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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der letzte Kuss
Eingestellt am 14. 04. 2012 19:11


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Napoleon
Hobbydichter
Registriert: Apr 2012

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Ein Schlag, seine Wange errötete, ein Schauer lief ihm ĂŒber den RĂŒcken, eine TrĂ€ne floss ĂŒber seine Wange. Was hat er nur getan, dass sein MĂ€dchen, die Person die er immer liebte und immer lieben wird, ihn so verachtete. Er stand von der Parkbank auf, die an diesem bewaldeten See stand. Er schaute ihr nach. Nur ein letztes Mal wollte er diesen Menschen anschauen, der ihm so viel Liebe gezeigt hat, wie es selbst Eltern nicht besser tĂ€ten. Und sie verschwand. Der Vollmond spiegelte ihre Silhouette auf den See voller Erinnerung an schöne Zeiten. Er fiel auf die Knie und weinte. Er weinte in dieser spĂ€ten Stunde, als sein Herz zerbrach wie ein Spiegel, der uns etwas Einzigartiges zeigt. Seine Hand verbarg seine trĂ€nenden, braunen Augen. Er wollte nicht aufhören seine Trauer, seinen Liebeskummer zu zeigen. Nie wĂŒrde er ein MĂ€dchen kennenlernen, das so wie sie war. So wie die Einzige, die Richtige. Er verweilte alleine in seiner Dunkelheit, die nur vom Licht des Mondes erhellt wurde.

Ein neuer Tag begann an diesem Freitag, doch fĂŒr den Jungen ohne Liebe war es kein neuer Tag, sondern nur eine Abfolge von Schmerzen. Die ganze Nacht hat er nicht geschlafen, nur geweint hat er. Sein Bauch schmerzte und sein Gestirn tat es ihm gleich. Eine Tablette war das erste, was er seit dem gestrigen Abend zu sich nahm. Und dann noch eine und noch eine. Seine Augen waren von den TrĂ€nen noch rot, als der vierzehnjĂ€hrige das Haus verließ und zu seinem Gymnasium schritt. Das FrĂŒhstĂŒck ließ er ausfallen, sein Appetit war unter Trauer und TrĂ€nen in seinem Inneren verschwunden. Er betrat seinen Klassenraum, blieb jedoch still und grĂŒĂŸte niemanden, an dem er vorbeischritt. Seine Tasche fiel laut auf den Boden, neben seinem Einzelplatz. Der Trauernde verschrĂ€nkte die Arme auf dem Tisch und legte seinen Kopf auf seine Arme. Er sah die komplette Dunkelheit und erinnerte sich an seine traumlose Nacht. Er wollte keinen Kontakt, nichtmal zu seiner besten Freundin, oder zu seinem besten Freund. Seine TrĂ€nen fielen wieder. Dieses Mal fielen sie auf den Tisch, auf dem er seine Arme verschrĂ€nkte. Er bemerkte die Stille nicht, die plötzlich die ganze Klasse ĂŒberflutete. Niemand sprach. Alle schauten ihn an. Sie kannten ihn anders. So lebensfroh, so lustig, so gemeinschaftlich. Doch dies schien alles verschwunden. Die Klasse bemerkte den Lehrer erst, als er sein Buch von einem halben Meter höhe auf den Tisch fallen ließ. Alle setzten sich. Der Junge kam zurĂŒck in diese traurige Welt. Der Deutschunterricht war sein Lieblingsfach, jedoch nicht an diesem Morgen. Das Thema ĂŒber das sich die Lehrerin mit der Klasse unterhielt war Kurzgeschichte. Er liebte es zu schreiben. Er schrieb viele Gedichte fĂŒr seine Freundin und viele Geschichten in seiner Freizeit. Doch an diesem Morgen kam ihm zum ersten Mal eine Frage auf. Was bringt mir Wissen, wenn ich ohne meine Liebe nicht leben kann und will? Was bringt mir Wissen wenn ich diese Welt verlasse? Garnichts. Die Lehrerin fĂŒhrte den Unterricht fort, ohne, dass ihr diese Trauer aufzufallen schien.

Diese Traurigkeit ĂŒberdauerte bis in die letzte Stunde. Die letzte Stunde war zur HĂ€lfte Vergangen, doch heute interessierte sich niemand fĂŒr den Unterricht. Alle Augen waren auf Der Jungen gerichtet, der vor Trauer erblasst war. Und es fing schon wieder an. Der TrĂ€nen flossen, er schĂŒttelte mehrmals den Kopf, sprach zu sich selbst, dass er diese Trennung nicht akzeptieren wĂŒrde. Der Lehrer beschrieb die Tafel. Plötzlich öffnete sich die TĂŒr und jemand verschwand darin. Der Lehrer drehte sich um, wollte den Liebenden nachgehen, doch jemand sprach: Lassen sie ihn trauern, Professor. Der Lehrer blieb auf der Stelle stehen, lehnte sich gegen die Wand und lauschte den GerĂ€uschen, die man auf dem Flur hören konnte. Etwas traf eine Wand, ein Schuh, gefolgt von KopfstĂ¶ĂŸen gegen die Wand. Dann ein GerĂ€usch, als wĂ€re etwas zu Boden gefallen. Dann ein Weinen. Eine tiefe Trauer und der Schrei eines gebrochenen Herzen.
Die Erlösung aus der Schule kam, als die Klingel das letzte Mal an diesem Tag lĂ€utete. Der Trauernde betrat die Klasse und nahm seine Sachen. Sein Kopf war den ganzen Tag gesenkt geblieben und er blieb es immer noch. Die Busse vor der Schule waren schon lĂ€ngst ihrer TĂ€tigkeit nachgegangen und nur der Liebende war noch am Schuleingang. Er kauerte dort auf der bunten Treppe vor der Schule. Die Sonne strahlte auf sein Haupt, als ob eine höhere Macht ihm helfen wolle, die Trauer zu vergessen. Und wirklich. Er weinte nicht mehr, doch dies hatte andere GrĂŒnde. Er hatte keine TrĂ€nen mehr, die er verschĂŒtten könnte. Er war abgeschnitten von dieser Kugel, die sich zu Unrecht Erde nannte. Er war in seiner eigenen Welt, in der ihm niemand mehr wehtun kann, jedoch auch in einer Welt in der niemand ihm helfen konnte. Denn seine Trauer war und ist immer noch real. Etwas ergriff seine Schulter. Er erwachte aus seiner eigenen Welt. Er drehte sich nach links und sah in ein bekanntes Paar grĂŒnner Augen, Es waren die Augen seiner besten Freundin. Sie wusste alles ĂŒber ihn. Jedes Geheimnis, dass er hatte, kannte sie. Sie bedeutete ihm sehr viel. Sie waren schon mehr als 7 Jahre und immer haben sie zusammengehalten. Doch sie war mehr als eine Freundin fĂŒr ihn. Sie war die Person, die immer ein offenes Ohr fĂŒr ihn hatte, immer eine Schulter zum Ausweinen hatte und zu jedem Problem einen passenden Rat geben konnte. Er schaute ihr in die Augen. Dieser Moment schien einzigartig. Sie wande sich ab und setzte sich neben ihn. Er wollte den Kopf wieder zwischen seinen Armen verstecken, doch dies geling ihm nicht. Sie drĂŒckte ihn gegen ihre Schulter und umarmte ihn. Da kamen ihm die TrĂ€nen wieder aus dem Augen geschossen. Sie flossen ĂŒber seine Wangen, er schmeckte das Salz in diesen TrĂ€nen und ließ sie fließen. Er weinte und schluchzte und das MĂ€dchen weinte mit ihm. , Sie hat Schluss gemacht \", sagte er mit verweintem Gesicht. Sie sah ihn an: „ Wieso hat sie das getan?\" Er antwortete nicht. Er konnte nicht antworten. Er wollte aber antworten. Aber er konnte nicht. , Lass mich bitte allein. Niemand kann mir im Moment helfen\", er wischte sich die TrĂ€nen aus dem Gesicht und sie ging ohne weiter nach dem Problem zu fragen.

Er verschloss sich. Niemand war ihm mehr wichtig. Er wollte nicht mehr leben. Sein Leben war zerbrochen, als seine Liebe zerbrach. Und nun saß er wieder an dieser Stelle. Diese Parkbank mit der er so viele Erinnerungen verbinden konnte. Dort lernte er sein MĂ€dchen kennen, doch hier zerbrach sein Leben auch. Und nun saß er wieder auf dieser Bank. Zwei leere Flaschen Bier rollten neben der Bank her. Doch seinen Liebeskummer konnte er nicht in Alkohol ertrĂ€nken. Er war im Inneren zerfressen, nichts konnte er mehr tun. Drei Tage war seine Trennung nun her und sein Körper hatte ihn zerrissen. Sein Herz hatte seinen Körper zerrissen. Depression war sein Leben. Nichts konnte er mehr tun. Alles war er durchgegangen. Er hat sich von seinen Freunden verabschiedet und einen Abschiedsbrief geschrieben. Den Brief legte er neben sich auf die Bank. Er nah das scharfe Messer in die Hand. Er strich mit dem Ricasso des Messers an seinem Unterarm vorbei. Er stoppte. Wieso soll ich mir den Arm aufschneiden. Mein Schmerz ist doch im Herz?

Am selben Abend, etwas spĂ€ter als halb neun, fand sich das MĂ€dchen, die Geliebte des Jungen, an der Bank am See ein. Ihre Augen wurden grĂ¶ĂŸer, ein Schrei durchfuhr den Wald, Vögel flogen aus den Baumkronen gen Himmel. Ein lebloser Körper kniete vor der Bank, die Arme an der Bank angewinkelt und gegen den Kopf gestemmt. Ein Messer durchstach sein Herz, Selbst im Tod war seine Trauer zu erkennen, er hat seinen Frieden selbst im Tod nicht gefunden. Ein kalter Schauer durchlief ihren Körper. Es war ihre Schuld. Wieso hat sie dies nur getan. Sie fiel zu Boden, weinte, trauerte und wusste nicht was sie machen sollte. Sie setzte sich auf die Bank, auf ihre Bank, auf die Bank, auf der sie so schöne Momente mit ihm gehabt hat. Die erste Begegnung, der erste Kuss, die erste Umarmung, ein Kuss, der letzte Kuss. Doch war es wirklich der letzte Kuss? Sie sah ihn an. Der Abschiedsbrief lag neben dem leblosen, liebenden Körper, der immer noch trauerte. Sie entfaltete den Brief, vielleicht wĂŒrde sie klarer sehen, wenn sie den Brief gelesen hat:

Geehrte Welt,
Ich verlasse Dich nun, Du traurige Welt um zu versuchen meine Trauer und meine Liebe zu vergessen. Doch ich kann nicht geliebte Welt. Ich muss. Weine nicht um mich, du Wesen ohne GefĂŒhle, es bringt nichts, es ist ein Nichts, ein Vakuum von GefĂŒhlen. Keine TrĂ€ne habe ich mehr um zu betrauern, wie ich sie liebte, mein Perfektes Ebenbild, meine Liebe, mein Sonnenschein in tiefster Trauer. Doch ich kann nicht ohne Dich du Perfektion, du Göttin. Nun habe ich diese Welt verlassen und zeige dir ein letztes Mal, eine letzte Minute lang wie sehr meine Sehnsucht zu Dir ist. Und sie bleibt so unentschlossen und ungeliebt wie sie vor kurzen nicht war. Ich hoffe Dein Leben wir dir GlĂŒck und Freuden bringen, Dir eine neue Liebe schenken vielleicht sogar eine, mit der Du dein GlĂŒck fĂŒr immer behĂ€ltst. Ein letztes noch mein Engel ohne Wut und Trauer, was ich Dir sagen will. Vergib deiner nicht, wenn Du an meiner bedenkst. Bedenke, dass meine Liebe zu dir nie erloschen war und wird und Dir selbst im Tod nicht abgeneigt ist. Denn ein letzter Kuss wir kommen, ich verspreche es dir und gebe dir darauf jeden Eid mein Leben..ja..ein letzter Kuss, unser letzter Kuss.
Adieu

Ein Schmunzeln. Eine letzte TrÀne. Die letzte Erinnerung an dieser Bank, die Zusammenkunft der Liebe im Tod und der Liebe im Leben. Sie beugte sich zu ihm und gab ihm einen Kuss.


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RealitÀt ist eine Fiktion

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