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Leselupe.de > Erzählungen
Der König der Dämmerung
Eingestellt am 09. 03. 2002 13:40


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Melani Raasch
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Der König der Dämmerung

Kalt und nass kroch ER im Schutz der Dämmerung aus der Erde. ER kletterte das Flussufer hinauf und tastete sich langsam mit seinen feuchten, schmalen Fingern über das Land, bis ER milchigweiß in dichten Schwaden über den Feldern und Wiesen hing. Alte, knorrige Gestalten standen reglos da und überschatteten den schmalen Waldpfad, auf dem ER in weiße Wattefetzen gehüllt langsam vorwärtskroch. Die Zeit hatte sich verlangsamt, war stehen geblieben. Der leichte Hauch, der den finsteren, starren Gestalten durch das Haar strich, war kaum mehr als ein sachtes Flüstern und nur eine Elfe hätte wohl verstehen können, welche Geheimnisse der leise Windhauch erzählte. Mit seiner geheimnisvollen Magie verzauberte ER alles, was ER berührte, und überlistete die Wirklichkeit, indem ER ein verborgenes Tor öffnete und den Gestalten seiner Welt einen Weg bahnte. Graue Schatten bewegten sich vorsichtig und flink dahin, wie eine leise schleichende Armee der Geister. Gewisper und Geflüster begleiteten sie, doch die Fußtritte auf dem weichen Waldboden und im taunassen Wiesengras hörte niemand. Nur ER wusste, woher diese Wesen der Dämmerung kamen und wohin sie gehen würden. Sachte und vorsichtig zeigte er der geheimnisvollen Schar den Weg, verwischte hinter ihnen umsichtig alle Spuren, als seien sie nie dagewesen.
Da zerriss der schrille Schrei eines Vogels die Luft. Aus der Ferne erklang unheimlich gedämpft das schnelle Trommeln von sich rasch nähernden Pferdehufen. Schon spürte ER den ersten Stoß. Mit einem Mal folgte ein Tritt dem anderen. Die Hufe zerrissen sein Gewand und schlugen tiefe Wunden. In einem lautlosen Klagen stoben die Gestalten, die unter seiner schützenden Hand gewandelt waren, auseinander und flohen. Die weißen Schwaden zogen sich gekränkt zurück.
Die Stille kehrte wieder ein, als der Fremde außer Hörweite war, und mit ihr kamen die geheimnisvollen Besucher, die sich schutzsuchend ihrem Führer zuwandten. Nicht mehr lange und die Zeit würde aus ihrem tiefen, aber kurzen Schlaf erwachen und die Wesen zusammen mit ihrem Herrn dorthin zurücktreiben, woher sie gekommen waren. ....bis zur nächsten Dämmerung!
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"Ein Buch ist ein Spiegel:
Wenn ein Affe hineinguckt, so kann freilich kein Apostel heraussehen."
Georg Christoph Lichtenberg

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Ann-Kathrin Deininger
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Find ich super

Ah, diese düstere Atmosphäre, die einem eine Gänsehaut über den Rücken jagt... Find ich wirklich ganz toll gelungen (Hab ich dir aber glaub ich auch schon mal gesagt) So, hier noch mal offiziell: Genau mein Ding
Vor allem, weil nicht gesagt wird, was ER eigentlich ist. Der König der Dämmerung und dann diese Atmosphäre, das regt doch richtig die Phantasie an!!! Ich jedenfalls fange an, mir sehr unheimliche Dinge vorzustellen, die sich mit dem Weichen der Sonne immer weiter hervorwagen und ihre feucht - kalten Fingerspitzen nach einem ausstrecken ... schaurig ...



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Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele.

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Melani Raasch
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Aha! Hast mich also entdeckt! So war das ja auch mit der düsteren Stimmung gedacht! Hast du schonmal einen nasskalten Abend im Hohen Venn verbracht??
Da hat sich bei mir der Gedanke für diese Geschichte festgesetzt. Schau mal in den Nebel rein und du wirst wissen, welche Wesen ich meine, die unter seiner Hand wandeln!!
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Ann-Kathrin Deininger
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Ne, im dunkeln könnte man ja im Moor versinken, schließlich ist das bei uns um die Ecke!Ohne einen unserer Super- Wachhunde gehe ich da aber nicht hin, am besten nehme ich beide mit. Nur sind die vermutlich schon eingeschlafen, sobald ich mal stehenbleibe! Die alten Penner!
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