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Leselupe.de > Erzählungen
Das Flöz - 8 Sabotage
Eingestellt am 06. 12. 2002 20:44


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doktordigitalis
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Die Metalladern waren kartografiert, doch sorgte sich der Professor um die Wasseradern; da lauerte Gefahr. Aber der Gehilfe hatte eine geniale Idee: Gezielte Wasserabgänge auf abgesteckten Rafting-Strecken.
Sebastian dachte, wenn schon Rafting, dann will ich dabei sein. Er löste ein Gummiboot aus der Haltebucht und ruderte zum Startpunkt. Über der Teststrecke stand in großen Buchstaben der Spruch: Du badest nicht zweimal in derselben Welle! Die Signallampen standen auf blau: Also: Wasser Marsch!

Eine robuste Bohle wurde zurückgeschoben, und die wütende Flut strudelte in den Stollen. Sebastian sträubten sich die Nackenhaare und er klammerte sich an die Schlaufen des Bootes. Er wusste nicht mehr, wo oben und unten war und verlor jegliches Zeitgefühl. Und da wollten sie ja hin, in diesen Spalt zwischen Tag und Traum. Er hatte nie geglaubt, dass er soviel Wasser schlucken konnte. Als das Boot schließlich an Fahrt verlor und in einem Auffangbecken austrudelte, half ihm der Adept B beim Rausklettern, hielt ihm einen heißen Tee hin, warf ihm ein Handtuch über und sagte mitfühlend: „Du bist ein lausiger Rafter!“ Sebastian spuckte die Antwort in die Brühe.

Überhaupt waren abschüssige Fahrten natürlich der Renner. Auf einer Spezial-Strecke, die sich von den anderen dadurch unterschied, dass hier auch in andere Zeitepochen geglitten werden konnte, stand blitzend und protzig der Delorian aus Zurück in die Zukunft. Die Verhandlungen mit der Produktionsfirma waren zäh gewesen, aber schließlich hatte die Vermittlung eines persönlichen Telefonates des Professors entscheidend geholfen, das Projekt zu realisieren. Bei der Gelegenheit verkaufte man ihm noch ein System künstlicher Sonnen und einen Satz hydroponischer Gärten.

Für Leute die lieber unter den Erdlingen blieben gab es attraktive virtuelle Reiseangebote:
- Durchstoßen Sie die Palmaille der Engbrüstigkeit und sehen Sie eine verzauberte Inselwelt. Galapagos wartet.
- Oder: Bei dem Besuch des polynesischen Atolls mit den türkisen Stränden im königsblauen Meer sollten Sie unsere Schnorchel-Ausrüstung mit Panorama-Brille ausprobieren.
- Oder mit Laser-Hoover-Craft nach Mozambique.
- Das Beste aber war wohl: Kap Horn! Weit öffnet das Meer, umschäumt von jadefarbenem Dunst der endlosen Küstenstreifen. Perlenkettenriffs. Geleckte Landzungen. Walrücken-Landmassen und der Gletscherhauch des Ewigen Eises erwarten Sie! Gleich buchen!

Zentrale

Die Zentrale des gigantoman-obskuren Berg-Werks glich einem Ameisenhaufen. Leute liefen hin und her, kleine Teams standen beisammen, Pläne wurden eingesehen. Flinke Finger jagten über Tastaturen. Die Armaturenwände waren übersät mit Silikatanordnungen grünmettallic strahlender Displays.

Im hinteren Teil der Halle, der der Astrophysik vorbehalten war, herrschte eine knisternde Stille, die nur vom Schlurfen der Schwebeteilchen abstoßenden Plastik-Schühchen retouchiert wurde. Blickfang aber war ein ausrangierter Fluktuaktions-Kondensator aus der MIR, den man aus dem Kaukasus geholt hatte.

Spionage und Sabotage

Eine vermummte Gestalt stellte ein Werkzeugköfferchen vor den Sicherheits-Türen ab. Er heftete piepsende Messgeräte an Sicherungssperren und suchte in dem Rundumgang mit sechs gepanzerten Türen die Sesam-Öffne-Dich-Codes. Als mit zischendem Laut eine Tür aufsprang, sah er in einen bläulichrot beleuchteten Kontroll-Raum, aus dem ihm das Konzert modulierender Sinustöne entgegen schlug, gemischt mit interstellaren Verzerrungen und dem Fiepen von Peilsignalen.
Hunderte von Monitoren vermittelten einen fragwürdigen Eindruck. Der Einbrecher richtete nun einen Laser-Strahl auf die Stahlplatten um den Transceiver. Als er einen Moment nicht hinschaute, und der Strahl abgelenkt auf Kabelmantel traf, rauchte ein Wölkchen auf. Er zuckte zusammen und wischte sich den Schweiß ab. Doch dann hatte er eine Platte frei und er schloss sich an die Innenwelt des begehrten Gerätes an.

Kurz darauf sorgten Sabotageakte der überregionierten Mafia für Alarm. Versorgungsleitungen waren zerstört, und man fand Ecstasy-Beigaben in den pheromonischen Sprühungen in Sektion 12. Es war nervig, die vollgekotzten Grubenwagen zu säubern!

Bei behördlichen Bodenproben im Bereich des Förderturms fand man plutoniumhaltige Schollen. Sollte der Professor etwa......? Der Werkschutz hatte alle Sensoren voll zu tun. Arbeiter, die nie aufgefallen waren, passierten nun finster die Streckenkontrollen, und brachten in feiger Manier handgroße Krallen an Gleiskörpern an. Herausfallende Passagiere mochten sich bei der Zechenleitung beschweren! Sollten sie sie der Unvorherbarkeit bezichtigen! Dieses Wort sollte es zum Unwort des Jahres schaffen.

„Glaube mir“, sagte der Professor nach solch einem Fall aus dem klimatisierten Innenraum des Wagens in brüllendheiße, methangasdurchsetzte Atemluft. „Dem werd ich auf den Grund gehen!“ Er fühlte sich gedemütigt. Er war es leid, trotz seines auf der Hand liegenden Egoismus, auf andere Leute Rücksicht zu nehmen.



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herb
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Hallo Doc,

siehst du, jetzt wirst du besser, hältst dich mit dem Feuerwerk an geistreichen Ideen etwas zurück, liest sich klarer und was ist - ich kenn das, du hast die Leser mit den ersten Folgen zu sehr strapaziert, na ja, war schön zu lesen, vor allem der Humor, und ich muss warten auf den Sex,*g

herzlich

"Du badest nicht zweimal in derselben Welle"
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hier Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Kästner

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doktordigitalis
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Hi Herb!
Du siehst, die Arbeit in der Leselupe fruchtet!

Ich lerne auch an Deinen Beiträgen zu einer Linie zu finden, zu einem Strang, zu unserem Hauptstrang, dem Erzählen.

Du bist auch nicht so formal streng, sondern ich seh ich dich eher in zurückgelehnter Position; wohlwollend aber
nicht verführbar!

Ich arbeite noch daran, in derber Sprache zu schreiben, wenn Derbes geschildert werden will, und feingeistig, wenn ein solches beschrieben werden möchte.

Dabei entging mir natürlich nicht das eingearbeitetes Lob von Dir war schön zu lesen, vor allem der Humor.
Bei Ich warte auf den Sex bin ich in der überaus glücklichen Lage, einen Leser zu haben, den ich sehr bald
befriedigen kann, denn schon mit der nächsten, von mir noch zu bearbeitenden Folge 9, kommen unvorstellbare Dinge auf uns zu.....

By the way....ich finde Deine Geschichte vom Friedhof nicht wieder...wie heißt sie nochmal? Ich wollte mal den Kommentar dazu lesen, der Dich der Tristheit zeite.
Ich fand sie ganz stimmig geschrieben.
Bis bald
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