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„Weißt du, was ich schon immer sagen wollte?“
„Nö, aber sag’s rasch. Im Fernsehen kommt ‚Sturm der Liebe‘“.
„Also gut. Ein Autor schreibt einen Erzählband mit elf oder zwölf Geschichten und eine wird in Ö1 vorgelesen. Kaufe ich nun den Band, ist die Radiogeschichte die einzig brauchbare und der Rest Schrott. Bei Musik ist es genauso. Eine Band nimmt elf oder zwölf Songs auf, die auf einem Album erscheinen und einer wird auf Ö3 gespielt und … Fast wie bei Warhols hohlen Brillo-Boxen. Du weißt schon, diese Supermarkt-Installation.“
„Brillo? Installation? Noch nie gehört. Was ist denn normalerweise drin in diesen Boxen?“
„Pads aus Stahlwolle zum Putzen.“
„Um Himmels willen! Da funktioniert ja weder die Heizung noch die Sprinkleranlage. Außerdem: Stahlwolle ist ganz schlecht zum Putzen. Ich kauf immer Kupfertücher von Rezi, die halten fast ewig. Aber was hast du eigentlich gegen Bücher und Musik? Utta Danella ist sehr schön und Rosamunde Pilcher erst und für Hansi Hinterseer könnt’ ich glatt sterben. Der ist bärig.“
„Äh, wo war ich? Ach, bei den unbrauchbaren Storys. Ich frage mich, wieso Verlage nie nach dem Singleprinzip veröffentlichen? Du weißt schon, diese runden schwarzen Dinger mit dem Loch. Eine professionelle Story, aber man müsste nicht mal Schmarren dazuklatschen, weil einem Buch die B-Seite fehlt. Aber ob Story und Schmarren wirklich vom selben Autor stammen? Werden die Bücher von irgendwelchen armen Teufeln aufgefüllt, oder vielleicht ist es umgekehrt und der Buchdeckelautor verbricht den Unsinn. Am Ende kommt dieses Zeug schon aus dem Computer und die Autorennamen sind nur noch Marken wie Omo, Techni-Sat oder Nutella. Bei Kinderbüchern stimmt’s ja fast schon: Enid Blyton und Alfred Hitchcock sind längst registrierte Warenzeichen und irgendwann auch Elke Heidenreich und Peter Stamm? Von gesammelten Werken toter Dichter abgesehen, reicht es mir also, gelegentlich das Kulturradio aufzudrehen, denn alles andere hieße ja Brillo-Boxen aufzumachen.“
„Was für eine Elke und was für ein Peter? Ich mag was Gescheites zum lesen und reit’ doch nicht immer auf diesem Brillo herum, das man bei uns eh nicht kriegt. Hast du jetzt alles gesagt?“
„Ja.“
„Dann geh ich jetzt fernsehen. Willst du auch?“
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