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Leselupe.de > Ungereimtes
Der Mächtigen Rat
Eingestellt am 27. 04. 2001 18:35


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massel
???
Registriert: Apr 2001

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Der Mächtigen Rat

An vielen Tagen und in manchen Nächten,
da fühlt man sich bedrängt von jenen Mächten,
die ihre finst'ren Stimmen laut erheben
und ihr Chor für sie macht die Erde beben:

"Das Glück, es kam, um dich zu finden,
doch du, oh Narr, mußtest es schinden!
Willst in Finsternis auf ewig du wandeln?
Nun laß' heut' Nacht noch einmal uns verhandeln."

Der kalte Schweiß von seiner Stirne rinnt,
zugleich in tiefster Nacht der eis'ge Wind,
heraufbeschwor'n, ihn wohl zu schrecken,
läßt ihm im Hals die Stimme stecken.

Mühsam nur und auf den Knieen sitzend,
seine Arme kaum noch ihn stützend,
nickt er matt nur hinauf zum Triumvirat
das übermächtig vor ihm zusammentrat.

"Eines ach so schönen Mädchens junges Herz
hast du erfüllt mit Leid und auch mit Schmerz.
Du stahlst es ihr, da es noch unversehrt,
und gabst es wieder her mit Blut verschmiert.

Du glaubtest wohl, daß dieses finst're Tun
würd' bleiben unbemerkt von uns - bis nun!
Doch gnädig sind wir, nicht bloß mahnend.
Sind Wege zeigend, nicht nur ahndend."

So sprachen sie, die weisen Männer,
und wahrhaft guten Menschenkenner.
Doch balde fuhren sie mit ihrer Rede fort,
in dieser finst'ren Nacht an jenem düst'ren Ort:

"Hüter der Liebe werden wir genannt,
und sind doch kaum dem Menschenvolk bekannt.
Ein jeder hat seit Anbeginn der Zeit
sein Werkzeug für das Erdenvolk bereit:

Der erste hütet die Schlüssel der Herzen,
bewahrt so vor den kleinsten eurer Schmerzen.
Er ist auf größte Sorgfalt stets bedacht,
und sorgt dafür, daß euer Herz oft lacht.

Er plagt sich mit der schweren Müh',
daß es in jedem Herzen blüh'.
Denn wer den Schlüssel hat zum rechten Herzen,
dem bringt er Freude und lindert die Schmerzen.

Der zweite wacht über das Leiden,
an dem viele sich gerne weiden.
Er straft gezielt mit scharfen Messer's Schneide,
auf das der Täter, nicht das Opfer leide.

Der dritte sorgt für die Herzen,
damit sie leuchten, die Kerzen.
Sorgsam muß er je zweie erwählen,
die er erkoren, sie zu vermählen.

So walten wir stille und leise,
entscheiden auf sorgfält'ge Weise,
wen wir mit Qualen woll'n bedenken
und wen mit Freude wir beschenken.

Auch Du, törichter Narr, hast die Wahl:
Wählst du für dich unsägliche Qual?
Oder bist du doch weise und gibst
den Schlüssel der, die wirklich du liebst?

Bedenke dieses noch, wenn du erwachst,
damit du keinen üblen Fehler machst:
Es mag Dir scheinen, daß du richtig liegst,
und doch auf diesem Weg nur dich besiegst.

Denn wir allein besitzen die Macht,
die über all' eure Herzen wacht:
Wes Schlüssel wirklich paßt zu wem,
können einzig nur wir erspäh'n.

Alle Wege sind schon längst bereitet,
warten nur auf den, der sie beschreitet.
So finde die, die du wohl zu suchen meinst,
und sei gewiß daß am Ende du nicht weinst."

Mit diesen Worten, die dem Verwirrten galten,
gingen sie von ihm, die drei düster'n Gestalten.
Sie nahmen sie mit, die finstere Nacht,
und ließen dem Narren - scheinbare Macht.

Doch während der Narr sich noch quälte,
wen er sich am besten wohl wählte,
war alles bereits entschieden für ihn:
Er würde mit ihr viele Jahre lang zieh'n.

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