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Leselupe.de > Gereimtes
Der Tod / Thanatos
Eingestellt am 14. 06. 2012 12:27


Autor
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atzmuellersand
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jun 2012

Werke: 31
Kommentare: 47
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Bei jeder Geburt drückst du dein Zeichen
auf alles Leben schon zu aller Zeit.
Kein König, Meister oder Knecht kann weichen,
du bist bei jedem fast ohn‘ Neid.
Wer dich erblicket, der wird bleichen.

Selbst Götter fürchten deine Macht
und erflehen Gnad vor dir.
Du schreckst mit schwarzer, langer Nacht,
deine Sense schneidet gründlich, Sir.
Sie gleitet dort und gleitet hier.

Will ich dich Freund oder Feind nun nennen,
ich kann es dir nicht sagen.
An meines Lebens End werd ich’s erkennen,
wenn du einspannst, um mich fortzutragen.
Tröste dann die Meinen.

Du bist ein Geschenk, ich weiß es wohl
für dieser Erden Pracht.
Wenn du dich hältst am guten Soll:
Das Reife packst, das Jungholz du bewachst.
Nie kommst in ungebet’ner Nacht.

Lass dich nie von Menschenhand erweichen,
sei gerecht bei jeder Kreatur.
Ansonsten gäb’s das Ewige Leben für die Reichen
und kein Platz für Kinder auf Gottes weiter Flur.
Denn Gerechtigkeit steht auf deiner Uhr.

Du bist ein Teil vom Urgrund allen Seins,
was sich ändern will und was geboren werde,
kann schöpfen nur aus dem Fass des reinen Weins,
wenn Staub zu Staub und Asche wird zur Erde.
Gott versprach, dass Meines wird auch Dein.

Und nicht zuletzt bist du der Pass zum Paradies,
den guten Menschen nimm die Angst dorthin zu geh\'n.
Es steht am Weg dein Engel, ganz gewiss
und dann im Himmel gibt’s ein Wiederseh\'n.

So freu ich mich auf meinen letzten Wohnort,
denn ich weiß, Jes‘ wartet ja schon lang dort.

Tod, wo ist dein Stachel?

__________________
Robert Atzmüller

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