen, hatte sich in ihre eigene Welt, bestehend aus ihrem Computer und dem DVD-Spieler, zur├╝ckgezogen. Ihre Eltern hatten es nicht gemerkt, hatten nie nach dem Befinden ihrer Tochter gefragt, denn der Kronprinz der Familie war tot und was war denn schon ein M├Ądchen wert.
Gerade lag Jessica im Park und betrachtete die Wolken ├╝ber sich. Es war Sommer, in wenigen Wochen w├╝rden die Sommerferien beginnen, und sie schw├Ąnzte heute den Unterricht. Sie w├╝rde wohl wieder die Unterschrift ihres Vaters f├Ąlschen m├╝ssen, da sie noch ein knappes halbes Jahr darauf warten musste, die Befreiungsbescheinigung mit ihrem Namen unterschreiben zu d├╝rfen. Es war durchaus normal, dass man zu dieser Jahreszeit nicht mehr in die Schule ging und Jessica war sogar noch eine der wenigen, die sich regelm├Ą├čig im Unterricht blicken lie├č. N├Ąchstes Jahr w├╝rde alles anders werden, da sie dann auf ihr Abitur zusteuerte. Aber dieses Jahr war beinahe vorbei, die Noten waren gemacht und wer interessierte sich da noch f├╝r Schule.
Unter ihrem R├╝cken sp├╝rte das M├Ądchen das stachelige Gras, welches von der unbarmherzigen Hitze der letzten Wochen ausged├Ârrt war. Die Hitzewelle hatte ganz Europa ├╝berrollt und in den s├╝dlicheren L├Ąndern h├Ârte man von Waldbr├Ąnden, die sich immer weiter ausbreiteten. Jessica hatte sich am Morgen ├╝berlegt, statt in den Park lieber ins Freibad zu gehen, hatte sich dann jedoch besonnen und f├╝r den Park entschieden. Die Freib├Ąder der Umgebung waren schon am Morgen immer brechend voll. Meist waren bereits auch Schulklassen in ihnen anzutreffen, die den Schwimmunterricht dorthin verlegt hatten. Jessica selbst konnte sich nicht daran erinnern, je mit ihrer Klasse im Freibad gewesen zu sein. Aber es ├Ąnderte sich eben alles.
Die wenigen Wolken, die am Himmel zu sehen waren, zogen tr├Ąge dahin und k├╝ndigten kein Gewitter an, welches von vielen Menschen herbeigesehnt wurde. Die junge Frau blinzelte, als sie versuchte, in den stahlendblauen Himmel zu sehen. Nachdem ihr Tr├Ąnen in die Augen traten, schloss sie diese und versuchte ein bisschen zu schlafen.

Als ein Schatten auf sie fiel, ├Âffnete sie die Augen und verzog ├Ąrgerlich ihren Mund. Ein allzu bekanntes Gesicht beugte sich ├╝ber sie und sie drehte rasch den Kopf zur Seite. Seit sie nicht mehr mit Peter zusammen war, hatte sie zu vielen ihrer Freunde den Kontakt abgebrochen. Diese waren auch nicht weiter darauf eingegangen. Peter war sehr beliebt und sie hatte als seine Freundin diese Beliebtheit geteilt, nun da sie auf das Abstellgleis geschoben worden war, hatte sich ihr Freundeskreis automatisch verkleinert. Eigentlich konnte Jessica sagen, dass sie keine wirklichen Freunde hatte. Zwar hatte sie immer noch zu einigen Klassenkameraden oberfl├Ąchlichen Kontakt, aber zu keinem ein so inniges Verh├Ąltnis, als dass sie einen davon h├Ątte als Freund bezeichnen k├Ânnen. Jessica genoss ihre Einsamkeit und wollte auch niemanden haben, den sie Freund nennen konnte, doch schien das die Person ├╝ber ihr gar nicht zu interessieren.
ÔÇ×Was willst du schon wieder, Karl?┬üg, fragte sie nun missmutig, als er sich neben sie ins Gras gelegt hatte und sie ansah.
Klaus war nicht aus ihrer Klasse, er ging auch nicht auf ihre Schule, eines Tages hatte er sie einfach im Park angesprochen und seitdem wurde Jessica ihn nicht mehr los. Es war nicht so, dass er sie verfolgte, nur tauchte er immer dann auf, wenn Jessica gerade dabei war, in ihre Einsamkeit zu fliehen, sich von der Trauer und dem Missmut mitrei├čen zu lassen.
ÔÇ×Du bist nicht in der Schule, Jessica.┬üg, sagte der junge Mann mit sanfter Stimme, die Jessica in Rage brachte, immer wenn sie sie h├Ârte. Schon bei ihrem ersten Treffen war sie nach ihrem Gespr├Ąch furchtbar w├╝tend gewesen, dass sie zuhause ihre Eltern angeschrieen und ihnen hasserf├╝llte Worte an den Kopf geschmissen hatte. Danach war es ihr besser gegangen, ihre Eltern hatten ihr Hausarrest verpasst, was sie nicht wirklich interessiert hatte und waren danach noch unfreundlicher zu ihr gewesen. Dieser Zustand hielt sogar bis jetzt an, obwohl der Hausarrest nat├╝rlich wieder aufgehoben war.
ÔÇ×Lass mich in Ruhe.┬üg, antwortete sie m├╝rrisch und wollte sich wegdrehen, als sie in die Augen des Jungen sah. Sie hatte schon oft in seine Augen gesehen, sie hatten etwas Magisches, etwas Bindendes, so dass man nicht wegsehen konnte, sobald man einmal in sie gesehen hatte. Selbst jetzt konnte Jessica nicht erkennen, welche Farbe seine Augen hatten.
ÔÇ×Jessica, sei doch nicht so st├Ârrisch.┬üg, sagte erneut in seinem sanften Tonfall, ÔÇ×Ich kann dich nicht alleine lassen, ich bin an dich gebunden. Das hatte ich dir doch schon einmal erkl├Ąrt. Willst du nicht lieber ein bisschen mit mir spazieren gehen?┬üg
Eigentlich hatte Jessica ablehnen wollen. Sie wollte das immer, wenn er einen Vorschlag machte. Mit ihm war sie bereits in ein Kunstmuseum, in ein Orgelkonzert und in eine Kirche gegangen, obwohl sie von all diesen Dingen nicht viel hielt. Sie wollte keinen Spaziergang machen, in ihrem Alter machte man keinen Spaziergang, einen Einkaufsbummel schon eher, aber sie wusste, dass Karl wirklich vorhatte, mit ihr einen Spaziergang zu machen, wie dies ├Ąltere Leute machen. Immerhin w├╝rden sie nicht Hand in Hand durch den Park spazieren. Vorsichtshalber steckte Jessica ihre H├Ąnde in die Taschen ihres Rockes, nachdem sie aufgestanden waren und im Schatten der Allee entlang schritten.
Jessica hatte erwartet, dass Karl wieder anfangen w├╝rde zu reden, sie zu belehren und sie mit seiner sanften, gutm├╝tigen Art in Rage zu bringen, doch er schwieg und Jessica erinnerte sich daran, als er ihr erkl├Ąrt hatte, dass er sie nicht verlassen konnte. An diesem Tag hatte sie ihn in die Kirche begleitet. Es war eine Kirche im Barockstil erbaut, mit viel Gold, Verzierungen und Putten. Jessica, die schon immer wenig f├╝r Kirchen ├╝brig gehabt hatte, war ihm nur widerwillig gefolgt und doch hatte sie sich kurze Zeit von der Begeisterung Karls anstecken lassen, der ihr die Geschichte bis ins kleinste Detail erz├Ąhlen konnte, als habe er die Jahrhunderte in ihr gelebt, die diese Kirche schon stand. Als er dann eine Bemerkung gemacht hatte, dass sie seine Gesellschaft wohl doch genie├če, war sie ausgerastet. Die Wut, die sie auf ihre Eltern und ihre ganze Umgebung hatte, war mit einem Mal hochgeschossen und hatte sich an Karl entladen. Sie hatte geschrieen, so dass Karl sie schnell hatte aus der Kirche f├╝hren m├╝ssen, denn einige andere Besucher hatten sich bereits verwundert zu ihnen umgedreht. Vor der Kirche hatte Jessica verlangt, sofort zu verschwinden und da hatte sich Karls Stimmung ein einziges Mal ge├Ąndert. Er war traurig geworden, so traurig, dass es Jessica fast leid getan h├Ątte, ihn angebr├╝llt zu haben, aber eben nur fast. Dann hatte er ihr erkl├Ąrt, warum er bei ihr war und das hatte so unglaubw├╝rdig geklungen, dass Jessica w├╝tend davon gestapft war, ohne ihn eines weiteren Blickes zu w├╝rdigen. Nach diesem Ereignis hatte sie gehofft, ihn nie wieder zu sehen, doch dann war er wieder aufgetaucht, an einem der wenigen regnerischen Tage, in welchen sich Jessica meist in ein kleines Haus, welches auf dem Spielplatz stand, verzog. Es war ihr nicht mehr erlaubt, Ger├Ąte auf dem Spielplatz zu nutzen, aber dort hatte sie immer mit ihrem Bruder gespielt und dieses H├Ąuschen war seit seinem Tod ihr Zufluchtsort, wenn sie ├ärger mit ihren Eltern gehabt hatte. Dort war Karl dann wieder aufgetaucht und obwohl Jessica sauer auf ihn gewesen war, hatte sie ihn nicht abweisen k├Ânnen, wie er nass im Regen gestanden hatte.
ÔÇ×Du darfst nicht mehr in der Vergangenheit leben, Jessica.┬üg, sagte Karl ruhig und hielt Jessica fest. ÔÇ×Es ist geschehen und du sollst wieder nach vorne sehen. Hat Marc dir nicht immer gesagt, dass ihr gemeinsam Abenteuer erleben werdet, aber du niemals z├Âgern darfst etwas zu riskieren. Riskiere es jetzt, dass du aus der Vergangenheit ausbrichst.┬üg
Jessica starrte den jungen Mann und einen kurzen Augenblick konnte sie seine Augenfarbe erkennen, doch sie war wieder verschwunden, ehe sie sie benennen konnte. Sie hatte ihm von ihrem Bruder und dessen Tod erz├Ąhlt, ebenfalls von dem Verhalten ihrer Eltern. Es war nach dem Orgelkonzert gewesen, das ihr trotz aller Vorurteile dennoch gefallen hatte. Es war kein langweiliges St├╝ck gewesen, sondern ein Auszug aus dem Werk Hell und Dunkel von Sofia Gubaidulina, welches weder Melodie noch Harmonie besa├č und ihr die geschockten Reaktionen einiger ├Ąlterer Zuh├Ârer gefallen hatten. Danach war sie seltsam ruhig gewesen, wie noch nie nach dem Tod ihres Bruders und dann hatte Karl sie etwas Einfaches gefragt und sie hatte wirklich offen mit ihm gesprochen und ihm ihre Geschichte erz├Ąhlt. Danach hatte sie sich erleichtert gef├╝hlt und Karl hatte eine besondere Ausstrahlung besessen, als ob sie ihm durch diese Geschichte etwas zur├╝ckgegeben h├Ątte. Aber sie hatte ihm nie davon erz├Ąhlt, dass sie und Marc Abenteurer werden wollten. Etwas stimmte nicht mit Karl und als er ihre Hand packte, also liefen sie nun doch H├Ąndchenhaltend durch den Park, begann sie zu zittern. Es sch├╝ttelte sie am ganzen K├Ârper und Karl f├╝hrte sie die Allee entlang, immer weiter. Jessica wusste, wo sie ankommen w├╝rde, wollte sich wehren, umkehren und daf├╝r lieber noch l├Ąnger Karls freundliche Art ertragen, doch nicht nur ihr K├Ârper, auch ihr Wille zitterte und erlag schlie├člich Karls Kraft. W├Ąhrend der ganzen Zeit murmelte Karl etwas von ÔÇ×Es dauert zu lange, viel zu lange.┬üg, und ÔÇ×Die Zeit heilt keine Wunden. Man ben├Âtigt erst einen Arzt, der die Wunde behandelt, so dass sie durch die Zeit heilen kann.┬üg. Jessica h├Ârte davon nur die Worte Zeit und dauert zu lange. Dann waren sie angekommen und Karl ├Âffnete die T├╝r zu Jessicas Haus. Die junge Frau war sich sicher, dass ihre Mutter jeden Morgen, wenn sie das Haus als Letzte der Familie verlie├č, die T├╝r zusperrte, doch nicht nur, dass Karl keinen Schl├╝ssel brauchte, auch klemmte die T├╝r nicht, wie sie es sonst immer tat, da sich im Winter durch Feuchtigkeit das Holz verzogen hatte.
Als sie den Flur durchquerten wunderte sich Jessica, das Klappern und L├Ąrmen ihrer Eltern in der K├╝che zu h├Âren. Es war gerade mal halb zw├Âlf und normalerweise arbeiteten beide bis in den sp├Ąten Abend, um nicht so viel Zeit mit ihr verbringen zu m├╝ssen, glaubte Jessica. Sie war sich sicher, dass ihre Eltern lieber sie, als ihren Bruder verloren h├Ątten. Karl hatte ihre Hand losgelassen und Jessica hatte schon gehofft unbemerkt aus der K├╝che verschwinden zu k├Ânnen, als ihre Mutter hochsah und einen erstaunter Gesichtsausdruck zu sehen war.
ÔÇ×Jessica, warum bist du schon da?┬üg, die Stimme ihrer Mutter war ungewohnt sanft, so hatte Jessica sie das letzte Mal vor dem Tod ihres Bruders geh├Ârt, als Jessica ihr mitgeteilt hatte, dass sie in diesem Jahr Klassenbeste werden w├╝rde. Diese Begebenheit hatte nat├╝rlich nach dem Tod ihres Bruders an Bedeutung verloren und Jessica auch ihre Stellung als Klassenbeste.
Als Jessica sich umdrehte, nickte Karl ihr zu. Sie verstand ihn nicht und sch├╝ttelte nur den Kopf, nun kam auch ihr Vater in die K├╝che. Er war gerade im Esszimmer gewesen und hatte den Tisch gedeckt. Auch er sah sie verwundert an, doch konnte Jessica keinen entt├Ąuschten oder w├╝tenden Gesichtsausdruck sehen. Gerade wollte Jessica ihnen Karl vorstellen, als sie keine Luft bekam, und sich an den Hals fasste und anfing zu husten und zu w├╝rgen. Sofort lie├č ihre Mutter die Tasse ins Sp├╝lbecken fallen und eilte auf sie zu. Mit sanften Worten, die Jessica schon so lange nicht mehr geh├Ârt und schrecklich vermisst hatte, redete ihre Mutter auf sie ein und ihr Vater stand bereits mit einem Glas Wasser neben ihr. Als Jessica getrunken hatte, ging es ihr wieder besser und sie hustete noch ein letztes Mal.
ÔÇ×Was ist den passiert, Jess?┬üg, fragte ihr Vater und dann sprudelte es aus Jessica heraus. Ihre Angst, ihre Einsamkeit und ihr Unverst├Ąndnis, warum ihre Eltern sie zur├╝ckwiesen. Alles geschah in einem verzweifelten Ton und die ganze Wut, die zuvor in ihr gewesen war, war nicht mehr vorhanden, sie war weg und dann flossen zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder Tr├Ąnen aus ihren Augen. Besorgt nahmen beide Eltern ihre Tochter in die Arme. Dieses Bild hatte es schon lange nicht gegeben und Karl l├Ąchelte versonnen in seiner Ecke, in die er sich zur├╝ckgezogen hatte. Jetzt, aber auch erst jetzt, brauchte es Zeit und die Wunde, die Marcs Tod in die heile Welt der Familie gerissen hatte, w├╝rde heilen.

Jessica wartete schon seit drei Jahren auf die R├╝ckkehr von Karl. Mittlerweile hatte sie das Abitur hinter sich gebracht und studierte bereits im dritten Semester Arch├Ąologie. Sie hoffte dadurch dem Wunsch ihres Bruder und ihrem eigenen Wunsch nahe zu kommen und Abenteuer zu erleben. Selbst wenn diese sich in einem schlecht beleuchteten Museum abspielen w├╝rden.
Karl war nach der Vers├Âhnung mit ihren Eltern nicht mehr aufgetaucht. Sie hatte ihn sogar selbst f├╝r einige Zeit vergessen, bis er ihr wieder eingefallen war, durch einen jungen Mann, den sie im Park gesehen und im ersten Moment f├╝r Karl gehalten hatte. Doch nur ein kurzes Blick in seine Augen, alles andere war f├╝r sie unwichtig gewesen, hatte sie erkannt, dass es nicht Karl hatte sein k├Ânnen. Als sie mit ihrem Englischkurs als Abschlussfahrt nach London gefahren sind, hatte sie ihn wieder gesehen. Im Britischen Museum in der Biblia Pauperum hatte sie ihn gesehen, ihren Karl, der eigentlich Michael hie├č. Sie war sich nicht sicher gewesen, bis sie wieder nach Deutschland in ihre Heimatstadt zur├╝ckgekehrt war und in das Museum gegangen, welches sie mit Karl zusammen besucht hatte. Dort war gerade eine Wanderausstellung mit verschiedenen Bibeln und es war auch ein Faksimile der Bibilia Pauperum dabei. Am Ausgang konnte man Kopien der Kopie kaufen und Jessica hatte sich die Kopie mit Karl gekauft. Auch wenn die Kopie schlecht und das Buch alt war, sie hatte ihren Karl wieder gefunden und sie l├Ąchelte ihn jeden Morgen an, wenn sie zuerst in die Kirche und danach in die Universit├Ąt ging. Sie wusste genau, Karl und Marc l├Ąchelten, wenn sie sahen, dass sie mit neuem Mut an ihre Zukunft heran ging

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HFleiss
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Bibilia Pauperum

Liebe Isa, ich will dich ja nicht entt├Ąuschen oder dich vor den Kopf sto├čen. Trotzdem, ich mache dir mal einen Vorschlag: Schreib doch mal als erstes diese Geschichte noch einmal so auf, wie du sie einer Freundin erz├Ąhlen w├╝rdest, in genau diesem lockeren Unterhaltungsstil. Mein Eindruck ist n├Ąmlich, du bist ein bisschen sehr bem├╝ht darum, hier "literarisch" zu schreiben, und das, muss ich dir leider sagen, ist nicht ganz gutgegangen. Als zweites w├╝rde ich dir zu ├╝berlegen geben, die Geschichte entweder auf Karl und Michael oder als Kind-Eltern-Thema zu schreiben. Ich sehe n├Ąmlich zwischen beiden Str├Ąngen kaum eine Verbindung. Es ist nat├╝rlich klar, dass du deiner Protagonistin eine Vergangenheit geben musst, aber der Konflikt mit den Eltern scheint mir einer extra Geschichte w├╝rdig. Wichtig ist meiner Ansicht auch, dass du dich von dem doch etwas getragenen Stil l├Âsen solltest, er wirkt an einigen Stellen sogar ein bisschen komisch. Deshalb mein Vorschlag, die Geschichte mal in der Umgangssprache zu erz├Ąhlen: das und das ist passiert, so und so habe ich den Vorgang empfunden. Ich wei├č nicht, ob dir meine kleinen Tipps ein bisschen helfen, aber probiere es doch mal. Es w├╝rde sich bestimmt lohnen und den Text sehr viel lebendiger machen.

Gru├č
Hanna

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