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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Der Traumberuf
Eingestellt am 18. 11. 2002 22:55


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glutexo
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2002

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Nachdem ich Zehn Jahre zur Schule gegangen bin und immer noch nicht wu├čte was ich denn mal beruflich machen m├Âchte entschied ich mich noch ein Jahr auf eine Handelsschule zu gehen.
Innerhalb dieses Jahres besch├Ąftigte ich mich mit dem Polizeidienst, das h├Ârte sich alles sehr gut an f├╝r mich. Also bewarb ich mich. Man sagte mir, mein Schulabschlu├č w├╝rde leider nicht ausreichen, da man den mittleren Polizeidienst abgeschafft habe. Zwischen den Zeilen stand einfach: "Sie haben sich ein halbes Jahr zu sp├Ąt beworben, jetzt m├╝ssen sie leider ihr Fachabitur nachholen!"

Man bot mir an, die elfte Klasse der "Fachoberschule f├╝r Verwaltung und Rechtspflege" zu besuchen. Im Klartext hie├č das, ein Jahr Praktikum auf einer Polizeidienststelle und bis zu zwei mal die Woche die elfte Klasse zu besuchen. Nach diesem Jahr schlie├čt sich die zw├Âlfte Klasse an. Anschlie├čend folgt eine erneute Bewerbung bei der Polizei und dann, sofern man den Test besteht, die Ausbildung.

Also bewarb ich mich f├╝r dieses Projekt. Ich schaffte ohne weitere Probleme den Einstellungstest und begann im Sommer 1995 bei der Polizei als Praktikantin.

Ich kam auf eine Polizeiinspektion in Hannover. Schon am ersten Tag verlor ich jeglichen Respekt vor der Polizei, als ich sah, wie es dort wirklich zugeht. N├Ąmlich v├Âllig normal, Menschen wie du und ich, die jede Menge Spa├č w├Ąhrend ihrer Arbeit haben. Manchmal konnte man die Abteilung aus ca. Zehn M├Ąnnern und drei Frauen auch als Sauhaufen bezeichnen.

Alle waren sehr nett und witzig, auch das Arbeiten mit ihnen hat mir viel Spa├č gemacht. So viel Spa├č, da├č ich die Schule, die ich ja bis zu zwei Tagen die Woche besuchte, total vernachl├Ąssigte.

Ich entdeckte versteckte Interessen und vielleicht auch Talente. Ich konnte es einfach, das was Polizisten so den ganzen Tag lang machen. Ich w├Ąre eine gute Praktikantin sagte man mir, besser als mancher Anw├Ąrter der schon da gewesen ist. Ich war erf├╝llt von Stolz und Freude dar├╝ber.

Es stand fest, entweder Polizistin oder gar nix!

In der Schule lief es leider nicht so gut, ich versagte und fiel durch.
Jetzt erf├╝llte mich pl├Âtzlich Trauer und Wut. Ich war w├╝tend auf mich, weil ich es nicht geschafft habe. Der Traum von der Polizei r├╝ckte in weite Ferne.

Ich durfte das Jahr wiederholen. Diesmal kam ich auf eine andere Polizeiwache.
Dort hatte ich nicht so viel Spa├č wie vorher, aber es war auszuhalten.
In der Schule lief es leider auch nicht besser als vorher. Ich versuchte es also in anderen Bundesl├Ąndern die den mittleren Dienst noch nicht abgeschafft hatten, Fehlanzeige. Es blieb also nur Niedersachen.

Aber trotz Nachhilfestunden schaffte ich es auch diesmal nicht. Wieder war ich traurig und w├╝tend, f├╝r mich gab es doch nur die Polizei, ich liebte diesen Beruf. So wie der kleine Grisu Feuerwehrmann werden wollte, so wollte ich Polizistin werden. Leider fehlte mir der Ehrgeiz des kleinen Drachen.

Ich landete dann auf einer Rettungsassistentenschule. Den Beruf der Rettungsassistentin habe ich erfolgreich abgeschlossen. Eigentlich k├Ânnte ich jetzt eine zw├Âlfte Klasse besuchen, aber mir fehlt das Geld um ein Jahr zur Schule zu gehen. Ich kann es mir einfach nicht leisten ein Jahr lang nicht zu arbeiten. Es sieht auch nicht so aus, als w├Ąre es irgendwann mal m├Âglich, nicht mehr lange und ich bin zu alt f├╝r die Polizei.
Der Traum vom Polizeiberuf ist endg├╝ltig geplatzt.

Es ist ja nicht so als w├╝rde mir mein Beruf keinen Spa├č machen, aber es ist einfach nicht das gleiche.

Manchmal steigen mir die Tr├Ąnen in den Augen wenn ich einen Streifenwagen sehe oder mich mit Polizisten unterhalte. So gerne w├╝rde ich wie sie sein, aber ich kann nicht und werde es auch nie k├Ânnen weil ich damals einfach nicht verstanden habe wie wichtig die Schule ist.
So gerne w├╝rde ich die Zeit zur├╝ck drehen um es diesmal richtig zu machen. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt und bin dadurch sicherlich auch ein bisschen reifer geworden.

Dennoch bleibt mein Traumberuf nur ein TraumÔÇŽ


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