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Ganz Deine.
Als ich nach Hause komme stehst du aus dem Sessel auf und lächelst mich vorsichtig an. Deine Mundwinkel verraten mir Ungeduld. Du hebst deine Augenbrauen und fragst “Darf ich?”
Ich seufze und sage, dass ich erstmal was essen muss. Du kommst auf mich zu, nimmst meine Hände in deine, führst mich in die Küche…Du wolltest nicht warten. Ich esse und du siehst mir dabei zu. Mit verliebtem Glanz in den Augen streichelst du mit deinen Blicken meine Wangen und bist ungeduldig. Als ich fertig bin siehst du mich wieder so an. Ich lächle und seufze theatralisch “dein Wunsch ist mir Befehl.”
Du holst meinen Mantel, hältst ihn mir hin und sagst, deine Stimme ist jetzt tiefer “mehr nicht!”
Ich nehme den Mantel mit ins Bad, streife mein T-shirt über den Kopf, knöpfe meine Jeans auf und ziehe sie aus, schlüpfe aus meiner Unterwäsche und ziehe den Mantel über meinen nackten Körper. Das Futter fühlt sich weich an auf meiner Haut.
Ich komme zurück in den Flur, sehe die freudige Erregung in deinem Gesicht, als ich nach den High Heels greife. Meine Fesseln.
Du führst mich aus der Wohnung, verschränkst die Finger deiner linken Hand in meinen und gehst, immer einen Schritt vor mir, die Treppe hinunter.
Auf der Straße fährt ein kühler Wind unter den Mantel, mir wird kalt. Ich weiß nicht wo wir hingehen, du sagst nichts, führst mich durch die Straßen zu einer kleinen Kneipe, sie ist weinrot und golden geschmückt und sehr schön. Ein bisschen voll, ein bisschen laut, aber wirklich schön. Ich frage mich, woher du diese Kneipe kennst.
“Woher kennst du das hier?”
“Schhht” Du legst den Zeigefinger auf die Lippen und siehst mich zärtlichböse an.
Ich verstehe, ich habe jetzt nichts mehr zu fragen, das Spiel hat längst begonnen.
Wir setzen uns hin und du bestellst einen Wein. Trockenen Wein, du weißt dass ich den Süßen lieber mag, du bestellst trockenen. Wir trinken und unterhalten uns, du erzählst von deinem Tag, fragst mich nach meinem. Manchmal lässt du mich ausreden und manchmal blätterst du in der Speisekarte und zeigst mir, dass du gar nicht zuhörst.
Wir bewegen uns auf der irritierenden Grenze zwischen Normalität und Spiel. Irgendwann spüre ich deine Hand an der Stelle, wo sich meine Knie berühren. Du drückst sie sanft auseinander und weißt genau, dass es zwischen meinen Schenkeln jetzt kühl wird. Du beugst dich vor, ziehst mein Gesicht zu dir heran und flüsterst mir leise ins Ohr. “Ich möchte , dass du jetzt zur Toilette gehst und dass du dich dort anfasst, ich möchte dass du den Mantel ausziehst und es dir in einer dieser Klokabinen besorgst. Ich möchte, dass es schnell geht, ich möchte dass du dabei kommst und ich will dass du dabei an mich denkst. Ich will dass du dir nichts anderes wünschst als dass ich da wär.” Ich sehe dich an und spüre nichts. Ich horche ganz leise in mich hinein, etwas kleines Weißes zittert. “Nun geh schon!” Du siehst aus wie immer, nur ernster. Ich erkenne deine Nase, deine Lippen, deinen Blick, alles wie immer, nur dunkler.
Das Zittern nimmt mich jetzt ganz. Ich will lächeln, doch du siehst mich so voller Ernst an. Mein Körper strafft sich, will sich aufrichten, da hältst du mich nochmal zurück und beugst dich zu mir. “Wenn du nun zur Toilette gehst, möchte ich, dass du dich bewegst als könnte nur dein Gang mich versöhnen. Ich möchte sehen, wie dein Körper sich im Gehen wiegt.”
Ich nicke mit großen Augen und erhebe mich. Gehe zur Toilette als wäre ich auf einem Laufsteg und Hunderte von dir würden mich von allen Seiten beobachten.
Vor der Toilette drehe ich mich noch einmal zu dir um, mit gesenktem Kopf, fragendem Blick, devot.
Ich betrete die Toilettenkabine. Finde es einen Moment lang absurd, wie leer und wie scharf ich bin. Ich knöpfe hastig den Mantel auf und fahre mit der rechten Hand zwischen meine Schenkel, während ich mit der linken Hand den Mantel über die Tür hänge.. Ich hasse es, im Stehen. Du weißt, dass ich es hasse, im Stehen. Ich lehne mich an die Wand, nehme den einen Arm hoch, drücke ihn über mir an die Wand, meine Füße stelle ich ein Stück von der Wand weg, so dass mein Po raussteht, ich stehe da als stündest du hinter mir. Ich hab deine Stimme noch in meinem Ohr “ich möchte dass du es dir besorgst” Dieser Ausdruck! “Es jemandem besorgen”, oh, so buntschwarz!
Als du mir ins Ohr geflüstert hast spielte der Schein der Kerze mit dem Schatten deiner Wimpern fangen. Dein Gesicht leuchtete so rot wie mein Körper sich jetzt anfühlt. Ich möchte beide Hände benutzen, ich möchte dass es fester ist. Ich lehne meine Wange an die Plastikwand der Toilette um es mir mit beiden Händen machen zu können. Ich stelle mir vor, dass du hinter mir stehst und meine Hüfte festhältst. Ich bin unsicher auf meinen hohen Schuhen. Unter mir knirscht der schmutzige Toilettenboden. Feuchter Sand und Dreck. Ich höre die Tür gehen, Schritte, jemand betritt eine Kabine neben mir.
Wie erbärmlich es ist, dass ich es mir auf einer öffentlichen Toilette selber machen muss! Ich mache es nicht, weil ich es will, sondern weil du mich hierhergeschickt hast und ich es machen muss. Und ich muss mich beeilen, denn je länger ich brauche……ich muss mich beeilen, ich muss schneller machen. Ich kann mich nicht heftiger bewegen, denn die dünne Wand…
Mein Geist und mein Körper arbeiten aneinander vorbei. Ich denke darüber nach, welche Ausrede es für das rhythmische Klappern geben könnte….
Ich möchte stöhnen. Ich hasse es, so leise sein zu müssen. Ich denke daran wie sehr du mich quälst wenn du mich berührst und mir verbietest, einen Laut von mir zu geben. Ich denke daran wie du sofort aufhörst mich zu streicheln wenn ein einziges Stöhnen über meine Lippen kommt. Jetzt möchte ich stöhnen aber ich kann nicht, nicht, weil du da bist sondern weil ich auf einer öffentlichen Toilette bin.
Ich möchte stöhnen…..ich stell mir vor wie du da bist, wie du mich fest anfasst, von hinten in mich eindringst und dich kein bisschen bewegst, nur mich bewegst und mein Gesicht immer wieder gegen die Plastikwand schubst.
Es kommt mir kalt und schnell und ich bin erschöpft weil ich immer noch stehe. Ich möchte mich hinsetzen doch die Toilette ist zu schmutzig. Ich will zurück zu dir, mit dir nach Hause, ich will dass du mich im Arm hältst. Ich will nicht kommen und dann alleine sein. Ich nehme meinen Mantel mit klebrigen heißen Fingern von der Tür und ziehe ihn schnell an und gehe zurück zum Tisch, setze mich hin, du lächelst. Wahrscheinlich sehe ich ein bisschen zerzaust aus, vielleicht habe ich sogar die berühmten roten Wangen und die geschwollenen Lippen, als hätte ich tatsächlich Sex gehabt. Du siehst mich an und siehst zurieden aus. “Und, wie war’s?”
Ich kneife die Lippen zusammen und senke den Blick. “War’s schön?” fragst du von oben.
Ich sehe dich kurz an und senke wieder den Blick.
“War’s schmutzig?”
“Ja” sag ich leise und frag mich, wer du bist und wunder mich, dass ich aus der Rolle nicht rauskomme.
“Hast du an mich gedacht?”
“Ja”
“Hast du mich vermisst?”
”Ja.”
Du beugst dich über den Tisch und tastest nach meinen Händen. Du nimmst sie in deine und ziehst sie nah an dein Gesicht. Du riechst an meinen Fingern, küsst sie. Dabei siehst du mich an, dein Blick von unten nach oben, warm wie eine Umarmung.
“Ja” sage ich.
“Du bist wundervoll.” Du küsst weiter meine schmutzigen Finger.
“Du bist wundervoll.”
Du hast deinen Wein schon ausgetrunken. Wir gehen. Mein Wein steht noch da, ich mag keinen trockenen Wein. Auf dem Weg nach Hause gehen wir nebeneinander, leise, ohne uns zu berühren.Irgendwann bleibst du stehen, nimmst meine Hände in deine und fragst, ob wir früher aufhören sollen. Ich nicke und wir gehen weiter schweigend nach Hause ohne einander zu berühren.
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