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Leselupe.de > Ungereimtes
Der Lebensbaum
Eingestellt am 18. 01. 2002 11:56


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Otto Lenk
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Registriert: Nov 2001

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Ich habe mal wieder in den Schubladen der Vergangenheit gekramt, und dabei folgendes entdeckt.

Der Lebensbaum

Die Geburt des ersten Rings

Bei meiner Geburt war ich ein zerbrechlicher Setzling. Die Erde, in die man mich pflanzte war gut. Man wusste um meine Zerbrechlichkeit. Meine Muttererde bestand aus Liebe, Z├Ąrtlichkeit, Geborgenheit. Ein Schutzwall wurde um meine zarte Rinde gebaut. Die Welt hatte noch keine Chance, meine Wurzeln zu vergiften.

Der Baum der vier Ringe

Warum haben sie meinen Schutzwall br├╝chig werden lassen. Wie soll ich gegen diese Urgewalten bestehen. Ich k├Ąmpfe. Nein Wind! Meine Wurzeln sind stark. Du wirst es nicht packen, mich nicht entwurzeln. Nein Regen! Auch wenn du mir meine Muttererde weggeschwemmt hast. Meine Wurzeln wirst du nicht freilegen. Ich bin ein Spielball der Gewalten. Sie zehren an mir.

Der Baum der sechs Ringe

Ein neuer Wall? Nein! Es ist eine Mauer. Sie ist beschriftet. Neue, fremde W├Ârter. Misshandlung, Macht, Ohnmacht, L├╝gen, falsche Liebe. Lernen mit allem zu leben. Jetzt erkenne ich die Mauer. Es ist eine Tafel. F├╝r mich errichtet um mir meinen Weg zu weisen. Immer wieder diese W├Ârter. Verbunden mit Erinnerungen. Falsches Lernen, falsche W├Ârter. Tagelang, monatelang, jahrelang. Meine Rinde wird hart. Meine Wurzeln sind stark. Ich glaube, verstehe, lerne. St├Ąndig dieser Schrei in mir. Augenblicke des Verstehens. Nein, nein, nein!!

Der Baum der siebzehn Ringe

Ich verlasse die Baumschule. Gepr├Ągt, gedem├╝tigt, allein, einsam. Man hat mir schon meinen Platz im Wald der Oberfl├Ąchlichkeit zugeordnet. Der Wald der Ignoranz. Ein Baum unter vielen. Der Schrei in mir ist verklungen. Alles ist gut. Ich schaue mich um. Sie sind zufrieden. Und ich? Ab und an, wenn die St├╝rme an mir zehren, wehre ich mich. Ich sp├╝re meine Wurzeln und eine schreckliche Angst ├╝berkommt mich.

Der Baum der zwanzig Ringe

Was habt ihr getan?!
Gepflanzt, erzogen, get├Âtet.
Attrappe, Verpackung, H├╝lle.
Gef├╝hle? Angst!
Pers├Ânlichkeit? Welche? Alle!
Wieder taucht das Wort Liebe auf. Ich verstehe es nicht mehr.
Die "Um"welt hat mich vergiftet.
Die Umwelt? Ich bin die Umwelt. Das Gift!


Der Baum der achtundzwanzig Ringe

Ich schaue mich an und sehe mich nicht mehr. Alles Maske, Theater, Kulisse. Ich spiele das Spiel, weil es zu meinem Leben geworden ist. Die Wurzeln sind zu tief verankert um gegen den Wahnsinn anzuk├Ąmpfen. Ich sterbe ab. Die Rinde wird br├╝chig. ├ťberall Risse.

Ein neuer Tag

Wieder spüre ich meine Wurzeln. Und da sind auch wieder diese Ängste. Aber da sind auch neue Gefühle. Erwartung, Neugier, Hoffnung, Vertrauen. Ich schaue mich an.
Morgenwald im Herbst.
Nebel, Schattierungen, Muster.
Der Lebensbaum ist zum Todesbaum geworden. STIRB! Ich weine dir keine Tr├Ąnen nach.

Entstanden w├Ąhrend meines Aufenthaltes im Klinikum Eichberg. 1984/85
8 Monate Drogenentzug

Mir gef├Ąllt die Leselupe, deshalb unterst├╝tze ich sie... ... indem ich bereits regelm├Ą├čig die Leselupen-Shop-Links nutze.
... indem ich die Leselupen-Shop-Links in Zukunft nutzen werde.

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Stephan G├Âtze
Hobbydichter
Registriert: Nov 2001

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Lieber Otto,

Respekt!
Der Blick zur├╝ck als ├ťberwindung.
Eine Analyse, das Suchen nach Gr├╝nden.
Ein sch├Ânes Bild der Baum und die Ringe.
Am Ende nach all den Verwerfungen,
den Ängsten, den Sorgen, dem Schmerz und
der Not ...
bist Du wieder aufgestanden, Dein Leben
in eigene H├Ąnde genommen, Reich an Erfahrungen
die n├Ąchsten Schritte zu gehen,
ich hoffe f├╝r Dich darin stark zu sein
und Dein neues Leben zu genie├čen.

LG
Stephan

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