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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
DAS LACHEN MEINER GROSSMUTTER
Eingestellt am 09. 02. 2004 15:28


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jane-schubat
???
Registriert: Feb 2004

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DAS LACHEN MEINER GROSSMUTTER

Irgendwie erinnerte mich ihre Augen an die meiner Gro├čmutter.Dasselbe unendlich klare Blau,auf dessen Grund die unbeschwerte Heiteerkeit eines Kindes ruhte.Dabei hatte es meine Gro├čmutter nicht leicht gehabt.Fr├╝h verwitwet mu├čte sie ihre sechs Kinder allein gro├čziehen.F├╝r eine Frau zu damaligen Zeiten ungew├Âhnlich arbeitete sie als Handlanger auf dem Bau.Ich liebte Gro├čmutters Lachen.Es war nicht sonderlich laut,eher etwas verhalten und in sich zur├╝ckgezogen,trotzdem aber ungeheuer lebendig.Als Kind tat ich alles,nur um von ihr mit einem Lachen belohnt zu werden.Ich wei├č noch genau,Gro├čmutter hatte damals diesen Ganter bei sich auf dem Hof.Vor dem hatte ich eine Heidenangst,denn er war so furchtbar angriffslustig.Wenn der mit seinem ausgestreckten Hals und dem bedrohlichen Zischen auf mich loskam,heulte ich jedes mal und kletterte auf die Pumpe vor dem Schuppen.Aber Gro├čmutter lachte nur und sagte mit ihrem immer noch h├Ârbaren ostpreu├čischen Akzent: ÔÇ×Nu Marjell,du darfst ihm deine Angst nicht zeigen.ÔÇť.Einmal bin ich mit einer Weidenrute bewaffnet auf ihn zugest├╝rmt.Da ihn das aber ├╝berhaupt nicht zu beeindrucken schien,sa├č ich Sekunden sp├Ąter doch wieder auf der Pumpe.Nur dieses mal heulte ich nicht mehr.Mein klitzekleiner Anflug von Mut hatte mir Mut gemacht.Am sch├Ânsten waren die Abende,denn wenn langsam die D├Ąmmerung heraufkroch,durfte ich Gro├čmutter,die in ihrer K├╝che am Herd auf einer kleinen Holzbank sa├č,richtig auf den Pelz r├╝cken.ÔÇťGro├čmutter,erz├Ąhl mir von fr├╝her.ÔÇť,bettelte ich dann.Und immer hat sie sich mir ins Herz erz├Ąhlt an solchen Abenden.Sie nannte es ÔÇ×unsere SchummerstundeÔÇť,weil nirgendwo in dieser Zeit das Licht brannte im Haus.
Und nun war ich pl├Âtzlich ihr begegnet.Der alten Frau mit den kurzgeschnittenen fast schneewei├čen Haaren,deren Augen mich so sehr an die meiner Gro├čmutter erinnerten.Sie sa├č auf einer Bank bei uns im Park und schaute mir neugierig ins Gesicht als mein Blick sie eigentlich nur zuf├Ąllig streifte.
Das Eigenartige war,ich hatte gerade mal wieder eine Menge Probleme und der Alltag mit all seinen Querelen hatte mich total ├╝berrannt.Die Stadt mit ihrem L├Ąrm und den annonym aneinander vorr├╝berhastenden Menschen rief in mir das Bed├╝rfnis nach irgendeiner Form von Verbundenheit hervor.Also hatte ich zu Hause mal wieder alles stehen und liegen gelassen und war in den Park gelaufen.
Ich habe mich nicht getraut,sie anzusprechen,die alte Frau,deren Blick so ungeheuer einladend wirkte.Aber ich war ihr so ungeheuer dankbar,da├č sie dort sa├č.Klein,zierlich und fast etwas zerbrechlich wirkend,mit diesem friedfertigen Gesichtsausdruck.Mich ber├╝hrte auch ihre unaufdringliche Neugierde,die an den offenen Blick eines Kindes erinnerte.In diesem Augenblick brach tief in mir innen etwas auf.Tr├Ąnen kullerten mir ├╝ber das Gesicht,befreiend und kraftvoll wie das Tauwasser des ostpreu├čischen Fr├╝hlings,dessen Bilder als Kind in meiner Phantasie entstanden waren,wenn Gro├čmutter erz├Ąhlte.Ich sa├č wieder auf der rostigen alten Pumpe,auf die ich mich als Kind vor dem giftigen Ganter gerettet hatte.Nur kam es mir dieses mal vor,als sei es das Leben selbst,vor dem ich in Panik irgendwohin hochgeklettert war.Es gab weit und breit keinen Weidenstock,mit dem ich mich h├Ątte bewaffnen k├Ânnen.Aber ich lachte wieder.
Danke Gro├čmutter,nickte ich der alten Frau zum Abschied wortlos zu.
Gott wohnt in der Natur,hatte sie mir oft gesagt.Und manchmal auch in den Menschen,die wir mitunter nur ganz am Rande wahrnehmen,fl├╝ster ich in das zarte Blau des sonnenumfluteten Himmels,der mir erst jetzt in mein Bewu├čtsein geraten war.

__________________
Ich lebe in h├Âheren Sph├Ąren,weil ich mich vor dem Absturz f├╝rchte.

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Andrea
???
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4 von 10 Punkten

Auf mich wirkt der Text etwas ungeordnet; die Struktur fehlt. Das liegt m.E. daran, da├č du mit vielen Erinnnerungen und Assoziationen beginnst, mit der Erz├Ąhlsituation ("Das Eigenartige war" bis "und war in den Park gelaufen.") aber erst etwa in der Mitte einf├╝hrst. M├Âglicherweise w├Ąre es geschickter, in dieser Situation mit der Geschichte zu beginnen und die Erinnerungen oder vielleicht auch nur eine einzige, besonders pr├Ągnante Erinnerung wie den Ganter mit dem Anblick der alten Frau einflie├čen zu lassen. Oder du l├Ą├čt die Beschreibung, da├č das Ich ├╝berfordert durch die Park l├Ąuft, einfach weg bzw. reduzierst sie auf das Allern├Âtigste.

Den Schlu├č finde ich sehr sch├Ân, wenn auch vielleicht eine Winzigkeit zu poetisch (der allerletzte Teilsatz).

Eine Bemerkung noch zum Layout: wenn du hinter jedes Satzzeichen ein Leerzeichen einf├╝gst, sieht der Text nicht so gedr├Ąngt aus.

__________________
Andrea Rohmert

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jane-schubat
???
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Hallo Andrea,

Hallo Andrea,
danke f├╝r deine Nachricht.
Dies mit dem etwas zu poetischen Schlu├č ging mir selbst schon beim
Schreiben durch den Kopf.
Da├č der Text zu ungeordnet auf einen Leser wirkt,ist interessant f├╝r
mich zu erfahren. Ich werde versuchen, ihn etwas umzustellen.
Danke nochmals.

Gr├╝├če jane

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haljam
Wird mal Schriftsteller
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Eher eine Erz├Ąhlung

Hallo jane-schubat,

dieser Text ist allein schon auf Grund des langen Exkurses ├╝ber die Gro├čmutter zu Beginn keine Kurzgeschichte! Aber ein interessanter Anfang, vielleicht f├╝r eine Erz├Ąhlung, vielleicht auch f├╝r einen Roman. Toller Einstieg in die Thematik!

├ťbrigens wird es wohl "Nu Marjellchen, du..." gehei├čen haben - ich habe ebenfalls ostpreu├čische Vorfahren!

schreibt dir

haljam

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gox
H├Ąufig gelesener Autor
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Eine h├╝bsche Geschichte, gerade das gef├╝hlige Ende hat mir gefallen... Viele Gr├╝sse!
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Das Unm├Âgliche ist immer denkbar und das Denkbare ist immer m├Âglich

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jane-schubat
???
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Hallo haljam,

Hallo haljam,
Ich freue mich, da├č Dich das Thema interessiert hat. Bin auch erfreut wegen der roots. Um ehrlich zu sein, ich wei├č wirklich nicht mehr, wie das mit dem ÔÇ×Marjellchen ... ÔÇ× genau war. Werde mal nachfragen. Na ja und mit den literarischen Formen habe ich so meine Not. Aber danke f├╝r den Hinweis.

Gr├╝sse jane


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jane-schubat
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Hallo gox

Hallo Gox,
Vielen Dank f├╝r Deine Gr├╝├če. Ich habe an der Geschichte schon etwas herumgebastelt. Mit dem Ende wei├č ich nun nicht so recht. Sind ja zwei verschiedene Anregungen.

Gr├╝├če jane

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