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Leselupe.de > Ungereimtes
Der Alptraum
Eingestellt am 24. 03. 2002 15:31


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Frieda
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2002

Werke: 38
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Der Alptraum

Du kennst mich und du fĂŒrchtest mich,
in jeder Nacht besuch’ ich dich,
ich raube dir den sanften Schlaf,
mit meinen ZĂ€hnen spitz und scharf
zerreiße ich dein Traumkleid dir,
um Mitternacht gehörst du mir.
Ich bin dein Alptraum.

Du siehst mein schreckliches Gesicht,
dein gold’ner Mantel schĂŒtzt dich nicht,
er ist zu fein, er ist zu zart,
mit meinen HĂ€nden kalt und hart
faß ich dir in dein Herz hinein,
um Mitternacht da bist du mein.
Ich bin dein Alptraum.

Du gibst mir deinen Lebenssaft,
ich brauche ihn, er gibt mir Kraft,
du hÀltst nicht stand, ich bin zu stark,
mit meinem Innern wĂŒst und karg
saug’ ich es ein, dein schönes Ich,
um Mitternacht da hol’ ich dich.
Ich bin dein Alptraum.

Du legst den Kettenpanzer an,
damit ich dir nicht schaden kann,
das hilft dir nur fĂŒr kurze Zeit,
mit meinen FĂŒĂŸen schwer und breit
stampf ich ins SeelengÀrtlein dir,
um Mitternacht gehörst du mir.
Ich bin dein Alptraum.

Du liegst in deinem Bett allein,
kein lieber Mensch darf bei dir sein,
der deinen Schmerz zu lindern weiß,
mit meinen Lippen krank und heiß
hauch ich den Todeskuß dir ein,
um Mitternacht da bist du mein.
Ich bin dein Alptraum.

Du brauchst mich doch, ich kenne dich,
du liebst und du verabscheust mich,
die Einsamkeit lÀsst dich nicht los,
mit meinem Körper fest und groß
verschling’ ich dich, vertrau auf mich,
um Mitternacht da hol’ ich dich.
Ich bin dein Alptraum.

Siehst du von fern das zarte Licht,
das mich und meine Macht zerbricht?
Ich hoffe, du erreichst es nicht,
mit seinem Glanze weiß und dicht
versperrt dem Bösen es die Sicht,
weil es von Liebe zu dir spricht,
zu deinem Alptraum.

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Brigitte
AutorenanwÀrter
Registriert: Dec 2000

Werke: 98
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Hallo Frieda,
Da kann einem ja die Angst den RĂŒcken hinunterlaufen.
Schlimm, solche AlptrÀume. Gut geschrieben.

Lieben Gruß
Brigitte
__________________
Brigitte

Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist fĂŒr das Auge unsichtbar.

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Frieda
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2002

Werke: 38
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Hallo Brigitte,

danke fĂŒr Deinen Kommentar. Bist du vielleicht auch der nette Mensch, dem ich die 10 Punkte verdanke? Das habe ich ja gar nicht zu trĂ€umen gewagt.
Zum Text: GlĂŒcklicherweise gibt es immer noch einen Hoffnungsschimmer (s. letzte Strophe), sonst wĂ€re es unertrĂ€glich.

Liebe GrĂŒĂŸe
von Frieda

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Haget
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Dec 2001

Werke: 280
Kommentare: 1613
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MoinMoin Frieda,
Idee und AusfĂŒhrung gefallen mir gut!

Bei einem sonst so durchgehend exakt gereimten Gedicht stört allerdings die "UnschÀrfe" mit Schlaf/scharf - manchmal unvermeidlich.
Deine letzte Strophe bricht (hoffentlich!) die Macht des Alptraumes - ausgedrĂŒckt auch durch den ganz anderen Reim (Gleich-Reim). Interessante Lösung - ob sie mir gefĂ€llt? Ich denke noch nach.

Liebe GrĂŒĂŸe
Hans-Georg
__________________

Haget wĂŒnscht Dir Gutes!
Selbst dĂŒmmste SprĂŒche machen oft Sinn
- auch krumme Pfeile fallen irgendwo hin!

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Frieda
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2002

Werke: 38
Kommentare: 182
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Hallo Hans-Georg,

danke fĂŒr Deinen Kommentar. Du hast den Schwachpunkt zielsicher getroffen, "Schlaf/scharf", da drĂ€ngt sich "Schlaf/Schaf" direkt auf (mĂ€h). Gerade dieses Gedicht lebt auch von seiner Ă€ußerst strengen Form, naja, aber mir fiel nichts anderes ein, ich denke, man kann es trotzdem durchgehen lassen.
Klar, die letzte Strophe soll den Bann brechen, so ganz sicher ist es aber nicht, ob es gelingt. UrspĂŒnglich hatte ich nur die ersten sechs Strophen mehrmals hintereinander auf ein Papier geschrieben und die beiden Enden zusammengeklebt, so daß man es endlos lesen konnte, genau wie im Alptraum. Mein einziger Ausweg war ein gewaltsamer Ausbruch mit Hilfe der 7. Strophe. Ich habe sozusagen das Endlosband zerrissen, hat mich viel MĂŒhe gekostet.

Liebe GrĂŒĂŸe
von Frieda

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