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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Das Schwimmbad
Eingestellt am 10. 01. 2001 21:04


Autor
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DarkJuly666
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jan 2001

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Ich glaube, ich habe diese Geschichte, oder besser gesagt "mein Erlebnis" bist jetzt noch niemanden erz├Ąhlt. Zuerst hatte wohl zuviel Angst und sp├Ąter hielt ich es nicht mehr f├╝r notwendig jemanden damit zu belasten. Wenn ich heute dar├╝ber nachdenke, kommt es mir eher vor wie ein sinnloser Traum, aber es war real und ist mir damals passiert....

Damals war ich 15 und steckte mitten in der Pubert├Ąt. Wie viele M├Ądchen in diesem Alter hatte ich ziemliche Probleme mit dem "weiblich und erwachsen" werden, was hie├č das ich mich nicht daran gew├Âhnen konnte breiter H├╝ften zu bekommen, meine Schenkel dicker wurden und ich mich auch rundherum einfach mollig f├╝hlte. Um der Natur ein bi├čchen entgegen zu wirken, entschied ich mich f├╝r eine Di├Ąt und Sport. Es war damals ein extrem hei├čer Sommer und deshalt entschied ich mich f├╝r┬┤s schwimmen, um das N├╝tzliche mit dem Angenehmen zu verbinden. Oft war ich in kahlen, langweiligen und viel zu ├╝berf├╝llten Freib├Ądern. Aber an diesem Tag wollte ich etwas besonderes tun und mir auch mal was g├Ânnen. So entschied ich mich f├╝r ein gro├čes, sicher spannendes und erst er├Âffnetes Erlebnisbad ( Sie verstehen sicher, das ich aus ersichtlichen Gr├╝nden, keinen Namen nenne). An diesem Tag war ich eher faul, ich lag in der Sonne und geno├č es einfach nichts zu tun. Meine Gedanken flatterten so dahin, wie ein Blatt im Wind, ich tr├Ąumte von einem schlanken K├Ârper und einem besseren Leben. Sp├Ąter so gegen 14.00Uhr, ging ich los um mir ein Eis zu kaufen, ich hatte mir vorgenommen an diesem sch├Ânem Tag mal keine Kalorien zu z├Ąhlen, und so ging ich prompt los zur Imbi├čbude. Auf dem Weg dorthin sah ich viele sch├Âne Becken mit Wasser, jedes sah anders aus und bot eine andere Gelegenheit sich zu am├╝sieren. Von Wasserrutschen bishin zu rie├čen Wellenbecken gab es alles. Aber auf einmal blieb mal Blick an etwas ganz besonderen haften. Ein Whirlpool. Aber nicht irgendeiner. Er war mittelgro├č und man sah nur gering das sprudelnde Wasser, weil ├╝ber dem Becken eine art Nebel lag. Es sah auf jeden Fall so aus. Ich wei├č bis heute nicht woher der Neben kam. Es war 15.00 im Hochsommer, aber es lag definitiv Nebel auf dem Wasser und er ragte ca. 1 Meter empor in die Luft und verlor sich weiter oben. Damals dachte ich noch, da├č der Nebel absichtlich dort sei und von einer Maschine ausgel├Âst wurde, aber heute habe ich eine andere Theorie. Auf jeden Fall zog mich dieses Becken magisch an. Es schrie f├Ârmlich nach mir. Ich h├Ârte das verlockenede sprudelnde Wasser wie duch Hypnose. Steif wie ein Roboter sprang ich zur├╝ck auf meinen Platz, warf Handtuch und Geldbeutel zur Seite und rannte wieder zur├╝ck zum Becken. Als ich davor stand l├Âste sich meine Anspannung und ich h├Ârte lauter vergn├╝gte Stimmen aus dem Becken. Durch den Nebel konnte ich zwar nicht erkennen wieviele Menschen sich darin befanden aber die Verlockung war zu gro├č. Wie von einem Magneten angezogen, stieg ich hinein. Es war angenehm warm und noch heute sp├╝re ich dieses nicht gekannte prickeln auf der Haut. Das Wasser sog mich ganz auf und ich schwamm hinein. Mir kam es vor als ob dieses Becken keine R├Ąnder h├Ątte, es war einfach da, so unbegrenzt. Weiter voraus, f├╝hlte ich eine Hervorhebung, die zum Sitzen gedacht war. Da sa├č ich nun, nichtssehend, nur vom Nebel umgeben und schlo├č die Augen. Erst war dieses Gef├╝hl angenehm, ja sogar befreiend, aber auf einmal f├╝hlte ich was. Es war so ein Gef├╝hl, wie wenn man ins Bett geht, die Augen schlie├čt und sich dennoch beobachtet f├╝hlt. Aber als ich die Augen ├Âffnete, sah ich garnichts. Nur dieses Gef├╝hl lie├č mich nicht mehr los. Und es kam n├Ąher, was es auch immer war. Ich kann mich noch genau errinnern wie sich mein Magen vor Anspannung verkrampfte und ich versuchte aufzustehen und wegzuschwimmen. Doch mein K├Ârper war wie Blei und bewegte sich keinen Zentimeter. Auf einmal sp├╝rte ich eine Bewegung, unter mir, oder auch neben mir. Aber ich sah nichts. Und pl├Âtzlich passierte das was ich mein Leben lang nie vergessen werde. Es fa├čte nach mir. Eine kalte Hand, direkt an meine Wade. Die G├Ąnsehaut sp├╝re ich noch jetzt, wenn ich dar├╝ber nachdenke. Und sie zogen. Ich rutsche ab und wollte mit den F├╝├čen auf den Boden um mich abzust├╝tzen. Aber da war keiner mehr. Es war wie eine endlose Schlucht die mich nach unten saugen wollte. Diese H├Ąnde, sie waren so kalt und kr├Ąftig. Meine H├Ąnde und mein Kopft waren mittlerweile noch das Einzige, was noch aus dem Wasser ragte. Ich paddelte wie verr├╝ckt um nicht zu ertrinken, doch im Unterbewu├čtsein sah ich mein Leben schon dahinlaufen und in diesem na├čen Grab versinken. Meine Kraft lie├č nach und dieses Ding oder was immer es auch war, schien jedoch kr├Ąftiger zu werden. Mein Kopf sank langsam ab und nur noch meine Fingerspitzen ragten aus dem Wasser und sp├╝rten die immernoch warme Sommerluft. Dann schlo├č ich die Augen, mich hatte alle Kraft verlassen. Der Sog war zu stark f├╝r mich...


Ich sp├╝rte eine Hand an meiner Wange. Als ich die Augen ├Âffnete, stand vor mir eine Traube von Menschen, Badeg├Ąsten. Ich erkannte unter ihnen den Bademeister. Ein anderer Mann war ├╝ber mich gebeugt und redete auf mich ein.
"Da haben sie aber nochmal Gl├╝ck gehabt, anscheinend sind Sie Ohnm├Ąchtig geworden. Sie w├Ąren beihnahe ertrunken!!!!"
Er half mir hoch, und als ich auf den Beinen stand, fiel mein erster Blick auf den Whirlpool. Mein Magen krampfte sich wieder, Brechreiz ├╝berkam mich. Vor mir lag ein Pool. Ein ganz normaler, mittelgro├čer Pool. Kein Nebel. Man konnte seine R├Ąnder sehen und ihn gut ├╝berblicken. Dann rannte ich los, packte schnell meine Sachen und raddelte schnell nach Hause.

Das ist jetzt 6 Jahre her, seitdem war ich nie wieder in einem Schwimmbad. Ich habe panische Angst vor Wasser. Bis heute ist mir noch nicht klar, was damals geschah. Wissen tue ich nur, das ich entkommen bin, wie auch immer und immernoch Lebe.


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