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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Brunftzeit (2. Runde)
Eingestellt am 17. 05. 2001 22:41


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Markus Veith
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Brunftzeit
oder
Die sch├Ânste Frau der Welt

Was habe ich hier verloren? Diese Kneipe ist wie eins dieser Suchbilder, in dem man nach Fehlern sucht. Der Gedanke, da├č alles um mich herum blo├č eine Kopie von der Wahrheit sein k├Ânnte, beruhigt mich ein wenig. Neun Fehler sollen es sein. Zwei habe ich schon gefunden. Das eine ist mein leeres Bier. Das andere bin ich. Meine Archillesferse befindet sich direkt ├╝ber dem Nasenbein.
Und wie das mit diesen Suchbildern ist, findet man die meisten Fehler immer sehr schnell. Vier davon stehen am Tresen. Die gespielte Leichtigkeit ihrer Maskulin ├╝berkochenden Hormonkonservendosen treibt mir schon die ganze Zeit die Tr├Ąnen in die Augen.
Dieter sagt, Frauen s├Ąhen f├╝r ihn dann erst richtig gut aus, wenn sie einmal "Ex-" sind. Man br├Ąuchte ihnen dann nicht mehr Namen und Adresse ab- oder aufzuschwatzen. Sei sehr praktisch. Aber, so sagt er weiter, obwohl ihm keiner mehr zuh├Ârt, sie, also die, die dann "Ex-" sei, habe ja schlie├člich ihr Chance gehabt, nicht wahr?
Kurt sagt unglaublich doppeldeutig, da├č eine Schwalbe noch keinen Sommer mache - wobei er "eine" vertont wie ein Drei├čig-Mann-Orchester - und bestellt die n├Ąchste Runde. Aber f├╝r den Fall, da├č mal ein Fuchs vorbeik├Ąme, habe er schlie├člich immer seine Flinte parat. "Ho-ho-ho!" lacht man pflichtbewu├čt mir.
Eugen schnappt sich seine Wodga-Batida-Irgendwas-Neige und mit dem heute zum zigsten mal wiederholten Argument, das g├Ąbe ordentlich Tinte auf'm F├╝ller, bekleistert er sich damit die Mageninnenw├Ąnde.
"Ja, aber wenn man nicht wei├č, wem man schreiben soll" mault Klaus, der schon den ganzen Abend mit einer Fresse bis zur Trittablage neben sich h├Ąngt.
Der Kellner sieht mich mal wieder nicht. Eine Verbraucherin Mitte-Ende drei├čig mit springfidelen Plateauturnschuhen und quietschbunter, durchsichtiger Aufblas-Unterw├Ąsche spielt Dame auf seinem durchschwitzt gef├╝llten Hemd. Ihre P├╝ppchen verlieren.
Am Tisch nebenan jammern kleinere Ich-kann-nix-bin-nix-sehe- Schei├če-aus-kriege-Keine-ab-Probleme die genervte Beisitzerin voll. "Wei├čt du, ich kann nichts dazu. Ich bin bei der Geburt am Schamlippenpiercing meiner Mutter h├Ąngengeblieben."
Auch die sch├Ânste Frau der Welt ist hier. Die sch├Ânste Frau der Welt vergi├čt unsere Vergangenheit. Unsere gemeinsame Vergangenheit ging gerade eben zu Ende und dauerte zwei Augenblicke und einen kurzen Blitz lang, den ein Nebelhauch von L├Ącheln verschleierte.
Der Kellner kommt und ich seufze ihn an. Er beschuldigt meinen Deckel, ich h├Ątte zuviel getrunken und bestraft ihn mit einer Extraportion Kreuzen und Strichen. Ich bestelle mir schon jetzt ein weiteres und zus├Ątzlich das n├Ąchste Bier. Dann stopfe ich mir eine Pfeife.
Pfeifen haben eine bemerkenswerte, wenn auch widerspr├╝chliche Wirkung auf Frauen. Die einen Frauen m├Âgen es sehr, Pfeifenraucher in ihrer N├Ąhe zu haben, weil der Rauch wie S├╝├čigkeiten duftet. Den anderen stinkt's. Manche sagen, eigentlich w├╝rden sie rauchende M├Ąnner ja nicht m├Âgen, aber seltsamerweise d├╝rfen die meisten Pfeifen in ihrer N├Ąhe oftmals bleiben. Das ist durchaus von Vorteil. Das bringt weiter. Manchmal. Wo denken Sie hin? Ich rauche doch nicht, weil es mir schmeckt. Das ist wie mit dem Trinken. Ich bin einfach lieber besoffen.
Auch die sch├Ânste Frau der Welt mag Pfeifen. Sie erschnuppert den Tisch an dem ich sitze und schickt mir ein L├Ącheln, da├č mich dazu bringen k├Ânnte, die Kneipe in eine R├Ąucherkammer zu verwandeln, wenn mir dabei nicht vorher die Zunge abnikotiniert werden w├╝rde.
Um zu imponieren mache ich Kunstst├╝cke mit meinen Rauchkringeln. Ich staple sie um die Kerze. Ich h├Ąnge sie an den Leuchter. Ich lasse sie auf der Nase der sch├Ânsten Frau der Welt tanzen. Ich habe lange daf├╝r ge├╝bt. - Gut Ring will Weile haben.
Die sch├Ânste Frau der Welt probiert derweil von anderen Tellern und i├čt dabei mit den Fingern. Ich gehe mutig zu ihr und biete ihr freundlich meinen Finger zum Ablutschen an. Dazu empfehle ich einen Drink auf meine Kosten.
Kurz darauf entdecke ich den achten Fehler. Mittelfinger sind im gestrecktem Zustand besonders lang und gemein. Meinem Verstand platzt der Kragenknopf ab und rollt dem├╝tig unter meinen Tisch zur├╝ck.
Ein weiterer Fehler taucht auf. Ein Typ mit Zigarre.
Eine Begegnung zwischen zwei Pfeifenrauchern ist oftmals sehr angenehm. Pfeifenraucher sind wie Entenfahrer. Man hat dasselbe ├ťbel. Man kennt sich also irgendwie. Man begegnet dem anderen sofort mit einem gewissen Mitleid. Dies ist nicht so, wenn Pfeifen- und Zigarrenraucher ihre Dunstkreise vermischen. Und in diesem speziellen Falle entsteht sowieso dicke Luft. Mein s├╝├člicher Odem aus meinem geschwungenen Kirschenholz entz├╝ndet sich fast an den Ausd├╝nstungen von diesem Stinkbolzen.
Vielleicht bin ich fehlerhaft, aber sein Doppelfehler ist nicht nur, da├č schon seine Arme Probleme haben, durch die T├╝r zu kommen, sondern in erster Linie, da├č die sch├Ânste Frau der Welt ihn offenbar kennt. (Dumm nur, da├č ich mich nicht traue, ihm diese Fehler auch laut anzurechnen.) Sie kennt ihn anscheinend sogar recht gut. Viel zu gut. Nicht zu fassen, da├č sie sich zu so etwas hinaufbegibt. Er l├Ą├čt sie seinen Zigarrenatem schmecken. Der Qualm zieht durch ihre Nase ab. - B├Ąh! - Wie geschmacklos. Raucht der mir einfach meine Liebhaberschaft weg. Jetzt kann sie mich nicht mehr riechen. Das stinkt mir.
Wetten, da├č der jeden Abend eine andere hat?
Wetten, da├č der eine f├╝r jeden Finger hat, aber er auch die Finger braucht, um sie zu z├Ąhlen?
Wetten, da├č er Buchstaben doof findet?
Wetten, da├č der Typ im Stehen pinkelt? M├Ąnner wie er beherrschen die Methode, mit der gar nichts danebenspritzen kann.
Wetten, da├č er ET damals nur einmal geguckt hat?
Wetten, da├č er fr├╝her Samantha Fox Klasse fand? (Na ja, gut, ich auch. Aber das geh├Ârt doch hier nicht zur Sache.)
Wetten, da├č er genauso redet wie der Malboro-Man "Malboro-Country" sagt?
Pfeife w├╝rde auch gar nicht zu ihm passen. Wei├č doch jeder, da├č Pfeifen was mit Intellekt zu tun haben. Und Intellekt w├╝rde in seine Muskeln passen, wie Camilla ins britische K├Ânigshaus. Ach, ist doch wahr ...
Ich schaue weg. Ich kann das nicht sehen. Ohne Skrupel nimmt der Riese das geheiligte Eiland ein. Der Zwerg verkriecht sich im Boden und mu├č tatenlos zusehen, wie der Riese aus dem sch├Ânen Eiland einen Raubtaubentummelplatz macht und die Stra├čen mit Honig teert und mit S├╝├čholz pflastert.
Ich spiele heimlich mit dem Gedanken, den n├Ąchsten, der reinkommt um eine Adoption anzubetteln, da lassen sich pl├Âtzlich Turbulenzen in der Sch├Ânwetterfront feststellen. Das Schiff der Anti-F├Ârder-Aktion zieht die Schilde hoch, als das feindliche Raumschiff faser-ige Finger einsetzt. Nein, Scotty, lassen Sie die Fernbedienung vom Beamer mal sch├Ân in Ruhe. Wir mischen uns nicht ein. Das k├Ânnen die ganz alleine kaputt machen.
Die sch├Ânste Frau der Welt wechselt in einen anderen Orbit, doch der Nahkampfgrapscher folgt ihr. K├Ąpt'n, oh, K├Ąpt'n! Die Wetterturbulenzen werden immer schlimmer. Da zieht ein Glaswassersturm auf und jetzt -
Ooouuuh! Sie hat ihn tief getroffen. Hoch ins Tief getroffen. Mit dem Knie. Nicht fest, aber gezielt. Der ├ärmste hat sich glatt die Zigarre abgebissen. Jetzt hat er das Gro├čmaul voller Tabakfranzen, aber da er den Mund zum Keuchen braucht, kommt er nicht zum Spucken.
Daraufhin passiert lange nichts. Ungef├Ąhr drei Bierdeckelkreuze lang ist die sch├Ânste Frau der Welt allein. Jedoch ist dies eigentlich kein Wunder. Sie hat nun ein unsichtbares Schild auf der Stirne kleben, das aber jeder hier lesen kann.
Im Aufenthalt des Gefahrenbereichs des Tiefladers ist besser nicht zu begatten.
Das Verbotene reizt zwar, aber junge Hirsche wittern, wann ihr Gerudel in Gefahr ist.
Aber da - oh, Himmel! - kommt sie pl├Âtzlich auf mich zu. Quer durch den Raum. Wie eine Erscheinung aus einer anderen Welt. Ich wei├č gar nicht, wie mir geschieht. Bestimmt ist dies auch ein Fehler. Bestimmt mu├č sie nur mal wohin, oder so.
Aber dann sitzt sie mir gegen├╝ber. Sie sagt: "Hallo." Sagt es einfach so, als ob es nichts anderes zu sagen g├Ąbe. Die Zeit bekommt Schwierigkeiten. Sie windet sich mit z├Ąhen Brustschwimmz├╝gen durch die Sekunden wie durch ein Becken Karamel.
"Sag doch was", sagt sie. "Jemand wie ich hat es nicht verdient, angeschwiegen zu werden."
Mir mu├č etwas einfallen! Schleunigst! Ich gebe ihr erstmal recht. Das ist immer gut. Aber was nun? Diese Frau. G├╝tiger Himmel! Sie sieht aus wie Lara Croft. Ich wei├č gar nicht wo ich hinschauen soll. St├Ąndig klicken meine Augen zwischen bestimmt computeranimierten, vakuumverpackten Ballerm├Ąnnern hin und her. Wie gern lie├če ich sie nach meinem Joystick tanzen. In meinem Maschinenraum pfeifen die gl├╝henden Kessel und der Maschinist wirf das verschwitzte Handtuch.
"Deine Stimme ... deine Stimme ...", stammle ich, "... wei├čt du, du h├Ârst dich an wie Gabi von TKKG." Und da bricht das Eis, und da schmelzen die Pole, und da jubilieren die Sterne, und da lachen alle Kehlen im Chor. Da findet eins zum anderen, weil es gar nicht mehr anders sein kann. Die ganze Zeit war einmal bis jetzt. Hier hat sie nun ├ťberholverbot.
Ich zwitschere wie ein V├Âgelchen. Ich balze wie ein T├Ąuberich. Ich schlawenzel herum, als h├Ątte ich in meinem Leben nie etwas anderes gemacht. Ich bin die perfekte Mischung aus Leonardo di Caprio, Heiner Lauterbach und Gerhard Schr├Âder. Ich lasse sogar einige Lieblingsschwiegersohn-Anteile von Peter Alexander erkennen. Ich dichte und rezitiere schnell erfundene Weisheiten. Ich mache Witze und lache laut ├╝ber sie. Ich bin unschlagbar charmant und glaube, gut zu riechen. Ich bin nicht billig. Ich bin preiswert. Ich bin die gute Partie auf jeder Party. Meine Lieblingsfilme habe ich nie gesehen, aber sie stimmen mit den ihren ├╝berein. Ich klinge schlau und gebildet und sage nichts von den Comics, die bei mir daheim auf der Toilette liegen. Ich mache mir 'nen Schlitz ins Ohr und koch' mich langsam aus. Ich mache das sehr gut, wie ich mich finde. Sie h├Ąlt mich f├╝r einen Studierenden. Dabei fallen mir die Worte durch den Tisch und zertrampeln mir die F├╝├če.
Das einzige, was mich ├Ąrgert, ist, da├č ich spendabel bin, ohne da├č ich es mir leisten kann. Dem kleinen Rosenverk├Ąufer, der unseren Tisch besucht, verhelfe ich zu einem Lebensende in der S├╝dsee. Alle seine roten Bl├╝ten tropfen in unsere Biere.
N├Ąher und n├Ąher r├╝cken wir aneinander. Die Luft zwischen uns knistert so, da├č sie sich an ihr eine Zigarette anz├╝ndet. Dabei schaut sie mir so tief in die Augen, da├č sie sicherlich die Innenwand meines Hinterkopfes sehen kann. Sie saugt an der Zigarette, so da├č sich die weltsch├Ânsten Gr├╝bchen in den welth├╝bschesten Mund st├╝lpen. Und aus den welts├╝├česten N├╝stern quillt der blaue Dunst, wie ein durchsichtiges M├Ąrchenwesen. Es formt sich zu einem Amor, dann zu einer Nymphe, die mich an den Lippen herbeizieht. - Irgendwann k├Ânnen wir nicht mehr reden. Daf├╝r ist kein Platz mehr. Die Welt versinkt in einem Ku├č, wie er s├╝├čer und weicher noch nie und nimmer mehr wieder schmecken kann. Ein flie├čendes Ineinanderhineinziehen. Ein Ewigkeiten versprechendes Genie├čen. Ein zungenspitzengr├╝ndliches Auskundschaften.
Mein mit ihr in dieser widerlichen Menschenf├╝lle hockender K├Ârper schickt zehn Botschafter aus, um der jungen K├Ânigin streichelnde Gr├╝├če zu ├╝berbringen. Sie loben die fruchtbaren Erhebungen und T├Ąler ihres Landes und im Namen des jungen Prinzen bitten sie f├╝r ihn um Einkehr in ihr gastfreundliches Reich der Mitte. Daf├╝r bieten sie ihr ein Geschenk. Eine Spezialit├Ąt ihres Landes. Die vermutlich l├Ąngste Praline der Welt. So lang, da├č sie bald darauf kaum mehr ins Geschenkpapier pa├čt. Sorgf├Ąltig mit besten Zutaten abgeschmeckt. Zart und mundig zur Vollendung gebacken im Ofen der Liebe.
Doch pl├Âtzlich ├Âffnet irgend jemand viel zu Weltliches, den ich nicht mehr unter Kontrolle habe, viel zu fr├╝h die Klappe und ich verbrenne mir den sabbernden Mund. "Boah, geil, ey", rutscht es aus mir heraus wie ein fremdes und nie gewolltes Embryo.
Sie l├Ą├čt sofort von mir ab und gafft mich an, wie etwas, da├č sich von oben auf ihre Nase abgeseilt hat. Sie wischt sich sogar den Mund ab. Dabei verrenkt sich ihr knallroter Lippenstift und ihr Mund h├Ąngt ihr wie der Kummerhaken eines beleidigten Clowns herunter.
Ich solle mich was sch├Ąmen, beschimpft sie mich. Ich h├Ątte eine erb├Ąrmliche F├Ąkalsprache. Ich frage sie, was dieser Schei├č denn nun soll. Dann verl├Ą├čt sie wutschnaubend das Lokal. Jedoch ohne zu zahlen und nat├╝rlich nicht ohne vorher noch ein paar Edgar-Karten mitgehen zu lassen.
Ich bin wieder allein. Da kommt pl├Âtzlich der Zigarrenraucher zu mir, legt mir seinen Protein-Arm um die Schultern, stellt mir ein gef├╝lltes Null-Komma-F├╝nf mit extra sch├Âner Blume und einen Fu├čfehler hin und st├Â├čt mit mir an.
"Hey, Kumpel, schluck die Pille, solange sie nur bitter ist", r├Ąt er und die hei├če Malboro-Country-Kartoffel rollt ihm im Mund herum. "Es sind ja noch viele sch├Ânste Frauen der Welt da."
Nichts ist wohltuender, als nach verlorener Schlacht ein bi├čchen gemeinsam im Selbstmitleidsumpf zu planschen und unzufrieden, aber einstimmig festzustellen, da├č es wahre Liebe ja doch nur unter M├Ąnnern gibt.
Wu├čte ich doch, da├č da noch ein Fehler war. Jetzt habe ich alle. Doch daf├╝r habe ich sie nicht mehr alle.

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Ole
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Kneipentour

Hey Markus,

in welche Kneipen pflegst Du zu gehen?
wieder so eine Story, die sich gut liest,
nicht ganz so sch├Ân wie "Mauerblume"
--finde ich-- aber trotzdem lesenswert!

Gru├č
Ole.
__________________
"...Wir sitzen mit unsern Gef├╝hlen
meistens zwischen zwei St├╝hlen --
und was bleibt, ist des Herzens Ironie..."

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Markus Veith
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Hallo, Ole!
Zun├Ąchst mal vielen Dank f├╝r deinen Lob. Ich dachte, na toll, jetzt hat er die beiden einzigen Kneipengeschichten erwischt, was hat er nun blo├č f├╝r ein Bild von mir. Aber Kneipen sind nun mal ein Riesenpool f├╝r wertvolle Geschichten-Ideen. Mindestens ebenso wie Bahnh├Âfe, meine liebsten "Spielst├Ątten". Es ist einfach zu verf├╝hrerisch.
"Brunftzeit" ist ├╝brigens, wenn auch nicht mein liebstes, so doch eines meiner erfolgreichen "Babys". Im Tarmcenter in Bochum gewann ich damit mal die Talentb├Ârse. War schon sch├Ân.
Hast du nicht Lust, auch mal die anderen Texte bei "Erz├Ąhlungen" zu lesen und mir Kritik zu geben? Ich plane einen Erz├Ąhlband und kann noch einige Bewertungen gebrauchen.
Mit literarischen Gr├╝├čen
Markus Veith

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Ole
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bestimmt

Hallo Markus,

klar, ich habe ja gesehn, da├č Du am 17. eine ganze Reihe Deiner Erz├Ąhlungen gepostest hast. mit dem "Karussel" konnte ich derzeit nicht all zu viel anfangen, aber das liegt sicher auch daran, da├č ich zu ungeduldig geworden bin. NaJa und die anderen habe ich noch nicht gelesen, mir fehlt momentan auch sehr die Zeit, bin viel unterwegs und die Liste der Sachen, welche ich mir vorgenommen habe zu lesen, wird immer gr├Â├čer....
wenn ich dann etwas gelesen habe, und ich meinen Senf dazuzugeben vermag, werde ich es tun.
Also, noch etwas Geduld
und bis sp├Ąter!
Ole.
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und was bleibt, ist des Herzens Ironie..."

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Ralph Ronneberger
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Hallo Markus

bei dieser Geschichte habe ich nicht nur kr├Ąftig geschmunzelt, sondern vor allem deine Sprach- und Wortspielereien bewundert. Die F├╝lle von Wortneusch├Âpfungen, die zum Teil skurrilen, aber letzendlich den Punkt treffenden Vergleiche und die fast schon philosophischen Erkenntnisse machen die eigentlich triviale Handlung zu etwas ganz Besonderem. Nein - man kann sich diese Storry nicht einfach zwischen T├╝r und Angel (vielleicht sogar bei nebenbei laufendem Fernseher) nur mal so rein ziehen. Daf├╝r ist sie denn doch zu anspruchsvoll. Man mu├č schon hellwach bleiben, und manchmal strengt es fast schon an.
Was soll man weiter sagen? Kritik? ├änderungs- und Erg├Ąnzungsw├╝nsche? Nein. Alles so lassen!
Das, was jetzt kommt, sind nur ein paar kleine Anmerkungen. (Sie stehen in Klammern)


"Neun Fehler sollen es sein. Zwei habe ich schon gefunden. Das(Der) eine ist mein leeres Bier. Das(Der) andere bin ich.
"Die gespielte Leichtigkeit ihrer M(m)askulin ├╝berkochenden
Hormonkonservendosen(die Dosen w├╝rde ich weg lassen) treibt mir schon die ganze Zeit die Tr├Ąnen in die Augen."

"Dieter sagt, Frauen s├Ąhen f├╝r ihn dann erst richtig gut aus, wenn sie einmal "Ex-" sind(w├Ąren). Man
br├Ąuchte ihnen dann nicht mehr Namen und Adresse ab- oder aufzuschwatzen. (Das) (s)Sei sehr praktisch.
Aber, so sagt er weiter, obwohl ihm keiner mehr zuh├Ârt, sie, also die, die dann "Ex-" sei, habe ja
schlie├člich ihr(e) Chance gehabt, nicht wahr?"

""Ho-ho-ho!" lacht man
pflichtbewu├čt mir(t)."
"Eugen schnappt sich seine Wodga-Batida-Irgendwas-Neige(,) und mit dem heute zum zigsten mal wiederholten Argument, das g├Ąbe ordentlich Tinte auf'm F├╝ller, bekleistert er sich damit die Mageninnenw├Ąnde."

"Eine Verbraucherin(,) Mitte-Ende drei├čig(,) mit springfidelen Plateauturnschuhen und quietschbunter, durchsichtiger Aufblas-Unterw├Ąsche spielt Dame auf
seinem durchschwitzt gef├╝llten Hemd. Ihre P├╝ppchen verlieren." (Das ist die einzige Stelle, die ich nicht verstanden habe)

""Wei├čt du, ich kann nichts dazu. Ich bin bei der Geburt am Schamlippenpiercing meiner Mutter h├Ąngengeblieben."" (Ist das nicht zu witzig f├╝r jemanden, der am Jammern ist?)

"Pfeifen haben eine bemerkenswerte, wenn auch widerspr├╝chliche Wirkung auf Frauen. Die einen
Frauen (hier k├Ânnte man Frauen weg lassen) m├Âgen es sehr, Pfeifenraucher in ihrer N├Ąhe zu haben, weil der Rauch wie S├╝├čigkeiten duftet."

"Kurz darauf entdecke ich den achten (siebenten) Fehler."

"Und in diesem speziellen Falle entsteht sowieso (sogar richtig) dicke Luft."

"Vielleicht bin ich fehlerhaft, aber sein Doppelfehler ist nicht nur, da├č schon seine Arme Probleme haben, durch die T├╝r zu kommen, sondern in erster Linie, da├č die sch├Ânste Frau der Welt ihn offenbar kennt."
(Die hier gew├Ąhlten Formulierungen scheinen mir nicht so ganz gelungen.)

"Nicht zu fassen, da├č sie sich zu so etwas hinaufbegibt." (herab l├Ą├čt?)."

Vorschlag:
(...wie der Riese aus dem sch├Ânen Eiland einen Raubtaubentummelplatz macht, die Stra├čen mit Honig teert und die Gehsteige mit S├╝├čholz pflastert.)

"Im Aufenthalt des Gefahrenbereichs des Tiefladers ist besser nicht zu begatten."
(Bei Aufenthalt im Schwenkbereich des Kranarmes...) [oder so]

"Das Verbotene reizt zwar, aber junge Hirsche wittern, wann ihr Gerudel(Rudel) in Gefahr ist."

"Das einzige, was mich ├Ąrgert, ist, da├č ich spendabel bin, ohne da├č ich es mir leisten kann." (...ohne es mir leisten zu k├Ânnen) [das erspart das unsch├Âne zweite "da├č"]


"Eine Spezialit├Ąt ihres (meines) Landes."

"Hey, Kumpel, schluck die Pille, solange sie nur bitter ist", r├Ąt er(,) und die hei├če Malboro-Country-Kartoffel rollt ihm im Mund herum.

Eigentlich wollte ich noch die Stellen heraus heben, die ich f├╝r wahre Knaller halte, aber dann w├Ąre dieser Beitrag unversch├Ąmt lang geworden. Hat eh schon ├ťberl├Ąnge.

Gru├č Ralph

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Markus Veith
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Hallo, Ralph!
Hab Dank f├╝r deine Korrektur. Ich hab zu sp├Ąt gemerkt, dass der Text immer noch nicht verbessert war. Werde das nun schnellstens nachholen und des weiteren hoffen, dass man ├╝ber die Fehler einigerma├čen hinwegschauen kann. Ich bin jedenfalls beruhigt, dass dir "Brunftzeit" trotzdem gefallen hat.
Mit literarischen Gr├╝├čen
Markus Veith

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Ralph Ronneberger
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Hallo Markus,

was hei├čt hier "gefallen"? Ich war und bin schlichtweg begeistert und w├╝nschte mir, ich k├Ânnte ├Ąhnlich gut schreiben. Tja - und das hat nun wahrlich nichts mit dem ber├╝hmten Honig zu tun. Was h├Ątte ich davon, hier mit dem s├╝├čen Zeug einfach nur herum zu schmieren?
Ich w├╝nsch dir jedenfalls eine erfolgreiche Geburt deines "Babys" und da├č Du m├Âglichst viele Klone von ihm unter die Leute zu bringen verstehst.

Gru├č Ralph
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