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Leselupe.de > Erzählungen
Der erste Kriegstag
Eingestellt am 26. 03. 2003 12:16


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axel
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Als Thomas Herwig nach Hause kam, war es f√ľr die Champions-League bereits zu sp√§t. Schade eigentlich, denn die Ausgangssituation in der Gruppe B war vor dem letzten Spieltag an Spannung kaum noch zu √ľberbieten gewesen. Beim Z√§hneputzen erinnerte ihn das Gesicht im Spiegel dann pl√∂tzlich daran, dass gerade das Ultimatum ablief. Nein halt, es war ja schon l√§ngst abgelaufen!
Die n√§chste volle Stunde war nicht mehr weit, und bis dahin w√ľrde er in jedem Fall noch wachbleiben. Als die Sprecherin die ersten Meldungen verk√ľndete, fragte sich Thomas Herwig, wie oft es wohl vorkommt, dass Nachrichten mit der Mitteilung beginnen, dass bisher gar nichts passiert sei. Die ung√ľnstigen Wetterverh√§ltnisse wurden als m√∂gliche Ursache genannt, in dieser Nacht sei kaum noch mit einem Beginn des Angriffs zu rechnen.
Als wenig später Schröder und Merkel ins Bild kamen, schaltete Thomas Herwig den Apparat aus und ging ins Bett.
„Spielabsage wegen Unbespielbarkeit des Platzes“, kam ihm in den Sinn, doch im selben Augenblick wusste er, dass viele friedvolle Menschen ihn nach einem solchen Satz am Liebsten gelyncht h√§tten. Dass er sich in Zeiten wie diesen √ľberhaupt noch daf√ľr interessierte, ob die Jungen Wilden von Ajax Amsterdam es am Ende geschafft hatten, sich gegen die Millionentruppen aus Rom, London und Valencia durchzusetzen, machte ihn doch beinahe schon zum Monster.
Vor dem Einschlafen dachte Thomas Herwig noch dar√ľber nach, wie seine Nacht verlaufen w√§re, wenn es bereits losgegangen w√§re. Die ersten Stunden konnten manchmal ganz entscheidend sein, und je mehr man in dieser Zeit mit eigenen Augen und Ohren wahrnehmen konnte, desto weniger w√§re man sp√§ter darauf angewiesen, den gefilterten Zusammenfassungen irgendwelcher Kommentatoren zu vertrauen.
1991 hatte er n√§chtelang vor dem Fernseher gesessen, da war es schon besser, jetzt im Bett zu liegen. In Bagdad lagen die Menschen wahrscheinlich auch in ihren Betten, m√∂glicherweise glaubten sie ebenfalls langsam daran, dass der Angriff in dieser Nacht nicht mehr erfolgen w√ľrde.
Am n√§chsten Morgen erfuhr Thomas Herwig aus dem Radio, dass die Nacht in Bagdad doch nicht so ruhig verlaufen war. Wahrscheinlich war er sogar noch wach gewesen, als es losging. Eine halbe Stunde fr√ľher, dann w√§re er vielleicht gar nicht ins Bett gekommen und m√ľsste jetzt zur Arbeit, ohne eine einzige Stunde geschlafen zu haben. So gesehen hatte er gerade noch einmal Gl√ľck gehabt. Die Ergebnisse der Champions-League waren der Zeitung nur eine verschwindend kleine Notiz wert, aber immerhin hatte Ajax es geschafft!
Auf der Arbeit war alles wie immer. Irgend jemand meinte, die Amis h√§tten Saddam schon erledigt. Das w√§re vielleicht die sauberste aller L√∂sungen, denn dann k√∂nnte man sich den ganzen Krieg sparen. Thomas Herwig war nicht der einzige, der sich √ľber den Amsterdamer Erfolg freute; ein Kollege war ziemlich sauer, weil RTL anstelle der Ajax-Partie das bedeutungslose Spiel der lange schon ausgeschiedenen Leverkusener √ľbertragen hatte. Andere Kollegen hatten zwar keine Lust auf ein Gespr√§ch √ľber Fu√üball, doch auch die redeten nicht unbedingt √ľber den Krieg.
1991 war das ganz anders gewesen, damals war der gesamte Betrieb mehrere Tage lang total paralysiert und ein anderes Gespr√§chsthema kaum denkbar. War das jetzt schon ein gewisser Gew√∂hnungseffekt? Wenn dem so war, dann w√ľrde das n√§chste spektakul√§re Attentat auf ein ber√ľhmtes Hochhaus vielleicht auch nicht mehr dazu f√ľhren, dass ein ganzer Spieltag der Champions League abgesagt wurde.
Thomas Herwig hatte nicht unbedingt Lust, √ľber den Krieg zu reden. Abgestumpft war er nicht, da h√§tte er ganz energisch widersprochen, doch eine gewisse Ratlosigkeit hatte von ihm Besitz ergriffen. 1991 hatten so viele den Beginn der gro√üen Apokalypse bef√ľrchtet, und dann war es doch nicht dazu gekommen. Es gab zwar die Theorie, dass die Anschl√§ge vom 11. September das Ergebnis des Golfkriegs waren, aber der Krieg selbst war damals doch nach recht kurzer Zeit beendet, ohne dass es Millionen von Opfern gegeben hatte.
Danach hatten die Amis noch Jugoslawien bombardiert und waren nach Afghanistan einmarschiert, und soweit Thomas Herwig informiert war, ging es den Menschen in beiden Ländern heute zumindest besser als vorher.
Auf der anderen Seite war da so ein Gef√ľhl in ihm, dass es nicht sein durfte, dass die Amis jetzt alles machen konnten, was sie wollten. Sie lebten heute schon auf Kosten anderer, zerst√∂rten das Weltklima und scherten sich einen Dreck um alles, was der Rest der Welt wollte.
Wenn das den ganzen Tag laufende Radio irgendwann einmal verk√ľndet h√§tte, dass die Amis so richtig eins aufs Maul bekommen h√§tten, dann, so war sich Thomas Herwig sicher, h√§tten beinahe alle Kollegen M√ľhe gehabt, eine gewisse klammheimliche Freude nicht zu zeigen. Er selber h√§tte sie auch nicht zeigen wollen, nicht etwa aus Angst vor dem Urteil der anderen, sondern weil er ein wenig √ľber sich selber erschrak.
Seine Kollegen und er waren keineswegs Linksradikale oder besonders kritische Menschen, doch an jenem 11. September, als das Radio w√§hrend der letzten Arbeitsstunden angek√ľndigt hatte, was es abends im Fernsehen zu sehen g√§be, da war es auch schon so gewesen, dass mancher Mundwinkel kurz und verr√§terisch zuckte. Vielleicht war das einfach nur die Aussicht auf spektakul√§re Bilder und hatte mit den Amis gar nichts zu tun.
Zu jeder vollen Stunde hie√ü es: „Dreh doch mal lauter!“, und wenn dann wieder nichts besonderes passiert war, machte sich beinahe so etwas wie Entt√§uschung breit. Es hie√ü immer, dass der erste Angriff nur Saddam Hussein pers√∂nlich gegolten habe und man jetzt dar√ľber nachdenke, ob dieser √ľberhaupt noch am Leben sei. Ein paar Raketen waren Richtung Kuwait geflogen, aber die hatten die Amis locker vom Himmel gefischt. Jetzt kam es darauf an, ob man die Tr√ľmmer als Scud-Raketen identifizieren konnte, denn dann h√§tte man den Beweis, dass Saddam die ganze Zeit gelogen hatte.
Als Thomas Herwig nach Feierabend daheim den Fernseher einschaltete, war dieser Beweis offenbar noch nicht erbracht. Zwei M√§nner in Uniform waren zu sehen, die im W√ľstensand buddelten. Der Sprecher wunderte sich, dass die beiden die Absturzstelle ganz ohne Schutzkleidung untersuchten, denn die Bev√∂lkerung Kuwaits und alle dort stationierten Truppen hatten am selben Tag mehrmals die Gasmasken aufsetzen und in den Keller gehen m√ľssen.
Die Kommentatoren erw√§hnten mehrfach, dass man wegen der undurchsichtigen Lage und der Zensur oftmals den Konjunktiv gebrauchen m√ľsse. Ein Professor sa√ü vor seinem Computer und versuchte herauszufinden, ob der nach den ersten Angriffen im Fernsehen aufgetretene Saddam der echte war. Was w√ľrde eigentlich mit den Doppelg√§ngern nach dem Ende des Krieges passieren?
Als um 19 Uhr die Nachrichten begannen, k√ľndigte die Sprecherin an, dass man einen Korrespondenten mitten in Bagdad habe, mit dem man nun telefonisch verbunden sei. Auf die Fragen der Moderatorin konnte dieser Korrespondent dann allerdings zun√§chst gar nicht antworten, denn genau in jener Sekunde begann das Feuerwerk, das ihn offenkundig zutiefst beeindruckte: „Das Planungsministerium ist getroffen worden!“, sagte er ziemlich au√üer Atem, „Drei Cruise Missiles sind innerhalb weniger Sekunden pr√§zise in das Geb√§ude eingeschlagen, das wie ein Kartenhaus zusammengest√ľrzt ist.“
Die Moderatorin aus der Heimat fragte, ob der Korrespondent denn keine Angst um seine pers√∂nliche Sicherheit habe, doch dieser war sich sicher, dass sein Hotel nicht beschossen w√ľrde, da die US-Armee genau wisse, dass s√§mtliche noch in Bagdad weilenden Journalisten sich dort aufhielten.
Thomas Herwig konnte sich nicht vorstellen, wie es funktionierte, eine Rakete von einem hunderte von Kilometern entfernten Kriegsschiff so abzuschießen, dass diese ganz genau ein bestimmtes Gebäude inmitten einer Millionenstadt treffen konnte, doch offensichtlich klappte das ja ganz hervorragend.
Bilder des Volltreffers waren leider nicht zu sehen. Zwar gab es Live-Bilder aus Bagdad, die von fest installierten Kameras gesendet wurden, doch auf das Planungsministerium war wohl keine von denen ausgerichtet. Auf den Bildern sah man manchmal einen nocht nicht ganz dunklen Abendhimmel mit kurz aufleuchtenden Blitzen. „Irakisches Abwehrfeuer“, erkl√§rte eine Stimme dazu. Das mussten √§ltere Aufnahmen sein, denn in Bagdad war es jetzt doch stockfinster. Au√üerdem wunderte sich Thomas Herwig, dass die Abwehrraketen offensichtlich auch dann in der Luft explodierten, wenn sie gar nichts getroffen hatten.
Andere Kameras zeigten die schemenhaften gr√ľn-schwarzen Bilder, die man noch aus dem ersten Golfkrieg kannte, auf denen jedoch eigentlich gar nichts zu erkennen war. Die schienen aber wirklich live zu sein, denn auf denen war es nachts.
Dann gab es da auch noch ein Bild von einer hell erleuchteten Stra√üe, auf der hin und wieder ein paar Autos fuhren. Thomas Herwig war √ľberrascht, dass die Stra√üenbeleuchtung w√§hrend der Luftangriffe eingeschaltet war und in vielen Geb√§uden ebenfalls Licht brannte. Aber wenn die Raketen von weit entfernten Schiffen abgeschossen wurden, dann war es doch eigentlich egal, ob die angegriffene Stadt verdunkelt war oder nicht. Allerdings sollte die Tageszeit bei den Angriffen dann ja auch keine Rolle mehr spielen.
Tags√ľber h√§tten die installierten Kameras die Volltreffer doch viel besser dokumentieren k√∂nnen. Dann h√§tten die Amis der ganzen Welt zeigen k√∂nnen, dass ihre Raketen die milit√§rischen Ziele punktgenau treffen, und auf dem Nachbargrundst√ľck sogar das Blumenbeet unversehrt bleibt.
Ob die Iraker von den installierten Kameras wussten? Das erg√§be nur dann einen Sinn, wenn sie hofften, dass m√∂glichst viele der Raketen ihre Ziele verfehlten, und die Kameras dann Bilder von zerfetzten Kindern um die Welt schicken w√ľrden.
Bisher gab es solche Bilder nicht, stattdessen endlich den ersten Volltreffer: Ein Geb√§ude, das wie ein Palast aussah und dann auf einmal pulverisiert wurde. Es war wiederum alles ziemlich merkw√ľrdig, denn man sah zun√§chst nur das hell erleuchtete Geb√§ude, und direkt danach das Standbild eines Feuerballs, noch dazu reichlich verzerrt. Beinahe musste man denken, dass die Kamera, die den Treffer aus gro√üer Entfernung gefilmt hatte, im Augenblick der Explosion vor Schreck stehen geblieben war.
Der Milit√§rexperte im Studio vermutete, dass alle Angriffe dieser Nacht in erster Linie psychologischen Zielen dienten. Die irakische Armee sollte durch eine selektive Demonstration der amerikanischen F√§higkeiten erkennen, dass jeder Widerstand zwecklos war. Vielleicht w√ľrde sie unter diesen Umst√§nden ja doch noch gegen Saddam putschen?
Man war sich einig, dass die Angriffe nichts mit jenem massiven „Schock-Angriff“ zu tun hatten, der zuvor angek√ľndigt worden war. M√∂glicherweise sei dieser verschoben worden, oder aber man wollte zun√§chst herausfinden, ob ein solcher Angriff √ľberhaupt notwendig war.
Die Reporter hatten mittlerweile registriert, dass die Angriffswellen immer zur vollen Stunde √ľber Bagdad hereinbrachen. Sie vermuteten, dass das mit dem Beginn wichtiger Nachrichtensendungen in den USA zu tun haben k√∂nnte. Gab es etwas zynischeres, als dass der Zeitpunkt f√ľr Bombenabw√ľrfe sich nach der Einschaltquote richtete? Andererseits: Wenn die Menschen in Bagdad sich irgendwann darauf verlassen konnten, dass die Raketen immer nur zu ganz bestimmten Zeiten kamen, dann konnte man ja zwischendurch sogar nochmal mit dem Hund vor die T√ľr gehen.
Die Moderatoren waren redlich bem√ľht, die Zeiten, in denen in Bagdad nichts passierte, mit informativen Hintergrundberichten zu f√ľllen. Thomas Herwig sah eine Schlange von M√§nnern, die vor einem freistehenden Haus standen. Eine Stimme erkl√§rte, dass es sich bei diesen M√§nnern um philippinische Gastarbeiter in Kuwait handelte, die Brot kaufen wollten. Thomas Herwig erinnerte sich, diesen Beitrag bereits mehrere Male gesehen zu haben, beinahe h√§tte er den Text mitsprechen k√∂nnen. Allerdings war ihm bisher nicht aufgefallen, dass einige der M√§nner bereits in T√ľten verpacktes Toastbrot in ihren H√§nden hielten. Au√üerdem deutete rein gar nichts darauf hin, dass in dem gezeigten Haus Brot verkauft wurde. Eigentlich standen die M√§nner nur ordentlich aufgereiht vor irgendeinem Haus und schauten in die Kamera, w√§hrend ein dicker Mann seine Hoffnung in das Mikrophon sprach, dass Saddam Hussein keine Chemiewaffen auf Kuwait abfeuern w√ľrde.
Gleich k√§me bestimmt wieder der Beitrag √ľber die israelischen Kinder, die von ihren Eltern mit dem Auto in die Schule gebracht wurden, und alle eine Gasmaske dabei hatten.
Thomas Herwig registrierte auf einmal, dass es schon wieder ganz sch√∂n sp√§t geworden war. Er hatte nur die Nachrichten gucken wollen, doch dann war eine „Spezial“-Sendung nahtlos in den n√§chsten „Extra“-Beitrag √ľbergegangen, und jetzt musste er den Apparat ausmachen, wenn er nicht schon wieder total unausgeschlafen bei der Arbeit erscheinen wollte.
Seine Ratlosigkeit war nicht geringer geworden. Wenn die Amis mittlerweile tatsächlich so genau zielen konnten, dass die Reporter in den Nachbarhäusern keine Angst zu haben brauchten, dann musste man sich ja wirklich fragen, ob es noch richtig war, dass ein Krieg immer ganz viel Not und Elend bedeutete. Wenn es möglich war, ein verbrecherisches Regime davonzujagen, indem man einfach ein paar seiner Prachtbauten abriss, warum sollte man dann auf diese Möglichkeit verzichten?
Nat√ľrlich ging es nicht, dass ein einzelner Staat die ganze Welt beherrschte, aber sollte man ethische Diskussionen √ľber die Berechtigung milit√§rischer Interventionen nun ausgerechnet im Falle von Saddam Hussein f√ľhren? Wenn die Amis schnell und problemlos gew√§nnen, h√§tten sie anschlie√üend wahrscheinlich gar keine Skrupel mehr, ihre Armee bei jeder Gelegenheit einzusetzen. Das durfte nicht passieren, und Thomas Herwig wusste wiederum, dass irgend etwas in ihm auf die Nachricht wartete, dass die Amis irgendwo mal ganz kr√§ftig auf die Nase fallen w√ľrden. Aber w√§re dies eine Wendung zum Guten?
Nach dem einen oder anderen Fiasko zögen die US-Truppen doch noch lange nicht aus dem Irak ab, und wem sollte ein monate- oder jahrelanges Massensterben irgend etwas nutzen?
Jetzt, da der Krieg begonnen hatte, jetzt gab es doch gar nichts mehr, auf das man hoffen konnte. Ein schnelles Ende gäbe es eben nur bei einem Sieg der Amis, und das war auch scheiße.
Wo war ein Szenario, das man als einen guten Ausgang hätte bezeichnen können?
Thomas Herwig wusste, dass es ihm langsam gelingen musste, endlich einzuschlafen, und so war sein letzter Gedanke an diesem Tag, dass morgen der nächste Gegner von Ajax ausgelost wurde.
__________________
Bis hierhin vielen Dank!
(Friedrich K√ľppersbusch)

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Rote Socke
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Tja axel,

h√§ttste das mal fr√ľher hier gepostet, h√§tte ich mir etliche TV-Minuten sparen k√∂nnen. Anderseits w√§re ich dann aber nicht zur Erkenntnis gelangt, dass man sich die TV-Minuten eh sparen kann, weil einseitig und verlogen. Obwohl, geht ja auch Deinem Text hervor.

Der Text gefällt mir.
Gruss
Socke

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Inu
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Hallo Axel
Hast Du sehr gut gemacht, toll recherchiert. Alles ist authentisch, was Du schreibst, ganz genau so hab ich fernsehmäßig diesen Tag auch erlebt. Die Gedanken, die sich Dein Typ ( wie heißt er schnell ? )macht, sein Hin- und Hergezerrt-Sein zwischen Krieg und Fußball, alles ernst und ehrlich beschrieben. Gefällt mir sehr

Liebe Gr√ľ√üe
Inu

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vicell
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Registriert: Not Yet

hi Axel,

Also das mit dem getimten Bombenabwurd der Amerikaner plus Einschaltquoten im home-channel war mir auch neu. Klingt aber irgendwo nachvollziehbar. Oh Gott.
Am sonsten gibts nix zu meckern. Schließ mich da meinen "Vorrednern" nur an! Ist auch mal relativ erfrischend, zu dieser delikaten und hochaktuellen Thematik eine etwas andere, zynischere Form vorgesetzt zu bekommen, die Lust auf mehr macht! (obwohl man nicht auch nur behaupten kann, dass die gesamte Berichterstattung nur einseitig und verlogen sei. Ist etwas zu oberflächlich meiner Meinung nach)
In diesem Sinne also und lieben Gruß,

vicell

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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo vicell,
wie w√ľrdest Du das denn betiteln, die Berichterstattung?

Im Jugoslawienkrieg waren wir am Krieg beteiligt und es ist nachgewiesen, dass auch unsere Medien manipulierte Berichte, Informationen und Bilder weitergaben.
Diesmal sind wir nicht beteiligt und unsere Reporter bem√ľhen sich um eine objektive Berichterstattung. Aber sie k√∂nnen sich nicht frei bewegen, sind also auch darauf angewiesen was sie von irkaischer und amerikanischer Seite bekommen.

F√ľr mich wird von keinem Krieg objektiv berichtet, weil Krieg ganz einfach Mord und Totschlag ist und das wird eben nicht gezeigt. Das ist nur ein Fakt, aber der gen√ľgt mir schon zu sagen, die Berichterstattungen sind oberfl√§chlich und l√ľckenhaft.

Sch√∂ne Gr√ľ√üe
Socke

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axel
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Hallo ihr drei.
Vielen Dank f√ľr eure Reaktionen. Man freut sich ja doch immer √ľber Antworten, und wenn es dann auch noch lobende Worte sind ...
Eine flammende Anklageschrift gegen die deutschen Medien oder deren Art der Berichterstattung sollte dieser Text gar nicht sein. Ich habe einfach an jenem ersten Tag mal versucht, ganz genau festzuhalten, was meine Augen jeweils auf dem Bildschirm sehen und meine Ohren aus dem Lautsprecher vernehmen, um es dann „einfach so“, ohne eine Wertung niederzuschreiben.
Au√üerdem (und das war meine eigentliche Absicht) wollte ich unbedingt ein Dokument √ľber diesen ersten Tag haben. Wer wei√ü, was in einem halben Jahr sein wird. Vielleicht ist der ganze Krieg dann nur noch ein Fall f√ľr die Historiker, vielleicht haben wir uns an t√§gliche Bilder von verlustreichen H√§userk√§mpfen gew√∂hnt, oder aber die ganze Situation ist v√∂llig verfahren und findet in den Nachrichtensendungen gar nicht mehr statt.
Dann noch einmal zu lesen, wor√ľber am ersten Tag berichtet und diskutiert wurde, uns daran zu erinnern, was wir selber vielleicht empfunden oder erwartet haben, dazu wollte ich einen Beitrag leisten.
Der Zynismus in dem Text Рnun ja, das ist im Augenblick meine Art, mit der ganzen Angelegenheit umzugehen, mein Versuch, den täglichen Wahnsinn in Worte zu kleiden.
Vielleicht gibt es auch noch eine Fortsetzung (der erste Monat, die ersten 100 Tage oder so ähnlich). Oder aber ich habe andere mit diesem Text ermuntert, sich selber mal an dem Thema zu versuchen und eine eigene Ausdrucksform zu finden.
Einstweilen sch√∂ne Gr√ľ√üe,
Axel
__________________
Bis hierhin vielen Dank!
(Friedrich K√ľppersbusch)

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