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Leselupe.de > Ungereimtes
Bilanz
Eingestellt am 07. 10. 2000 15:50


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Gisela Bradshaw
Hobbydichter
Registriert: Aug 2000

Werke: 43
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Bilanz

Herausgerissen
aus der stillen Welt
der Imagination,
dem unermeßlich weiten
MÀrchenland der Möglichkeiten,
wurdest Du mit einem Schrei hineingestoßen
in die kalte RealitÀt der Welt,
eingetaucht in das gleißende Licht
des blauen Planeten.

Schnell, wie im Flug,
verlor sich die Traumzeit
Deiner kindlichen Spiele im Gestern.
In Deiner Gedankenwelt
Bildete sich, kaum merklich,
ein neues Bewußtsein
Du lerntest die Regeln der Gesellschaft,
wurdest konfrontiert mit
Aufgaben, Pflichten, Normen
und zum ersten Mal in Deinem Leben
fĂŒhltest Du Dich einsam.
Was solltest Du tun,
dieser Einsamkeit zu entfliehen?
Oft glaubtest Du,
die Lösung in den HÀnden zu halten,
doch stets war sie nur ein Traum,
der wie eine Seifenblase
in der Luft zerplatzte.
Auch der GefÀhrte,
der Deinem Leben,
einem Edelstein gleich,
magischen Glanz verliehen hÀtte,
lebte nur in Deiner Phantasie.
Musik, sanft und wunderbar,
tröstete Dich
in langen, bitteren Stunden
der Trauer und des Verlangens
nach Geborgenheit
und Liebe.

Mit kontinuierlicher Unmerklichkeit
Verflossen die Jahre Deiner Jugend.
Eines Tages wachtest Du auf,
und alles war anders:
Das junge blĂŒhende Mensch,
der unerschrocken
die Welt leichtfĂŒĂŸig durchstreift hatte
auf seiner Suche nach einem Sinn,
hatte sich verÀndert:
Ein reifer Mensch sah sich fragend um,
erblickte eine Wirklichkeit,
wie sie nĂŒchterner nicht sein konnte:

Das Innerste nach Außen kehrend,
zeigte " Big Brother" seine pervertierte Fratze,
ließ die Menschen erstarren
in Einsamkeit und Schweigen.
Synagogen loderten in der Nacht.
Verfolgt von glatzköpfigen HÀschern
rannten dunkle Menschen um ihr Leben.
In vielen Winkeln der Welt tobten Kriege,
die, erbarmungslos und ohne Gnade,
mit endlosem Leid, Hunger, Verzweiflung
das Land umklammerten

Die Unschuld der Kindheit,
dies MÀrchenland mit prachtvollen Schlössern,
blĂŒhenden GĂ€rten und blauen Wassern
war nur noch vage Erinnerung,
ein wunderschöner, beglĂŒckender Traum.
Und noch immer bist Du allein.
So verharrst Du in einsamer Stille,
lebst Dein Leben in nĂŒchterner Klarheit.
Einsam
Bist du auf die Welt gekommen,
einsam
hast Du sie durchwandert,
auf der Suche nach einem Sinn,
nach Geborgenheit und Liebe.
Einsam
Wirst Du sein
bis zu Deiner letzten Stunde,
in der Du zurĂŒckkehren wirst
in die stille Welt der Imagination,
in Dein verzaubertes MĂ€rchenland,
aus dem Du gekommen bist.


Niedergeschrieben Pfingsten 1999, an einem herrlichen, aber einsamen FrĂŒhlingstag. Gis


__________________
"In mir ist alles" Hölderlin


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... indem ich die Leselupen-Shop-Links in Zukunft nutzen werde.

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