Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5284
Themen:   87759
Momentan online:
516 Gäste und 11 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Blumenschloß
Eingestellt am 03. 02. 2002 18:08


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Pseudorinym
Häufig gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 19
Kommentare: 98
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Pseudorinym eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil



Blumenschloß

In einem kleinen Wintergarten
Voll Rosen, Veilchen, Azaleen
Da tat sie nichts als lange warten
Auf daß ein Wunder würd geschehn

Ihr Reich besteht aus gläsnern Wänden
Und drinnen wogt ein Farbenmeer
Wie schön es doch die Leute fänden,
Doch sie will es schon längst nicht mehr

Die Farbenpracht voll Duft und Schimmer,
das Rosenrot und Efeugrün,
das sie umgibt des Tages immer
hat längst schon aufgehört zu blühn

Ein stummes Sehnen voll Verlangen
Ziert ihren scheuen dunklen Blick
Daran ist sie zugrund gegangen,
gar jämmerlich davon erstickt

Nun liegt sie stumm auf Rosenblättern
Inmitten ihrem Paradies,
erwartet weiterhin den Retter,
der sie befreit aus dem Verließ

Gar viele Jahre sind vergangen
In ihrem Schloß aus Blumenpracht,
wo sie ist immer noch gefangen,
da küßte sie ein Jüngling sacht

Wach auf, du Liebste, laß uns gehen
rief er so zärtlich mit Bedacht
er wollt sie wieder lachen sehn-
doch sie ist nie mehr aufgewacht





Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Veilchensirup
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jan 2002

Werke: 9
Kommentare: 11
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

irgendetwas kommt mir hier verdammt vertraut vor. ich erkenne mich ... (und es ist immer wieder faszinierend, texte zu lesen, in denen man irgend einen teil von sich erkennt!) vielleicht hätte ich die letzte strophe anders geschrieben, aber das ende ist eigentlich nur konsequent.
mag die sympathie, mit der du schreibst.

Bearbeiten/Löschen    


Pseudorinym
Häufig gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 19
Kommentare: 98
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Pseudorinym eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil


Hallo Veilchensirup,
du hast recht,manche Gedichte kann man einfach nicht verstehen,egal wieviel Mühe man sich damit gibt und andere liest man einmal durch und alles kommt einem so vertraut vor.
Freut mich,daß das bei dir der Fall war;-) Und der Schluß...er ist wirklich etwas traurig,aber immer nur ein happy-end wird auf die Dauer irgendwie...hm,öde oder fad.
Am Anfang scheint alles wie im Märchen und von außen so wunderbar,doch was sich innerhalb der scheinbaren Pracht abspielt,bleibt oftmals unerkannt.da paßt dann wohl doch der tragische Schluß.

Also,vielen Dank für deine Antwort und viele Grüße

xxx

Bearbeiten/Löschen    


Matthias Schulz
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo,

hmmm, das ganze hat mich stark an "Dornröschen" erinnert, nur mit einem etwas realistischeren Schluß ;-) Gefällt mir prinzipiell sehr gut, nur eines stört mich: Ist die Blumenpracht vergangen, haben die Blumen alle aufgehört zu blühen, oder ist der Palast noch immer schön? Beides kommt in Deinem Gedicht vor, von daher etwas widersprüchlich...

Mir würden die blühenden Blumen besser gefallen, stärkerer Kontrast.

Freundlich grüßt,
Matthias

Bearbeiten/Löschen    


Pseudorinym
Häufig gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 19
Kommentare: 98
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Pseudorinym eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Halo Mathias,
erst mal dankeschön für deine Antwort und ein Lob,daß du etwas widersprüchliches in meinem text entdeckt hast:Ich liebe es wenn man kleine Details zerfetzt.

Deshalb mal meine Erklärung,hoffentlich auch plausibel genug ;-)
Die Blumen,die dieses Schloß zu etwas Wunderbarem und Besonderem machen sind immer am blühen,sie verwelken nie.Daher laufen alle Leute staunend an den gläsernen Wänden vorbei und bewundern diese einmalige Schönheit,beneiden wahrscheinlich auch das Mädchen,das jeden Tag die Blumen von allernächster Nähe betrachten darf.
Aber obwohl die Blüten nicht vertrocknet sind kann sie keine freude mehr empfinden,weil sie im grunde genommen sehr einsam ist und nur darauf wartet,aus ihrem Gefängnis,dem ständigen Einerlei,befreit zu werden.Sie ist sozusagen blind geworden für die Schönheit,daher die Aussage,daß Die Bluemn für sie nicht mehr blühen.
Man könnte das Ganze auch gut mit dem goldenen Käfig vergleichen,oder einem Schlaraffenland.Irgendwann hat man sich vollgefressen und fühlt sich elend.

Ich hoffe,die Widersprüchlichkeit istz jetzt aus der Welt geräumt ;-)

*viel grüße*

xxx

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Ungereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.



Leselupe-Bücher





Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!