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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Der Anfang einer Geschichte - bitte um Meinung
Eingestellt am 18. 09. 2001 13:17


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nemo
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Registriert: Aug 2001

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Es ist das Ged├Ąchtnis, das vieles vergr├Ąbt und doch gelegentlich Bilder vergangener Tage vor dem geistigen Auge projiziert. Wie bei einer Filmrolle, deren Bilder man mit einer Taschenlampe beleuchtet, kehren Geschichten, Gef├╝hle und Augenblicke zur├╝ck.
Je ├Ąlter diese Bilder sind, desto verschwommener werden sie. Ich finde es schwierig mich an Einzelheiten meiner Kindheit zu erinnern und es stimmt mich traurig. Ich denke mit Grauen an die Zeit, in der dieser Teil meines Leben nur noch ein Schleier sein wird. Undurchdringbar f├╝r meine erwachsenen Seele, im dunklen verborgen damit die verlorene Kindlichkeit meinen Weg durch das Leben nicht behindert.
Das Kind im Manne behaupten viele noch in sich zu haben, aber was macht die Kindlichkeit aus ?
Ist es nicht die Phantasie, sich die Welt zu formen wie sie einem gef├Ąllt, sich mit Freunden zu unterhalten die nicht existieren, Abenteuer zu erleben, durch Dschungel und W├╝sten, die nicht gr├Â├čer sind als ein Kinderzimmer.
Kind zu sein ist ein Geschenk, dass es uns erlaubt ein Teil unseres Lebens in Gl├╝ck zu verbringen. Ohne Verantwortung, ohne Existenz├Ąngste.
Doch irgendwann geht es zu Ende.
Es ist die Zeit des Verstehens.
Wenn man langsam die Augen ├Âffnet und versteht wie die Welt sich dreht. Die ersten Tr├Ąume platzen, und hinterlassen eine Leere die nie wieder gef├╝llt wird.
Es ist die Zeit des Leistungsdrucks in der Schule, die Zeit in der man merkt, dass das Leben nicht nur aus Abenteuern besteht.
F├╝r mich war es eine schwierige Zeit, eine Gratwanderung zwischen zwei Welten.
Ich wollte mich nicht von meinen Tr├Ąumen trennen, ich wollte nicht Erwachsen werden.
Doch man lie├č mir keine Wahl, schwimm mit oder geh unter.
Und ich bin geschwommen, aber immerhin nicht in der Ernsthaftigkeit des Lebens ertrunken.
Irgendwie schaffte ich es einer Kriminelle Zukunft aus dem Wege zu gehen und machte sogar einen Schulabschlu├č.
Jetzt habe ich eine Arbeit, eine Wohnung, eine Busfahrkarte und einen Kredit ├╝ber
sechstausend Mark den ich monatlich abzahlen muss.
Was braucht man mehr zum Leben ?
Gut ich w├╝rde mich ├╝ber einen Kabelanschluss freuen, weil drei Programme auf Dauer etwas stupide sind, aber was sollÔÇśs, Fernsehen t├Âtet den Geist.
Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus, deren Altersdurchschnitt, bevor ich einzog, um die f├╝nfundsechzig gelegen haben muss. Meine direkte Nachbarin ist eine Alte polnische Schachtel dessen einzige Lebensaufgabe es ist, mich auf die Tatsache aufmerksam zu machen, dass ich wieder vergessen habe den Hausflur zu putzen.
Doch Sie meidet die direkte Konfrontation, und so kommt es, dass in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden, kleine, schlecht lesbare Zettel an meiner Wohnungst├╝r kleben.
Unter mir im Erdgeschoss wohnt eine Gro├čfamilie. Es m├╝ssen sechs oder sieben Leute sein, doch so genau habe ich es nie rausbekommen. Der Sohn der Familie, den ich liebevoll Horst getauft habe, ist das perfekte Beispiel eines jungen, aufstrebenden Arbeitslosen.
Er trifft sich h├Ąufig mit Freunden auf einen uns gegen├╝berliegenden Parkplatz, wobei oft mehr als f├╝nf Autos zusammenkommen, und vergleicht mit Ihnen Motorenger├Ąusche und die Lautst├Ąrke der eingebauten Musikanlagen. Sein Tagesablauf scheint aus Morgens Bier holen, trinken, Autos anhimmeln und Abends Bier holen zu bestehen. Sein ganzer Stolz ist ein schwarzer, tiefergelegter, breiter, b├Âse aussehender Golf, dessen Musikleistung um l├Ąngen die einer durchschnittlichen Diskothek ├╝bertrifft. Ab und zu, als sei es eine Macht-Demonstration, dreht er die Musik so laut auf, dass ich mich bei jedem Bass-Schlag an meinem Sofa festhalten muss um nicht herunter zu fallen. Ich habe f├╝r diese Autofixierung mancher Leute, eine einfache Theorie, es handelt sich um einen Ausgleich f├╝r Potenzprobleme. Der Mann benutzt das Auto als Beweis seiner M├Ąnnlichkeit.
In Zeiten, in der die Emanzipationsbewegung des fr├╝hen zwanzigsten Jahrhundert die Gleichberechtigung der Frauen erm├Âglicht hat, ist es f├╝r einen Mann nicht immer einfach seine ├ťberlegenheit und Kraft zu beweisen.
Vielleicht denke ich aber auch nur so, weil ich kein Geld f├╝r einen Wagen habe.
Meine Wohnung ist sp├Ąrlich eingerichtet, die meisten M├Âbel stammen noch aus meinem Kinderzimmer. Doch es ist gem├╝tlich und ich f├╝hle mich zu Hause. Mein Schlafzimmer, oder sollte ich es Schlafkammer nennen, ist ungef├Ąhr f├╝nf Quadratmeter gro├č und bietet gerade genug Platz f├╝r ein Schrank und ein Bett. Es ├Ąhnelt einem Separ├ęe in einem Rotlichtlokal, daher nannte ich es meine Liebesh├Âhle, obwohl es in den letzten Wochen eher zur Selbstbefriedigungs-H├Âhle verkommen ist.
Meine K├╝che besteht aus einem K├╝hlschrank den ich geschenkt bekommen habe, einem Schrank, einer Sp├╝le, in der ich, unfreiwillig, seltene Pilzformen z├╝chte, einen Tisch, zwei verschiedene St├╝hle, eine Camping-Herdplatte und eine Badewanne. Die Badewanne steht zwar naturgem├Ą├č im Badezimmer, doch ich z├Ąhle Sie zur K├╝che, da ich Sie f├╝r eine Lebensraum Vergr├Â├čerung meiner Zucht benutze, wenn die Sp├╝le droht vor Platzmangel zusammenzubrechen.
Das Geschirr mit Bilder verschiedener Jagdwild Arten, sowie andere lebenswichtige Haushaltsartikel habe ich aus Kellern und Speichern meiner Familienangeh├Ârigen zusammengekratzt. Ich bin Ihnen zwar dankbar daf├╝r, aber ich bevorzuge es, mich etwas von Ihnen zu distanzieren.
Mein Vater wirft mir regelm├Ą├čig vor, meine Familie zu vernachl├Ąssigen, aber ich sp├╝re kein Verlangen Sie zu sehen oder mit Ihnen zu reden.
Sie m├Âgen zwar alle nette Menschen sein, aber irgendwie sind sie anders.

Da gibt es zum Beispiel meinen Onkel R├╝diger, der zwei H├Ąuser weiter wohnt.
Der Mann hat so viel Stil wie der Gummiring eines Flensburger Pils Verschlusses.
Klassisch gekleidet, in einem Trainingsanzug der Marke Aldi, Farbe dreckig Lila, sehe ich Ihn ab und zu die Stra├če vor seinem Wohnhaus ├╝berqueren, als Ziel ein Lokal mit dem einladenden Namen ÔÇ×EckiÔÇÖs KlauseÔÇť. Dort trifft er meist einen seiner Kollegen aus der Interessengemeinschaft ÔÇ×SaufenÔÇť, mit dem er dann stundenlang ├╝ber hoch brisante politische Themen oder Sport im allgemeinen diskutiert.
Wenn er mal nicht trinkt, arbeitet er in einem Schrauben-Versand-Handel als fachlich-kompetenter-Schrauben-Ein.- und Aus.-sortierer.
Seine Frau, wenn man Sie denn als solche bezeichnen kann, hei├čt Petra.
Tante Petra besticht nicht nur durch ihre dekadente Ausstrahlung, sondern vielmehr durch Ihrer Trinkfestigkeit sondergleichen. F├╝r Sie ist der Inhalt einer Flasche Korn nicht mehr als ein Aperitif.
Sie besitzt zudem noch die F├Ąhigkeit, jeder auch noch so langweiligen Familienfeier Ihren Stempel aufzudr├╝cken, so dass es jedes Mal zu einer unvergesslichen Angelegenheit wird.
Ich bekomme heute noch eine G├Ąnsehaut , wenn ich an den f├╝nfundsechzigsten Geburtstag meines Gro├čvaters zur├╝ckdenke.
Ich hatte mich bereit erkl├Ąrt meinen Onkel und meine Tante nach Hause zu bringen, da ich den Wagen meiner Eltern hatte und sowieso in die Richtung fuhr.
Die erste Viertelstunde der Fahrt gestaltete sich recht angenehm.
R├╝diger sa├č vorne und k├Ąmpfte gegen seine Augenlieder, die sich unbedingt schlie├čen wollten, und Petra schlief hinten mit offenem Mund.
Ich hoffte nur, dass ich den bei├čenden Geruch des Alkohols wieder aus den Wagen bekommen w├╝rde.
Pl├Âtzlich, wie durch den Blitz getroffen, zuckte Petra auf und schrie ÔÇ×Bleib stehen, bleib stehen !!! Ich muss kotzen !!!ÔÇť
Nachdem ich mich versichert hatte, dass ich keine anderen Verkehrsteilnehmer behinderte, trat ich auf die Bremse und blieb mitten auf der Kreuzung stehen.
Ich h├Ârte wie sich hinter mir die T├╝r ├Âffnete, und Petra anfing zu w├╝rgen und ihren Mageninhalt, bestehend aus Nudelsalat und Korn mit Bananensaft, auf die Stra├če zu verteilen.
Das ich mich Ihr nicht angeschlossen habe, verdanke ich nur meiner Willensst├Ąrke und der Tatsache, dass ich die Musik lauter machte, um die ekelerregenden Ger├Ąusche nicht wahrzunehmen.
Doch es sollte noch schlimmer kommen.
Die laute Musik weckte meinen Onkel, der zwischenzeitlich eingeschlafen war, und als er sah wie seine Frau ein Kunstwerk aus verdauten Lebensmittel auf der Stra├če erschaffen hatte, versuchte er es mit seiner eigenen pers├Ânlichen Note zu vollenden.
Dieses Bild meiner sich ├╝bergebender Angeh├Ârigen erf├╝llte mich nicht nur mit Ekel, sondern weckte in mir auch Einsicht, dass sich meine Verwandtschaft doch irgendwie von mir unterschied. Nicht das ich niemals nach ├╝berm├Ą├čigen Alkoholgenu├č auf der n├Ąchsten Toilette gelandet w├Ąre...
Vielleicht ist es die Tatsache, dass ich mir die Haare Rot t├Ânte, bevorzugt in zerrissenen Jeans rumlief, die bestehenden gesellschaftlichen Strukturen, eher aus destruktiven als aus politischen Gr├╝nden, ablehnte und aus Prinzip versuchte bei jeder Gelegenheit ein rebellisches Bild abzugeben. Diese Haltung stie├č bei meiner Verwandtschaft selten auf Gegenliebe und vor allem nicht bei meinem Gro├čvater, der Konservativer nicht sein k├Ânnte.
Mein Opa Karl, wie man Ihn liebevoll nennt, ist vom Typ Eckel-Alfred. Er beherrscht es perfekt, seine Gem├╝tsverfassung, ein Wechselspiel zwischen schlecht gelaunt und mies drauf, auf seine Umwelt zu projizieren.
Die Wohnung meiner Gro├čeltern ist in zwei Territorien unterteilt. Das Bad, das Schlafzimmer, und die K├╝che ist der Bereich meiner Gro├čmutter aber das Wohnzimmer geh├Ârt eindeutig meinem Opa Karl.
Als Kind hatte ich immer etwas Angst in den heiligen Hallen einzutreten. Nach dem Begr├╝├čungsritual, dass aus einem strengen ÔÇ×Schuhe aus !ÔÇť bestand, durfte ich die Ordentlichkeit eines sauberen und mit System aufger├Ąumten deutschen Wohnzimmers bewundern. Staubfrei und sortierte Videokassetten (Kriegsfilme), staubfrei und sortierte B├╝cher (Kriegsromane), staubfrei und sortierte Langspielplatten (Schlager) und der heilige Graal; die Landser Sammlung meines Gro├čvaters. Auf dem Ledersofa lagen Millimeter genau plazierte Lederkissen, mit einem Knick in Ihrer Mitte, der ihnen das Aussehen von braunen Herzen verlieh.
Auch wenn man es im ersten Augenblick nicht bemerkt, ist das Wohnzimmer meiner Gro├čeltern ein Schlachtfeld und mein Gro├čvater ein ranghoher Offizier.
Bewaffnet mit einem Rosa-Gr├╝n gestreiften Wedel, f├╝hrt er einen ewigen Krieg gegen Tausenden von Staub- und Dreckpartikeln, die drohen die deutschen Tugenden, Ordnung und Sauberkeit, zu untergraben. Manchmal hatte ich sogar das Gl├╝ck, eine Schlacht hautnah mitzuerleben. Es war immer wieder faszinierend zu beobachten, wie er sich mit seiner Katzenhaften Agilit├Ąt an seine Gegner heranpirschte um sie mit einer blitzschnellen Bewegung aus dem Handgelenk in die ewigen Staub-Jagdgr├╝nde zu verbannen. Kaum war die Feindesfront vernichtet, ersp├Ąhte mein Gro├čvater schon einen Staub-Aufkl├Ąrungstrupp der sich t├╝ckisch auf den Fernseher niedergelassen hatte, doch auch dieser wurde binnen Sekunden gnadenlos vernichtet. Der Kampf dauerte bis der letzte Staubkorn, die letzte Fluse ausgerottet war. Erst dann setzte sich mein Opa neben mich auf das Sofa, schaltete den Fernseher ein, und schaute m├╝rrisch durch das Wohnzimmer, denn er wusste, der n├Ąchste Angriff w├╝rde kommen.
Er ist das perfekte Beispiel f├╝r meine These, dass man sich auch durch gezieltes Meckern und antrainierte Unfreundlichkeit, erfolgreich durchs Leben schlagen kann.
Zum Geburtstag seines Bruders wollte er Ihm eine Flasche Aldi Eierlik├Âr schenken, die er schon seit sechs Jahren in der hintersten Ecke seiner Minibar hatte.
Nachdem er die Flasche vom Staub befreit hatte, bemerkte er, dass die Fl├╝ssigkeit nicht die Typische Farbe von Eierlik├Âr hatte, sondern eher gr├╝nlich war. Ein Blick auf das Haltbarkeitsdatum verriet Ihm, dass die Farb├Ąnderung wahrscheinlich durch eine Chemische Reaktion verursacht worden war, die im direkten Zusammenhang mit der Tatsache stehen musste, dass der Eierlik├Âr seit dreieinhalbe Jahren abgelaufen war.
Also ging er zum Aldi, machte dort die Verk├Ąuferin zur Sau, beschuldigte sie Ihn vergiften zu wollen und bekam daf├╝r eine neue Flasche, die er dann in die Bar stellte.
Seinem Bruder schenkte er ein Buch ├╝ber Stalingrad.




Ich arbeite jetzt schon seit F├╝nf Jahren f├╝r die Wagener und Jordan GmbH und manchmal
w├╝nsche ich mir ich h├Ątte ein besonderes Talent, da├č mir erlauben w├╝rde etwas anderes aus meinem Leben zu machen als ÔÇ×Kunststoffteile zur Verwendung in der AutomobilindustrieÔÇť an unfreundliche Kunden mit noch unfreundlicheren Spediteuren zu versenden.
Ich w├╝rde gerne vor einem Publikum stehen und Ihnen meine ├ängste und Aggressionen ins Gesicht schreien untermalt von einem treibenden Rhythmus aus verzerrten Gitarren oder in einem voll besetztem Theater den Romeo so intensiv spielen, da├č seine Todesszene zu tiefen Depressionen bei den (bevorzugt Weiblichen) Zuschauern f├╝hrt. Ich tr├Ąume von Annerkennung, von Schulterklopfen, von dem entscheidenden Tor bei der Weltmeisterschaft, von Geschlechtsverkehr mit zwei Frauen gleichzeitig...
Ich muss zugeben, da├č ich mit der typisch deutschen Einstellung zum Thema Arbeit nicht viel anfangen kann. Ich arbeite um zu leben und lebe nicht um zu arbeiten.
Es gibt Leute in meinem Alter die mir von der Karriereleiter auf den Kopf spucken k├Ânnen, aber das geht mir am allerwertesten vorbei.
Ich brauche kein BMW Z3 und keine Penthouse Wohnung, ich brauche nicht jedes Wochenende nach Ibiza zu fliegen und schon gar kein Handy mit f├╝nfzig verschiedenen Klingelt├Ânen. All das sind doch nur Statussymbole, die einzig dem Zweck dienen mit dem was man im Leben erreicht hat zu prahlen.
Ich k├Ânnte h├Âchstens mit meinem Kreditrahmenvertrag der Citibank angeben.
Vom gesellschaftlichen Standpunkt gesehen, k├Ânnte man mich glatt als Verlierer bezeichnen.
Vielleicht bin ich einfach nur zu naiv, aber ich habe das Gef├╝hl, da├č das Leben nicht nur aus Arbeiten, Geld verdienen, Kinder zeugen und sterben bestehen sollte.
Ich habe f├╝r mich selber entschlossen, mein Leben so zu f├╝hren wie es f├╝r richtig halte.
Ich arbeite nur soviel wie n├Âtig, damit ich meine Freizeit finanzieren kann und durchstreife die Nacht auf der Suche nach der Frau der ich mein Herz schenken werde.
Auch auf die Gefahr hin das es klischeehaft klingt, ich wei├č das es dort drau├čen jemanden gibt der auf mich wartet. Eine Frau die es wert ist, das man alles f├╝r sie aufgibt. Eine Frau die mir das Gef├╝hl gibt wichtig zu sein. Eine Frau dessen n├Ąhe reicht, um die Traurigkeit aus meiner Seele zu bannen. Eine Frau f├╝r die ich sterben w├╝rde.
Und so stolpere ich von einer Beziehung in die n├Ąchste, immer in der Hoffnung zu finden wonach ich suche.
Was die Sache nicht besonders vereinfacht, ist da├č ich nicht gerade aussehe wie Brad Pitt.
Ich bin zwar nicht h├Ąsslich wie die Nacht, aber auch kein Typ nach dem sich die Frauen pfeifend umdrehen. Ich bin mit meinen einsvierundsiebzig ziemlich klein, sportlich gebaut, was soviel hei├čt, da├č ich keine dicken Bauch vor mich hinschauckel, und habe ein recht ansehnliches Gesicht mit etwas zu gro├č geratenen Ohren.
Meine gro├čer Vorteil ist, das ich wei├č wie man mit Frauen redet oder besser ausgedr├╝ckt, ich wei├č was Frauen h├Âren wollen.
Ich kann sehr charmant sein, h├Âre zu wenn ich merke, das sie reden will, nicke an den richtigen Stellen, bringe sie zum lachen und vor allem bedr├Ąnge ich sie nicht.
Ich achte Frauen, respektiere sie und gehe auf sie ein.
Ich gebe Ihnen das Gef├╝hl was besonderes zu sein und das gef├Ąllt ihnen und mir.
Ich bin weit davon entfernt ein Casanova zu sein, aber bis jetzt bin ich mit meiner Taktik oft zum Erfolg gekommen.
Leider hatte ich bisher ein ├Ąu├čerst ungl├╝ckliches H├Ąndchen bei der Wahl meiner Partnerinnen.
In den ersten Tage scheint alles immer Perfekt.
Dieses Gef├╝hl im Bauch wenn man sich erneut trifft.
Der erste leidenschaftliche Kuss.
Die erste noch leidenschaftlichere Nacht.
Doch dann kommt irgendwann der gro├če Knall und es stellt sich heraus, da├č sie, um nur ein paar Beispiele zu nennen, t├Ąglich zur Flasche greift und Beruhigungsmittel schluckt als w├Ąren es Veilchen oder beim Geschlechtsverkehr aufs ├╝belste beleidigt werden m├Âchte.
Inzwischen bin ich der Meinung, da├č ich ein Magnet f├╝r au├čergew├Âhnliche Menschen sein mu├č. Ich ziehe Problemf├Ąlle an wie das Licht die M├╝cken.

Meine ersten sexuellen Erfahrungen hatte ich im zarten Alter von zw├Âlf.
Wir lebten zu dieser Zeit au├čerhalb der Stadt, in einer Gegend in der entlaufene K├╝he das Gespr├Ąchsthema einer ganzen Woche waren, und man nie wusste ob der Vater von jemanden nicht auch sein Gro├čvater war.
Es war der Wunsch meiner Mutter auf dem Land zu leben.
Sie selbst ist in einem Kuhdorf in der Eiffel aufgewachsen und argumentierte, da├č die frische Luft uns allen sehr gut tun w├╝rde.
Mein Vater , der nicht sehr begeistert von dieser Idee war, wehrte sich einige Zeit um dann schlie├člich, nach mehreren lautstarken Diskussionen mit meiner Mutter, doch nachzugeben.

Es war an einem hei├čen, schw├╝len Sommertag.
Der Geruch eines herannahenden Gewitters biss sich in meine Nase und die dunkelgraue Wolkendecke hing bedrohlich tief.
Von Zeit zu Zeit durchbrach ein einzelner Sonnenstrahl die d├╝stere Schicht aus gasf├Ârmiger Fl├╝ssigkeit und tauchte Teile der Landschaft in ein geisterhaftes Leuchten.
Trotz des drohenden Unwetters war ich unterwegs zum Vogelteich um ein paar Fische zu fangen f├╝r den k├╝nstlich angelegten Teich in unserem Garten.
Als die ersten schweren Regentropfen fielen, machte ich kehrt.
Doch es war bereits zu sp├Ąt.
Das Wasser fiel in str├Âmen vom Himmel und bildeten einen Vorhang, durch den man keine
hundert Meter weit sehen konnte.
Innerhalb weniger Sekunden war ich nass bis auf die Knochen.
Mir blieb keine andere Wahl als in einem kleinen Ger├Ąteschuppen zu fl├╝chten, der ganz in der n├Ąhe stand.
Ich hatte gl├╝ck, denn der Schuppen war nicht verschlossen.
Als ich drin war sch├╝ttelte ich mich, wie eine Katze nach dem ungeliebten Bad, und versuchte das Wasser aus meiner Kleidung zu wringen.
Ich sah mich kurz um, aber wie ich es nicht anders erwartet hatte, war der Schuppen voller Gartenwerkzeug und anderem wertlosen Plunder.
Ein altes Holzpferd, dem ein Bein fehlte, eine N├Ąhmaschine, die noch mit einem Fu├čpedal angetrieben wurde, einige Porzellanpuppen und eine ziemlich schwer aussehende Kiste standen scheinbar zurechtger├╝ckt in einer Ecke.
Die Kiste weckte mein Interesse und ich betrachtete sie etwas n├Ąher.
Ich versuchte den Deckel zu heben aber er klemmte.
Ich schaute mich kurz um, griff nach einer Eisenstange und hebelte den Deckel auf.
Ich ├Âffnete die Kiste und erblickte etwas, da├č mein Leben ver├Ąndern sollte.
Es war ein alter Playboy aus den siebziger Jahren. Auf dem Titelblatt war eine Frau abgebildet, die ein Teil Ihrer Br├╝ste mit den H├Ąnden verdeckte.
Sie stand in einer traumhaften Kulisse aus wei├čem Sand, Palmen und einer vielzahl bunter, seltsam anmutenden, Tropischen Pflanzen.
Sie l├Ąchelte neckisch und Ihre Z├Ąhne waren so wei├č wie die Tasten eines Klaviers.
Ich streckte zitternd die Hand aus und nahm das Heft an mich.
W├Ąhrend ich durch das Magazin bl├Ątterte, sp├╝rte ich eine leichte Bewegung im Bereich meiner Lenden.
Ich war bei dem Fotos der Frau vom Titelbild angekommen und konnte mich kaum entscheiden ob ich auf Ihre Honigmelonen gro├če Br├╝ste oder die lockigen Haare am Eingang ihrer Liebesh├Âhle starren sollte.
Ich r├╝ckte meine Unterhose zurecht um mein zum leben erwecktes Glied etwas mehr Raum zu geben und die Ber├╝hrung meiner Hand lie├č ein freudigen Schauer durch mein R├╝ckgrat
wandern.
Ich glitt mit dem Finger ├╝ber Ihre Br├╝ste, ├╝ber ihre H├╝ften, ├╝ber das Dreieck zwischen Ihren Schenkeln und obwohl ich nur Hochglanzpapier ber├╝hrte, f├╝hlte ich mich erregt als w├╝rde ich die W├Ąrme eines weiblichen K├Ârpers sp├╝ren.
Es war das erste mal, da├č ich eine nackte Frau sah und ich war so fasziniert, da├č ich alles um mich herum verga├č.
Nat├╝rlich hatte ich schon mehrmals meine Mutter in Ihrem Eva Kost├╝m gesehen. Aber M├╝tter sind geschlechtlose Gesch├Âpfe, ungeeignet f├╝r sexuelle Fantasien wie der Papst f├╝r Partnertausch.
In den Augen eines Kindes sind sie unschuldige Wesen, heilig wie Indische K├╝he, rein wie
Weihwasser.

Unter meinem Bett lag jetzt ein Schatz den ich h├╝tete wie ein alter Drache sein Gold.
Wenn meine Eltern mal nicht da waren, holte ich den Playboy hervor und ich trieb es mit den Frauen, manchmal sogar mehrmals nacheinander.
Der Sommer verging, sowie der Herbst und der Winter.
Als die Natur Ihr braunes Kleid langsam ablegte und der Fr├╝hling lauerte, zogen im Nachbarhaus neue Leute ein.
Ich tat so als ob ich spielen w├╝rde, beobachtet allerdings den Einzug mit einem Auge.
Ich hatte bemerkt, da├č auch ein M├Ądchen in meinem Alter dabei war.
Sie hatte langes Blondes Haar, trug ein Jeanskleid und ich konnte erkennen, da├č sie schon Br├╝ste hatte.
Es war nicht neues f├╝r mich, in meiner Klasse waren auch schon einige M├Ądchen die mit Ihrer Weiblichkeit prahlten, aber keine von Ihnen war so h├╝bsch wie meine neue Nachbarin. Ich konnte sie lachen h├Âren, und bekam eine G├Ąnsehaut.

__________________
:nemo

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ElsaLaska
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hallo nemo,

das ist ganz unterhaltsam zu lesen. ja doch...
ich weiss nicht, wie lang es werden soll, und ob es gelingt, den leser bei der stange zu halten.
bei einigen schilderungen habe ich mitf├╝hlend aufgeseufzt.
der absatz am anfang ist mir zu abstrakt.
ich mag es lieber, wenn gleich etwas pers├Ânliches kommt. nach dem ersten absatz gehend h├Ątte ich vielleicht schnell wieder aufgeh├Ârt zu lesen. der punkt, an dem ich richtig einsteigen wollte, war, als du schriebst, dass du es schwierig findest, dich an deine kindheit zu erinnern und dich das traurig macht. so etwas ist eben mitreissender, als eine abstrakte abhandlung ├╝ber das ged├Ąchtnis, die noch dazu mit einem unpers├Ânlichen satz "es ist..." beginnt.

hoffe, du konntest etwas mit dem kommentar anfangen. wenn nicht, hilft nachfragen.

beste gr├╝sse
elsa

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nemo
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Aug 2001

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Liebe Elsa,

erst einmal vielen Dank, da├č du dir die Zeit genommen
hast meinen Text zu lesen.
Wie lang diese Geschichte noch werden soll, kann ich dir beim besten Willen nicht sagen.
Ich habe bei meinen Texten meist nur einen grobes Muster vor Augen und schreibe einfach drauf los. Meist weiss ich selber nicht wie die n├Ąchsten Seiten oder Zeilen aussehen werden.
Es mag vielleicht nicht die Ideale Herangehensweise zu sein, aber es ist meine Art zu schreiben.

Was du ├╝ber den Anfang der Geschichte geschrieben hast, kann ich zum Teil nachvollziehen. Ich wollte damit das Gef├╝hl vermitteln, da├č man (ich hoffe es ist nicht nur bei mir der Fall) von Zeit zu Zeit Bilder aus seine fr├╝hen Kindheit vor Augen hat ohne diese in einem (zeitlichen) Zusammenhang bringen zu k├Ânnen.

Vielen Dank nochmals f├╝r die Kritik

Nemo

__________________
:nemo

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ElsaLaska
Guest
Registriert: Not Yet

hallo nemo,

ja, ist doch o.k., das mit dem drauflosschreiben. ich denke immer viel zu viel dar├╝ber nach, worauf das ganze wohl hinauslaufen soll. und dann h├Âr ich wieder auf zu schreiben
also mach ruhig weiter. denk nochmal ├╝ber den anfang nach, denn er entscheidet ja, ob der leser bei der stange bleibt.
frohes schaffen w├╝nscht dir
elsa

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