Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5284
Themen:   87734
Momentan online:
478 Gäste und 11 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > ErzÀhlungen
Der Hain und das Eselchen
Eingestellt am 27. 04. 2007 10:13


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Raphi
Hobbydichter
Registriert: Apr 2007

Werke: 1
Kommentare: 1
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Raphi eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Der Hain und das Eselchen

Ein graues Eselchen hatte immer genug zu tun. Es war nicht besonders hĂŒbsch aber hĂŒbsch genug fĂŒr ein Eselchen. Es trug Sachen von hier nach da und von dort nach hier. Und so geschah es, dass das Eselchen auch an einem Hain etwas abzuholen hatte. Es kannte die Wiese und den Wald aber auch die Steppe. Am Besten kannte es aber sein zu Hause, die Böschung am Fluss. Die Böschung war ein Hang mit Gras und ein paar GebĂŒschen, in denen man sich verstecken konnte. Es war nicht aufregend aber es gab alles was das Eselchen brauchte. Den Hain aber kannte es nicht.
Der Hain war umgeben von einer kleinen dornigen Hecke. Und als das Eselchen etwas Zeit hatte sprang es ĂŒber die Hecke und auch wenn es etwas weh tat so hatte doch die Neugier gesiegt. Das Eselchen wurde fĂŒr seinen Mut belohnt, denn der Hain war so schön. Nun, er war nicht gepflegt wie ein Garten. Vieles wuchs durcheinander wie es gerade Platz fand. Aber es gab so vieles Blumen und BĂ€ume, StrĂ€ucher und GrĂ€ser und ein kleinen Bach der lieblich plĂ€tscherte. Das Rauschen der BlĂ€tter war wie Musik. Und auch wenn viele von den wilden Pflanzen die da waren dem Eselchen nicht geschmeckt hĂ€tten oder sogar giftig waren. Es war ein Platz zum WohlfĂŒhlen.
In dem Hain wuchs aber auch ein Baum, er war gerade und schön, ganz erhaben. Und dieser Baum trug nur eine einzige BlĂŒte. Die duftete so lieb, so herzzerreißend, das wer sie einmal gerochen hatte und um ihre Existenz wusste sie nicht vergessen konnte und ihren Geruch noch aus weiter Entfernung auch noch außerhalb des Hains riechen konnte. Das Eselchen sah diese schöne rote BlĂŒte und roch sie und konnte nicht anders als ihr ganz nah sein zu wollen. Am Rande der BlĂŒte hing ein Tropfen von ihrem wunderbar riechenden Saft. Und ganz vorsichtig leckte das Eselchen mit seiner Zunge diesen glĂŒckseligen Tropfen und kĂŒsste die BlĂŒte. Das Eselchen war so glĂŒcklich, und auch wenn es wusste, dass es von diesem Tropfen oder von jedem weiteren nicht satt oder auf immer glĂŒcklich werden wĂŒrde, so war doch der Moment so schön und so lang, dass seine Liebe diesem schönen wilden Hain galt.
Das Eselchen war auch nicht das einzige Tier was diesen wunderbaren Hain kannte. Im Hain lebte ein Rabe, auch eine Giraffe hatte das Eselchen bald schon am Rande des Hains von den BĂ€umen fressen sehen. Aber erschreckt war das Eselchen ĂŒber den alten, stinkenden Geier der immer wieder ĂŒber dem Hain kreiste. Es mochte den Geier nicht, auch wenn er lustige Spiele mit Knochen kannte. Das Eselchen hatte Angst um den Baum, die Giraffe könnte ihn anfressen oder gar die BlĂŒte. Und der Rabe, der sicherlich alles Schöne im Hain kennen mochte, war ein grober Bursche der die Landschaft unsicher machte.
Das Eselchen besuchte so oft es konnte den Hain und fĂŒhlte sich meist wohl. Doch auch das Eselchen war nicht immer geschickt und selbst wenn es vorsichtig war, knickte es doch immer hier eine Blume oder da einen Ast. Und so geschah es, das die BlĂŒte des Baumes sich manchmal vor den Augen des Eselchens schloss. Das Eselchen war traurig und kam nicht mehr so oft. Es roch zwar immer wieder die BlĂŒte des Baumes, wenn es in der NĂ€he des Haines war. Doch selbst wenn es die immer höher werdende Dornenhecke ĂŒbersprang und sich dabei auch schon mal verletzte so fand es die BlĂŒte verschlossen, weil es wohl zu hektisch und zu ungeschickt daher kam. Es beneidete den Raben der einfach flog, den Geier, ja selbst die Giraffe mit ihren langen Beinen.
Wenn das Eselchen nun am Hain vorbei kam so schien auch das Rauschen des Hains zu verstummen und der lieblich Geruch der BlĂŒte zu verschwinden. Er sah aber auch, dass die Freude der anderen Tiere die den Hain kannten nicht abnahm. Traurig lag das Eselchen abends an der Böschung und manchmal war sein Herz so schwer das ihm auch die Freude an der Böschung und dem kleinen Fluss fehlte. Doch es besann sich oft und blieb was es war ein Eselchen. Es wich manchmal, wenn es sich schwach fĂŒhlte, dem Hain aus und ging andere Wege. Doch manchmal glaubte es die BlĂŒte zu riechen und ging doch hin, holte sich ein paar schmerzhafte Dornenstiche, um zu wissen, dass kein Weg in den Hain hinein fĂŒhrte. Einen ernsthaften ideenreichen Versuch unternahm es aber nicht. Es fragte nicht den Raben, Giraffe oder Geier um Rat. Es erfand keinen Plan fĂŒr einen Tunnel. Es baute keine Flugmaschine. Es trĂ€umte vom Hain. Und wusste es und wusste es doch nicht, dass dieser sich immer verĂ€nderte, wild und schön wuchs und Platz und Freude bot. Es war ein törichtes Eselchen, aber genau so sind die Eselchen.





Alle Ähnlichkeieten mit lebenden oder toten Personen und Landschaften sind rein zufĂ€llig.
__________________
lesen und lesen lassen
leben und leben lassen
lieben und lieben lassen

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Haremsdame
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Mar 2005

Werke: 25
Kommentare: 488
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Haremsdame eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Raphi,

zuerst möchte ich Dich hier auf der Leselupe herzlich willkommen heißen. Hoffentlich kannst Du mit den Kommentaren, die Du hier erhĂ€ltst, etwas anfangen und fĂŒhlst Dich dadurch nicht in Deiner KĂŒnstlerehre angegriffen...

Eine nette Parabel ist Dir da gelungen. Wenn ich allerdings den Forentext anschaue, frage ich mich, ob Dein Text nicht besser bei den Kurzgeschichten aufgehoben wÀre, da er ja keine wirkliche Handlung enthÀlt?

Die Grundidee Deines Textes gefĂ€llt mir sehr gut. Leider fehlt es in meinen Augen noch ein wenig an der AusfĂŒhrung. Aber wenn Du Interesse hast, daran zu feilen, kannst Du mit meinen Hinweisen vielleicht was anfangen...

Zuerst mal zur Zeichensetzung:

quote:
Es war nicht aufregendKomma aber es gab allesKomma was das Eselchen brauchte.
quote:
Das Eselchen war auch nicht das einzige TierKomma was diesen wunderbaren Hain kannte.
quote:
Und der Rabe, der sicherlich alles Schöne im Hain kennen mochte, war ein grober BurscheKomma der die Landschaft unsicher machte.
quote:
Wenn das Eselchen nun am Hain vorbei kamKomma so schien auch das Rauschen des Hains zu verstummen und der lieblich Geruch der BlĂŒte zu verschwinden.
quote:
Ers(Bezieht sich doch auf das Eselchen) sah aber auch, dass die Freude der anderen TiereKomma die den Hain kanntenKomma nicht abnahm.
quote:
Traurig lag das Eselchen abends an der Böschung und manchmal war sein Herz so schwerKomma dass ihm auch die Freude an der Böschung und dem kleinen Fluss fehlte. Doch es besann sich oft und blieb was es warDoppelpunkt ein Eselchen.
Ich hoffe, ich habe nichts ĂŒbersehen...

Nun noch zum Stil:
quote:
Der Hain war umgeben von einer kleinen dornigen Hecke.
In meinen Augen ist "klein" zu nichtssagend. Mir wĂŒrde z.B. "niedrig" oder etwas Ă€hnliches besser gefallen.
quote:
Und als das Eselchen etwas Zeit hatte sprang es ĂŒber die Hecke Punkt und Auch wenn es etwas weh tatKomma so hatte doch die Neugier gesiegt.

quote:
Aber es gab so vieles entweder Doppelpunkt oder viele (ohne s)Blumen und BÀume, StrÀucher und GrÀser und ein(en) kleinen BachKomma der lieblich plÀtscherte.
quote:
Und Auch wenn viele von den wilden PflanzenKomma die da waren Komma dem Eselchen nicht geschmeckt hÀttenKomma? oder sogar giftig waren.
In dem oben durchforsteten Abschnitt kommt zweimal kurz nacheinander "vieles" vor. Könntest Du das nicht mit einem deutlicheren Wort umschreiben? "Vieles" ist ebenso "nichtssagend" wie "schön" oder "klein".
quote:
Die duftete so lieb, so herzzerreißend, dass, wer sie einmal gerochen hatte und um ihre Existenz wussteKomma sie nicht vergessen konnte, sondern und ihren Geruch noch aus weiter EntfernungKommaauch noch außerhalb des Hains riechen konnte roch.
quote:
Das Eselchen sah diese schöne rote BlĂŒte und roch sie und konnte nicht anders als ihr ganz nah sein zu wollen wollte ihr immerzu ganz nah sein.


Verstehst Du, auf was ich raus will? Mit ein paar Umstellungen, richtiger Zeichensetzung und deutlicheren Adjektiven kommt Deine Aussage viel besser zum Tragen, lÀsst sich (in meinen Augen) viel angenehmer lesen...

Du wirst sehen, je öfter Du den Text durchliest, desto mehr verbesserungswĂŒrdiges fĂ€llt Dir auf.

Bitte, zeig uns das Resultat Deiner Überarbeitung! Dann ist es vielleicht auch möglich, eine Wertung abzugeben.

Mit den besten GrĂŒĂŸen
Haremsdame


__________________
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  ErzĂ€hlungen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.



Leselupe-Bücher





Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!