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Leselupe.de > Erzählungen
Der Zeitlauscher - Teil 3
Eingestellt am 10. 01. 2004 10:56


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Markus Veith
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2000

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Konrad war vierzehn, als sein Vater bei einem Autounfall ums Leben kam. Die Bremsen des Wagens hatten versagt, und nachdem er sich mehrfach überschlagen hatte, stoppte ihn ein Baum zwanzig Meter von der Straße entfernt. – Er war sofort tot gewesen.
Konrads Vater war nie eine berühmte Persönlichkeit gewesen, aber immer der bedeutende ‚Mensch wie du und ich’. Ein Allerweltstyp, mit Stärken und Schwächen, mit Fehlern und guten Seiten, wie man sie bei vielen anderen in ähnlicher Form kennt. Sein Ehrentitel, den er im Mikrokosmos des Dorfes besaß war „der Wirt des Kaffee- und Teehauses“, und unter diesem kannten und mochten ihn viele Leute. Trotz seiner Traurigkeit über den plötzlichen Verlust seines Vaters war Konrad stolz, als er nun sah, wie sämtliche Einwohner des kleinen Ortes und der ganzen Umgebung mittrauerten und seiner Mutter, seiner Schwester und ihm Mitleid spendeten. Es machte ihn stolz nun zu wissen, dass sein Vater in der Geschichte dieses Dorfes einen Namen hatte, und zwar einen, an den man sich noch lange erinnern würde. Das war viel wert. Konrad bezweifelte, dass jemand anderes besser als er beurteilen konnte, wie viel das wert sein konnte.
Aber nur wenig später geschah etwas, das diesen Stolz und diese Liebe dämpfen sollte. Sowohl die Liebe zu seinem verstorbenen Vater – als auch zu seiner Mutter.
Es war ungefähr ein halbes Jahr nach dem schrecklichen Unfall, als Konrads Vergangenheitsforscherdrang ihn auf den Speicher des alten Hauses trieb. Dort oben war alles alt und verstaubt und lange nicht gebraucht worden. Das trockene Gebälk knarrte und aus den Gerümpeltürmen drangen fiepende und kratzende Geräusche. Spinnweben verschleierten die Ecken und Nischen, überdeckten Gegenstände und Möbel wie ein filigranes Tuch. Durch die kleine Dachluke staubte das Nachmittagslicht herein.
Nachdem Konrad enttäuscht feststellen musste, dass eine große, vielversprechende Truhe bis auf ein verlassenes Mäusenest leer war, hockte er sich im Schneidersitz auf ihren knarrenden Deckel. Daraufhin schloss er die Augen und ... lauschte.
Er war sehr selten hier oben gewesen. Und sein Verdacht, dass auf einem Speicher nicht besonders viel zu hören war, wurde während der Jahre, die er an sich vorüber rauschen ließ, bestätigt. Nur dann und wann vernahm er das Schnaufen und Stöhnen von Leuten, die unbrauchbare Dinge hier heraufgeschafft und verstaut hatten ... Doch mit einem Male wurde ihm bewusst, dass ‚Stöhnen’ und ‚Stöhnen’ durchaus nicht dasselbe war ... „Pierre!“
Es war der neunte Mai 1970. Das Datum machte ihn nervös.
„Bitte sei vorsichtig, ja! Pierre!! Nein! Nicht!“
Der Junge hielt die Luft an. Für einige Augenblicke war er keines Atemzugs fähig. Pierre dagegen war es um so mehr. Erschrocken stolperte Konrads Gehör einige Wochen zu ihm zurück.
„Nein, Pierre. Bitte.“
„Mais Marianne ... Pourquoi?“
„Wir dürfen uns nicht mehr treffen. Nie mehr. Bitte.“
„Comment ... Qu’ est-ce qui s’est passé.“
„Ich bin in der Hoffnung.“
„Qu’est-ce que ca veut dire?“
* * *
Die Mutter sah von ihrem Brotteig auf, als sie ihren Sohn im Türrahmen bemerkte. Sie lächelte ihn an. „Ah, Konrad. Gut, dass du gerade da bist. Ich habe die Hände voll. Bitte, könntest du mir mal eben ...?“ Sie sah sein Gesicht und hielt irritiert inne. Eine Mehlspur zog sich an ihrer Nase vorbei.
Eine lange Zeit blickten sie sich an, ohne ein einziges Wort zu sagen.
Schließlich atmete sie tief ein und aus. „Du weißt es, nicht wahr?“ Wie beiläufig säuberte sie sich die Hände und streifte sich den Ehering, der auf der Spüle gelegen hatte, wieder über den Finger. „Du hast es gehört.“
Konrad sagte nichts. RĂĽhrte sich nicht. Nur Anklage und Frage schimmerten in seinem Blick.
„Wir haben immer befürchtet, dass du eines Tages dahinterkommen würdest ... dass du es irgendwann einmal ja doch ... hören würdest." Sie betrachtete ihre Hände, drehte nervös an dem Ring. „Dein Vater und ich ...“
„Mein Vater?“ Konrads Stimme zitterte. „Welchen meinst du? Der Vater, den ich kannte, hieß Hermann. Nicht Pierre.“ Das Bild seiner Mutter verschwamm in einem bunten, farbigen Bild. Ihre Gestalt sackte in sich zusammen. „Hermann soll für dich auch immer dein Vater sein. Nichts anderes habe ich immer gewollt.“ Sie hob ihren Blick. „Du kannst dich mit mir über Moral oder über den Begriff ‚Vater’ streiten. Aber nicht über dessen Bedeutung.“
„Aber warum, Mutti? Warum?“
Schuldbewusst hob sie die schmalen Schultern. „Es tut mir leid ... heute“, schluchzte sie leise. „Ich ... ich wollte das nicht. Eigentlich wollte ich das alles nicht. Und wenn ich könnte, glaub mir, ich würde sofort alles rückgängig machen.“
Der Junge erschauderte bei diesen Worten. „Du würdest ... mich rückgängig machen?“
Seine Mutter wand sich unter seiner Stimme hin und her. „Konrad. Nein. So habe ich das nicht ... Lass mich versuchen, es dir zu erklären: Weißt du, dein ... dieser Pierre ... Er war Seemann. Ein Abenteuer. Nachdem ich ihm sagte, dass ich schwanger sei, habe ich ihn nie wieder gesehen. Und das wollte ich auch nicht.“
Die Fassungslosigkeit über die Worte seiner Mutter stand Konrad ins Gesicht geschrieben. „Und Blume?“
„Hat keine Ahnung davon. Wir haben es auch ihr all die Jahre verschwiegen.“
Der Junge schüttelte den Kopf. „Das meine ich nicht.“
Die Mutter blickte ihn an und betonte sorgfältig jedes Wort: „Blume ist das Kind von dem Vater, den auch du als Vater kennst. O ja. Ich kann mich noch genau an die Nacht erinnern. So betrunken wie er war, konnte er davon nicht viel mitgekriegt haben. Weiß Gott, Blume ist das beste, was er damals hinbekommen hat.“
Konrad spürte den Zorn in sich aufsteigen. „Wie kannst du so über Papa sprechen?“ stieß er durch die Zähne.
„Verstehst du denn nicht?“ fragte seine Mutter gequält. „Dein Papa wusste von Anfang an Bescheid, dass du nicht sein Kind bist. Er war doch selbst nicht besser. Schon als wir noch gar nicht verheiratet waren, hat er mich betrogen, wo und mit wem er die Gelegenheit dazu bekam. Aber damals war ich dumme Kuh so vernarrt in ihn, dass ich das alles nicht wissen wollte, obwohl er es mir doch auf den Kopf zusagte. Alles habe ich ihm vergeben. Als Blume auf die Welt kam, da hoffte ich, dass nun alles anders, dass er Vater und Ehemann werden würde. – Ja, ein Vater wurde er. Euch beide hat er über alles geliebt, brachte Fürsorge, Liebe und Verständnis auf, ja, ja ... Ich war ihm gleichgültig.“ Sie schüttelte den Kopf und blickte hinauf an die Küchendecke. „Zärtlichkeit, Glück, Zuneigung. Das waren Fremdworte. Und als du dann da warst, benutzte er das als Rechtfertigung, ohne Reue weiterzumachen. ‚Ich? Untreu? Das sagst ausgerechnet du mir? Wer hat denn von uns beiden ein uneheliches Kind in die Welt gesetzt?’ – Konrad, versteh’ mich doch, bitte. Ich liebte deinen Vater. Diese Affäre mit Pierre ... das war ein Hilferuf. Begreifst du das?“
„Dann bin ich also aus der Verlegenheit eines Hilferufs entstanden, ja?“ weinte Konrad.
„Junge, nein ... es ...“ Der Rest des Satzes löste sich auf und verlief in Tränen. Sie kam auf ihn zu; er wich einen Schritt zurück. Ein Seufzen entrang sich ihr. „Ich weiß, dass ich damals schwach war. Ich habe mich hinreißen lassen. Im Verdrängen von Gefühlen, ja, darin war ich stark. Das konnte ich wirklich. – Dein Vater und ich haben gehofft, ihr würdet es nie herausbekommen. Als uns klar wurde, mit was für einer Begabung du geboren worden bist, kam uns deine Fähigkeit wie ein böser Fluch vor, der über uns ausgesprochen worden war. Wir ahnten, dass du es irgendwann herausfinden würdest. Und trotzdem haben wir es dir niemals gesagt.“
Sie verbarg ihr Gesicht in den Händen. „Ich hatte Angst, Konrad. Angst vor eben diesem Blick, mit dem du mich jetzt anschaust. Genau dieser Blick. Ach, Junge, warum musstest du das alles hören? Warum ist das alles so unfair?“
„Ja! Unfair!“ schrie der Junge. „Aber gegen wen denn?“
Wut und Enttäuschung rissen ihn herum, und er rannte aus dem Haus. Landeinwärts, wo der Wind die Kornfelder durchwehte. Während er lief, spürte er die Wut in sich. Wie sie sich räkelte, zornig aufstieg, ihm gegen die Rippen rammte.
Er rannte und rannte. Immer geradeaus, bis sein Gesicht wieder trocken war. Erst bei einer mächtigen Eiche, die sich mitten auf einem Hügel in den Himmel breitete, blieb er stehen und ließ sich der Länge nach in das hohe Gras sinken. Auf dem Bauch liegend spürte er sein Herz rasen, sein Atem walkte die Lungen durch. Er schloss die Augen und wollte seine wirbelnden Gedanken ablenken; auf die Gerüche der Wiese und der Erde und auf die Wurzel, gegen die er seine Wange drückte. Er dachte daran, wie er sich schämen werde, käme er in Zukunft noch einmal hierher und höre sich schluchzen.
Aber der Zorn brodelte stärker als seine Gedanken. Dieser galt nicht seiner Mutter. Was konnte sie schon dafür? Er galt nicht einmal seinem Vater. Papa war tot. Und wer konnte schon sagen, was gewesen wäre, hätte Konrad eher von seiner wahren Abstammung erfahren, oder wäre daraus nie ein Geheimnis gemacht worden? – Nein. Seine Eltern hatten es sich wahrlich nicht leicht gemacht. Aber mit seiner angeborenen Fähigkeit, längst Vergessenes zu erlauschen, hatte das Schicksal Konrad keine Chance gelassen. Er hatte es herausfinden müssen.
Er ballte die Fäuste. Dieses Talent mochte ja ab und an ein netter Zeitvertreib gewesen sein. „Aber ich habe niemanden darum gebeten“, knurrte er schluchzend ins Gras. Nun kam es ihm wie ein bösartiges, fluchbeladenes Geschenk vor. Es war einfach nicht richtig, zu hören, was nicht für weitere Ohren bestimmt war. Ganz egal, wann es gesagt wurde, ob Lüge oder Wahrheit.
Zähneknirschend grub Konrad sich die Fingernägel hinter die Ohrmuscheln. Er wollte diese verfluchten Organe ausreißen und von sich fortschleudern. Als aber der Schmerz funkelnde Sterne hinter seinen zugepressten Augen tanzen ließ, gab er es auf und besah sich die blutig roten Finger, auf die salzige Tropfen fielen.
Da bäumte er sich aus lauter Verzweiflung auf und stieß sein Gehör mit aller Intensität seiner Wut in die Zeit. Als umpackte er eine Lanze, die er hemmungslos in einen Leib rammte. Er spürte, wie die Jahrzehnte wie ein Orkan durch seinen Kopf rauschten. Der Atem ging ihm aus. Er sog neuen ein und trieb schreiend die Lanze seines Sinnes weiter durch die Zeit.
Schließlich sank er erschöpft zu Boden. Lange blieb er so liegen, leise wimmernd, die Arme um den Kopf geschlungen.
Doch plötzlich fuhr er erschrocken hoch. Er hatte etwas gehört. Gebannt hielt er seinen Atem in den Lungen fest und ... lauschte.
Was tat er da nur? Hatte er es nicht gerade eben noch verflucht? – Aber was er da nun vernahm, das war ... anders.
Es war Gesang. Jung, fröhlich. Weiblich. Konrad horchte, woher die Stimme kommen könnte. Sie klang von der anderen Seite der breiten Eichenbaumsäule her. Und sie war schön. – So schön, wie das Lied alt klang.
Langsam und leise – kein Geräusch sollte die Melodie in seinem Kopf stören – erhob sich der Junge und schlich um den Baum herum. Ja, hier hatte das Mädchen gesessen. Aber wann? Das war ihm noch unklar. Er versuchte sich auf den Zeitpunkt zu konzentrieren, aber dieser lag jenseits seiner kontrolliert erreichten Grenzen. Konrad ließ sich in nächster Nähe wieder in das Gras nieder, um dem hellen Gesang noch etwas zuzuhören. Da hielt dieser mit einem Male erschrocken inne.
„Hallo?!“ rief die Stimme und klang dabei sehr beunruhigt. „Ist da wer?!“
Offenbar näherte sich jemand, den sie nicht hatte sehen können. Heimlich? Oder war es dunkle Nacht gewesen? Was hatte sie dann hier draußen gemacht? Von dem Hügel aus hätte sie doch jeden gleich auf den Feldern sehen können. Aber wie hatte es hier damals ausgesehen? Vielleicht war alles verwachsen gewesen. „So was Blödes“, brummte er.
Die Stimme sprang auf. „Ich höre Euch!“ rief sie unsicher und lief um den Baum herum. „Wo seid Ihr, Herr? Treibt keinen Unfug mit mir! Meldet Euch!“
Konrad erhob sich ebenfalls und horchte konzentriert. Ihre grasgedämpften Schritte kamen auf ihn zu. „Ihr könnt Euch nicht verleugnen. Ich spüre Euch.“
Der Junge stand nun genau dort, wo das Mädchen stehen geblieben war. Er konnte ihren nervösen Atem vernehmen. Irritiert schüttelte Konrad den Kopf. Warum konnte er sie hören, aber nicht das, was sie aufgeschreckt hatte? Und wie viele Jahre mochte er gekommen sein? Hundert? Oder sogar Zweihundert? Dies festzustellen war ihm nur möglich, wenn sie noch einmal etwas sprach. „Na los, Mädchen, sag’ was“, murmelte er und zuckte gleich darauf erschrocken zusammen. Mit einem verängstigten Japsen war sie zurückgewichen, und Konrad hörte, wie sich das Mädchen niedergekniet und ein ‚Ave Maria’ nach dem anderen geflüstert hatte.
Der Junge stand da und wagte nicht, sich zu rĂĽhren.
Sie hatte ... ihn gehört. Nicht jemanden aus ihrer Zeit. Sondern ihn, Konrad, hatte sie gehört. Aber wie war das nur möglich? Das konnte gar nicht ... oder doch? Es schien so. – Und nun? Was sollte er sagen?
„Hallo?“ versuchte er.
Das wispernde Beten hielt sofort inne. „Ich höre, Herr.“
Konrad schluckte. Seine Kehle war plötzlich wie ausgedörrt. Wahrhaftig. Sie konnte ihn hören. „Wie ... wie ist dein Name?“
„Klara, Herr.“ Es klang dumpf. Als hielte sie sich die Hände vor das Gesicht.
„Mein Name ist Konrad.“
Eine Weile lang kam nichts. Konrad fürchtete schon, die Verbindung verloren zu haben, doch dann sprach sie endlich wieder. „Konrad?“ Die Verblüffung in ihrer Stimme ließ erahnen, dass sie mit etwas weitaus Sakralerem gerechnet hatte, als mit solch einer Vorstellung. „Wer oder was seid Ihr?“ forschte sie argwöhnisch.
Es war schwierig für Konrad, dem Mädchen verständlich zu machen, wer er und vor allem, wo und wann er war, beziehungsweise irgendwann einmal sein würde. Aber er bemerkte schnell, dass Klara durchaus nicht dumm war. Ihr Vorstellungsvermögen reichte nur nicht aus, um Konrads Existenz in der Zeit, in der sie lebte, zu begreifen. Aber in welcher Zeit? Und weshalb konnte sie ihn wahrnehmen? Er musste es herausfinden. „Klara, bitte sage mir, welcher Tag heute ist.“
„Heute Morgen noch sagte mir mein Herr Vater, es sei der zehnte August im Jahre des Herrn 1509.“
1509. Konrad blieb fast das Herz stehen. 476 Jahre hatte er überbrückt. In einem Rutsch. So weit war er, seit damals in Rom, noch nie in die Zeit gedrungen. Dann wurde ihm plötzlich für einen Augenblick schwindelig. – August? – Schnell schaute er auf seine Digitaluhr und drückte auf den Knopf, der ihm das Datum anzeigte. 10.08.85
Eine phänomenale Punktlandung. Unglaublich! Er konnte also nicht nur in die Zeit lauschen, sondern auch mit Menschen aus der Vergangenheit Verbindung aufnehmen, sofern es der selbe Jahrestag war. Aber das allein sollte reichen? Erneut hatte ihn die Neugier gepackt und ließ ihn die jüngsten Ereignisse vorerst vergessen.
Konrad sprach weiter mit ihr, forschte nach wer sie war und wollte alles wissen. Er erfuhr, dass Klara die Tochter des Dorfschmieds Harmsen war und sie noch sechs Geschwister hatte. Drei BrĂĽder und drei Schwestern, von denen sie mit vierzehn Jahren die JĂĽngste war.
„Vierzehn Jahre?“ Konrad kam eine Idee. „Klara? Wann bist du geboren?“
„Am achtzehnten Mai“, antwortete das Mädchen.
Konrads Idee erhielt Bestätigung. Auch sein Geburtstag war der achtzehnte Mai. Nicht zu fassen. Er hatte Klara exakt zu dem Zeitpunkt angetroffen, an dem das Mädchen auf den Tag genauso alt war wie er selbst. Vielleicht sogar auf die Minute. War dies der Grund, weshalb sie sich verständigen konnten? Vielleicht.
Sie redeten noch sehr lange miteinander. Bis es dunkel wurde und derselbe Mond über beiden Nächten schien.
Als Konrad nach Hause kam, saß seine Schwester in der Küche am Tisch und starrte verwirrt auf eine beschriebene Seite Papier. Gemischte Gefühle kamen in ihm auf, als er den Raum betrat und Blume zu ihm aufblickte. „Sie ist fort“, sagte sie fassungslos. „Konrad. Mutti ist fort.“
Sie lebten von den Einnahmen des florierenden Lokals im Dorf und von dem angelegten Geld der Erbschaft, zu dem Blume bereits Zugang hatte. Und da sie zwanzig Jahre alt und somit volljährig und rechtsmündig war, konnten sie ihr Haus behalten, dort wohnen bleiben und es gemeinsam verwalten. Die Geschwister entdeckten, dass jemand einen Betrag vom Bankkonto abgehoben hatte. Es war nicht viel. Es sollte wohl zum Leben reichen ...

Fortsetzung folgt
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"Ich wollte der Welt nur ein einziges Wort sagen. Da ich es nicht konnte, wurde ich Schriftsteller." - Stanislaw J. Lec

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