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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Das Firefighting System
Eingestellt am 03. 10. 2003 17:24


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casagrande
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 19
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Das Firefighting System.


Zu den am besten geschĂŒtzten Anlagen gehören die so genannten Tankfarmen der Ölindustrie. FĂŒr diese Bauteile gelten die Vorschriften der Raffinerien, fĂŒr die, nach einigen verheerenden BrĂ€nden, detaillierte Maßnahmen vorgesehen sind. Sie sollen die das Ausbrechen von Feuer verhindern und im UnglĂŒcksfall das BekĂ€mpfen möglich machen. Die Gewalt einer Feuersbrunst ist in einer konzentrierten Anordnung von ÖlbehĂ€ltern, die in der Sprache der Pipeliner Farm genannt wird, unvorstellbar. Selbst die genannten Vorsichtsregeln sind bei einem Störfall, der zu einem Brand fĂŒhrt, nur insofern nĂŒtzlich, als sie die Anzahl der Toten und Verletzten reduzieren.
Die Tankfarm im Zuge der Transalpinen Pipeline von Triest nach Ingolstadt in Walfelden war ein Zwischenlager. Es bestand aus sechs oberirdischen RundbehĂ€ltern von jeweils dreißigtausend Kubikmetern. Diese gigantischen Stahltonnen waren auf Kieslagen fundiert, die wiederum in Trögen angeordnet waren. Das sollte die Kontamination des umgebenden Erdreiches bei einem möglichen Leck verhindern. Soweit die Technik.
Die Bauzeit fĂŒr das Lager war Ă€ußerst kurz, bedingt durch die Tatsache, dass die Investition aus steuerlichen GrĂŒnden bis zum Ende des Fiskaljahres getĂ€tigt werden musste. Jedermann wusste, dass diese Pipeline nicht gebraucht wurde, die vorhanden KapazitĂ€ten ausreichten. Wegen der verĂ€nderten politischen Situation waren die Gasimporte aus den frĂŒheren Sowjetrepubliken wesentlich gĂŒnstiger geworden. Der Ölimport aus Nigeria ĂŒber den Ölverladehafen Triest war lĂ€ngst nicht mehr interessant. Die geplante Pipeline musste aber gebaut werden, da entsprechende steuerliche Vorteile der Vergangenheit dies verlangten. RĂŒckzahlungen in wesentlich höherer Summe als die Investition wĂ€ren ansonsten die Konsequenz gewesen.
Die erwĂ€hnte Bauzeit fĂŒhrte dazu, dass der Bauablauf schon bald nach Beginn der Arbeiten chaotisch wurde. Bauteile, die gebrauch wurden, kamen verspĂ€tet, wĂ€hrend solche, die zu einem spĂ€teren Zeitpunkt geliefert werden sollten, zu frĂŒh eintrafen. Es wurde Tag und Nacht gearbeitet, die Nerven lagen blank.
Nun wĂ€re es normal gewesen, dass bei einem Bauwerk, das eigentlich nicht gebraucht wurde und dessen Inbetriebnahme zweifelhaft war, die QualitĂ€tsstandards nicht allzu streng ausgelegt wĂŒrden. Die auf dem italienischen Streckenabschnitt liegenden AusfĂŒhrungen waren durchaus unter diesem Aspekt gebaut worden.
Dort herrschte die Maxime: „Gesetze sind dazu da, um interpretiert zu werden!“ Ein italienischer Ingenieur wunderte sich ĂŒber die Klagen der deutschen Baufachleute ĂŒber die strengen Auflagen mit der Bemerkung:
„Wenn Sie unsere Gesetze hĂ€tten, dann könnten Sie ĂŒberhaupt nichts mehr bauen. Aber Dank der fĂŒnfzigjĂ€hrigen Praxis, die wir mit diesen Gesetzen inzwischen haben, haben wir keine Probleme damit!“
Die örtliche Bauaufsicht in Walfelden saß uns mit Argusaugen im Nacken. Jedwede Vorschrift war zu beachten, jeder noch so blödsinnige Paragraph einzuhalten. Wir schafften mit grĂ¶ĂŸter MĂŒhe und mit letztem Einsatz die termingerechte Fertigstellung. Mit einer Ausnahme. Das Firefightingsystem war nicht geliefert worden. Die Spezialfirma fĂŒr die Wasserkanonen, die am oberen Rand der BehĂ€lter in ungefĂ€hr fĂŒnfzehn Meter Höhe in eigenen TĂŒrmen installiert werden sollten, konnte diese erst drei Wochen nach dem Fertigstellungstermin liefern. Eine Katastrophe war unvermeidlich. Damit konnte der Betrieb der Pipeline nicht aufgenommen werden, die Abnahme der Anlage war nicht möglich. Die gesamte Investition war sinnlos, die Steuervorteile zurĂŒck zu zahlen. Die Baufirma, die den Fertigstellungstermin garantiert hatte, war mit den Regressforderungen der Ölfirma von der Insolvenz bedroht.
In dieser prekĂ€ren Situation entschloss sich der zustĂ€ndige Bauleiter zusammen mit dem verantwortlichen Ingenieurkonsulenten zu einer „italienischen“ Lösung. Sie montierten in einer Nachtaktion zwölf Wasserkanonen von einer in Italien existierenden und in Betrieb stehenden Tankfarm im Einvernehmen mit dem dortigen Betriebsleiter ab. Diese platzierten sie leihweise in die vorhandenen TĂŒrme in Walfelden und am Morgen der Abnahme war alles perfekt. NatĂŒrlich waren die Kanonen nur pro Forma angeschlossen. Eine Probe der Wasserwerfer kam sowieso nicht in Frage. Der Druck des Wasserstrahls hĂ€tte verheerende Folgen, das Wasser darf nur im Katastrophenfall eingeschaltet werden. FĂŒr die Abnahme waren die AnzeigegerĂ€te entsprechend manipuliert, alles lief bestens.
Nach der Inspektion wurden die Wasserwerfer in der Nacht wieder abgebaut und an ihren Originalplatz zurĂŒck geschafft. Sie hatten dort nur einen Tag gefehlt.
Die Lieferung der Kanonen erfolgte tatsÀchlich dreizehn Tage nach der offiziellen Inbetriebnahme. In der Zwischenzeit war kein wirklicher Betrieb der Pipeline gewesen.
Die Leitung war spĂ€ter nie in Aktion, alle bĂŒrokratischen Hindernisse glĂŒcklich beseitigt, eine Bauruine perfekt erstellt.


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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 0
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hallo casagrande,

wĂŒrdest du bitte nochmal ĂŒber den text gehen, und ein paar rechtschreibfehler sowie ĂŒberflĂŒssige worte entfernen?
ein paar tage nach dem schreiben hat sich der text im kopf so weit gesetzt, daß es ein leichtes sein dĂŒrfte meinem anliegen nachzukommen.
und wenn du mich endgĂŒltig zufrieden stellen willst , dann solltest du die verschachtelten sĂ€tze (vor allem im ersten abschnitt)entwirren - so wie der text hier steht, ist er fĂŒr nichtfachleute nur schwer nachzuvollziehen.

gruß

rainer

__________________
ist meine, und damit nur EINE Meinung

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casagrande
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 19
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Hi Rainer

Dank fĂŒr den Hinweis. Habe versucht ein bißchen merhr Ordnung und Klarheit hinein zu bringen. Herzlich Casagrande

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