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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Das Ritual
Eingestellt am 13. 05. 2003 22:46


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Wendy
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2003

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Jedes Jahr im November pilgert der alte McPearsen bei Vollmond auf den Berg, um sich von seiner vor drei├čig Jahren verstorbenen Frau zu verabschieden. F├╝r ihn ist es zum Ritual geworden. Der steile Aufstieg wird f├╝r den zerbrechlichen Witwer von Jahr zu Jahr beschwerlicher - sein bester Freund, Sir Tobys, begleitet ihn.

Kahl neigt sich die alte Eiche der g├Ąhnenden Leere entgegen, die Bl├Ątter sind l├Ąngst vom Winde verweht. Seine Wurzeln werden von dem dicken, grauen Findling gehalten, der schon Hunderte von Jahren an der gleichen Stelle liegt. F├╝r McPearson ist er zu einer Gedenkst├Ątte geworden.

> Mc, es ist nicht gut in deinem Alter - du b├╝rdest dir diese Last jedes Jahr wieder neu auf!<, keucht Sir Tobys. >Deine niemals endende Trauer, der schwere Aufstieg zum Berg. Einmal muss Schluss damit sein! Du lebst hier und heute, nicht in der Vergangenheit! Du kannst sie nicht zur├╝ckholen! Ich glaube dir, dass dieser gro├če Verlust deiner geliebten Frau sehr schmerzlich ist. Oder steckt doch mehr hinter dieser Geschichte?<, Sir Tobys legt besorgt seinen Arm um die Schultern seines Freundes.

Einige Zeit herrscht Stille. McPearson starrt gedankenversunken in die Tiefe, st├╝tzt sich auf seinen Stock - als ob er ihm Halt geben kann; die graue Pelerine h├Ąngt locker an seinem d├╝rren K├Ârper herab.

Der Mond erhebt sich langsam aus den Nebelschleiern, die das Tal bedecken - so, als ob der Himmelsk├Ârper gerade erwacht. Es ist ein atemberaubendes Naturereignis.

McPearson bricht sein langes Schweigen: >Wir waren erst ein Jahr verheiratet, als meine Angebete unsere Tochter tot zur Welt brachte, sie war danach nie wieder die Selbe, ihr fr├Âhliches Wesen war verschwunden. Schwerste Depressionen plagten sie! Oft lag sie apathisch auf dem Diwan ÔÇô starrte wortlos vor sich hin. Ich hatte den Eindruck, sie lebte in einer anderen Welt. Schon lange nahm sie an meinem Leben nicht mehr teil. Besonders schlimm war es - in den grauen, d├╝steren Herbstmonaten.< Mc Pearson senkt sein bedecktes Haupt, wischt mit seinen welken Fingern die Tr├Ąnen fort.

>Mein lieber, treuer Freund: das war nicht deine Schuld! Lady Amily hatte w├Ąhrend der Schwangerschaft Scharlach. Die ├ärzte versuchten alles - Mutter und Kind zu retten; sie gaben ihr Bestes.<, fl├╝stert, der schwarz gekleidete Sir Tobys.




Mit Tr├Ąnen erstickter Stimme spricht McPearson stockend weiter: >Dann...<, wieder schluckt er seinen gro├čen Schmerz herunter, >dann kam der verh├Ąngnisvolle Novembertag: als meine ├╝beralles geliebte Frau verschwunden war - auch damals war Vollmond! Ein nebliger und zugleich gespenstischer Abend, man konnte seine eigene Hand vor Augen nicht mehr sehen. Niemals zuvor hatte sie, seit ihrer Krankheit, das Zimmer verlassen. Pl├Âtzlich war sie fort! Die Bediensteten alarmierten mich sofort; wir alle suchten im Haus, im Garten, der Scheune, wirklich jeder Winkel wurde erforscht; wir riefen ihren Namen, aber nichts ÔÇô kein Zeichen von ihr. Nie werden wir mit Genauigkeit wissen, ob es ein tragischer Unfall war, oder ob sich meine Ammy selbst ihren Qualen ein Ende setzte. Viele Monate sp├Ąter fand ein J├Ąger ihr Skelett auf einem Felsvorsprung, ihr Fleisch war von den hungrigen Tieren im Winter abgenagt worden. Neben ihren Gebeinen fand man ihren Ehering.<

Sir Tobys ist best├╝rzt. Nie kannte er die ganze Geschichte. Mit sorgenvollem Ton spricht er seinem Freund Trost zu: >Dieses Ungl├╝ck muss all die Jahre ein furchtbarer Alptraum f├╝r dich gewesen sein! Es verfolgt dich bis zum heutigem Tage!<, und schiebt McPearson auf den schmalen, unebenen Weg zur├╝ck. >Komm┬┤, lasse uns hinab gehen: zur Gedenkmesse - und f├╝r Amily┬┤s Seelenfrieden beten. M├Âge Gott sich ihrer Seele erbarmen und dir neue Kraft schenken.<

Nur die alte Eiche und der riesige Findling kennen die Wahrheit vom traurigen Ende der Lady McPearson. Zu schade, dass sie uns nicht berichten k├Ânnen, was damals geschah - sie werden ihr Geheimnis bis in alle Ewigkeit h├╝ten.


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Gabriel
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Wendy!

ohne im Moment auf den Text an sich einzugehen:
Deine Interpunktion macht das Ganze schwer lesbar!

Gru├č, Gabriel

Jedes Jahr im November, kein Komma pilgert der alte McPearsen,kein Komma bei Vollmond auf den Berg, um sich von seiner,kein komma vor drei├čig Jahren Verstorbenenklein Frau,kein Komma zu verabschieden. F├╝r ihn ist es zum Ritual geworden. Der steile Aufstieg wird f├╝r den zerbrechlichen Witwer,kein Komma von Jahr zu Jahr,kein Komma beschwerlicher - sein bester Freund, Sir Tobys, begleitet ihn.

Kahl neigt sich die alte Eiche der g├Ąhnenden Leere entgegen, die Bl├Ątter sind l├Ąngst vom Winde verweht. Seine Wurzeln werden von dem dicken, grauen, kein Komma Findling gehalten, der schon Hunderte von Jahren an der gleichen Stelle liegt. F├╝r McPearson ist er zu einer Gedenkst├Ątte geworden.

> Mc, es ist nicht gut in deinem Alter - du b├╝rdest dir diese Last jedes Jahr wieder neu auf!<, keucht Sir Tobys. >Deine niemals endende Trauer, der schwere Aufstieg zum Berg. Einmal muss Schluss damit sein! Du lebst hier und heute, nicht in der Vergangenheit! Du kannst sie nicht zur├╝ckholen! Ich glaube dir, dass dieser gro├če Verlust, kein Komma deiner geliebten Frau, kein Komma sehr schmerzlich ist. Oder steckt doch mehr hinter dieser Geschichte?<, Sir Tobys legt besorgt seinen Arm um die Schultern seines Freundes.

Einige Zeit herrscht Stille,Punkt McPearson starrt gedankenversunken in die Tiefe, st├╝tzt sich auf seinen Stock - als ob er ihm Halt geben kann; die graue Pelerine h├Ąngt locker an seinem d├╝rren K├Ârper herab.

Der Mond erhebt sich langsam aus den Nebelschleiern, die das Tal bedecken - soKOMMA als ob der Himmelsk├Ârper gerade erwacht. Es ist ein atemberaubendes Naturereignis.

McPearson bricht sein langes Schweigen: >Nachdem Lady Amely, kein Komma unsere Tochter tot zur Welt brachte, war sie nie wieder die Selbe, ihr fr├Âhliches Wesen war verschwunden. Schwerste Depressionen plagten sie! Oft lag sie apathisch auf dem Diwan ÔÇô starrte wortlos vor sich hin. Ich hatte den Eindruck, sie lebte in einer anderen Welt. Schon lange nahm sie an meinem Leben nicht mehr teil. Besonders schlimm war es - in den grauen, d├╝steren, kein Komma Herbstmonaten.< Mc Pearson senkt sein bedecktes Haupt, wischt mit seinen welken Fingern die Tr├Ąnen fort.

>Mein lieber, treuer, kein Komma Freund: das war nicht deine Schuld! Lady Amily hatte, kein Komma w├Ąhrend der Schwangerschaft, kein Komma Scharlach. Die ├ärzte versuchten alles - Mutter und Kind zu retten; sie gaben ihr Bestes.<, fl├╝stert, der schwarz gekleidete, kein Komma Sir Tobys.


Mit Tr├Ąnen erstickter Stimme spricht McPearson stockend weiter: >Dann...<, wieder schluckt er seinen gro├čen Schmerz herunter, >dann kam der verh├Ąngnisvolle Novembertag: als Lady Amely verschwunden war - auch damals war Vollmond! Ein nebliger und zugleich gespenstischer Abend, man konnte seine eigene Hand vor Augen nicht mehr sehen. Niemals zuvor hatte sie, seit ihrer Krankheit, das Zimmer verlassen. Pl├Âtzlich war sie fort! Die Bediensteten alarmierten mich sofort; wir alle suchten im Haus, im Garten, der Scheune, wirklich jeder Winkel wurde erforscht; wir riefen ihren Namen, aber nichts ÔÇô kein Zeichen von ihr. Nie werden wir mit Genauigkeit wissen, ob es ein tragischer Unfall war, oder ob sich meine Frau, kein Komma selbst ihren Qualen ein Ende setzte. Viele Monate sp├Ąter fand ein J├Ąger ihr Skelett auf einem Felsvorsprung, ihr Fleisch war von den hungrigen Tieren im Winter abgenagt worden,Punkt neben ihren Gebeinen fand man ihren Ehering.<

Sir Tobys ist best├╝rzt,Punkt nie kannte er die ganze Geschichte,Punkt mit sorgenvollem Ton spricht er seinem Freund Trost zu: >Dieses Ungl├╝ck, kein Komma muss all die Jahre, kein Komma ein furchtbarer Alptraum f├╝r dich gewesen sein! Es verfolgt dich bis zum heutigem Tage!<, und schiebt McPearson auf den schmalen, unebenen Weg zur├╝ck. >Komm┬┤, lasse uns hinab gehen: zur Gedenkmesse - und f├╝r Lady Amely┬┤s Seelenfrieden beten. M├Âge Gott sich ihrer Seele erbarmen und dir neue Kraft schenken.<

Nur die alte Eiche und der riesige Findling kennen die Wahrheit, kein Komma vom traurigen Ende der Lady McPearson. Zu schade, dass sie uns nicht berichten k├Ânnen, was damals geschah - sie werden ihr Geheimnis bis in alle Ewigkeit h├╝ten.

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 0
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hallo wendy,

du hast von gabriel ja schon viele hinweise bekommen, deshalb von mir nur ganz kurz:
bei deinem letzten text habe ich deinen schreibstil, ich nannte ihn u.a. trivial, mit sehr harschen worten kritisiert. hier passt dein stil deutlich besser zum inhalt, auch verwendest du hier nicht eine solche unmenge in meinen ohren abgedroschenen klingender/unpassender begriffe. bei diesem text merkt man dein heimstudium recht deutlich; das ist gut so. zum konkreten inhalt schweige ich, aber ich m├Âchte dich ermuntern, mit diesem text noch zu arbeiten: er wirkt wie eine einzelne, aus dem zusammenhang gerissene szene. versuche doch einmal, aufbauend auf dem vorliegenden ger├╝st, eine komplette, durchkonstruierte story zu entwickeln und umzusetzen. ich denke, dieser text hat dazu mehr "fleisch" als die katzengeschichte.

gr├╝├če

rainer

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Wendy
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2003

Werke: 13
Kommentare: 46
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Hallo Rainer,
Dich und die Leselupe hat der Himmel geschickt! Ich Danke jedem Einzelnen von Euch, der mir unter die Arme greift und mich auf den richtigen Weg bringt.
"Das Ritual" war eine Bildbeschreibung: "Zwei M├Ąnner in Betrachtung des Mondes" von Caspar David Fiedrichs. Dazu sollte eine Geschichte geschrieben werden.
Danke f├╝r die n├╝tzlichen Tipps.
Viele Gr├╝├če auch an Gabriel und Zefira.
Wendy

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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 14
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Liebe Wendy,

jetzt bin ich echt bewegt, denn ich liebe dieses Bild sehr, wie auch viele andere Bilder dieses Malers.

Von mir einstweilen nur der Hinweis: Da├č der Witwer von seiner Ehefrau als "Lady Amely" spricht, wirkt sehr distanziert. Ich glaube, der schlichte Vorname, vielleicht hin und wieder sogar ein Kosename lassen seine Trauer intimer und echter wirken.

Der Text ist es wert, da├č man intensiver daran arbeitet; vielleicht m├Âchtest Du ihn in die Schreibwerkstatt verschieben?

Lieben Gru├č,
Zefira

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 0
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...hinterher ist man immer schlauer...

hallo wendy, hallo zefira

ja wenn ich das gewu├čt h├Ątte...
nee, es best├Ątigt mir nur (was bin ich aber auch schlau), da├č bei dir potential vorhanden ist. ich wollte nicht auf den inhalt eingehen, da er mir zu romantisch-verkl├Ąrt erschien. aber was ist der gute alte caspar david friedrich denn anderes, h├Ą rainer?
jetzt die plauderei: wenn ihr jemals ins gr├╝h├╝h├╝ne herz teutschlands kommen solltet, und noch dazu in der n├Ąhe von rudolstadt seid, dann geht mal auf die heidecksburg. dort h├Ąngt ein v├Âllig schr├Ąges c.d. friedrich-bild: pastellgr├╝n, pastellgelb und pastellgrau-blau: eines seiner nebel-im-gebirge-bilder.
da so gut wie keine besucher kommen hat man ruhe und zeit, sich stundenlang vor das bild zu setzen und es anzuschauen - es ist ├╝berw├Ąltigend. der nebel beginnt zu "wabern", details treten hervor und "verschwinden" wieder im nebel.


gr├╝├če

rainer


liebes th├╝ringer fremdenverkehrsamt,

meine bankverbindung lautet:
huch, der chef kommt...


__________________
ist meine, und damit nur EINE Meinung

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